FISCHER DARF AUCH DAS DERBY VERLIEREN
Die Grasshoppers liegen nach der 0:1-Niederlage auf einem Barrageplatz. Vizemeister FC Zürich hat nach dem 1:2 gegen YB nur drei Zähler mehr auf dem Konto. Die Affiche GC gegen den FCZ könnte man auch Not gegen Elend nennen. Bickel erinnert daran, dass es vor zwei Jahren unter Bernard Challandes schon einmal eine ähnliche Konstellation gegeben habe. Es war die Saison in der Champions League, als der FCZ in der Meisterschaft auch nicht auf Touren kam. Es war auch die Saison, in der Bernard Challandes schliesslich entlassen wurde.
«Eine Trainerdiskussion lasse ich schon gar nicht aufkommen», antwortet Bickel angesprochen auf Urs Fischer spontan. Das Schicksal von Fischer werde man auch nicht mit dem Ausgang des Derbys verknüpfen. Auch bei einer allfälligen Niederlage stehe Fischer nicht zur Diskussion, versichert er. «Egal was passiert, Urs bleibt unser Mann.» Bickel will das indes vielmehr als eine klare Botschaft an die Spieler verstanden wissen. «Jetzt stehen die Spieler in der Pflicht. Sie haben sich vorwiegend diese Suppe selber eingebrockt, jetzt können sie sie auch wieder auslöffeln», sagt der Zürcher und verweist umgehend auf das Spiel gegen YB, in dem Alphonse und Margairaz des Feldes verwiesen wurden. Alphonse hatte den Berner Farnerud mit einem groben und völlig unnötigen Foul unmotiviert regelrecht niedergestreckt.
«Die Busse wird vierstellig ausfallen»
Margairaz hatte dem österreichischen Ref gleich 5-mal den Vogel gezeigt. Die fehlbaren Spieler müssen mit einer hohen Busse rechnen. «Wir haben einen Bussenkatalog, der vierstellige Summen vorsieht», sagt Bickel. Und in dieser Dimension werde die Busse auch ausfallen. Offenbar stehen 5000 Franken im Raum. «Solche Undiszipliniertheiten schaden uns enorm», sagt Bickel. Auf die Frage, ob Fischer seine Spieler nicht mehr im Griff habe, wiederholt er sich umgehend. «Auf Urs lasse ich nichts kommen.» Ende Saison laufen die Verträge von Margairaz und Alphonse aus. «Die beiden haben sich wahrlich nicht für eine erneute Vertragsverlängerung empfohlen», sagt Bickel. Für Margairaz kommt erschwerend hinzu, dass er im ersten Saisonspiel in Sion einen Elfmeter geradezu grobfahrlässig vergeben hatte. Er lupfte den Ball in die Mitte des Tores und wurde dafür bitter bestraft. Die 0:1-Niederlage war denn auch der Beginn der Krise.
Warum hat Aegerter Margairaz nicht gestoppt?
Im Spiel gegen YB gab es bei der Szene des doppelten Platzverweises noch etwas zu bedenken. Als Margairaz nicht aufhörte, den Ref zu bedrängen, stand Silvan Aegerter daneben. Als Captain hätte er seinen Teamkollegen zurechtweisen und ihn sofort vom Tatort wegbefehlen müssen. Aber warum hat er das nicht getan? «Gute Frage», sagt Bickel. Er habe sich dasselbe auch gefragt.
Am Donnerstag spielen die Zürcher in der Europa League in Rumänien gegen Vaslui. Dann steigt das Zürcher Derby. Bickel fordert die Rehabilitation der Mannschaft. «Ich erwarte von ihnen eine klare Reaktion.» Beim FCZ scheint in der Krise eines klar: Es fliegt nicht der Trainer wie meist üblich im Geschäft – jetzt geht es den Spielern an den Kragen. «Ich gehe davon aus, dass der Präsident oder ich vor der Mannschaft deshalb noch Klartext reden werden», verspricht Bickel
Quele:
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