14.11.2025, 07:16 · #8'614
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https://www.tagesanzeiger.ch/kunstrasen-sfl-diskutiert-ein-verbot-im-schweizer-fussball-800803309220
jemand so nett? man dankt.
Mach ich gerne, scheint aber nicht hinter der Aboschranke zu stecken..!?
Unbeliebter Kunstrasen
Werden Profifussballspiele in der Schweiz bald nur noch auf Naturrasen ausgetragen?
Die künstliche Unterlage hat wirtschaftliche Vorteile, aber kaum Fans. Ob sie sportlich nachteilig wirkt, ist umstritten – nun will die Swiss Football League 2026 über ein Verbot beraten.
Daniel Visentini
In der Schweiz haben nur drei Teams aus der Super League einen Kunstrasen: YB, Lausanne und Thun.
In Kürze:
Die Swiss Football League wird über ein Verbot von Kunstrasenplätzen für den Profifussball in der Schweiz diskutieren.
Dass die Verletzungsgefahr auf Kunstrasen höher ist, stimmt laut Studien nicht.
Für Spieler, die an Naturrasen gewöhnt sind, kann die Umstellung auf Kunstrasen nachteilig sein.
Kürzlich machte der Rasen im Stade de Genève wegen Rattenbefalls von sich reden. Stimmen wurden laut, die einen Kunstrasen fordern – ein Thema, das die Swiss Football League ohnehin schon länger beschäftigt. Das bestätigt SFL-Chef Claudius Schäfer: Der Vorstand werde nächstes Jahr die neue Strategie für die Liga und ihre Clubs ausarbeiten, die für die Jahre nach 2028 gelten werde, sagt er.
«Von verschiedenen Seiten wurde schon oft gefordert, in Zukunft auf einen einhundertprozentigen Kunstrasen zu verzichten, mit einer realistischen Übergangszeit», sagt er. Und auch, die Clubs mit Naturrasen angesichts der hohen Unterhaltskosten finanziell zu unterstützen. In naher Zukunft werde die SFL über die Spielfeldfrage diskutieren, sagt Schäfer.
Unter seinem Vorgänger Edmond Isoz wurden Anfang der 2000er-Jahre in der Super League und Challenge League erstmals Kunstrasenplätze zugelassen. «Das entsprach dem Bedürfnis nach einer optimalen Flächennutzung an dicht besiedelten Orten, wie es auch heute noch der Fall ist», erinnert sich Isoz.
Trotzdem denkt die SFL darüber nach, wieder davon abzukommen. «Das Verletzungsrisiko durch den Wechsel von künstlichem zu natürlichem Rasen und umgekehrt muss berücksichtigt werden», sagt Isoz heute, «eine SFL mit 100 Prozent Naturrasen wäre zweifellos eine gute, einheitlichere Lösung, so viel steht fest.»
Verletzungsrisiko auf Kunstrasen nicht zwingend höher
Finn Mahler ist Sportarzt und leitet die medizinische Abteilung von Servette, aktuell auf Rang 10 der Super League. In Bezug auf das Verletzungsrisiko spricht er von einem weitverbreiteten Irrglauben: «Das Misstrauen gegenüber Kunstrasen geht zweifellos auf die ersten, harten Beläge der 1960er-Jahre zurück. Das ist nicht mehr der heutige Stand», erklärt er. Es gebe zwei sehr seriöse, kürzlich erschienene Studien aus Schweden und Finnland, die belegen würden, dass das Verletzungsrisiko auf heutigem Kunstrasen nicht höher sei. «Aus wissenschaftlicher Sicht ist die höhere Verletzungsgefahr kein Argument», sagt Mahler.
Kann der Wechsel von Kunst- zu Naturrasen zu Problemen und mehr Verletzungen führen, weil man sich ständig anpassen muss? Das könne sein, so der Sportarzt: «Aber es gibt keine wissenschaftlichen Daten, die das belegen.»
(Die Gefahr, sich wie Ebrima Colley auf dem Kunstrasen im Wankdorf zu verletzen, ist zwar rein wissenschaftlich gesehen nicht höher. Doch die Umstellung kann für Spieler, die Naturrasen gewohnt sind, schwieriger sein.
Foto: Freshfocus)
Das Hauptproblem ist die Uneinheitlichkeit der Spielflächen und der etwaige Vorteil für diejenigen, die es gewohnt sind, jeden Tag auf Kunstrasen zu spielen. Oder anders ausgedrückt: Es ist einfacher, von Kunstrasen auf echten Rasen zu wechseln, als umgekehrt.
Von den 22 Vereinen der SFL verfügen sechs über Kunstrasen in ihren Stadien; in der Super League sind das YB, Lausanne und Thun, in der Challenge League Carouge, Xamax und Wil. 27 Prozent der SFL-Felder sind also aus Kunstrasen, in der höchsten Liga 25 Prozent bzw. drei von zwölf.
Und wie sieht es in anderen Ländern aus? In Westeuropa spielt die überwältigende Mehrheit der Clubs gemäss den Vorgaben ihrer nationalen Fussballverbände auf Naturrasen oder Hybridrasen. Das ist ein natürlicher Rasen, der mit synthetischen Fasern verstärkt wird, was ihn robuster macht. Im Spitzenfussball hat Kunstrasen trotz der technologischen Innovation einen schweren Stand.
Spieler bevorzugen Naturrasen
Von den Spielern bis zu den Trainern würden im Profifussball alle am liebsten nur auf echtem Rasen spielen. Doch Kunstrasen hat auch seine Vorteile, die jedoch eher wirtschaftlicher denn sportlicher Natur sind: Der Unterhalt kostet drei- bis viermal weniger, er wird weder von Pilzen noch von Ratten befallen, kann intensiver genutzt werden, ohne dass der Boden überstrapaziert wird, was insbesondere für Junioren-Felder in dicht besiedelten Gebieten von Bedeutung ist.
Es sind wohl solche Gründe, die die Verantwortlichen zum Gedanken verleiten, im Genfer Stadion Kunstrasen zu verlegen. Doch dann würde die Schweizer Nationalmannschaft nicht mehr nach Genf kommen – es finden nämlich grundsätzlich keine Länderspiele auf Kunstrasen statt. Das einzige Stadion in der Westschweiz, das dann überhaupt noch für Länderspiele infrage käme, wäre jenes des FC Sion, dessen Infrastruktur für internationale Spiele in Sachen Kapazität, Logen und VIP-Empfang aber unzureichend ist. Diese Bedenken hat auch schon der Präsident des Schweizerischen Fussballverbands Peter Knäbel geäussert.
Die Uefa mischt sich in die Entscheidungen ihrer 55 Mitgliedsverbände nicht ein. Die Schweiz erlaubt Kunstrasenfelder im Profifussball. Doch Thierry Favre, Leiter des Programms für langfristige Fussballentwicklungsprojekte Hattrick und der nationalen Verbandsentwicklung bei der Uefa, warnt: «Die Europäische Union verbietet ab 2031 den Verkauf von Füllgranulaten für Kunstrasenplätze, um weniger Mikroplastik in die Umwelt freizusetzen.» Sportanlagen mit solchem Kunstrasen aus Gummigranulat, die aus recycelten Reifen hergestellt werden, müssen bald auf umweltfreundlichere und weniger gesundheitsschädliche Alternativen umsteigen.
Ob Kunstrasen verboten wird, steht noch nicht fest
Potenziell bedeutet das einen höheren finanziellen Aufwand. Die SFL muss also auch die allgemeine wirtschaftliche Situation der Schweizer Vereine berücksichtigen – insbesondere jener Vereine, die einen Natur- oder Hybridrasen bevorzugen und dafür viel bezahlen, was die Mehrheit ist.
Mit welchem Geld die Vereine mit Naturrasen eventuell unterstützt werden könnten, bleibt offen: Es wird gemunkelt, dass der Vertrag über die TV-Rechte nach unten korrigiert werden könnte. Ob Kunstrasen in der Strategie ab 2028 verboten wird, bleibt darum noch offen: Man wird wirtschaftliche und sportliche Interessen abwägen müssen.
Aus dem Französischen übersetzt von Marina Galli
Es wäre wirklich höchste Zeit, um den Kunstrasen in der höchsten Liga endlich zu verbieten. Die Argumente von wegen Trainingsinfrastruktur, Geld usw. ist einfach komplett lächerlich. Vor allem machen sie dies zum Problem der ganzen Liga, statt sich selber darum zu kümmern- dann müssen sie sich halt einen neuen Trainingsplatz suchen (der FCZ musste auch x Jahre auf der Allmend trainieren) oder kaufen halt mal einen Spieler weniger ein, wenn ihnen der Naturrasen zu teuer ist. Mir egal wie sie das lösen, aber dieser Kunstrasen hat im Profifussball nichts verloren, auch wenn diese Wettbewerbsverzerrung nur zu gut zu dieser Gurkenliga passt.