FCZ Nachwuchs

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eifachöppis
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12.11.2025, 15:03 · #1'901
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Die Mutmassungen hier drin, wurden vom FCZ so bereits transparent und meines Wissens mehrfach kommuniziert. Die grossen Talente resp. Triple A Talente, sollen direkt aus den U-Mannchaften (bis U19) den Sprung schaffen. Diesbzüglich hat man die Struktur bzw Durchlässigkeit verbessert. Die U21 dient mehr als Second Chance auch für externe Spieler. Oder U17/U18-Spieler wie Jill Stiel spielen bereits U21. Aber das war schon immer so, dass die besten Talente direkt von der U18, heute U19, den Sprung ins Eins schafften. RiRo, Blerim, Abdi, Elvede, Mehmedi etc. Auch nicht ganz korrekt... die grössten Talente haben oft mit 15/16 ein paar Spiele/halbe Saison in der U21 verbracht, bevor sie dann definitiv in die erste Mannschaft gezogen wurden. Elvedi, Janjicic, Drmic, Rodriguez, uvm. Aktuelle Beispiele: Coulibaly, Ramic, Munroe, Stiel Letzte Saison z.B. Volken
Victor Jara
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13.11.2025, 10:35 · #1'902
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Richtig international durchgesetzt haben sich von den ganzen U-17-Weeltmeistern eh nur zwei: RiRo und Xhaka. S. dazu folgenden Link: https://www.bluewin.ch/de/sport/fussbal ... 58491.html Finde den "Mann aus Sursee" darf man da schon auch hervorheben. Sicher sind da RiRo und insbesondere Xhaka noch weitergekommen, aber 95 Länderspiele und 25 Tore, einige Endrunden teilnahmen und Benfica ist auch nicht gerade ein Wald und Wiesen Verein. Da hast Du recht. War nur ein Bisschen zu faul, um ihn auch noch zu erwähnen...und vielleicht wollte ich ihn nicht erwähnen, weil das ganze mir sonst zu GCBasel-lastig gewordern wäre ;-) Aber Severovic gegenüber ist das sicherlich nicht fair. Nur merkt er das nicht. Als Ex-Hoppers wird er wohl kaum regelmässiger Gast im FCZ-Forum sein :-) Daher bleibe ich dabei: In jeder Sportart, besonders in jeder Sportart mit direktem gegenerischen Körperkontakt ist der Übergang von den Junioren zu den Senioren für die meisten Jungen eine nicht zu unterschätzende Hürde. Eine gewisse Angewöhnungszeit in der U-21 stellt daher für die meisten Talente durchaus noch einen wichtigen Entwicklungsschritt dar. Im schon wesentlich rauheren Fussballbetrieb dürfen sie wichtige Erfahrungen sammeln und dürfen auch noch Fehler machen (und daraus lernen), ohne dass diese Fehler gleich eine ganze Saison in Frage stellen (wie beim 2:3 gegen Sion). Interessante Auslegung, die sicherlich auf einige der Spieler stimmt, oder teilweise auch die Liga. Das Gegenargument ist aber bestimmt auch, dass grundsätzlich die "Big Player" oder eben die richtigen Talente bereits aus der U19 den Fuss im Profibereich schaffen. Beispiele gibt es da zu Hauf. Hat sich bestimmt aufgrund der Möglichkeiten wie Talente gefördert werden verändert. Ich will da jetzt auch gar nicht jüngste Beispiele wie Mbappe, Musiala, Karl oder Yamal nennen, gibt auch in der Schweiz solche Vergleichbaren, mit kleineren Brötchen.... Ja. Spieler wie Mbappe oder Yamal benötigen keine Zwischenstufe U-21 oder ähnliches. Es sind aber auch sehr komplette Spieler, die über viel mehr polysportive Fähigkeiten verfügen wie der Ballfertigekeit oder dem Ballgefühl. Hat im Fall von Yamal nicht zuletzt damit zu tun, dass die Ausbildung in Barcelona auf einem Level erfolgt als in der FCZ-Academy (Barça kann ja auch mehr Geld in die Ausbildung stecken...). Bei uns sind die Jungen zwar technisch sehr gut ausgebildet. Bei der Physis, aber auch im taktischen Bereich gibt es jedoch noch merkliche Defizite, die möglicherweise im harten Wettbewerb der Hoval PL teiweise noch kompensiert werden könnten. Wenn es diese Defizite nicht gäbe, hätte man ja auch keine "Sondereinheiten" zu Stärkung der Resilienz und der Winnermentalität ansetzen müssen. Undenkbar, dass Yamal oder Mbappe zu einem solchen Sondertraining antraben müssten... ... Im Umkehrschluss gibt es aber auch den anderen Weg, wie bspw. Steffen (würg) und Fassnacht zeigten, dass es auch später noch gut reichen kann. Da finde ich deine Sicht nachvollziehbar. Position und Spielweise sind wohl auch tragend und wie der Trainer dies im erwachsenen Bereich fördert oder erkennt. Bale, Shaqiri, Schweinsteiger. Djimsiti ist das perfekte Beispiel für eine späte Entwicklung (die er dann in der Serie B in Italien abschloss), obwohl er bei uns ja schon im Eins erfolgreich gespielt hat. Dabei bleiben mir besonders die Siege gegen Lamissasol und Villareal im Kopf, wo Djimsiti eine prägende Rolle gespielt hatte (was für eine Dreierkett: Elvedi, Nef und Djimsiti! https://www.dbfcz.ch/spiel.php?spiel_id=2532 https://www.dbfcz.ch/spiel.php?spiel_id=2518 Mit dem Gewinn der EL als Captain der Atalanta ist Djimsiti sogar das ehemalige Eigengewächs, das international den grössten Erfolg feiern konnte. Umso schöner, dass dieser Erfolg gegen Leverkusen gefeiert werden konnte! Die besten der Besten werden wohl die U21 oder "Reserve" in der heutigen Zeit des Fussballs nicht brauchen. Völlig einverstanden. Und ich würde mir wünschen, dass jedes Jahr drei *Beste der Besten* direkt ins Eins nachrücken. Aber da halte ich meine eigenen Wünsche für völlig unrealistisch. In meinen Posts geht es mir daher auch mehr um die abschliessende Entwicklung derjenigen, die als nicht so talentiert angesehen werden. Abschliessende Entwicklung von Spielern in der U-21, die unabhängig davon, ob sie es dann noch ins Eins schaffen oder nicht, ihren eigenen Wert haben für den FCZ. Weil sie Alle irgendwann alle "Ehemalige" sind und gewissermassen Botschafter des FCZ. Darum sollte keiner mit Groll vom FCZ wegehen. Die, die es nicht schaffen, sollen dennoch gute Erinnerungen an die Zeit haben, in der sie beim FCZ gespielt haben. Daher sollte aus meiner Sicht gerade die letzte Ausbildungsstation, die U-21, einen eigenen Wert haben und die Meisterschaft serös angegangen werden. Das geht mit einer Kadergrösse von über 30 Spielern und auch nicht mit einem stets neuem durcheinandermixen der Mannschaften nicht.
Pro Rückkehrer und Nachwuchs statt Söldner
Victor Jara
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13.11.2025, 12:34 · #1'903
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Die Mutmassungen hier drin, wurden vom FCZ so bereits transparent und meines Wissens mehrfach kommuniziert. Die grossen Talente resp. Triple A Talente, sollen direkt aus den U-Mannchaften (bis U19) den Sprung schaffen. Diesbzüglich hat man die Struktur bzw Durchlässigkeit verbessert... Absolut korrekt. Der FCZ hat mehrfach kommuniziert, dass strukturelle und organisatorische Veränderungen durchgeführt werden, mit denen die Durchlässigkeit von Talenten ins Eins erhöht werden soll. Da habe ich auch keine Fragen und stelle auch keine Vermutungen an. Mir geht es mehr um folgende Fragen: 1. Was sind die Kriterien dafür, dass ein Junior als "Triple A Talent" eingestuft wird oder nicht? 2. Und was ist mit den Junioren vorgesehen, die nicht als "Triple A Talent" eingestuft werden? 3. Soll jedes Triple A Talent zwingend direkt von der U-19 respektive U-17 ins Eins hochgezogen werden? 4. Was hat die U-21 für einen Status in den Augen der Verantwortlichen beim FCZ? Fragen 2. bis 4. können eigntlich erst beantwortet werden, wenn die Kriterien für die Einstufung als Triple A Talent bekannt sind. Ich hoffe, dass man sich dabei nicht nur an TIPS orientiert. TIPS Technik, (Spiel-) Intelligenz, Persänlichkeit, Schnelligkeit. In TIPS sind so viele (politisch auch noch sehr korrekte ) Kriterien aufgelistet, dass die Bewertung eines Spielers wieder völlig beliebig wird. Ausserdem sind die Kriterien auch weltfremd. Unter Persönlichkeit heisst es zum Beispiel: "...spielt fair und respektiert die Regeln." Wenn das das Ausbildungsziel für ein Talent ist, dann guten Morgen in der Realität. In den anderen Clubs werden die versteckten Fouls oder das Hinlegen im passenden Moment systematisch geübt, siehe Lugano. Sollen unsere Spieler dann nicht auch taktisch geschult werden? Wie reagiert man, wenn man einer Mannschaft wie Lugano gegenübersteht? Ich denke, das Ziel müsste sein, Spieler auszubilden, die z.B. wissen - wann sie ein taktisches Foul begehen müssen und wie sie tun müssen, damit keine gefährlichen Verletzungen daraus resultieren - wann und wie sie den Ball wegschlagen müssen, um eine akute Gefahrensituation momentan zu entschärfen (hoher Ball, verschafft der Abwehr 3 bis 4 Sekunden mehr um sich zu sortieren) - wie sie ihren Körper einsetzen können, um beim Zweikampf entscheidende Vorteile zu erlangen. Ich denke auch, dass es kein Ziel sein kann, "...viele Sprints mit sehr hoher Intensität (> 80 %)" präsentieren, sondern die im erforderlichen Moment den Turbo zünden können. Überhaupt fehlen mir bei TIPS solche wesentlichen Komponenten, wie - Grundkondition - Konzentrationsfähigkeit - Durchhaltewillen gerade bei Defensivaktionen - taktische Disziplin - Orientierung und Stellungsspiel im eigenen Strafraum bzw. generell in der Defensive und vieles mehr. Mindestens aber sollten Physis (Grundkondition) und Resilienz (analog zu Berahmi bei Tor gegen Ecuador) wichtige Grundanderungen sein. Weil ein Fussballteam nie nur aus "Hochbegabten" bestehen kann. Es braucht eben auch die jenigen, die ackern und rackern und dennoch vernünftig tschuten können. Sind letztere nun im Eins oder in der U-21 zu finden, wo sie sich abschliessend entwickeln können? Zu TIPS siehe: https://www.football.ch/portaldata/27/R ... b_TIPS.pdf ..Die U21 dient mehr als Second Chance auch für externe Spieler. Mir geht es genau darum, dass die U-21 nicht als Second Chance angeshen wird, sondern als wichtige Entwicklungsstufe für die meisten Spieler aus der Academy, die es bis dahin schaffen. Wenn die Meisterschaft in der Hoval PL ernst genommen wird und unter Umständen auch die Teilnahme am Schweizer Cup, so erhält die U-21 ihren eigenen historischen Wert. Zudem gibt es eine grosse Chance, dass sich eine Reihe von U-21-Spielern so stark weiter entwickeln, dass sie in Lage sind, die erste Mannschaft wirklich zu verstärken. Als berühmtes Beispiel möchte die so genannten Hertha-Bubis nennen (also die Amateurmannschaft von Hertha BSC Berlin), die 1993 den DFB-FInal erreicht hatten und nur knapp gegen Leverkusen (mit Captain Franco Foda) verloren. Auch wenn Hertha BSC nicht gerade meinn Lieblingsclub ist, muss ich neidlos anerkennen, dass dieser Exploit seitens der Hertha-Bubis vile Goodwill für die traditionsreiche Skandalnudel Hertha generiert hat. So etwas würde ich mir auch für die U-21 des FCZ wünschen. Siehe: https://www.herthabsc.com/de/nachrichte ... das-finale
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fc tsüüri
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13.11.2025, 16:25 · #1'904
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So wie bei Hertha klappt es bei uns nicht. Im Gegensatz zu den anderen U Mannschaften (U15 U17 etc.) kann die U21 nicht am Cup teilnehmen. Pro Kategorie und Verein ist nur das Höherklassige Team im Cup antrittsberechtigt. Die U21 und die Profis sind in der gleichen Kategorie Erwachsenenfussball.
Victor Jara
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16.11.2025, 13:44 · #1'905
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So wie bei Hertha klappt es bei uns nicht. Im Gegensatz zu den anderen U Mannschaften (U15 U17 etc.) kann die U21 nicht am Cup teilnehmen. Pro Kategorie und Verein ist nur das Höherklassige Team im Cup antrittsberechtigt. Die U21 und die Profis sind in der gleichen Kategorie Erwachsenenfussball. Da hast Du natürlich absolut Recht, f*c tsüüri*. Da ist die Phantasie etwas mit mir durcgegangen. Dennoch wäre es schön, wenn die U-21 einen eigenen Wert erhalten würde. So etwa wie 4:1 Sieg gegen die U-21 vom FCB im letzten, entscheidenden Spiel um die Meisterschaft der Hoval Promotion League vor 25'000 Zuschauern im ausverkauften Letzigrundstadion ....
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Züri Live
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24.11.2025, 15:02 · #1'906
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Hier ein paar Inputs und Kontext auf die vielen interessanten Überlegungen zur U21 speziell von Victor Jara auf den letzten paar Seiten. Die Mehrheit der U21-Teams in der Promotion League sind Saison für Saison im Abstiegskampf. Weil die Liga ein gutes Niveau hat. Die einzigen beiden U21-Teams, die seit der Gründung der Liga 2012 immer dabei waren und nie abgestiegen sind, sind FCB und FCZ. Der FCB ist das einzige U21-Team, das eher selten im Abstiegskampf involviert ist. Bei allen anderen U21-Mannschaften ist es eher die Ausnahme, wenn sie mal frei von Abstiegssorgen sind. Mal hat Luzern eine Top-Saison, dann wieder der FCZ. YB ist erst 2021 erstmals in die Promotion League aufgestiegen und war seither praktisch immer im Abstiegskampf involviert. Die aktuelle Saison könnte vielleicht ihre erste ohne echte Abstiegssorgen werden. Lausanne-Sport ist ein Top-Ausbildungsverein, ist diese Saison aber zum allerersten Mal in der Promotion League dabei. Vorher haben sie jeweils in der 1.Liga oder gar 2.Liga Interregional gespielt. Noch extremer ist es bei Servette, das möglicherweise die grösste Talentfabrik der Schweiz ist. Von 2012 bis 2022 war ihre U21 immer in der 2. Liga Interregional. Seit 2022 sind sie in der 1. Liga. 23/24 hatten sie ihre bisher einzige Saison in der Promotion League, sind aber als Tabellenletzter gleich wieder abgestiegen. Und GC? War noch gar nie in der Promotion League, obwohl sie auch immer wieder viele gute Talente hervorbringen. Der FCB holt seit langer Zeit immer wieder die besten Talente aus der ganzen Schweiz plus Elsass und Region Lörrach und in den letzten Jahren auch vermehrt aus dem entfernteren Ausland (beispielsweise den Captain der Barcelona-Reserve). Sie sind aber notorisch schlecht im Übergang von der U21 in die Profimannschaft. Sie holen seit vielen Jahren so viele gute Talente welche dann in der U21 versauern und in der 1. Mannschaft keine echte Chance erhalten. Basel kauft und verkauft teilweise U21-Spieler für Millionen ohne dass die jemals gross etwas mit der 1. Mannschaft zu tun gehabt hätten. Schauen wir uns beim FCZ mal die von der Klassierung erfolgreichste Saison der letzten Jahre an. Das war die Meister-Saison 21/22, als die U21 unter Genesio Colatrella den 5. Platz erreichte. Rund um jene Saison hatte man kaum Top-Talente im FCZ-Nachwuchs und die wenigen hoffnungsvollen gingen früh zu Hoffenheim oder Inter. Sie wurden im Nachwuchs trotz ihrer Überlegenheit in ihrem jeweiligen Jahrgang kaum in höhere Stufen gepusht und fühlten sich unterfordert. Den damaligen Junioren-Trainern gefiel das natürlich, weil sie einen Spieler im Team hatten, der den Erfolg fast schon garantierte. Aber für die Entwicklung des Talentes war es schlecht. In der U21 hatte Colatrella eine gute Promotion League-Mannschaft zusammen von denen aber praktisch keiner das Potential für die Super League hatte. Das waren Spieler wie Fabian Gloor, Lenny Janko, Leandro Aversa, Colin Erdin oder Mats Hanke. Den einen fehlte die Technik für eine Profi-Karriere, anderen die Antrittsschnelligkeit. Sie waren aber alle gut ausgebildet, jung und frisch. Und wurden noch von den Routiniers Roberto Rodriguez und Genis Montolio verstärkt. Und Colatrella spielte die ganze Saison durch mit einer Stamm-Elf, so wie das in der Promotion League bei Gegnern wie Brühl, Bavois, Breitenrain etc. üblich ist. So konnte sich das Team im Saisonverlauf einspielen und profitierte zusätzlich von der Mentalität Montolios und den für Promotion League-Verhältnisse überragenden Standardqualitäten von Rodriguez. Haben diese Erfolgserlebnisse den Talenten in ihrer persönlichen Entwicklung als Fussballer aber etwas genützt? Letztendlich wurde ihre Technik oder Geschwindigkeit dadurch nicht besser und damit steigerten sich auch ihre Chancen auf eine Profikarriere nicht. Ganz abgesehen davon, dass man durch Niederlagen generell mehr lernt als durch Siege. Voraussetzung dafür ist aber, dass man unbedingt gewinnen will. Denn wenn einem das Ergebnis egal ist, dann ist eine Niederlage kein Schock und damit lernt man nichts. Die aktuelle U21 ist die jüngste Mannschaft der Promotion League und im Schnitt anderthalb Jahre jünger als die Ausgabe von 21/22. Ich würde sie in folgende Kategorien einteilen: Top-Talente aus der Academy (15-18 Jahre) - Ramic, Stiel, Coulibaly-Brüder, Odera Top-Talente, die den Sprung von der Academy direkt in die 1. Mannschaft geschafft haben, gab es höchst selten. Der Schritt via die im Erwachsenen-Wettbewerbsfussball spielende U21 ist essentiell und daran hat sich nichts geändert. Im Gegenteil: früher hatte man manchmal null und manchmal ein Top-Talent in der U21. Heute sind es je nach Sichtweise vier bis sieben. Top-Talente wie das aktuelle Beispiel Tsawa sind bei idealer Entwicklung schnell in der 1. Mannschaft, ziehen nach rund zwei Jahren dann aber auf ein höheres Niveau weiter. Potentielle Super League-Spieler aus der Academy - N. Di Giusto, Volken, Mahar, Rizzo, Morozov, Schödler, Lhakpa, Stork, Fiorini, Tchamda. Der nächsten Kategorie von Talenten fehlt möglicherweise das gewisse Etwas für eine Top-Liga, es bestehen aber intakte Chancen auf eine gute Super League-Karriere. Aus diesen Talenten rekrutiert sich auch der Pool der möglichen Identifikationsfiguren beim FCZ. Sie brauchen als Zwischenschritt häufig zwei Saisons in der Challenge League wie es bei Brecher, Kryeziu, Kamberi, Krasniqi, Rohner praktiziert wurde - wobei Brecher viel zu früh zum FCZ zurückbeordert wurde und Kryeziu nach Biel Jahre später noch einen zweiten Anlauf über Kriens benötigte. Auch in dieser Kategorie hat der FCZ aktuell eine grössere Anzahl Talente als früher. Fragezeichen aus der Academy - Greco, Bohon, Walker, Grando, Kamoko, Kovacevic, Lichtenstein, Blake (Rückkehrer), Trivellin, Frey, Lebrino, Leber. Talente aus dem eigenen Nachwuchs, für die es mit einer Profi-Karriere schwierig wird, gibt es auch heute in der U21. Es kann immer Einzelfälle geben, wo einer den Sprung zumindest kurzfristig doch noch schafft. Wie dem mannschaftsdienlichen Stürmer Patrice Kissling, dem nach jahrelanger Torflaute der Knopf letzten Herbst (sieben Tore) aufgegangen ist und im Januar in die 3. Liga nach Frankreich gewechselt ist. Mittlerweile ist er aber wieder vereinslos. Langjährige U21-Spieler aus der Academy - Hodza, Reichmuth Es gibt ab und zu Talente aus der Academy, die drei, vier Jahre in der U21 spielen. Das sind typischerweise Talente, die der Klub grundsätzlich als gut genug für die Super League-Equipe ansieht, denen aber für den letzten Schritt noch etwas fehlt, zum Beispiel in der Persönlichkeitsentwicklung. Gleichzeitig werden sie von Jahr zu Jahr sportlich wertvoller für die U21 und helfen mit den Klassenerhalt zu sichern. Sie verteidigen so ihren Platz in der U21 gegenüber Jüngeren, die nachrücken. Lulzim Salija oder Davide Mariani waren früher Beispiele dafür. Heute Selmin Hodza oder Miguel Reichmuth. Während Salija und wohl auch Hodza den Sprung in die Super League nachhaltig nicht schafften, hat es Mariani spät noch gepackt. Und bei Miguel Reichmuth sieht es auch gut aus. Gerade im Abstiegskampf der U21 im Frühling hat er Verantwortung übernommen und damit den Schritt gemacht, der ihm noch gefehlt hat. Das zeigt sich nun auch in der Super League. Er ist nicht mehr nur einfach der technisch gute Miguel mit den vielen Dribblings und Schlenkern, sondern er setzt seine Qualitäten nun viel zielstrebiger ein, übernimmt Verantwortung und strukturiert das Spiel - auch in der Super League. Mit Davide Mariani gab es ja einmal einen Züri Live-Podcast, hier der Link zum Kapitel über seine Zeit in der U21: https://youtu.be/NFoHyCqwAn4?si=0iZISxYeQcv7mI1E&t=1830 Aushilfsspieler aus der Academy - Cavar, Isic Es gibt manchmal auch junge Spieler aus der Academy, die U21-Einsätze erhalten obwohl für sie wohl selbst die Promotion League eine Stufe zu hoch ist. Dies kommt häufig in Ligapausen vor, wo die besten Talente mit den Nationalteams unterwegs sind. Aufbau angeschlagener / formschwacher Spieler aus dem Eins - Ligue, Vujevic, Tramoni, Sauter, Bangoura Für diesen Zweck wurde die U21 schon immer genutzt. Eher neu ist, dass man solche Spieler nach einer Verletzung auch in der U21 erst mal mit 30 Minuten-, 45 Minuten-Einsätzen langsam und vorsichtig aufbaut. Dadurch wird dann aber natürlich eine Wechselgelegenheit für den Trainer für diesen Zweck genutzt. Zweite Chance-Youngsters (20-22 Jahre) aus dem Ausland - Markelo, Reverson, Essakkati, Diawara, Okafor, Ihendu, Turping Der FCZ hatte früher mal zwei Nordkoreaner in der U21. Das hat nicht so gut funktioniert. Die Holländer Markelo, Reverson und Essakkati sind hingegen eine Erfolgsgeschichte. Alle drei haben sich innerhalb von wenigen Wochen und Monaten in der U21 schnell entwickelt. Sie kamen bereits mit dem Talent für Super League-Level nach Zürich, und erhielten oder erhalten in der Promotion League noch den letzten Schliff. Sie hängen sich alle drei sehr rein und wollen die Chance nutzen, die ihnen der FCZ bietet. Natürlich kommen sie mit gewissen Macken. Spieler von dieser Qualität in diesem Alter und ohne Macken kosten schnell mal Millionen. Das kann und will sich in der Schweiz nur der FC Basel leisten. Diawara hat am Sonntag in seinem ersten Spiel bereits getroffen. War da aber auf dem Heimweg aus dem Wallis und habe die Partie nicht gesehen. Die aus Deutschland gekommenen Okafor, Ihendu und Turping haben hingegen weniger überzeugt - auch wenn gerade Ihendu in der U21 letzte Saison durchaus ein paar gute Leistungen abgeliefert hat. Aber für die Super League ist er halt etwas langsam. Grundsätzlich ist die Qualität der Junioren-Mannschaften in Deutschland nicht so hoch wie viele vielleicht denken. Wenn einer den Sprung in den Profibereich oder die U23 dort nicht schafft, ist die Chance gross, dass er es auch in der Schweiz nicht schafft. Verstärkungen (20-22 Jahre) für die Promotion League-Mannschaft aus der Schweiz - Vukelic, Nvendo, Buljan, Kaiser, Winzap Spieler dieser Kategorie hatte man in der U21 schon in der Vergangenheit immer wieder gehabt. Shpetim Sulejmani, Mathis Holcbecher, Yann Kasai etc.. Das sind Talente, die bei Luzern, Servette, YB oder Basel den Durchbruch nicht geschafft haben, langsam aus dem Talentalter raus sind, und das U21-Team verstärken können. Stürmer, die für 10-15 Tore auf Promotion League-Niveau gut sind, oder Innenverteidiger, die mittlerweile schon einiges an Cleverness und Abgeklärtheit mitbringen, so dass sie das Team stabilisieren und mithelfen können, den Abstieg zu verhindern. Gleichzeitig haben solche Spieler selbst immer noch eine kleine Hoffnung, es im letzten Moment vielleicht doch noch in den Profibereich zu schaffen. Ein Spezialfall sind diese Saison die beiden Torhüter Kaiser und Winzap, die schon etwas älter sind. Zuerst wurde Kaiser und später Winzap geholt wohl wegen der aussergewöhnlichen Situation, dass Huber und Morozov beide gleichzeitig in die 1. Mannschaft aufrückten. Es war wohl unter Van der Gaag nicht geplant, dass Morozov nun doch meist in der U21 spielt. Vielleicht verletzte sich Kaiser oder er genügte nicht, und dann holte man noch Winzap. Da hinter Huber und Morozov ausser vielleicht noch Pinthus nicht viel nachkommt. Huber und Morozov kamen beide ursprünglich von extern. Der FCZ hat im Torhüterbereich fast schon seit Jahrzehnten eine schlechte Talententwicklung und -selection. Karl Grob hätte keine Freude daran. Profispieler als Oldie / Teamleader (25-35 Jahre) - Keiner Permanente Spieler des Kaders, die weit über dem U21-Alter anzusiedeln sind, hat man keine mehr. Florian Stahel, Polo Büchel, Roberto Rodriguez oder der Spanische Spätzünder Genis Montolio (über Wil bei Thun gelandet und mit 29 in die Super League aufgestiegen) waren in der Vergangenheit Beispiele dafür. Diese Spieler waren dazu da, die Mannschaft zu stabilisieren und dafür zu sorgen, dass sie nicht absteigt. Heute sollen die 20-22 jährigen auf mehrere Schultern verteilt diese Rolle übernehmen. Diese können so einen nächsten Schritt machen und in eine Führungsrolle hineinwachsen. Wenn ein Roberto Rodriguez im Frühling noch dabei gewesen wäre, dann hätte er die Verantwortung an sich gerissen und es hätte keinen Platz gegeben für eine Persönlichkeits-Entwicklung auf dem Platz wie sie ein Miguel Reichmuth nun gemacht hat. - Frage: Warum Mario Greco nicht im Eins? Greco ist ein Arbeiter und hat es schon weit gebracht. Für die Super League fehlt ihm wohl etwas die Antrittsschnelligkeit. Schon auf Promotion League-Niveau hat er je nach Gegner damit Mühe. Er wurde zuletzt manchmal auf der Achter-Position im Mittelfeld eingesetzt, weil in der Spitze die Luft für ihn dünn wird. Am Sonntag hat er wieder getroffen. Aber Tore alleine auf Promotion League-Niveau sagen noch nicht viel aus. - Frage: Was ist der Sinn der Leihen von Di Giusto und Bohon? Sie spielen nicht immer. Eine Leihe in die Challenge League macht für Di Giusto diese Saison absolut Sinn. Die Frage ist ob Vaduz der richtige Klub ist. Der Mannschaft läuft es gut. Sie kommt ins Rollen. Auf der 10er-Position ist der von Luzern ausgeliehene Ronaldo Stamm. Einer der besten Techniker unter den Schweizer Talenten. Er hat den Vorteil, dass er schon seit letztem Winter da ist und sich mittlerweile gut ins Teamgefüge eingespielt hat. Auf den 8er-Positionen setzt Schneider natürlich auf typische Zweiwegspieler wie Seiler und Hammerich. Und die Position am Rechten Flügel wo Di Giusto zuletzt beim FCZ häufig gespielt hat, gibt es im Vaduzer System nicht. Bei Bohon bin ich überrascht, dass er in die Challenge League ausgeliehen wurde. Er ist gelernter Rechtsverteidiger, war aber nie einer der besten Talente seines Jahrgangs und hatte letzte Saison seine besten Einsätze als Joker auf dem Rechten Flügel, speziell um einen Sieg über die Runden zu bringen. Ich hätte als Leihkandidaten in die Challenge League eher einen Volken, Bangoura oder Fiorini gesehen. - Frage: Was für Sinn macht es Woche für Woche mehr als die halbe Startformation zu wechseln? Erratische Aufstellungen und Umbrüche… Es ist die Folge der Prioritätensetzung. In einer professionellen Academy liegt der oberste Fokus auf der Ausbildung. Die Spieler werden in dem Team eingesetzt, wo es für sie aktuell am meisten Sinn macht. Sie erhalten genügend Erholungszeit, speziell wenn sie angeschlagen sind. Sie sind auch immer wieder abwesend aufgrund von vermehrten Aufgeboten für Juniorennationalteams und Turniere. Spiele gewinnen ist immer wichtig, aber es sollte in der U21 und in der Academy nicht auf Kosten der Ausbildung und der Gesundheit gehen. Zudem stehen auch die Bedürfnisse der 1. Mannschaft über den sportlichen Zielen der U21. Speziell wenn es um den Aufbau von angeschlagenen, formschwachen oder neuen jungen Spielern für die 1. Mannschaft geht. - Ambitionierter Ausbildungsklub oder gehobene Spieleragentur mit angeschlossenem Traditionsverein (nach englischem Vorbild Arsenal, Manu, City, Liverpool usw.)? Die Antwort ist eindeutig: ambitionierter Ausbildungsklub. Für die 1. Mannschaft holt man ja fast ausschliesslich Spieler im mittleren Alter, welche die Mannschaft sportlich weiterbringen und die das Gerüst bilden sollen. Die Mehrheit der letztes Jahr geholten Spieler sind immer noch da. Es ist entgegen den Unkenrufen von gewissen Journalisten nicht das oberste Ziel, diese Spieler teuer zu verkaufen. Wenn dies das Ziel wäre, hätte man viel jüngere holen müssen, wie das der FC Basel praktiziert. Bei Arsenal, City oder Liverpool sehe ich übrigens auch keine "Spieleragentur" am Werk. Bei diesen Klubs bleiben Spieler häufig sehr lange. Sie haben im Vergleich zu kleineren Klubs tendenziell eher wenig Transfers. - Warum haben sich nur wenige U17-Weltmeister durchgesetzt? Buff hat durchaus eine ansprechende Profi-Karriere gemacht, Tosetti oder Buess auch. Kasami hat 12 Länderspiele gemacht, bei Fulham oder Olympiakos gespielt. Veseli (44 Länderspiele) war EM-Teilnehmer mit Albanien. Charyl Chappuis hat als bekannter Fussballprofi in Südostasien 1,4 Millionen Instagram-Follower. Siegrist ist in der Serie A unter Vertrag. Bei manchen Spielern war schon während dem Turnier ersichtlich, dass es ihnen kaum für eine grosse Karriere reichen wird. Nur weil man mit einem Team Erfolg hat, macht das den einzelnen Fussballer nicht talentierter. Die Schweizer waren damals von der individuellen Qualität her nicht besser als viele ihrer Gegner. Sie hatten aber wohl den besseren Teamgeist und sich wohl auch besser an die speziellen Bedingungen in Nigeria angepasst. Und die Rollen waren klar verteilt. Ausserdem üblich bei so gut wie allen Teams an einer U17 WM, auch diejenigen, die weit kommen, dass maximal drei bis vier Talente aus einem Jahrgang eine internationale Karriere auf hohem Niveau machen. Das liegt in der Natur der Sache. Die Schweiz hat damals beispielsweise Brasilien (mit Neymar, Coutinho, Casemiro, Alisson), Deutschland (Götze, Ter Stegen, Mustafi, Plattenhardt) und Italien geschlagen. Von denen haben auch nicht viel mehr Spieler eine grosse Karriere gemacht. Brasilien in den Gruppenspielen war übrigens der einzige Gegner, den die Schweiz nur mit Glück und einem guten Torhüter Siegrist geschlagen haben. Die anderen Siege waren verdient.
Yekini_RIP
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24.11.2025, 16:21 · #1'907
Beiträge: 4'806
Hier ein paar Inputs und Kontext auf die vielen interessanten Überlegungen zur U21 speziell von Victor Jara auf den letzten paar Seiten./quote] Wow danke vielmals Lucas, wie seht es weiter unten bei der U19 U17 aus? Beide das Derby am Wochenende gespielt haben. Die U19 mit einem 2-2 Remis, die U17 jedoch mit einer 2-7 Klatsche...
Züri Live
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24.11.2025, 20:37 · #1'908
Beiträge: 2'044
Wow danke vielmals Lucas, wie seht es weiter unten bei der U19 U17 aus? Beide das Derby am Wochenende gespielt haben. Die U19 mit einem 2-2 Remis, die U17 jedoch mit einer 2-7 Klatsche... - Die U16 hat das Derby 2:1 gewonnen. Die gefiel mir sehr gut mit reifem überlegtem Fussball. Schönes Zusammenspiel der Jungs. Der Bruder von Juni und Torhüter Reichmuth ;-) fielen etwas ab, aber sonst spielten in 1.Hz. alle stark. Sie wurden von Ausbildungschef Sascha Milicevic gecoacht, nicht von Simon Volk. - Die U19 (2:2) habe ich zuletzt ein paar Mal gesehen. Gecoacht von Lüscher/Saric/Nef. Bin da nicht so happy. Gibt ein paar Spieler, die stagnieren, aber auch den ein oder anderen Lichtblick. Ornia hat sicher viel Potential und von Mahar kennen wir die Qualitäten. Allgemein müsste diese Mannschaft mit der Qualität die sie haben aber besser spielen und mehr dominieren. - Bei der U17 (2:7) war GC einfach physisch stärker und Luc Gigon traf praktisch mit jedem Schuss. Kann mir da noch keinen Reim drauf machen. Es hat in diesem Team trotzdem einzelne sehr talentierte Spieler, aber Physis und Zusammenspiel war bei GC besser. - War dann auch noch bei der Frauen U20 (0:2 gegen YB). Sie betreiben wie die 1. Mannschaft der Frauen einen hohen Aufwand und spielen einen proaktiven Fussball vor allem in der gegnerischen Platzhälfte. Belohnen sich dafür aber nicht immer. Da gibt es auf jeden Fall einzelne Spielerinnen, die bald für die 1.Mannschaft in Frage kommen sollten. Auch hier wurde die Mannschaft in diesem Spiel von der Ausbildungschefin Monica Di Fonzo gecoacht. Wie bei den U16-Jungs. Scheint also im Klub System zu haben zu gewissen Zeitpunkten in der Saison. - In Sachen offensiv starke Linksverteidiger gibt es im FCZ Nachwuchs eine lange Pipeline. Nach Juni Ligue und Neil Volken kommen mit Valentin Beck (U19) oder Gabriel Roskovic (U17) die nächsten Kandidaten für diese Position nach, welche offensiv ziemlich spielbestimmend auftreten.
rai_vital
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25.11.2025, 07:38 · #1'909
Beiträge: 372
Hier ein paar Inputs und Kontext auf die vielen interessanten Überlegungen zur U21 speziell von Victor Jara auf den letzten paar Seiten. Die Mehrheit der U21-Teams in der Promotion League sind Saison für Saison im Abstiegskampf. Weil die Liga ein gutes Niveau hat. Die einzigen beiden U21-Teams, die seit der Gründung der Liga 2012 immer dabei waren und nie abgestiegen sind, sind FCB und FCZ. Der FCB ist das einzige U21-Team, das eher selten im Abstiegskampf involviert ist. Bei allen anderen U21-Mannschaften ist es eher die Ausnahme, wenn sie mal frei von Abstiegssorgen sind. Mal hat Luzern eine Top-Saison, dann wieder der FCZ. YB ist erst 2021 erstmals in die Promotion League aufgestiegen und war seither praktisch immer im Abstiegskampf involviert. Die aktuelle Saison könnte vielleicht ihre erste ohne echte Abstiegssorgen werden. Lausanne-Sport ist ein Top-Ausbildungsverein, ist diese Saison aber zum allerersten Mal in der Promotion League dabei. Vorher haben sie jeweils in der 1.Liga oder gar 2.Liga Interregional gespielt. Noch extremer ist es bei Servette, das möglicherweise die grösste Talentfabrik der Schweiz ist. Von 2012 bis 2022 war ihre U21 immer in der 2. Liga Interregional. Seit 2022 sind sie in der 1. Liga. 23/24 hatten sie ihre bisher einzige Saison in der Promotion League, sind aber als Tabellenletzter gleich wieder abgestiegen. Und GC? War noch gar nie in der Promotion League, obwohl sie auch immer wieder viele gute Talente hervorbringen. Der FCB holt seit langer Zeit immer wieder die besten Talente aus der ganzen Schweiz plus Elsass und Region Lörrach und in den letzten Jahren auch vermehrt aus dem entfernteren Ausland (beispielsweise den Captain der Barcelona-Reserve). Sie sind aber notorisch schlecht im Übergang von der U21 in die Profimannschaft. Sie holen seit vielen Jahren so viele gute Talente welche dann in der U21 versauern und in der 1. Mannschaft keine echte Chance erhalten. Basel kauft und verkauft teilweise U21-Spieler für Millionen ohne dass die jemals gross etwas mit der 1. Mannschaft zu tun gehabt hätten. Schauen wir uns beim FCZ mal die von der Klassierung erfolgreichste Saison der letzten Jahre an. Das war die Meister-Saison 21/22, als die U21 unter Genesio Colatrella den 5. Platz erreichte. Rund um jene Saison hatte man kaum Top-Talente im FCZ-Nachwuchs und die wenigen hoffnungsvollen gingen früh zu Hoffenheim oder Inter. Sie wurden im Nachwuchs trotz ihrer Überlegenheit in ihrem jeweiligen Jahrgang kaum in höhere Stufen gepusht und fühlten sich unterfordert. Den damaligen Junioren-Trainern gefiel das natürlich, weil sie einen Spieler im Team hatten, der den Erfolg fast schon garantierte. Aber für die Entwicklung des Talentes war es schlecht. In der U21 hatte Colatrella eine gute Promotion League-Mannschaft zusammen von denen aber praktisch keiner das Potential für die Super League hatte. Das waren Spieler wie Fabian Gloor, Lenny Janko, Leandro Aversa, Colin Erdin oder Mats Hanke. Den einen fehlte die Technik für eine Profi-Karriere, anderen die Antrittsschnelligkeit. Sie waren aber alle gut ausgebildet, jung und frisch. Und wurden noch von den Routiniers Roberto Rodriguez und Genis Montolio verstärkt. Und Colatrella spielte die ganze Saison durch mit einer Stamm-Elf, so wie das in der Promotion League bei Gegnern wie Brühl, Bavois, Breitenrain etc. üblich ist. So konnte sich das Team im Saisonverlauf einspielen und profitierte zusätzlich von der Mentalität Montolios und den für Promotion League-Verhältnisse überragenden Standardqualitäten von Rodriguez. Haben diese Erfolgserlebnisse den Talenten in ihrer persönlichen Entwicklung als Fussballer aber etwas genützt? Letztendlich wurde ihre Technik oder Geschwindigkeit dadurch nicht besser und damit steigerten sich auch ihre Chancen auf eine Profikarriere nicht. Ganz abgesehen davon, dass man durch Niederlagen generell mehr lernt als durch Siege. Voraussetzung dafür ist aber, dass man unbedingt gewinnen will. Denn wenn einem das Ergebnis egal ist, dann ist eine Niederlage kein Schock und damit lernt man nichts. Die aktuelle U21 ist die jüngste Mannschaft der Promotion League und im Schnitt anderthalb Jahre jünger als die Ausgabe von 21/22. Ich würde sie in folgende Kategorien einteilen: Top-Talente aus der Academy (15-18 Jahre) - Ramic, Stiel, Coulibaly-Brüder, Odera Top-Talente, die den Sprung von der Academy direkt in die 1. Mannschaft geschafft haben, gab es höchst selten. Der Schritt via die im Erwachsenen-Wettbewerbsfussball spielende U21 ist essentiell und daran hat sich nichts geändert. Im Gegenteil: früher hatte man manchmal null und manchmal ein Top-Talent in der U21. Heute sind es je nach Sichtweise vier bis sieben. Top-Talente wie das aktuelle Beispiel Tsawa sind bei idealer Entwicklung schnell in der 1. Mannschaft, ziehen nach rund zwei Jahren dann aber auf ein höheres Niveau weiter. Potentielle Super League-Spieler aus der Academy - N. Di Giusto, Volken, Mahar, Rizzo, Morozov, Schödler, Lhakpa, Stork, Fiorini, Tchamda. Der nächsten Kategorie von Talenten fehlt möglicherweise das gewisse Etwas für eine Top-Liga, es bestehen aber intakte Chancen auf eine gute Super League-Karriere. Aus diesen Talenten rekrutiert sich auch der Pool der möglichen Identifikationsfiguren beim FCZ. Sie brauchen als Zwischenschritt häufig zwei Saisons in der Challenge League wie es bei Brecher, Kryeziu, Kamberi, Krasniqi, Rohner praktiziert wurde - wobei Brecher viel zu früh zum FCZ zurückbeordert wurde und Kryeziu nach Biel Jahre später noch einen zweiten Anlauf über Kriens benötigte. Auch in dieser Kategorie hat der FCZ aktuell eine grössere Anzahl Talente als früher. Fragezeichen aus der Academy - Greco, Bohon, Walker, Grando, Kamoko, Kovacevic, Lichtenstein, Blake (Rückkehrer), Trivellin, Frey, Lebrino, Leber. Talente aus dem eigenen Nachwuchs, für die es mit einer Profi-Karriere schwierig wird, gibt es auch heute in der U21. Es kann immer Einzelfälle geben, wo einer den Sprung zumindest kurzfristig doch noch schafft. Wie dem mannschaftsdienlichen Stürmer Patrice Kissling, dem nach jahrelanger Torflaute der Knopf letzten Herbst (sieben Tore) aufgegangen ist und im Januar in die 3. Liga nach Frankreich gewechselt ist. Mittlerweile ist er aber wieder vereinslos. Langjährige U21-Spieler aus der Academy - Hodza, Reichmuth Es gibt ab und zu Talente aus der Academy, die drei, vier Jahre in der U21 spielen. Das sind typischerweise Talente, die der Klub grundsätzlich als gut genug für die Super League-Equipe ansieht, denen aber für den letzten Schritt noch etwas fehlt, zum Beispiel in der Persönlichkeitsentwicklung. Gleichzeitig werden sie von Jahr zu Jahr sportlich wertvoller für die U21 und helfen mit den Klassenerhalt zu sichern. Sie verteidigen so ihren Platz in der U21 gegenüber Jüngeren, die nachrücken. Lulzim Salija oder Davide Mariani waren früher Beispiele dafür. Heute Selmin Hodza oder Miguel Reichmuth. Während Salija und wohl auch Hodza den Sprung in die Super League nachhaltig nicht schafften, hat es Mariani spät noch gepackt. Und bei Miguel Reichmuth sieht es auch gut aus. Gerade im Abstiegskampf der U21 im Frühling hat er Verantwortung übernommen und damit den Schritt gemacht, der ihm noch gefehlt hat. Das zeigt sich nun auch in der Super League. Er ist nicht mehr nur einfach der technisch gute Miguel mit den vielen Dribblings und Schlenkern, sondern er setzt seine Qualitäten nun viel zielstrebiger ein, übernimmt Verantwortung und strukturiert das Spiel - auch in der Super League. Mit Davide Mariani gab es ja einmal einen Züri Live-Podcast, hier der Link zum Kapitel über seine Zeit in der U21: https://youtu.be/NFoHyCqwAn4?si=0iZISxYeQcv7mI1E&t=1830 Aushilfsspieler aus der Academy - Cavar, Isic Es gibt manchmal auch junge Spieler aus der Academy, die U21-Einsätze erhalten obwohl für sie wohl selbst die Promotion League eine Stufe zu hoch ist. Dies kommt häufig in Ligapausen vor, wo die besten Talente mit den Nationalteams unterwegs sind. Aufbau angeschlagener / formschwacher Spieler aus dem Eins - Ligue, Vujevic, Tramoni, Sauter, Bangoura Für diesen Zweck wurde die U21 schon immer genutzt. Eher neu ist, dass man solche Spieler nach einer Verletzung auch in der U21 erst mal mit 30 Minuten-, 45 Minuten-Einsätzen langsam und vorsichtig aufbaut. Dadurch wird dann aber natürlich eine Wechselgelegenheit für den Trainer für diesen Zweck genutzt. Zweite Chance-Youngsters (20-22 Jahre) aus dem Ausland - Markelo, Reverson, Essakkati, Diawara, Okafor, Ihendu, Turping Der FCZ hatte früher mal zwei Nordkoreaner in der U21. Das hat nicht so gut funktioniert. Die Holländer Markelo, Reverson und Essakkati sind hingegen eine Erfolgsgeschichte. Alle drei haben sich innerhalb von wenigen Wochen und Monaten in der U21 schnell entwickelt. Sie kamen bereits mit dem Talent für Super League-Level nach Zürich, und erhielten oder erhalten in der Promotion League noch den letzten Schliff. Sie hängen sich alle drei sehr rein und wollen die Chance nutzen, die ihnen der FCZ bietet. Natürlich kommen sie mit gewissen Macken. Spieler von dieser Qualität in diesem Alter und ohne Macken kosten schnell mal Millionen. Das kann und will sich in der Schweiz nur der FC Basel leisten. Diawara hat am Sonntag in seinem ersten Spiel bereits getroffen. War da aber auf dem Heimweg aus dem Wallis und habe die Partie nicht gesehen. Die aus Deutschland gekommenen Okafor, Ihendu und Turping haben hingegen weniger überzeugt - auch wenn gerade Ihendu in der U21 letzte Saison durchaus ein paar gute Leistungen abgeliefert hat. Aber für die Super League ist er halt etwas langsam. Grundsätzlich ist die Qualität der Junioren-Mannschaften in Deutschland nicht so hoch wie viele vielleicht denken. Wenn einer den Sprung in den Profibereich oder die U23 dort nicht schafft, ist die Chance gross, dass er es auch in der Schweiz nicht schafft. Verstärkungen (20-22 Jahre) für die Promotion League-Mannschaft aus der Schweiz - Vukelic, Nvendo, Buljan, Kaiser, Winzap Spieler dieser Kategorie hatte man in der U21 schon in der Vergangenheit immer wieder gehabt. Shpetim Sulejmani, Mathis Holcbecher, Yann Kasai etc.. Das sind Talente, die bei Luzern, Servette, YB oder Basel den Durchbruch nicht geschafft haben, langsam aus dem Talentalter raus sind, und das U21-Team verstärken können. Stürmer, die für 10-15 Tore auf Promotion League-Niveau gut sind, oder Innenverteidiger, die mittlerweile schon einiges an Cleverness und Abgeklärtheit mitbringen, so dass sie das Team stabilisieren und mithelfen können, den Abstieg zu verhindern. Gleichzeitig haben solche Spieler selbst immer noch eine kleine Hoffnung, es im letzten Moment vielleicht doch noch in den Profibereich zu schaffen. Ein Spezialfall sind diese Saison die beiden Torhüter Kaiser und Winzap, die schon etwas älter sind. Zuerst wurde Kaiser und später Winzap geholt wohl wegen der aussergewöhnlichen Situation, dass Huber und Morozov beide gleichzeitig in die 1. Mannschaft aufrückten. Es war wohl unter Van der Gaag nicht geplant, dass Morozov nun doch meist in der U21 spielt. Vielleicht verletzte sich Kaiser oder er genügte nicht, und dann holte man noch Winzap. Da hinter Huber und Morozov ausser vielleicht noch Pinthus nicht viel nachkommt. Huber und Morozov kamen beide ursprünglich von extern. Der FCZ hat im Torhüterbereich fast schon seit Jahrzehnten eine schlechte Talententwicklung und -selection. Karl Grob hätte keine Freude daran. Profispieler als Oldie / Teamleader (25-35 Jahre) - Keiner Permanente Spieler des Kaders, die weit über dem U21-Alter anzusiedeln sind, hat man keine mehr. Florian Stahel, Polo Büchel, Roberto Rodriguez oder der Spanische Spätzünder Genis Montolio (über Wil bei Thun gelandet und mit 29 in die Super League aufgestiegen) waren in der Vergangenheit Beispiele dafür. Diese Spieler waren dazu da, die Mannschaft zu stabilisieren und dafür zu sorgen, dass sie nicht absteigt. Heute sollen die 20-22 jährigen auf mehrere Schultern verteilt diese Rolle übernehmen. Diese können so einen nächsten Schritt machen und in eine Führungsrolle hineinwachsen. Wenn ein Roberto Rodriguez im Frühling noch dabei gewesen wäre, dann hätte er die Verantwortung an sich gerissen und es hätte keinen Platz gegeben für eine Persönlichkeits-Entwicklung auf dem Platz wie sie ein Miguel Reichmuth nun gemacht hat. - Frage: Warum Mario Greco nicht im Eins? Greco ist ein Arbeiter und hat es schon weit gebracht. Für die Super League fehlt ihm wohl etwas die Antrittsschnelligkeit. Schon auf Promotion League-Niveau hat er je nach Gegner damit Mühe. Er wurde zuletzt manchmal auf der Achter-Position im Mittelfeld eingesetzt, weil in der Spitze die Luft für ihn dünn wird. Am Sonntag hat er wieder getroffen. Aber Tore alleine auf Promotion League-Niveau sagen noch nicht viel aus. - Frage: Was ist der Sinn der Leihen von Di Giusto und Bohon? Sie spielen nicht immer. Eine Leihe in die Challenge League macht für Di Giusto diese Saison absolut Sinn. Die Frage ist ob Vaduz der richtige Klub ist. Der Mannschaft läuft es gut. Sie kommt ins Rollen. Auf der 10er-Position ist der von Luzern ausgeliehene Ronaldo Stamm. Einer der besten Techniker unter den Schweizer Talenten. Er hat den Vorteil, dass er schon seit letztem Winter da ist und sich mittlerweile gut ins Teamgefüge eingespielt hat. Auf den 8er-Positionen setzt Schneider natürlich auf typische Zweiwegspieler wie Seiler und Hammerich. Und die Position am Rechten Flügel wo Di Giusto zuletzt beim FCZ häufig gespielt hat, gibt es im Vaduzer System nicht. Bei Bohon bin ich überrascht, dass er in die Challenge League ausgeliehen wurde. Er ist gelernter Rechtsverteidiger, war aber nie einer der besten Talente seines Jahrgangs und hatte letzte Saison seine besten Einsätze als Joker auf dem Rechten Flügel, speziell um einen Sieg über die Runden zu bringen. Ich hätte als Leihkandidaten in die Challenge League eher einen Volken, Bangoura oder Fiorini gesehen. - Frage: Was für Sinn macht es Woche für Woche mehr als die halbe Startformation zu wechseln? Erratische Aufstellungen und Umbrüche… Es ist die Folge der Prioritätensetzung. In einer professionellen Academy liegt der oberste Fokus auf der Ausbildung. Die Spieler werden in dem Team eingesetzt, wo es für sie aktuell am meisten Sinn macht. Sie erhalten genügend Erholungszeit, speziell wenn sie angeschlagen sind. Sie sind auch immer wieder abwesend aufgrund von vermehrten Aufgeboten für Juniorennationalteams und Turniere. Spiele gewinnen ist immer wichtig, aber es sollte in der U21 und in der Academy nicht auf Kosten der Ausbildung und der Gesundheit gehen. Zudem stehen auch die Bedürfnisse der 1. Mannschaft über den sportlichen Zielen der U21. Speziell wenn es um den Aufbau von angeschlagenen, formschwachen oder neuen jungen Spielern für die 1. Mannschaft geht. - Ambitionierter Ausbildungsklub oder gehobene Spieleragentur mit angeschlossenem Traditionsverein (nach englischem Vorbild Arsenal, Manu, City, Liverpool usw.)? Die Antwort ist eindeutig: ambitionierter Ausbildungsklub. Für die 1. Mannschaft holt man ja fast ausschliesslich Spieler im mittleren Alter, welche die Mannschaft sportlich weiterbringen und die das Gerüst bilden sollen. Die Mehrheit der letztes Jahr geholten Spieler sind immer noch da. Es ist entgegen den Unkenrufen von gewissen Journalisten nicht das oberste Ziel, diese Spieler teuer zu verkaufen. Wenn dies das Ziel wäre, hätte man viel jüngere holen müssen, wie das der FC Basel praktiziert. Bei Arsenal, City oder Liverpool sehe ich übrigens auch keine "Spieleragentur" am Werk. Bei diesen Klubs bleiben Spieler häufig sehr lange. Sie haben im Vergleich zu kleineren Klubs tendenziell eher wenig Transfers. - Warum haben sich nur wenige U17-Weltmeister durchgesetzt? Buff hat durchaus eine ansprechende Profi-Karriere gemacht, Tosetti oder Buess auch. Kasami hat 12 Länderspiele gemacht, bei Fulham oder Olympiakos gespielt. Veseli (44 Länderspiele) war EM-Teilnehmer mit Albanien. Charyl Chappuis hat als bekannter Fussballprofi in Südostasien 1,4 Millionen Instagram-Follower. Siegrist ist in der Serie A unter Vertrag. Bei manchen Spielern war schon während dem Turnier ersichtlich, dass es ihnen kaum für eine grosse Karriere reichen wird. Nur weil man mit einem Team Erfolg hat, macht das den einzelnen Fussballer nicht talentierter. Die Schweizer waren damals von der individuellen Qualität her nicht besser als viele ihrer Gegner. Sie hatten aber wohl den besseren Teamgeist und sich wohl auch besser an die speziellen Bedingungen in Nigeria angepasst. Und die Rollen waren klar verteilt. Ausserdem üblich bei so gut wie allen Teams an einer U17 WM, auch diejenigen, die weit kommen, dass maximal drei bis vier Talente aus einem Jahrgang eine internationale Karriere auf hohem Niveau machen. Das liegt in der Natur der Sache. Die Schweiz hat damals beispielsweise Brasilien (mit Neymar, Coutinho, Casemiro, Alisson), Deutschland (Götze, Ter Stegen, Mustafi, Plattenhardt) und Italien geschlagen. Von denen haben auch nicht viel mehr Spieler eine grosse Karriere gemacht. Brasilien in den Gruppenspielen war übrigens der einzige Gegner, den die Schweiz nur mit Glück und einem guten Torhüter Siegrist geschlagen haben. Die anderen Siege waren verdient. Danke für die detaillierte Übersicht!
DOC
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25.11.2025, 08:39 · #1'910
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Hier ein paar Inputs und Kontext auf die vielen interessanten Überlegungen zur U21 speziell von Victor Jara auf den letzten paar Seiten. Die Mehrheit der U21-Teams in der Promotion League sind Saison für Saison im Abstiegskampf. Weil die Liga ein gutes Niveau hat. Die einzigen beiden U21-Teams, die seit der Gründung der Liga 2012 immer dabei waren und nie abgestiegen sind, sind FCB und FCZ. Der FCB ist das einzige U21-Team, das eher selten im Abstiegskampf involviert ist. Bei allen anderen U21-Mannschaften ist es eher die Ausnahme, wenn sie mal frei von Abstiegssorgen sind. Mal hat Luzern eine Top-Saison, dann wieder der FCZ. YB ist erst 2021 erstmals in die Promotion League aufgestiegen und war seither praktisch immer im Abstiegskampf involviert. Die aktuelle Saison könnte vielleicht ihre erste ohne echte Abstiegssorgen werden. Lausanne-Sport ist ein Top-Ausbildungsverein, ist diese Saison aber zum allerersten Mal in der Promotion League dabei. Vorher haben sie jeweils in der 1.Liga oder gar 2.Liga Interregional gespielt. Noch extremer ist es bei Servette, das möglicherweise die grösste Talentfabrik der Schweiz ist. Von 2012 bis 2022 war ihre U21 immer in der 2. Liga Interregional. Seit 2022 sind sie in der 1. Liga. 23/24 hatten sie ihre bisher einzige Saison in der Promotion League, sind aber als Tabellenletzter gleich wieder abgestiegen. Und GC? War noch gar nie in der Promotion League, obwohl sie auch immer wieder viele gute Talente hervorbringen. Der FCB holt seit langer Zeit immer wieder die besten Talente aus der ganzen Schweiz plus Elsass und Region Lörrach und in den letzten Jahren auch vermehrt aus dem entfernteren Ausland (beispielsweise den Captain der Barcelona-Reserve). Sie sind aber notorisch schlecht im Übergang von der U21 in die Profimannschaft. Sie holen seit vielen Jahren so viele gute Talente welche dann in der U21 versauern und in der 1. Mannschaft keine echte Chance erhalten. Basel kauft und verkauft teilweise U21-Spieler für Millionen ohne dass die jemals gross etwas mit der 1. Mannschaft zu tun gehabt hätten. Schauen wir uns beim FCZ mal die von der Klassierung erfolgreichste Saison der letzten Jahre an. Das war die Meister-Saison 21/22, als die U21 unter Genesio Colatrella den 5. Platz erreichte. Rund um jene Saison hatte man kaum Top-Talente im FCZ-Nachwuchs und die wenigen hoffnungsvollen gingen früh zu Hoffenheim oder Inter. Sie wurden im Nachwuchs trotz ihrer Überlegenheit in ihrem jeweiligen Jahrgang kaum in höhere Stufen gepusht und fühlten sich unterfordert. Den damaligen Junioren-Trainern gefiel das natürlich, weil sie einen Spieler im Team hatten, der den Erfolg fast schon garantierte. Aber für die Entwicklung des Talentes war es schlecht. In der U21 hatte Colatrella eine gute Promotion League-Mannschaft zusammen von denen aber praktisch keiner das Potential für die Super League hatte. Das waren Spieler wie Fabian Gloor, Lenny Janko, Leandro Aversa, Colin Erdin oder Mats Hanke. Den einen fehlte die Technik für eine Profi-Karriere, anderen die Antrittsschnelligkeit. Sie waren aber alle gut ausgebildet, jung und frisch. Und wurden noch von den Routiniers Roberto Rodriguez und Genis Montolio verstärkt. Und Colatrella spielte die ganze Saison durch mit einer Stamm-Elf, so wie das in der Promotion League bei Gegnern wie Brühl, Bavois, Breitenrain etc. üblich ist. So konnte sich das Team im Saisonverlauf einspielen und profitierte zusätzlich von der Mentalität Montolios und den für Promotion League-Verhältnisse überragenden Standardqualitäten von Rodriguez. Haben diese Erfolgserlebnisse den Talenten in ihrer persönlichen Entwicklung als Fussballer aber etwas genützt? Letztendlich wurde ihre Technik oder Geschwindigkeit dadurch nicht besser und damit steigerten sich auch ihre Chancen auf eine Profikarriere nicht. Ganz abgesehen davon, dass man durch Niederlagen generell mehr lernt als durch Siege. Voraussetzung dafür ist aber, dass man unbedingt gewinnen will. Denn wenn einem das Ergebnis egal ist, dann ist eine Niederlage kein Schock und damit lernt man nichts. Die aktuelle U21 ist die jüngste Mannschaft der Promotion League und im Schnitt anderthalb Jahre jünger als die Ausgabe von 21/22. Ich würde sie in folgende Kategorien einteilen: Top-Talente aus der Academy (15-18 Jahre) - Ramic, Stiel, Coulibaly-Brüder, Odera Top-Talente, die den Sprung von der Academy direkt in die 1. Mannschaft geschafft haben, gab es höchst selten. Der Schritt via die im Erwachsenen-Wettbewerbsfussball spielende U21 ist essentiell und daran hat sich nichts geändert. Im Gegenteil: früher hatte man manchmal null und manchmal ein Top-Talent in der U21. Heute sind es je nach Sichtweise vier bis sieben. Top-Talente wie das aktuelle Beispiel Tsawa sind bei idealer Entwicklung schnell in der 1. Mannschaft, ziehen nach rund zwei Jahren dann aber auf ein höheres Niveau weiter. Potentielle Super League-Spieler aus der Academy - N. Di Giusto, Volken, Mahar, Rizzo, Morozov, Schödler, Lhakpa, Stork, Fiorini, Tchamda. Der nächsten Kategorie von Talenten fehlt möglicherweise das gewisse Etwas für eine Top-Liga, es bestehen aber intakte Chancen auf eine gute Super League-Karriere. Aus diesen Talenten rekrutiert sich auch der Pool der möglichen Identifikationsfiguren beim FCZ. Sie brauchen als Zwischenschritt häufig zwei Saisons in der Challenge League wie es bei Brecher, Kryeziu, Kamberi, Krasniqi, Rohner praktiziert wurde - wobei Brecher viel zu früh zum FCZ zurückbeordert wurde und Kryeziu nach Biel Jahre später noch einen zweiten Anlauf über Kriens benötigte. Auch in dieser Kategorie hat der FCZ aktuell eine grössere Anzahl Talente als früher. Fragezeichen aus der Academy - Greco, Bohon, Walker, Grando, Kamoko, Kovacevic, Lichtenstein, Blake (Rückkehrer), Trivellin, Frey, Lebrino, Leber. Talente aus dem eigenen Nachwuchs, für die es mit einer Profi-Karriere schwierig wird, gibt es auch heute in der U21. Es kann immer Einzelfälle geben, wo einer den Sprung zumindest kurzfristig doch noch schafft. Wie dem mannschaftsdienlichen Stürmer Patrice Kissling, dem nach jahrelanger Torflaute der Knopf letzten Herbst (sieben Tore) aufgegangen ist und im Januar in die 3. Liga nach Frankreich gewechselt ist. Mittlerweile ist er aber wieder vereinslos. Langjährige U21-Spieler aus der Academy - Hodza, Reichmuth Es gibt ab und zu Talente aus der Academy, die drei, vier Jahre in der U21 spielen. Das sind typischerweise Talente, die der Klub grundsätzlich als gut genug für die Super League-Equipe ansieht, denen aber für den letzten Schritt noch etwas fehlt, zum Beispiel in der Persönlichkeitsentwicklung. Gleichzeitig werden sie von Jahr zu Jahr sportlich wertvoller für die U21 und helfen mit den Klassenerhalt zu sichern. Sie verteidigen so ihren Platz in der U21 gegenüber Jüngeren, die nachrücken. Lulzim Salija oder Davide Mariani waren früher Beispiele dafür. Heute Selmin Hodza oder Miguel Reichmuth. Während Salija und wohl auch Hodza den Sprung in die Super League nachhaltig nicht schafften, hat es Mariani spät noch gepackt. Und bei Miguel Reichmuth sieht es auch gut aus. Gerade im Abstiegskampf der U21 im Frühling hat er Verantwortung übernommen und damit den Schritt gemacht, der ihm noch gefehlt hat. Das zeigt sich nun auch in der Super League. Er ist nicht mehr nur einfach der technisch gute Miguel mit den vielen Dribblings und Schlenkern, sondern er setzt seine Qualitäten nun viel zielstrebiger ein, übernimmt Verantwortung und strukturiert das Spiel - auch in der Super League. Mit Davide Mariani gab es ja einmal einen Züri Live-Podcast, hier der Link zum Kapitel über seine Zeit in der U21: https://youtu.be/NFoHyCqwAn4?si=0iZISxYeQcv7mI1E&t=1830 Aushilfsspieler aus der Academy - Cavar, Isic Es gibt manchmal auch junge Spieler aus der Academy, die U21-Einsätze erhalten obwohl für sie wohl selbst die Promotion League eine Stufe zu hoch ist. Dies kommt häufig in Ligapausen vor, wo die besten Talente mit den Nationalteams unterwegs sind. Aufbau angeschlagener / formschwacher Spieler aus dem Eins - Ligue, Vujevic, Tramoni, Sauter, Bangoura Für diesen Zweck wurde die U21 schon immer genutzt. Eher neu ist, dass man solche Spieler nach einer Verletzung auch in der U21 erst mal mit 30 Minuten-, 45 Minuten-Einsätzen langsam und vorsichtig aufbaut. Dadurch wird dann aber natürlich eine Wechselgelegenheit für den Trainer für diesen Zweck genutzt. Zweite Chance-Youngsters (20-22 Jahre) aus dem Ausland - Markelo, Reverson, Essakkati, Diawara, Okafor, Ihendu, Turping Der FCZ hatte früher mal zwei Nordkoreaner in der U21. Das hat nicht so gut funktioniert. Die Holländer Markelo, Reverson und Essakkati sind hingegen eine Erfolgsgeschichte. Alle drei haben sich innerhalb von wenigen Wochen und Monaten in der U21 schnell entwickelt. Sie kamen bereits mit dem Talent für Super League-Level nach Zürich, und erhielten oder erhalten in der Promotion League noch den letzten Schliff. Sie hängen sich alle drei sehr rein und wollen die Chance nutzen, die ihnen der FCZ bietet. Natürlich kommen sie mit gewissen Macken. Spieler von dieser Qualität in diesem Alter und ohne Macken kosten schnell mal Millionen. Das kann und will sich in der Schweiz nur der FC Basel leisten. Diawara hat am Sonntag in seinem ersten Spiel bereits getroffen. War da aber auf dem Heimweg aus dem Wallis und habe die Partie nicht gesehen. Die aus Deutschland gekommenen Okafor, Ihendu und Turping haben hingegen weniger überzeugt - auch wenn gerade Ihendu in der U21 letzte Saison durchaus ein paar gute Leistungen abgeliefert hat. Aber für die Super League ist er halt etwas langsam. Grundsätzlich ist die Qualität der Junioren-Mannschaften in Deutschland nicht so hoch wie viele vielleicht denken. Wenn einer den Sprung in den Profibereich oder die U23 dort nicht schafft, ist die Chance gross, dass er es auch in der Schweiz nicht schafft. Verstärkungen (20-22 Jahre) für die Promotion League-Mannschaft aus der Schweiz - Vukelic, Nvendo, Buljan, Kaiser, Winzap Spieler dieser Kategorie hatte man in der U21 schon in der Vergangenheit immer wieder gehabt. Shpetim Sulejmani, Mathis Holcbecher, Yann Kasai etc.. Das sind Talente, die bei Luzern, Servette, YB oder Basel den Durchbruch nicht geschafft haben, langsam aus dem Talentalter raus sind, und das U21-Team verstärken können. Stürmer, die für 10-15 Tore auf Promotion League-Niveau gut sind, oder Innenverteidiger, die mittlerweile schon einiges an Cleverness und Abgeklärtheit mitbringen, so dass sie das Team stabilisieren und mithelfen können, den Abstieg zu verhindern. Gleichzeitig haben solche Spieler selbst immer noch eine kleine Hoffnung, es im letzten Moment vielleicht doch noch in den Profibereich zu schaffen. Ein Spezialfall sind diese Saison die beiden Torhüter Kaiser und Winzap, die schon etwas älter sind. Zuerst wurde Kaiser und später Winzap geholt wohl wegen der aussergewöhnlichen Situation, dass Huber und Morozov beide gleichzeitig in die 1. Mannschaft aufrückten. Es war wohl unter Van der Gaag nicht geplant, dass Morozov nun doch meist in der U21 spielt. Vielleicht verletzte sich Kaiser oder er genügte nicht, und dann holte man noch Winzap. Da hinter Huber und Morozov ausser vielleicht noch Pinthus nicht viel nachkommt. Huber und Morozov kamen beide ursprünglich von extern. Der FCZ hat im Torhüterbereich fast schon seit Jahrzehnten eine schlechte Talententwicklung und -selection. Karl Grob hätte keine Freude daran. Profispieler als Oldie / Teamleader (25-35 Jahre) - Keiner Permanente Spieler des Kaders, die weit über dem U21-Alter anzusiedeln sind, hat man keine mehr. Florian Stahel, Polo Büchel, Roberto Rodriguez oder der Spanische Spätzünder Genis Montolio (über Wil bei Thun gelandet und mit 29 in die Super League aufgestiegen) waren in der Vergangenheit Beispiele dafür. Diese Spieler waren dazu da, die Mannschaft zu stabilisieren und dafür zu sorgen, dass sie nicht absteigt. Heute sollen die 20-22 jährigen auf mehrere Schultern verteilt diese Rolle übernehmen. Diese können so einen nächsten Schritt machen und in eine Führungsrolle hineinwachsen. Wenn ein Roberto Rodriguez im Frühling noch dabei gewesen wäre, dann hätte er die Verantwortung an sich gerissen und es hätte keinen Platz gegeben für eine Persönlichkeits-Entwicklung auf dem Platz wie sie ein Miguel Reichmuth nun gemacht hat. - Frage: Warum Mario Greco nicht im Eins? Greco ist ein Arbeiter und hat es schon weit gebracht. Für die Super League fehlt ihm wohl etwas die Antrittsschnelligkeit. Schon auf Promotion League-Niveau hat er je nach Gegner damit Mühe. Er wurde zuletzt manchmal auf der Achter-Position im Mittelfeld eingesetzt, weil in der Spitze die Luft für ihn dünn wird. Am Sonntag hat er wieder getroffen. Aber Tore alleine auf Promotion League-Niveau sagen noch nicht viel aus. - Frage: Was ist der Sinn der Leihen von Di Giusto und Bohon? Sie spielen nicht immer. Eine Leihe in die Challenge League macht für Di Giusto diese Saison absolut Sinn. Die Frage ist ob Vaduz der richtige Klub ist. Der Mannschaft läuft es gut. Sie kommt ins Rollen. Auf der 10er-Position ist der von Luzern ausgeliehene Ronaldo Stamm. Einer der besten Techniker unter den Schweizer Talenten. Er hat den Vorteil, dass er schon seit letztem Winter da ist und sich mittlerweile gut ins Teamgefüge eingespielt hat. Auf den 8er-Positionen setzt Schneider natürlich auf typische Zweiwegspieler wie Seiler und Hammerich. Und die Position am Rechten Flügel wo Di Giusto zuletzt beim FCZ häufig gespielt hat, gibt es im Vaduzer System nicht. Bei Bohon bin ich überrascht, dass er in die Challenge League ausgeliehen wurde. Er ist gelernter Rechtsverteidiger, war aber nie einer der besten Talente seines Jahrgangs und hatte letzte Saison seine besten Einsätze als Joker auf dem Rechten Flügel, speziell um einen Sieg über die Runden zu bringen. Ich hätte als Leihkandidaten in die Challenge League eher einen Volken, Bangoura oder Fiorini gesehen. - Frage: Was für Sinn macht es Woche für Woche mehr als die halbe Startformation zu wechseln? Erratische Aufstellungen und Umbrüche… Es ist die Folge der Prioritätensetzung. In einer professionellen Academy liegt der oberste Fokus auf der Ausbildung. Die Spieler werden in dem Team eingesetzt, wo es für sie aktuell am meisten Sinn macht. Sie erhalten genügend Erholungszeit, speziell wenn sie angeschlagen sind. Sie sind auch immer wieder abwesend aufgrund von vermehrten Aufgeboten für Juniorennationalteams und Turniere. Spiele gewinnen ist immer wichtig, aber es sollte in der U21 und in der Academy nicht auf Kosten der Ausbildung und der Gesundheit gehen. Zudem stehen auch die Bedürfnisse der 1. Mannschaft über den sportlichen Zielen der U21. Speziell wenn es um den Aufbau von angeschlagenen, formschwachen oder neuen jungen Spielern für die 1. Mannschaft geht. - Ambitionierter Ausbildungsklub oder gehobene Spieleragentur mit angeschlossenem Traditionsverein (nach englischem Vorbild Arsenal, Manu, City, Liverpool usw.)? Die Antwort ist eindeutig: ambitionierter Ausbildungsklub. Für die 1. Mannschaft holt man ja fast ausschliesslich Spieler im mittleren Alter, welche die Mannschaft sportlich weiterbringen und die das Gerüst bilden sollen. Die Mehrheit der letztes Jahr geholten Spieler sind immer noch da. Es ist entgegen den Unkenrufen von gewissen Journalisten nicht das oberste Ziel, diese Spieler teuer zu verkaufen. Wenn dies das Ziel wäre, hätte man viel jüngere holen müssen, wie das der FC Basel praktiziert. Bei Arsenal, City oder Liverpool sehe ich übrigens auch keine "Spieleragentur" am Werk. Bei diesen Klubs bleiben Spieler häufig sehr lange. Sie haben im Vergleich zu kleineren Klubs tendenziell eher wenig Transfers. - Warum haben sich nur wenige U17-Weltmeister durchgesetzt? Buff hat durchaus eine ansprechende Profi-Karriere gemacht, Tosetti oder Buess auch. Kasami hat 12 Länderspiele gemacht, bei Fulham oder Olympiakos gespielt. Veseli (44 Länderspiele) war EM-Teilnehmer mit Albanien. Charyl Chappuis hat als bekannter Fussballprofi in Südostasien 1,4 Millionen Instagram-Follower. Siegrist ist in der Serie A unter Vertrag. Bei manchen Spielern war schon während dem Turnier ersichtlich, dass es ihnen kaum für eine grosse Karriere reichen wird. Nur weil man mit einem Team Erfolg hat, macht das den einzelnen Fussballer nicht talentierter. Die Schweizer waren damals von der individuellen Qualität her nicht besser als viele ihrer Gegner. Sie hatten aber wohl den besseren Teamgeist und sich wohl auch besser an die speziellen Bedingungen in Nigeria angepasst. Und die Rollen waren klar verteilt. Ausserdem üblich bei so gut wie allen Teams an einer U17 WM, auch diejenigen, die weit kommen, dass maximal drei bis vier Talente aus einem Jahrgang eine internationale Karriere auf hohem Niveau machen. Das liegt in der Natur der Sache. Die Schweiz hat damals beispielsweise Brasilien (mit Neymar, Coutinho, Casemiro, Alisson), Deutschland (Götze, Ter Stegen, Mustafi, Plattenhardt) und Italien geschlagen. Von denen haben auch nicht viel mehr Spieler eine grosse Karriere gemacht. Brasilien in den Gruppenspielen war übrigens der einzige Gegner, den die Schweiz nur mit Glück und einem guten Torhüter Siegrist geschlagen haben. Die anderen Siege waren verdient. Danke für deine detaillierte Analyse. Auch wenn ich mit der Einordnung der Talente (Top, Potenziell, Fragezeichen) nicht ganz einverstanden bin, ist das ein guter Überblick (Sekulic fehlt aber noch). In den unteren Kategorien U16, U17 hat es noch weitere überdurchschnittlich talentierte Spieler, bin gespannt, wie sich diese entwickeln.
devante
Mitglied
25.11.2025, 14:10 · #1'911
Beiträge: 19'474
@zurilive: Wie schlimm wäre es, wenn wir (auf grund der neuen strategie) mit der U21 absteigen würden?
Züri Live
Mitglied
25.11.2025, 16:30 · #1'912
Beiträge: 2'044
Auch wenn ich mit der Einordnung der Talente (Top, Potenziell, Fragezeichen) nicht ganz einverstanden bin Klar. Und in einem halben Jahr wird sie auch wieder etwas anders aussehen. Gibt manchmal sprunghafte Entwicklungen in beide Richtungen. (Sekulic fehlt aber noch) Die Liste ist beschränkt auf Spieler, die in der U21 diese Saison Minimum schon mal auf dem Matchblatt waren. @zurilive: Wie schlimm wäre es, wenn wir (auf grund der neuen strategie) mit der U21 absteigen würden? Nachteile: - Grösserer Schritt von U21 in 1. Mannschaft für die Academy-Talente - Für einen Markelo, Reverson, Essakkati, Diawara ist Promotion League zur Adaption und Aufbau für 1. Mannschaft top, 1. Liga wäre wohl zu tief Vorteile: - Kleinerer Schritt von U19 in U21 für die Academy-Talente - Insbesondere können gewisse Talente so schon ein halbes oder gar ganzes Jahr früher in den Erwachsenenfussball gebracht werden (Beispiele Turhan oder Kabashi bei GC) -> Der Teilaspekt mit den "2. Chance-Talenten" aus dem Ausland würde weniger Sinn machen -> Noch stärkerer Fokus auf eigene Talente -> Challenge League-Leihen würden noch wichtiger aufgrund des grösseren Schritts U21 -> 1. Mannschaft -> Vor- und Nachteile wiegen sich beinahe auf, Promotion League ist aber natürlich cooler - im Sport will man grundsätzlich immer in der bestmöglichen Liga spielen -> wer mehr Markelos und Reversons sehen will, sollte auf einen Klassenerhalt hoffen - solche Spieler mit ihrer Qualität tragen dabei übrigens auch ihren Teil dazu bei, den Klassenerhalt zu schaffen - so hat die aktuelle Strategie auch positive Auswirkungen auf die Ergebnisse der U21 - falls der Klassenerhalt diese Saison klappt, hat Essakkati bspw. auf jeden Fall seinen Anteil daran -> es war auch in der Vergangenheit häufig knapp - beispielsweise in der Abstiegssaison der 1. Mannschaft wäre beinahe auch die U21 abgestiegen - Züri Live hat damals das entscheidende Spiel der U21 aus Carouge live übertragen
Swissfootballfan24
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09.04., 07:38 · #1'913
Beiträge: 29
FCZ U19 ist Cupsieger!!! Ich habe das Spiel geschaut. FCZ war besser. Luan Campos und Valentin Beck haben ein super Spiel gemacht und die muss man für die Zukunft einplanen. Auch Melvin Hodza ist ein guter Techniker und super für Überraschungsmomente. Sajawal Mahar hatte nicht sein bester Tag aber er kämpft um jeden Ball! Ich denke die U19 vom FCZ ist momentan eine der besten U-Mannschaften in der Schweiz. Sehr motiviert und das Zusammenspiel passt. GRATULATION an das Team und Sven Lüscher.
fczlol_neu
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09.04., 14:02 · #1'914
Beiträge: 727
Swissfootbalfan schrieb: «FCZ U19 ist Cupsieger!!! Ich habe das Spiel geschaut. FCZ war besser. Luan Campos und Valentin Beck haben ein super Spiel gemacht und die muss man für die Zukunft einplanen. Auch Melvin Hodza ist ein guter Techniker und super für Überraschungsmomente. Sajawal Mahar hatte nicht sein bester Tag aber er kämpft um jeden Ball! Ich denke die U19 vom FCZ ist momentan eine der besten U-Mannschaften in der Schweiz. Sehr motiviert und das Zusammenspiel passt. GRATULATION an das Team und Sven Lüscher. »
DANKE Milos für deine Arbeit im Nachwuchs. ;-) Spass bei Seite die u19 hat echt einige talentierte Spieler im Kader!
Stadtkreis9
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09.04., 18:00 · #1'915
Beiträge: 128
Ich finde es völlig okay, dass man dem Milos für seine Arbeit im Nachwuchs Respekt zollt. Wenn jetzt aber wieder alles verändert wird, stehen uns sehr harte Zeiten bevor. Nur ein potenter Nachfolger der Canepas, der gerne investieren möchte, könnte da was ändern. Freundschaftsspiele im März und April sind halt nicht gerade das, was ich als Fan sehen will. Da fehlen dann die Emotionen, wenn es um nichts mehr geht.
DOC
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10.04., 12:23 · #1'916
Beiträge: 531
Ein Titel (Cup insbesondere) sagt nur bedingt etwas über den Nachwuchs aus. Die talentierten dieser U19 waren bereits einiges vor Jurendic dabei. Soviel zum Einfluss Zeitraum eines Sportchefs …
Avatar von Shorunmu
Shorunmu
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10.04., 12:35 · #1'917
Beiträge: 4'727
DOC schrieb: «Ein Titel (Cup insbesondere) sagt nur bedingt etwas über den Nachwuchs aus. Die talentierten dieser U19 waren bereits einiges vor Jurendic dabei. Soviel zum Einfluss Zeitraum eines Sportchefs … »
Und auch genau das wurde Dani Gygax (zu Unrecht?) vorgeworfen: zu viel Fokus auf Titel statt auf Ausbildung. Vor allem hier im Forum waren diese Vorwürfe ziemlich laut
Swissfootballfan24
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10.04., 14:07 · #1'918
Beiträge: 29
DOC schrieb: «Ein Titel (Cup insbesondere) sagt nur bedingt etwas über den Nachwuchs aus. Die talentierten dieser U19 waren bereits einiges vor Jurendic dabei. Soviel zum Einfluss Zeitraum eines Sportchefs … »
Ja das ist auch fast die gleiche Mannschaft die im 2024 mit Gygax (U17) Schweizer Meister wurde. Es ist also schon eine talentierte und vor allem eingespielte Mannschaft! Ich hoffe die Spieler werden gut in die U21 und dann evtl. in die 1.Mannschaft geführt. Ich spreche von Mahar, Beck, Hodza, Lakhpa, Mota etc...!
Danilo
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10.04., 15:15 · #1'919
Beiträge: 1'433
Swissfootbalfan schrieb:
DOC schrieb: «Ein Titel (Cup insbesondere) sagt nur bedingt etwas über den Nachwuchs aus. Die talentierten dieser U19 waren bereits einiges vor Jurendic dabei. Soviel zum Einfluss Zeitraum eines Sportchefs … »
Ja das ist auch fast die gleiche Mannschaft die im 2024 mit Gygax (U17) Schweizer Meister wurde. Es ist also schon eine talentierte und vor allem eingespielte Mannschaft! Ich hoffe die Spieler werden gut in die U21 und dann evtl. in die 1.Mannschaft geführt. Ich spreche von Mahar, Beck, Hodza, Lakhpa, Mota etc...!
+1, es war ein Genuss und eine Freude dieser Mannschaft zuzuschauen, da passte fast alles zusammen. Der FCZ war viel besser als die Basler. Wären die Chancen besser genutzt worden, hätte es auch gut und gerne 5:0 heissen können. Da sieht man, was möglich ist, wenn eine Mannschaft über längere Zeit zusammen bleibt.
Victor Jara
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07.05., 15:03 · #1'920
Beiträge: 1'458
Ich hatte am letzten Samstag wieder einmal die Gelegenheit, ein Spiel der U-21 zu besuchen. Auch wenn das Spiel 3:1 verloren ging, gab es einige interessante Aspekte daran, über die ich der geschätzten Forumsgemeinde nun nachträglich berichten möchte. Generelle Bewertung des Spiels Insgesamt war es ein gutes Spiel gegen einen starken, robusten und erfahrenen Gegner. Immerhin hat der FC Breitenrain (FCB) diese Saison Thun aus dem Cup geworfen. Unsere Jungs haben tapfer gegen den physisch überlegenen Gegner gegengehalten. Teilweise mussten sie sich mit versteckten Fouls behelfen, ohne dabei die Grenzen zu überschreiten. Fünf gelbe Karten gegen den FCB sprechen eine deutliche Sprache. Unsere Abwehr hatte das Spiel über die meiste Zeit im Griff - wenn man von den Phasen des kollektiven Sekundenschlafes absieht, in denen der FC Breitenrain seine Goals erzielte). In der 1. HZ bestand die Abwehrlinie aus Volken. Stork, Schödler und Lichtenstein. Mit wenigen Ausnahmen konnten sie den Angriff von Breitenrain solidarisch in Schach halten. Es war deutlich zu spüren, dass die Jungs zusammen eingespielt sind. Ein Vorteil, wenn nicht bei jedem Spiel die halbe Startaufstellung gewechselt wird. Da aber Breitenrain wie gesagt ein starker Gegner war, kamen sie auch ein paar Mal durch. Dann war aber Morozov zur Stelle. Zudem hat er die Abwehr lautstark und aktiv dirigiert. Ich würde Morozov als verlässlichen Goalie einschätzen. Noch ein Wort zu Stork Als starke Einzelleistung möchte ich herausheben, wie Stork in der 1. HZ einen satten (und gefährlichen) Schuss aus halbrechter Position mit dem Körper abgeblockt hat. Er dürfte ein paar blaue Flecken davongetragen haben. Nicht jeder aus dem A-Team hätte sich so den Schuss gestellt. Mittelfeld und Angriffsauslösung Im Mittelfeld war unsere U-21 eindeutig überlegen. Schnelles und kreatives überwinden des Mittelfeldes mittels weniger Pässe in den offenen Raum und dann wieder Ballbesitzphasen mit geduldigem und technisch gutem Pass-Spiel. Unsere Junges haben keine Alibiangriffe gestartet, sondern ein gutes Dutzend von Halbchancen erarbeitet. Dass nicht mehr als ein Goal herausgeschaut hat, hängt mit typischen FCZ-Krankheiten zusammen. Zum einen wurden (in der 1. HZ) mindestens 4 Mal der richtige Moment verpasst, um abzudrücken. Also der Drang, den Ball ins Tor zu tragen. Bei den Flanken und Diagonalpässen stimmten die Laufwege der Angreifer nicht. Entweder wurde an der völlig falschen Stelle zum Kopfball hochgesprungen oder der Ball ging an Freund und Feind vorbei ins aus. Ein hellwacher Mittelstürmer (wie unsere Legende Fritz Künzli) hätte dem FC Breitenrain sicher 5 Goals einschenken können, letzten Samstag. Hinsichtlich der Handlungsschnelligkeit und den Laufwegen im Abschluss wartet noch einige Arbeit auf Kukeli (aber nicht nur dort…). Aber was die Angriffsauslösung anbetrifft ist enorm viel passiert. Da hat mir die U-21 um vieles besser gefallen, als das A in der 1. HZ in LS (um nur ein besonders ärgerliches Beispiel zu nennen). Dies hängt sicher auch damit zusammen, dass die U-21 in Jill Stiel einen überragenden Mittefelddirigenten besitzt. Jill kann sich dank einer überragenden Technik und einer grossen Beweglichkeit auch gegen grobe Angriffe behaupten (in dem er diesen sehr geschickt ausweicht. ohne den Ball zu verlieren). Zudem sind seine Pässe in den freien Raum perfekt, oft hat 3 oder 4 Gegenspieler mit einem einzigen Pass ausgehebelt und einen gefährlichen Angriff ausgelöst. Schade, dass dann der letzte Zwick gefehlt hat. Jedenfalls war Ende der 1. HZ eine Aktion von ihm das ganze Eintrittsgeld wert. Drei Gegenspieler durch komplette Körperdrehung und Ballmitnahme ausgespielt und dann noch einen perfekten Schnittstellenpass gespielt. Besser kannst Du es nicht machen. Ich frage mich wirklich, was Stiel noch in der U-21 macht. Noch zu erwähnen, dass nach der Auswechslung von Stiel (59’) Fiorini in seine Rolle geschlüpft ist und diese Aufgabe ebenfalls sehr souverän gemeistert hat. Fiorini hat aber ebenfalls den körperlichen Nachteil wie eine ganze Reihe von unseren besten Eigengewächsen. Er ist relativ klein, gleicht dies aber mit Technik und guter Übersicht sehr gut aus. Noch ein Wort zu Greco, der mit heuer mit 4 Goals zu Buche schlägt. Er hatte eine technisch feine Einzelleistung, die ich hervorheben möchte (1. HZ). Greco hat an der linken Aussenlinie einen hohen und weiten Diagonalpass in der Luft abgefangen, gerade noch vor dem Out und direkt zu einem gefährlichen Angriff weitergeleitet. Wie er den Ball heruntergepflückt und sauber kontrolliert hatte, war technisch schon sehr anspruchsvoll. Greco hat technisch schon etwas auf dem Kasten… Abschliessend noch etwas zu den Rahmenbedingungen. Ein altes Quartierstadion mit gut gefüllter Holztribüne, ausreichend Food- und Getränke und insgesamt natürlich zufriedene und entspannte Zuschauer. Unsere U-21 hat trotz der Niederlage eine gute Visitenkarte abgegeben. Das gilt auch für den Trainer. Ich mag die ruhige Art von Kukeli, kein Rumkaspern und zeigen, «hey ich bin hier». Er lässt die Mannschaft ihre eigenen Lösungen suchen. Für die U-21 diese Niederlage kein Drama; sie kann nur noch theoretisch absteigen. Gegen Yverdon kann sie am Samstag die allerletzten Zweifel am Klassenerhalt beseitigen. Daten zum Spiel gibt es übrigens unter folgendem Link https://matchcenter.el-pl.ch/default.aspx?oid=3&lng=1&ln=&v=0&tg=4156981
Pro Rückkehrer und Nachwuchs statt Söldner
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