spitzkicker
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02.11.2025, 19:39 · #12'781
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Inside Paradeplatz hat sich auf den FCZ eingeschossen.
FCZ-Sportchef betreibt weiter seine Vermittler-Agentur
Mächtiger Milos Malenovic ist nach wie vor Präsident von Soccer Mondial. Wieso lässt Boss Ancillo Canepa immensen Interessenkonflikt zu?
2.11.2025 Beni Frenkel
Ein Sportchef darf nicht zugleich Spielervermittler sein. Wegen Interessenskonflikten. Sonst lässt er nur noch seine Spieler aufstellen.
Da ist sogar die Fifa streng. Anders der Fussball-Club Zürich (FCZ), der nach der 5. Niederlage in Serie auf den drittletzten Platz abgerutscht ist.
Beim FCZ hat Milos Malenovic das Sagen. Sein Präsident Ancillo Canepa ist nur noch ein Schatten im Vergleich zum starken Mann.
Malenovic sitzt zugleich im Verwaltungsrat seiner Spieler-Vermittlerfirma Soccer Mondial AG. Sportchef eines wichtigen Fussball-Vereins, gleichzeitig Spieleragent mit eigenem Unternehmen:
Wie geht das?
Canepa verteidigte die Konstellation mit seinem wichtigsten Mann damit, dass man so eine Firma nicht sofort auflösen könne. Das war vor 5 Monaten.
Bereits früher, im Oktober 2023, hatte Canepa behauptet, Malenovic würde „sämtliche Aktivitäten für Dritte einstellen“. Heute pendelt der 40-jährige Sportchef immer noch nach Zug zu seiner Spielervermittler-Firma an die Pilatusstrasse.
Wo der FCZ-Topmann weiterhin als Verwaltungsrats-Präsident seines Vermittler-Betriebs amtet.
Der Umsatz an Spielern, die kommen und gehen, war in der Geschichte des FCZ noch nie so gross. Allein in der U21-Mannschaft sind 36 Nachwuchsfussballer im Kader.
Malenovic vermittelte nicht nur Spieler, er führte auch ein neues Lohnsystem ein, wie Zürich24 aufdeckte. Junge Spieler werden nicht mehr per sofort verpflichtet, sondern nur noch leihweise mit einer Kaufoption.
Den vollen Lohn kriegen sie erst, wenn sie eine Probephase gemeistert haben. Der Druck in der Kabine ist immens.
Wirtschaftlich darbt der Stadtclub. Präsident Canepa, beziehungsweise seine Frau Heliane, schoss letztes Jahr 7,5 Millionen in den Verein.
Ohne Stütze hätte der FCZ 6 Millionen Verlust geschrieben.
Der FCZ ist in der Stadt beliebter als GC und hat in den vergangenen Jahren stattlichen Zulauf erhalten. Aber: Zu den aktuellen Spielen kommen nur durchschnittlich 400 mehr als zum kleinen FC Luzern.
Der Zürcher Verein präsentiert sich als Arbeiterklub. Die Fans der Südkurve sind wahrscheinlich Schweizer Meister im Prügeln, aber anziehend wirken sie nicht.
Der Fanshop ist ein Durcheinander. Weil viel zu viele Einzelteile im Sortiment sind, müssen sie nun mit Preisabschlägen von bis zu 70 Prozent verkauft werden.
Mütze, Schal und Handschuhe für Kinder landen mitten im Herbst im Ausverkauf. Die Klubgeschichte (in der „Luxus-Edition“) wird 200 Franken günstiger angeboten.