Valderrama schrieb: Reddington schrieb: Stadtkreis9 schrieb: Reddington schrieb: «Jetzt geht es um Verhandlungsgeschick. Es gibt viele Möglichkeiten, solche Deals trotzdem über die Bühne zu bringen. Ein gutes Beispiel ist der FC Basel kurz nach der Übernahme durch David Degen.
In der ersten richtigen Transferphase hat man viele talentierte Spieler geliehen, teils mit hoher Kaufoption. Beispiele:
- Andy Diouf
- Andy Pelmard
- Dan Ndoye
- Zeki Amdouni
Riccardo Calafiori kam ablösefrei, weil die AS Roma dafür 50 % der Transferrechte behalten konnte. Betrachtet man nur diese fünf Spieler, sieht die Bilanz so aus:
Ausgaben (Kaufoptionen): ca. 13,5 Mio. (ohne Leihgebühren/Salär)
Einnahmen: ca. 57 Mio. (ob die Weiterverkaufsbeteiligungen da schon drin sind, weiss ich nicht – die Zahl könnte also noch höher ausfallen)
Wenn man von einem Spieler überzeugt ist – und das scheint zumindest Al Ahly zu sein –, sollte man jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken. Es gibt so viele Optionen, z. B. eine Leihgebühr von 0,5 Mio. und eine Kaufoption bei 2 Mio., dafür behält Al Ahly 20 % der Transferrechte. Oder man nimmt effektiv deren Angebot von 3 Mio. und zieht die Kaufoption nur, wenn er bis dahin seinen Marktwert so gesteigert hat, dass man ihn gleich wieder teuer verkaufen könnte.
Klar ist das reale Transfergeschäft nicht so einfach wie im Football Manager. Aber man muss sich darin auch nicht so ideenlos bewegen, wie es der FCZ in der Vergangenheit getan hat.»
Das ist ja das Problem beim FCZ. Wir haben in der sportlichen Führung niemanden, der die Fähigkeiten und das Netzwerk hat, gute Deals abzuschliessen. MM hatte diesbezüglich trotz kleinem Transferbudget gute Ansätze, doch er ist ja an anderen Dingen gescheitert.
Er ist an seiner menschlich fragwürdigen Art gescheitert, an seinem zu grossen Ego und am Micromanagement. Wenn der Sportchef den Physiotherapeuten erklärt, wie sie ihren Job zu machen haben, dann läuft etwas gewaltig schief. Fachlich sucht man aber seinesgleichen, die Herren vor ihm haben nie so viel Transfererlöse erwirtschaftet, wie er es getan hat.
Immerhin haben wir dafür jetzt einen "Consultant to the President", der uns Kablan beschert hat :)
Immer wieder erstaunlich wie wohlwollend MMs Arbeit teils beschrieben wird. Fachlich soll er seinen Vorgängern überlegen gewesen sein? Naja, das würde ich nun wirklich sehr stark bezweifeln. Ein Sportchef muss ein ausbalanciertes Kader zusammenstellen, gute Trainer finden, Transfers abwickeln, mannschaftsübergreifend koordinieren, das Budget im Griff haben usw. Bei mindestens zwei dieser Kernaufgaben war er miserabel. Zudem auch die Transfererlöse, welche jetzt im historischen Vergleich auch nicht gerade gigantisch sind. Auch kurz vor MM fanden unsere Sportchefs mit weit weniger Transfers Spieler wie Tosin, Gnonto oder Condé, welche einen guten Batzen einbrachten. Und auch vorher gab es Sportchefs, die konsequent auf junge Spieler gesetzt haben und dann diese für gutes Geld verticken konnten. Rüegg und Sohm haben unter Jurendic oder Thomas Bickel einiges an Geld eingespielt. Von Fredi Bickels Transfers müssen wir gar nicht erst anfangen.
Und der Seitenhieb betreffend Kablan: Muss ich jetzt nochmals all die MM-Nieten aufzählen? War eigentlich Kablan effektiv Lambertis Idee oder doch diejenige von Hediger (Ex Teamkollege)?
Auch wenn er eine Hassfigur ist, muss man doch objektiv beurteilen können, dass MM bei Transfers, Vertragsverlängerungen und Nachwuchsförderung im Vergleich zu ehemaligen Sportchefs bessere Ansätze gezeigt hat.
Früher haben wir so wenig Geld verdient, da es verpasst wurde, mit guten Spielern frühzeitig zu verlängern. Das ist nun mal Fakt. Nach der Meistersaison haben wir Omeragic ablösefrei verloren und für Gnonto deutlich weniger Geld erhalten, weil er nur noch ein Jahr Vertrag hatte. Einfach als Beispiel.
Dass wir Ligue, Tsawa und Markelo (ca. 18 Mio.) für so viel Geld verkaufen konnten, liegt daran, dass sie unter MM frühzeitig langfristige Verträge erhalten haben.
Ausserdem wurde unter ihm der eigene Nachwuchs so stark gefördert wie nie zuvor. Es wurden praktisch keine ausländische Talente geholt, sondern nur auf eigene Junge gesetzt.
Bei Transfers für die 1. Mannschaft hat er meistens auf Leihen mit Kaufoption gesetzt. Das Risiko war überschaubar und in vielen Fällen (Chouiar, Phaëton, Perea oder Ballet) konnten wir so Qualität dazuholen. Gbamin, Gomez, Sauter, Kény, Comenencia und Zuber waren auch gute und sinnvolle Transfers.
Mendy, Tramoni, Tosic, Rodic und Segura waren die Fehltransfers. Wobei Tosic, Rodic und Segura bei ihren Ex-Vereinen sehr stark waren.
Lamberti und Co. haben in der ersten Transferperiode mit Kablan, Berisha, Hack und Cavaleiro einfach ein paar Spieler geholt, die sonst niemand wollte. Jetzt im Sommer ist noch Spadanuda dazugekommen. Nicht gerade kreativ.