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*Die UEFA EURO 2008 steht vor der Tür. In die Vorfreude mischt sich Besorgnis, ja Angst. Wird neben Leidenschaft und Fussballlust auch Randale zum Thema? Wird die Gefahr von Hooligans schöngeredet? «Hooligans» aus der Reihe «DOK» befasst sich mit der dunklen Seite des Fussballs. Er zeigt Hintergründe zu einem Phänomen, das die populärste Sportart der Welt seit Jahren begleitet. Ob die Fussball-Europameisterschaft 2008 wirklich zum Schweizer Sommermärchen wird, bezweifeln einige der Protagonisten im Film.
Ginger Bob war während Jahren Anführer der sogenannten Millwall F-Troop, einer berüchtigten Hooligan-Gang im Südosten der englischen Hauptstadt. Warum prügeln sich organisierte Gruppen von jungen Männern rund um Fussballspiele, immer und immer wieder? «Es ist schwer zu beschreiben. Es ist diese Energie - Energie pur. Du weisst, es ist schlecht. Aber es ist wie eine Sucht. Das Adrenalin schiesst hoch, und du willst den Kontakt mit dem Gegner. Der Kampf zieht dich an wie ein Magnet.»
Für den Film «Hooligans» wollte Urs Schnell auch Schweizer Schläger vor die Kamera bekommen. Es war aussichtslos. Obwohl die heimische Hooliganszene - nach Höhepunkten in den 1990er-Jahren - immer noch um die 200 Mann zählt. Diese Zahl nennen Insider bei der Zürcher Stadtpolizei. Vertreter der Zentralstelle für Hooliganismus in Zürich sagen aber auch, das grössere Problem als Hooligans seien heute gewaltbereite Fans in den verschiedenen Kurven der Nationalligaklubs,
im Besonderen Fans der Zürcher Südkurve oder der Basler Muttenzer Kurve.
Leute aus der Muttenzerkurve sorgten am 13. Mai 2006 für den schwärzesten Moment im Schweizer Fussball. Der FC Basel verlor die Meisterschaft in letzter Minute. Anhänger des FCB stürmten daraufhin das Feld. Die Fernsehbilder waren abstossend, die Meinung in den Medien gemacht: Die Randalierer im St. Jakobspark waren Hooligans. - «Nein, das waren nicht Hooligans», sagt Thomas Gander, Leiter des Fanprojektes Basel. «Das waren schockierte junge Fussballfans, die der emotionalen Belastung nicht standhielten. Die Situation damals hing mit einer Massendynamik zusammen, die sich aufgrund des späten Gegentors entwickelte.»
Tatsache ist, Fussballspiele bieten jungen Männern Möglichkeiten, die sie im Alltag vermissen: Im Stadion leben sie Leidenschaft und Emotionen, spüren Energien, in einer ursprünglichen und wilden Form. Jeder Fussballbegeisterte kennt den Moment, «mit der Masse eins zu werden». Ein gutes Spiel liefert dafür die Voraussetzungen. Was aber, wenn die gute Stimmung kippt, die Masse sich plötzlich unberechenbar zu verhalten beginnt?
Die schweizerischen Behörden haben für die UEFA EURO 2008 das grösste Sicherheitsaufgebot bereitgestellt, das dieses Land zum Schutz eines Anlasses je gekannt hat. Staat- und Sportfunktionäre wollen und müssen alles im Griff haben, auch mögliche Ausschreitungen von Hooligans oder emotional überlasteten Fans.*