Hier ein paar Inputs und Kontext auf die vielen interessanten Überlegungen zur U21 speziell von Victor Jara auf den letzten paar Seiten.
Die Mehrheit der U21-Teams in der Promotion League sind Saison für Saison im Abstiegskampf. Weil die Liga ein gutes Niveau hat. Die einzigen beiden U21-Teams, die seit der Gründung der Liga 2012 immer dabei waren und nie abgestiegen sind, sind FCB und FCZ.
Der FCB ist das einzige U21-Team, das eher selten im Abstiegskampf involviert ist. Bei allen anderen U21-Mannschaften ist es eher die Ausnahme, wenn sie mal frei von Abstiegssorgen sind. Mal hat Luzern eine Top-Saison, dann wieder der FCZ. YB ist erst 2021 erstmals in die Promotion League aufgestiegen und war seither praktisch immer im Abstiegskampf involviert. Die aktuelle Saison könnte vielleicht ihre erste ohne echte Abstiegssorgen werden.
Lausanne-Sport ist ein Top-Ausbildungsverein, ist diese Saison aber zum allerersten Mal in der Promotion League dabei. Vorher haben sie jeweils in der 1.Liga oder gar 2.Liga Interregional gespielt. Noch extremer ist es bei Servette, das möglicherweise die grösste Talentfabrik der Schweiz ist. Von 2012 bis 2022 war ihre U21 immer in der 2. Liga Interregional. Seit 2022 sind sie in der 1. Liga. 23/24 hatten sie ihre bisher einzige Saison in der Promotion League, sind aber als Tabellenletzter gleich wieder abgestiegen. Und GC? War noch gar nie in der Promotion League, obwohl sie auch immer wieder viele gute Talente hervorbringen.
Der FCB holt seit langer Zeit immer wieder die besten Talente aus der ganzen Schweiz plus Elsass und Region Lörrach und in den letzten Jahren auch vermehrt aus dem entfernteren Ausland (beispielsweise den Captain der Barcelona-Reserve). Sie sind aber notorisch schlecht im Übergang von der U21 in die Profimannschaft. Sie holen seit vielen Jahren so viele gute Talente welche dann in der U21 versauern und in der 1. Mannschaft keine echte Chance erhalten. Basel kauft und verkauft teilweise U21-Spieler für Millionen ohne dass die jemals gross etwas mit der 1. Mannschaft zu tun gehabt hätten.
Schauen wir uns beim FCZ mal die von der Klassierung erfolgreichste Saison der letzten Jahre an. Das war die Meister-Saison 21/22, als die U21 unter Genesio Colatrella den 5. Platz erreichte. Rund um jene Saison hatte man kaum Top-Talente im FCZ-Nachwuchs und die wenigen hoffnungsvollen gingen früh zu Hoffenheim oder Inter. Sie wurden im Nachwuchs trotz ihrer Überlegenheit in ihrem jeweiligen Jahrgang kaum in höhere Stufen gepusht und fühlten sich unterfordert. Den damaligen Junioren-Trainern gefiel das natürlich, weil sie einen Spieler im Team hatten, der den Erfolg fast schon garantierte. Aber für die Entwicklung des Talentes war es schlecht.
In der U21 hatte Colatrella eine gute Promotion League-Mannschaft zusammen von denen aber praktisch keiner das Potential für die Super League hatte. Das waren Spieler wie Fabian Gloor, Lenny Janko, Leandro Aversa, Colin Erdin oder Mats Hanke. Den einen fehlte die Technik für eine Profi-Karriere, anderen die Antrittsschnelligkeit. Sie waren aber alle gut ausgebildet, jung und frisch. Und wurden noch von den Routiniers Roberto Rodriguez und Genis Montolio verstärkt. Und Colatrella spielte die ganze Saison durch mit einer Stamm-Elf, so wie das in der Promotion League bei Gegnern wie Brühl, Bavois, Breitenrain etc. üblich ist. So konnte sich das Team im Saisonverlauf einspielen und profitierte zusätzlich von der Mentalität Montolios und den für Promotion League-Verhältnisse überragenden Standardqualitäten von Rodriguez.
Haben diese Erfolgserlebnisse den Talenten in ihrer persönlichen Entwicklung als Fussballer aber etwas genützt? Letztendlich wurde ihre Technik oder Geschwindigkeit dadurch nicht besser und damit steigerten sich auch ihre Chancen auf eine Profikarriere nicht. Ganz abgesehen davon, dass man durch Niederlagen generell mehr lernt als durch Siege. Voraussetzung dafür ist aber, dass man unbedingt gewinnen will. Denn wenn einem das Ergebnis egal ist, dann ist eine Niederlage kein Schock und damit lernt man nichts.
Die aktuelle U21 ist die jüngste Mannschaft der Promotion League und im Schnitt anderthalb Jahre jünger als die Ausgabe von 21/22. Ich würde sie in folgende Kategorien einteilen:
Top-Talente aus der Academy (15-18 Jahre) - Ramic, Stiel, Coulibaly-Brüder, Odera
Top-Talente, die den Sprung von der Academy direkt in die 1. Mannschaft geschafft haben, gab es höchst selten. Der Schritt via die im Erwachsenen-Wettbewerbsfussball spielende U21 ist essentiell und daran hat sich nichts geändert. Im Gegenteil: früher hatte man manchmal null und manchmal ein Top-Talent in der U21. Heute sind es je nach Sichtweise vier bis sieben. Top-Talente wie das aktuelle Beispiel Tsawa sind bei idealer Entwicklung schnell in der 1. Mannschaft, ziehen nach rund zwei Jahren dann aber auf ein höheres Niveau weiter.
Potentielle Super League-Spieler aus der Academy - N. Di Giusto, Volken, Mahar, Rizzo, Morozov, Schödler, Lhakpa, Stork, Fiorini, Tchamda.
Der nächsten Kategorie von Talenten fehlt möglicherweise das gewisse Etwas für eine Top-Liga, es bestehen aber intakte Chancen auf eine gute Super League-Karriere. Aus diesen Talenten rekrutiert sich auch der Pool der möglichen Identifikationsfiguren beim FCZ. Sie brauchen als Zwischenschritt häufig zwei Saisons in der Challenge League wie es bei Brecher, Kryeziu, Kamberi, Krasniqi, Rohner praktiziert wurde - wobei Brecher viel zu früh zum FCZ zurückbeordert wurde und Kryeziu nach Biel Jahre später noch einen zweiten Anlauf über Kriens benötigte. Auch in dieser Kategorie hat der FCZ aktuell eine grössere Anzahl Talente als früher.
Fragezeichen aus der Academy - Greco, Bohon, Walker, Grando, Kamoko, Kovacevic, Lichtenstein, Blake (Rückkehrer), Trivellin, Frey, Lebrino, Leber.
Talente aus dem eigenen Nachwuchs, für die es mit einer Profi-Karriere schwierig wird, gibt es auch heute in der U21. Es kann immer Einzelfälle geben, wo einer den Sprung zumindest kurzfristig doch noch schafft. Wie dem mannschaftsdienlichen Stürmer Patrice Kissling, dem nach jahrelanger Torflaute der Knopf letzten Herbst (sieben Tore) aufgegangen ist und im Januar in die 3. Liga nach Frankreich gewechselt ist. Mittlerweile ist er aber wieder vereinslos.
Langjährige U21-Spieler aus der Academy - Hodza, Reichmuth
Es gibt ab und zu Talente aus der Academy, die drei, vier Jahre in der U21 spielen. Das sind typischerweise Talente, die der Klub grundsätzlich als gut genug für die Super League-Equipe ansieht, denen aber für den letzten Schritt noch etwas fehlt, zum Beispiel in der Persönlichkeitsentwicklung. Gleichzeitig werden sie von Jahr zu Jahr sportlich wertvoller für die U21 und helfen mit den Klassenerhalt zu sichern. Sie verteidigen so ihren Platz in der U21 gegenüber Jüngeren, die nachrücken. Lulzim Salija oder Davide Mariani waren früher Beispiele dafür. Heute Selmin Hodza oder Miguel Reichmuth. Während Salija und wohl auch Hodza den Sprung in die Super League nachhaltig nicht schafften, hat es Mariani spät noch gepackt. Und bei Miguel Reichmuth sieht es auch gut aus. Gerade im Abstiegskampf der U21 im Frühling hat er Verantwortung übernommen und damit den Schritt gemacht, der ihm noch gefehlt hat. Das zeigt sich nun auch in der Super League. Er ist nicht mehr nur einfach der technisch gute Miguel mit den vielen Dribblings und Schlenkern, sondern er setzt seine Qualitäten nun viel zielstrebiger ein, übernimmt Verantwortung und strukturiert das Spiel - auch in der Super League.
Mit Davide Mariani gab es ja einmal einen Züri Live-Podcast, hier der Link zum Kapitel über seine Zeit in der U21:
https://youtu.be/NFoHyCqwAn4?si=0iZISxYeQcv7mI1E&t=1830
Aushilfsspieler aus der Academy - Cavar, Isic
Es gibt manchmal auch junge Spieler aus der Academy, die U21-Einsätze erhalten obwohl für sie wohl selbst die Promotion League eine Stufe zu hoch ist. Dies kommt häufig in Ligapausen vor, wo die besten Talente mit den Nationalteams unterwegs sind.
Aufbau angeschlagener / formschwacher Spieler aus dem Eins - Ligue, Vujevic, Tramoni, Sauter, Bangoura
Für diesen Zweck wurde die U21 schon immer genutzt. Eher neu ist, dass man solche Spieler nach einer Verletzung auch in der U21 erst mal mit 30 Minuten-, 45 Minuten-Einsätzen langsam und vorsichtig aufbaut. Dadurch wird dann aber natürlich eine Wechselgelegenheit für den Trainer für diesen Zweck genutzt.
Zweite Chance-Youngsters (20-22 Jahre) aus dem Ausland - Markelo, Reverson, Essakkati, Diawara, Okafor, Ihendu, Turping
Der FCZ hatte früher mal zwei Nordkoreaner in der U21. Das hat nicht so gut funktioniert. Die Holländer Markelo, Reverson und Essakkati sind hingegen eine Erfolgsgeschichte. Alle drei haben sich innerhalb von wenigen Wochen und Monaten in der U21 schnell entwickelt. Sie kamen bereits mit dem Talent für Super League-Level nach Zürich, und erhielten oder erhalten in der Promotion League noch den letzten Schliff. Sie hängen sich alle drei sehr rein und wollen die Chance nutzen, die ihnen der FCZ bietet. Natürlich kommen sie mit gewissen Macken. Spieler von dieser Qualität in diesem Alter und ohne Macken kosten schnell mal Millionen. Das kann und will sich in der Schweiz nur der FC Basel leisten. Diawara hat am Sonntag in seinem ersten Spiel bereits getroffen. War da aber auf dem Heimweg aus dem Wallis und habe die Partie nicht gesehen. Die aus Deutschland gekommenen Okafor, Ihendu und Turping haben hingegen weniger überzeugt - auch wenn gerade Ihendu in der U21 letzte Saison durchaus ein paar gute Leistungen abgeliefert hat. Aber für die Super League ist er halt etwas langsam. Grundsätzlich ist die Qualität der Junioren-Mannschaften in Deutschland nicht so hoch wie viele vielleicht denken. Wenn einer den Sprung in den Profibereich oder die U23 dort nicht schafft, ist die Chance gross, dass er es auch in der Schweiz nicht schafft.
Verstärkungen (20-22 Jahre) für die Promotion League-Mannschaft aus der Schweiz - Vukelic, Nvendo, Buljan, Kaiser, Winzap
Spieler dieser Kategorie hatte man in der U21 schon in der Vergangenheit immer wieder gehabt. Shpetim Sulejmani, Mathis Holcbecher, Yann Kasai etc.. Das sind Talente, die bei Luzern, Servette, YB oder Basel den Durchbruch nicht geschafft haben, langsam aus dem Talentalter raus sind, und das U21-Team verstärken können. Stürmer, die für 10-15 Tore auf Promotion League-Niveau gut sind, oder Innenverteidiger, die mittlerweile schon einiges an Cleverness und Abgeklärtheit mitbringen, so dass sie das Team stabilisieren und mithelfen können, den Abstieg zu verhindern. Gleichzeitig haben solche Spieler selbst immer noch eine kleine Hoffnung, es im letzten Moment vielleicht doch noch in den Profibereich zu schaffen.
Ein Spezialfall sind diese Saison die beiden Torhüter Kaiser und Winzap, die schon etwas älter sind. Zuerst wurde Kaiser und später Winzap geholt wohl wegen der aussergewöhnlichen Situation, dass Huber und Morozov beide gleichzeitig in die 1. Mannschaft aufrückten. Es war wohl unter Van der Gaag nicht geplant, dass Morozov nun doch meist in der U21 spielt. Vielleicht verletzte sich Kaiser oder er genügte nicht, und dann holte man noch Winzap. Da hinter Huber und Morozov ausser vielleicht noch Pinthus nicht viel nachkommt. Huber und Morozov kamen beide ursprünglich von extern. Der FCZ hat im Torhüterbereich fast schon seit Jahrzehnten eine schlechte Talententwicklung und -selection. Karl Grob hätte keine Freude daran.
Profispieler als Oldie / Teamleader (25-35 Jahre) - Keiner
Permanente Spieler des Kaders, die weit über dem U21-Alter anzusiedeln sind, hat man keine mehr. Florian Stahel, Polo Büchel, Roberto Rodriguez oder der Spanische Spätzünder Genis Montolio (über Wil bei Thun gelandet und mit 29 in die Super League aufgestiegen) waren in der Vergangenheit Beispiele dafür. Diese Spieler waren dazu da, die Mannschaft zu stabilisieren und dafür zu sorgen, dass sie nicht absteigt. Heute sollen die 20-22 jährigen auf mehrere Schultern verteilt diese Rolle übernehmen. Diese können so einen nächsten Schritt machen und in eine Führungsrolle hineinwachsen. Wenn ein Roberto Rodriguez im Frühling noch dabei gewesen wäre, dann hätte er die Verantwortung an sich gerissen und es hätte keinen Platz gegeben für eine Persönlichkeits-Entwicklung auf dem Platz wie sie ein Miguel Reichmuth nun gemacht hat.
- Frage: Warum Mario Greco nicht im Eins?
Greco ist ein Arbeiter und hat es schon weit gebracht. Für die Super League fehlt ihm wohl etwas die Antrittsschnelligkeit. Schon auf Promotion League-Niveau hat er je nach Gegner damit Mühe. Er wurde zuletzt manchmal auf der Achter-Position im Mittelfeld eingesetzt, weil in der Spitze die Luft für ihn dünn wird. Am Sonntag hat er wieder getroffen. Aber Tore alleine auf Promotion League-Niveau sagen noch nicht viel aus.
- Frage: Was ist der Sinn der Leihen von Di Giusto und Bohon? Sie spielen nicht immer.
Eine Leihe in die Challenge League macht für Di Giusto diese Saison absolut Sinn. Die Frage ist ob Vaduz der richtige Klub ist. Der Mannschaft läuft es gut. Sie kommt ins Rollen. Auf der 10er-Position ist der von Luzern ausgeliehene Ronaldo Stamm. Einer der besten Techniker unter den Schweizer Talenten. Er hat den Vorteil, dass er schon seit letztem Winter da ist und sich mittlerweile gut ins Teamgefüge eingespielt hat. Auf den 8er-Positionen setzt Schneider natürlich auf typische Zweiwegspieler wie Seiler und Hammerich. Und die Position am Rechten Flügel wo Di Giusto zuletzt beim FCZ häufig gespielt hat, gibt es im Vaduzer System nicht. Bei Bohon bin ich überrascht, dass er in die Challenge League ausgeliehen wurde. Er ist gelernter Rechtsverteidiger, war aber nie einer der besten Talente seines Jahrgangs und hatte letzte Saison seine besten Einsätze als Joker auf dem Rechten Flügel, speziell um einen Sieg über die Runden zu bringen. Ich hätte als Leihkandidaten in die Challenge League eher einen Volken, Bangoura oder Fiorini gesehen.
- Frage: Was für Sinn macht es Woche für Woche mehr als die halbe Startformation zu wechseln? Erratische Aufstellungen und Umbrüche…
Es ist die Folge der Prioritätensetzung. In einer professionellen Academy liegt der oberste Fokus auf der Ausbildung. Die Spieler werden in dem Team eingesetzt, wo es für sie aktuell am meisten Sinn macht. Sie erhalten genügend Erholungszeit, speziell wenn sie angeschlagen sind. Sie sind auch immer wieder abwesend aufgrund von vermehrten Aufgeboten für Juniorennationalteams und Turniere. Spiele gewinnen ist immer wichtig, aber es sollte in der U21 und in der Academy nicht auf Kosten der Ausbildung und der Gesundheit gehen. Zudem stehen auch die Bedürfnisse der 1. Mannschaft über den sportlichen Zielen der U21. Speziell wenn es um den Aufbau von angeschlagenen, formschwachen oder neuen jungen Spielern für die 1. Mannschaft geht.
- Ambitionierter Ausbildungsklub oder gehobene Spieleragentur mit angeschlossenem Traditionsverein (nach englischem Vorbild Arsenal, Manu, City, Liverpool usw.)?
Die Antwort ist eindeutig: ambitionierter Ausbildungsklub. Für die 1. Mannschaft holt man ja fast ausschliesslich Spieler im mittleren Alter, welche die Mannschaft sportlich weiterbringen und die das Gerüst bilden sollen. Die Mehrheit der letztes Jahr geholten Spieler sind immer noch da. Es ist entgegen den Unkenrufen von gewissen Journalisten nicht das oberste Ziel, diese Spieler teuer zu verkaufen. Wenn dies das Ziel wäre, hätte man viel jüngere holen müssen, wie das der FC Basel praktiziert. Bei Arsenal, City oder Liverpool sehe ich übrigens auch keine "Spieleragentur" am Werk. Bei diesen Klubs bleiben Spieler häufig sehr lange. Sie haben im Vergleich zu kleineren Klubs tendenziell eher wenig Transfers.
- Warum haben sich nur wenige U17-Weltmeister durchgesetzt?
Buff hat durchaus eine ansprechende Profi-Karriere gemacht, Tosetti oder Buess auch. Kasami hat 12 Länderspiele gemacht, bei Fulham oder Olympiakos gespielt. Veseli (44 Länderspiele) war EM-Teilnehmer mit Albanien. Charyl Chappuis hat als bekannter Fussballprofi in Südostasien 1,4 Millionen Instagram-Follower. Siegrist ist in der Serie A unter Vertrag. Bei manchen Spielern war schon während dem Turnier ersichtlich, dass es ihnen kaum für eine grosse Karriere reichen wird. Nur weil man mit einem Team Erfolg hat, macht das den einzelnen Fussballer nicht talentierter. Die Schweizer waren damals von der individuellen Qualität her nicht besser als viele ihrer Gegner. Sie hatten aber wohl den besseren Teamgeist und sich wohl auch besser an die speziellen Bedingungen in Nigeria angepasst. Und die Rollen waren klar verteilt. Ausserdem üblich bei so gut wie allen Teams an einer U17 WM, auch diejenigen, die weit kommen, dass maximal drei bis vier Talente aus einem Jahrgang eine internationale Karriere auf hohem Niveau machen. Das liegt in der Natur der Sache. Die Schweiz hat damals beispielsweise Brasilien (mit Neymar, Coutinho, Casemiro, Alisson), Deutschland (Götze, Ter Stegen, Mustafi, Plattenhardt) und Italien geschlagen. Von denen haben auch nicht viel mehr Spieler eine grosse Karriere gemacht. Brasilien in den Gruppenspielen war übrigens der einzige Gegner, den die Schweiz nur mit Glück und einem guten Torhüter Siegrist geschlagen haben. Die anderen Siege waren verdient.
Danke für deine detaillierte Analyse. Auch wenn ich mit der Einordnung der Talente (Top, Potenziell, Fragezeichen) nicht ganz einverstanden bin, ist das ein guter Überblick (Sekulic fehlt aber noch).
In den unteren Kategorien U16, U17 hat es noch weitere überdurchschnittlich talentierte Spieler, bin gespannt, wie sich diese entwickeln.