Diskussion um die Abstimmung zum Konkordat am 9. Juni

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devante
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07.06.2013, 08:51 · #121
Beiträge: 19'476
Wer's verhangen hat abzustimmen: Stadtzürcher gehen am Sa zum HB und die anderen stellen am Sonntag den Wecker und stehen ab 10:00 Uhr auf der Gemeinde an! Jede Stimme zählt!
neinzumkonkordat.ch
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07.06.2013, 12:50 · #122
Beiträge: 2
Diverse Updates, unter anderem die heutige lesenswerte Kolumne von Gimes zum Thema: http://www.neinzumkonkordat.ch
nicht
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09.06.2013, 09:09 · #123
Beiträge: 1'338
«Sportfans – die letzte proletarische Massenbewegung»
Veröffentlicht am Samstag, 08. Juni 2013 Geschrieben von Paul M. Verändern sich die objektiven Bedingungen, verändert sich über kurz oder lang auch das politische Bewusstsein. Nach jahrzehntelangen Phasen der politischen Apathie kann es passieren, dass plötzlich und unerwartet ganze Massenbewegungen klare politische Vorstellungen äussern und umsetzen wollen. Das Bewusstsein entwickelt sich nicht langsam und stetig, es bewegt sich in Sprüngen, schnell und vermeintlich unerwartet. Nun ist das politische Parkett des Kantons Zürich um einen Akteur reicher geworden: Die Sportfans stehen einig hinter einer politischen Parole. Über alle Vereinsgrenzen hinweg haben sie sich zu einem Komitee zusammengeschlossen, um einen politischen Kampf gegen das Hooligan-Konkordat zu führen. Aus einer unpolitischen Bewegung heraus bildet sich ein schlagkräftiges politisches Instrument, welches mit spektakulären Aktionen in der Öffentlichkeit auftritt. Eine bemerkenswerte Entwicklung. Für Marxisten ist das Grund genug, genauer hinzuschauen. Sportfans und Kapital Die Bewegung der Sportfans kann ganz gewaltig mobilisieren: Sie schafft es jedes Wochenende, zehntausende von Menschen quer durchs Land hin- und her zu bewegen. Da werden Sonderzüge gemietet und Choreographien eingeübt, es gibt eingespielte, gepflegte und funktionierende Kommunikationsstrukturen; Mailverteiler, Websites, Facebookpages und eigene Zeitungen. Es gibt Vorstände und Autoritäten, Präsidenten und Finanzer, man hat eigene Lokale und Treffpunkte, man hockt im Kreis zusammen, überlegt sich was man als nächstes macht. Sportfans stehen einig hinter dem Verein, sie können „handeln wie ein Mann“. In erster Linie ist das moderne Sportfanleben ein Organisationsleben. Fussballfans, insbesondere darin die Ultrabewegungen, sind somit im ganz grundsätzlichen, unpolitischen Wortsinne einfach einmal organisiert. Zu Zehntausenden! Das ist umso bemerkenswerter, als dass die Sportfans in ihrer übergrossen Mehrheit ProletarierInnen, Lohnabhängige, Besitzlose sind. Im realexistierenden Kapitalismus stellen sie damit eine Besonderheit dar. Mit Ausnahme der Gewerkschaften und einiger Parteien (wobei sich hier die Frage stellt, wie viele Mitglieder sich aktiv am Parteileben beteiligen), sind alle wirklich wichtigen Organisationen im kapitalistischen System vom Kapital geführt, oder befinden sich zumindest in Abhängigkeit von ihnen. Das fängt beim mittelgrossen Verein an, geht weiter bei der Firma und zieht sich über die grossen bürgerlichen Parteien und den Wirtschaftsverbänden bis hin zum bürgerlichen Staat, dem mächtigsten politischen Ausdruck der kapitalistischen Klassenherrschaft. Keine grosse Organisation ohne Kapital, möchte man meinen. Organisierte Sportfans beugen sich dieser Logik nicht. Klasse an sich, Klasse für sich Dass sich um den Sport herum so viele ProletarierInnen organisieren, ist ein sehr interessantes Phänomen. Um zu erklären, warum es für MarxistInnen so interessant ist, müssen wir uns etwas in der Zeit zurückbewegen. Marx schrieb 1847 im Elend der Philosophie: „Die ökonomischen Verhältnisse haben zuerst die Masse der Bevölkerung in Arbeiter verwandelt. Die Herrschaft des Kapitals hat für diese Masse eine gemeinsame Situation, gemeinsame Interessen geschaffen. So ist diese Masse bereits eine Klasse gegenüber dem Kapital…“ Nach Marx begann man, die politisch nicht organisierten Teile der ArbeiterInnen als Klasse an sich zu bezeichnen. Jetzt ist die ArbeiterInnenklasse zwar eine Klasse an sich, „aber noch nicht für sich selbst. In dem Kampf [...] findet sich diese Masse zusammen, konstituiert sie sich als Klasse für sich selbst. Die Interessen, welche sie verteidigt, werden Klasseninteressen.“ Das Zusammenfinden der Klasse, das Konstituieren der Klasse für sich, das ist die Aufgabe der linken Organisationen, allen voran der MarxistInnen. Natürlich ist die Bewegung der Sportfans keine politische Bewegung. Sie sind -mit einigen Ausnahmen - unpolitisch. Es wird stark darauf geachtet, dass es innerhalb der Gruppen keine Reibereien um politische Themen gibt. So kommt es dazu, dass es in der Fankurve ein kunterbuntes Treiben der verschiedensten politischen Strömungen gibt. Am einen Ende des Transparents steht ein sich bekennender Rassist, am anderen Ende ein Kommunist. Der Sport bringt sie alle an den gleichen Ort. Diskutiert wird anderswo. Ob man das jetzt gut oder schlecht findet, ändert an der Tatsache zunächst einmal gar nichts. Ein Bewusstsein für die eigene Klassenlage ist nicht zwingend vorhanden. Aber: das Potential ist da. Der Druck des Staates kann dazu führen, die eigene Klassenlage zu erkennen, er kann dazu führen, die organisatorische Stärke für die eigenen (Klassen-) Interessen zu nutzen. Staatsmacht und Sportfans Der Staatsmacht ist die Bewegung der Sportfans ein Dorn im Auge. Wenn sich Teile des Proletariats fern von jedem Kapital und jedem Staat organisieren, und zu zehntausenden Auflaufen, dann ist das für den Staat grundsätzlich eine gefährliche Sache. Betrachten wir es einmal andersherum: Das jedes Wochenende zehntausende durch die Shoppingmalls ziehen, hat noch nie die Polizei auf den Plan gerufen. Kein Wunder, ist es ja auch vom Kapital so gewünscht und organisiert worden. Wenn da etwas nicht so läuft wie gewünscht, organisieren Staat und Kapital zusammen den reibungslosen Ablauf. Bei proletarischen Bewegungen sieht das grundsätzlich anders aus. Laufen diese irgendwo auf, kann ein Ansprechpartner nicht unbedingt garantieren, was die Gruppe macht, er muss seine Autorität walten lassen. Die ist ihm aber, im Gegensatz zur Autorität eines Firmenchefs nicht von oben, durch Eigentum gegeben. Der Führer einer proletarischen Bewegung hat sie sich in mühseliger Kleinarbeit vertrauensvoll erworben. Nun ist die Autorität des Präsidenten eines Fussballfanclubs nicht unbedingt schwächer als die eines Firmenchefs. Aber sie unterscheidet sich doch grundsätzlich von dieser: Handelt der Firmenchef gegen den Willen der Masse der ArbeiterInnen, schützen ihn die Eigentumsrechte. Handelt der Fussballfanclubpräsident, oder auch der Führer einer politischen proletarischen Bewegung, gegen den Willen der Masse, verliert er seine Autorität. Die Autorität ist ihm nur so lange gegeben, wie die Masse überzeugt ist, er handle in ihrem Interesse. Verhandelt der Staat mit Sportfans, reicht ihm diese Grenze der Autorität nicht aus. Er will Garantien haben, dass nichts passiert. Diese kann ihm aber niemand geben. Der Staat weiss sich zu helfen: er greift zur Repression. Dass die Repression Grenzen hat (teure Gerichtsverfahren, die der Staat auch immer wieder mal verliert) bringt ihn aber nicht dazu, die Repression einzuschränken. Er versucht es umgekehrt: er will die Repression per Gesetz legitimieren, vereinfachen und unantastbar machen. So wäre bei Annahme des Konkordats bereits „Gewalttäter“, wer Pyrotechnik mitführt, so könnte man sich auf rechtsstaatlichem Wege nicht mehr gegen Rayonverbote wehren. Kräfteverhältnisse, nicht Argumente Die Argumente der Zürcher Kantonsregierung für das Konkordat sind - gemessen am Ausmass der Grundrechtseinschränkungen- mindestens fadenscheinig. Logischer oder praktischer Überprüfung halten sie nicht stand. Ursprünglich wurde argumentiert, dass durch Sportfans verübte Gewalttaten zunähmen. Blöd nur, dass ihre Anzahl in den letzten 20 Jahren sank. Wenn es also wirklich um die Gewalttaten ginge, wäre ja auch der Handlungsbedarf kleiner geworden. Das wissen aber auch die Verantwortlichen, die das Konkordat durchsetzen wollen. Das kann also nicht der Grund sein. Wenn der Regierungsrat Mario Fehr die „unerträgliche Machismokultur“ der Sportfans beklagt, dann ist der Umgang mit der Machismokultur sein persönliches Problem. Wäre er konsequent, müsste er ein Konkordat gegen Misswahlen unterstützen. Die hanebüchenen Argumente der Konkordatsbefürworter lassen es erahnen: es steckt mehr hinter den Versuchen, der Repression eine gesetzliche Grundlage zu geben. Wenn der Staat nun mit dem Hooligan-Konkordat gegen die Sportfans vorgeht, dann ist es der Klassencharakter der Sportfanbewegung, gegen den sich der Staat wendet. Und dafür lässt er, fern jeglicher sachlichen Argumentation, seine Muskeln spielen. Die Sportfanbewegung, mit ihrem unschätzbaren Knowhow zur Organisierung proletarischer Massen, ihren regelmässigen erfolgreichen Massenmobilisierungen, stellt für den Staat ein strukturelles Sicherheitsproblem dar. In Zeiten schwerster revolutionärer Krisen können Sportfans mit diesem Knowhow zu realen Trägern der revolutionären Strassenkämpfe werden. Beispiele gefällig? „Fussballfans aus rivalisierenden Teams trafen die Übereinkunft ihre Kräfte gegen die Polizeibrutalität zu bündeln und setzten, wie auch schon in Tunesien und Ägypten, ihre Erfahrung im Strassenkampf gegen die Polizei gezielt ein.“ – heisst es in unserem Bericht über die jüngsten Proteste in der Türkei. Und was ist denn das Konkordat-Nein-Komitee im Kanton Zürich anderes als ein Komitee gegen Polizeiwillkür und -gewalt? Die Sportfans haben sich, über alle Vereinsgrenzen hinweg, zu einem politischen Komitee zusammengeschlossen, sie mischen sich direkt in die politische Sphäre ein. Auch dies ist eine Vorwegnahme der zunehmenden Politisierung der Schweizer ArbeiterInnenklasse im Zuge der Krise. Wir MarxistInnen wünschen den Sportfans eine erfolgreiche Abstimmung und sind äusserst gespannt, welche politische Mobilisierungskraft die Sportfanbewegung hat. Q: http://www.derfunke.ch/htm/de/schweiz/2 ... enbewegung
fcz333
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09.06.2013, 10:07 · #124
Beiträge: 2'242
Hochrechnung 12.00Uhr -> 86.4% JA-Stimmen...
gecko
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09.06.2013, 10:08 · #125
Beiträge: 768
Klares Verdikt: Zürcher wollen härter gegen Hooligans vorgehen Das Zürcher Volk stimmt heute Sonntag darüber ab, ob der Kanton die Verschärfungen des Hooligan-Konkordats mitträgt. Die erste Hochrechnung prognostiziert fast 90 Prozent Zustimmung.
radical_rider
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09.06.2013, 10:20 · #126
Beiträge: 243
Hochrechnung 12.00Uhr -> 86.4% JA-Stimmen... 87.4 % ja und 114 von 185 Gemeinden ausgezählt
hyperlite
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09.06.2013, 12:47 · #127
Beiträge: 2'036
So ist es offiziell, 85.5 Prozent haben Ja zum Konkordat gesagt. Eine erdrückende Zahl, welche uns allen aufzeigt, wie wenig Ahnung die meisten Leute von der Materie haben. Alle wollen schon mindestens eine Ausschreitung miterlebt haben und haben deswegen die "Nase voll". Wie viele dies wirklich waren, lässt sich nicht eruieren, jedoch wird es eine verschwindend kleine Zahl der Ja-Stimmer sein. Dies zeigt uns wie die (Massen-)Medien die Erinnerungskultur vieler manipulieren kann und dies auch ganz offensichtlich auch tun. Was mir persönlich Angst macht, ist dass wir uns in einer Gesellschaft bewegen, in welcher inzwischen jegliche Grundrechte einfach beschnitten werden dürfen. Hauptsache sie eignen sich für politische Parolen oder eine dicke, fette Schlagzeilen. Im Moment trifft es nur uns Fussballfans, aber wir bewegen uns in beängstigender Geschwindigkeit auf weitere Repressionen zu und diese werden sich in naher Zukunft nicht nur auf den Fussball beschränken.
Goose
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09.06.2013, 13:20 · #128
Beiträge: 2'028
Das Resultat überrascht nicht wirklich.. ich habe "nein" in die Urne geworfen, mehr aus solidarischen Ueberlegungen als aus Ueberzeugung. Deshalb gilt für mich persönlich, dass sich an einem Match-Besuch nichts geändert hat. Und wer jetzt als Stammtischsitzer, welcher mit "ja" gestimmt hat, meint, es ändre sich nur das Geringste, der irrt.. In diesem Sinne, ein subjektives "so what?" von meiner Seite.
ted mosby
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09.06.2013, 13:55 · #129
Beiträge: 1'587
Die Abstimmung war bereits verloren als das Wort "Hooligan" in den Abstimmungstitel kam. Trotzdem Danke an alle die sich engagiert haben!
Avatar von Dave
Dave
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09.06.2013, 14:03 · #130
Beiträge: 8'207
Niederschmetterndes Resultat, war aber leider zu erwarten, jedoch nicht ganz in dieser Deutlichkeit. Jedoch war die Abstimmung mit der Medienpropaganda und den JA-Parole fast sämtlicher Parteien nicht zu gewinnen. Ich denke, von den 85 % waren die wenigsten schon einmal in einem Stadion, die haben nur von den kriegsähnlichen Zuständen in Käseblättern wie dem Blick und dem Tagi gelesen. Jedoch hat man den Median im Wochentakt fette Schlagzeilen geliefert. Auch wenn dies wohl kaum irgend etwas geändert hätte, hätte ich mir etwas Zurückhaltung von den Fans vor der Abstimmung gewünscht. Pyros werden als illegal angesehen, deshalb wird es auch weitere Verschärfungen geben. Habe es früher immer gschätzt, dass wir in der Schweiz im Vergleich zum Ausland relativ viel Freiheit genossen. Leider ziehen ziehen die Schweizer nach und werfen die Freiheit willentlich einfach weg. Dass das Gesetz gegen alle friedlichen Fussballfans zielt und nichts gegen die wirklichen Gewalttäter nützt, ist jedem hier drin klar. Es ist zu hoffen, dass nicht so heiss gegessen wie gekocht wird. Hoffe, das Gesetz wird juristisch angefechtet, da es nicht verfassungskonform ist. Danke liebe Stimmbürger, von euch hat sicher keiner die Initiative gelesen.
«Wenn jemand sagt, der FCZ sei kein Spitzenklub, habe ich Mühe, weiterzudiskutieren.» Ancillo Canepa
schmul
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09.06.2013, 14:31 · #131
Beiträge: 747
Herr Dave, Du hättest schreiben sollen: Anstatt: Danke liebe Stimmbürger, von euch hat sicher keiner die Initiative gelesen. Korrekt: Danke liebe Fackelwerfer und Schläger, Euch haben wir jetzt die Initiative zu verdanken. 1) War sowieso klar, dass die Initiative angenommen wird. Diese Deppen wollen halt neben Ihrer 48 Stunden Büro-Woche noch mehr Sicherheit und Kameras. Dann sind sie mit ihren bescheidenen Leben zufrieden. Trotzdem ist es überraschend deutlich ausgefallen, ich hätte so mit einem Ja zwischen 60% und 68% gerrechnet, aber dass 85% ja stimmen ist schon überraschend. 2) Es ist halt nun mal so. Das, was Schlagzeilen macht sind die Ausschreitungen, welche halt leider Gottes stattfinden. Genau diese Schlagzeilen finden den Weg in die Medien und dann den Weg in die Köpfe der Wähler. 3) Ihr solltet jetzt nicht so wie Dave die Ja-Stimmer in den Topf hauen, denn Ihr lebt in einer gesunden Demokratie, es ist Ihr Recht, Ihre Meinung zu äussern. Das haben sie getan, und zwar deutlich. Ihr solltet Euch hinterfragen, warum das so ist? Deppen sind die Ja Stimmer trotzdem, aber es ist halt Ihr Recht, Deppen zu sein 4) Die einzig Schuldigen, dass es jetzt evt. ein paar mehr Ausweiskontrollen gibt, sind diejenigen, welche für Zoff und gefährliche Situationen sorgen, bekämpft diese und schaut, dass diese weniger Scheisse bauen, dann baut die Repressionswelle auch wieder ab. Solche Repressionswellen kommen nicht von nichts. Trotzdem überflüssig und vor allem übertrieben. 5) Ihr habt heute das bestätigt bekommen, was Ihr eigentlich schon lange wissen müsstet: Ihr lebt in einem Land voller Vollidioten. 6) Es ändert sich eh nicht viel oder sogar gar nichts. Ihr lebt nach wie vor nicht in einem Polizeistaat wie der USA. Was hat sich seit BWIS und GAMMA verändert? Genau, GAR NIX. Also kopf hoch und bier trinken so lange es noch Bier gibt ;-)
Mark
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09.06.2013, 15:51 · #132
Beiträge: 705
Nicht vom Resultat bin ich überrascht, sondern von der Deutlichkeit. Jetzt kann man natürlich rumheulen, dass 90% keinerlei Ahnung hatten, den sensationsgeilen Medien mit ihren reisserischen Artikeln die Schuld geben, etc. etc. Tatsache ist, die Vorfälle HABEN stattgefunden. Und sie haben das Bild der breiten Öffentlichkeit geprägt. Wären Pyros immer nur gezündet, aber niemals geworfen worden = das Resultat sähe anders aus! Wäre Gemaxe Gemaxe geblieben, ohne dass andere in Mitleidenschaft gezogen worden wären = das Resultat sähe anders aus! Gäbe es keine Leute, die nicht für einen Fünfer studieren = das Resultat sähe anders aus! Würden sich Kurven (überall) auf gesunde Weise selbst regulieren = das Resultat sähe anders aus! Aber das alles ist nicht eingetroffen und so setzt der Volks-Urnen-Pöbel uns Schranken, die verheerend für die Fankultur sind, die wir aber als Demokraten zu schlucken haben, weil wir nicht fähig waren, solches abzuwenden! "BRAVE NEW (FOOTBALL-) WORLD"
schmul
Mitglied
09.06.2013, 15:54 · #133
Beiträge: 747
Nicht vom Resultat bin ich überrascht, sondern von der Deutlichkeit. Jetzt kann man natürlich rumheulen, dass 90% keinerlei Ahnung hatten, den sensationsgeilen Medien mit ihren reisserischen Artikeln die Schuld geben, etc. etc. Tatsache ist, die Vorfälle HABEN stattgefunden. Und sie haben das Bild der breiten Öffentlichkeit geprägt. Wären Pyros immer nur gezündet, aber niemals geworfen worden = das Resultat sähe anders aus! Wäre Gemaxe Gemaxe geblieben, ohne dass andere in Mitleidenschaft gezogen worden wären = das Resultat sähe anders aus! Gäbe es keine Leute, die nicht für einen Fünfer studieren = das Resultat sähe anders aus! Würden sich Kurven (überall) auf gesunde Weise selbst regulieren = das Resultat sähe anders aus! Aber das alles ist nicht eingetroffen und so setzt der Volks-Urnen-Pöbel uns Schranken, die verheerend für die Fankultur sind, die wir aber als Demokraten zu schlucken haben, weil wir nicht fähig waren, solches abzuwenden! "BRAVE NEW (FOOTBALL-) WORLD" Gutes Posting. Endlich sieht die Problematik jemand mal selbstkritisch und logisch.
dennisov
Mitglied
09.06.2013, 16:11 · #134
Beiträge: 5'501
Und ein weiterer Schritt Richtung Polizeistaat ist getan. Einfach nur lächerlich wie eindeutig die Abstimmung ausgefallen ist. Somit ist's offiziell, jeder Fussballfan ist für die ja-stimmenden ein Hooligan.
Stadtfuchs
Mitglied
09.06.2013, 16:27 · #135
Beiträge: 263
Nicht vom Resultat bin ich überrascht, sondern von der Deutlichkeit. Jetzt kann man natürlich rumheulen, dass 90% keinerlei Ahnung hatten, den sensationsgeilen Medien mit ihren reisserischen Artikeln die Schuld geben, etc. etc. Tatsache ist, die Vorfälle HABEN stattgefunden. Und sie haben das Bild der breiten Öffentlichkeit geprägt. Wären Pyros immer nur gezündet, aber niemals geworfen worden = das Resultat sähe anders aus! Wäre Gemaxe Gemaxe geblieben, ohne dass andere in Mitleidenschaft gezogen worden wären = das Resultat sähe anders aus! Gäbe es keine Leute, die nicht für einen Fünfer studieren = das Resultat sähe anders aus! Würden sich Kurven (überall) auf gesunde Weise selbst regulieren = das Resultat sähe anders aus! Aber das alles ist nicht eingetroffen und so setzt der Volks-Urnen-Pöbel uns Schranken, die verheerend für die Fankultur sind, die wir aber als Demokraten zu schlucken haben, weil wir nicht fähig waren, solches abzuwenden! "BRAVE NEW (FOOTBALL-) WORLD" Diese Ereignisse und deren mediale Tragweite bezweifelt ja auch niemand. Auch dass uns allen ein wenig Selbstreflexion gut anstünde, kann ich irgendwo noch unterschreiben. Nur stehen diese wenigen, zweifelsfrei unrühmlichen Vorkommnisse in keinem Verhältnis zu der überwiegend friedlichen Stimmung in und um Fussballstadien. Die Heraufbeschwörung rechtsfreier Zustände in den hiesigen Stadien unter Ausserachtlassung der positiven sozialen Entwicklungen in der Fankultur ist vergleichbar mit der Hysterie einer vermeintlichen Islamisierung unserer Gesellschaft: Sie beschreibt nicht die tatsächlich vorherrschenden Verhältnisse. Dass Politiker sich auf Kosten von Randgruppen politisch profilieren, verwundert kaum. Auch habe ich grundsätzlich kein Problem damit, demokratisch legitimierte Entscheide zu akzeptieren. Da jedoch Journalisten jedweder Couleur (unter Berücksichtigung einiger Ausnahmen) durch ihre absurd einseitige, manipulative Berichterstattung das Bild eines vierschrötigen, nihilistischen, die öffentliche Sicherheit bedrohenden Gewalttäters zementiert haben, kann ich diese Kröte nur widerwillig schlucken. Die diversen seltsamen Ereignisse im Vorfeld verstärken dieses Unbehagen. Überrascht hat mich das Resultat selbstverständlich nicht, die Vehemenz jedoch schon. Wir wurden nicht mit fairen Mitteln geschlagen. PS: Mal sehen, wen die Verbotsmeierei als nächstes trifft. Man könnte ja zur Eindämmung von Gewalttaten im Ausgang die ZVV-Nachtzüge abschaffen. Oder die Polizeistunde wieder einführen. Entspräche letzten Endes dem Zeitgeist.
gelbeseite
Mitglied
09.06.2013, 16:30 · #136
Beiträge: 6'419
Ochlokratie.
Jure Jerkovic
Mitglied
09.06.2013, 17:25 · #137
Beiträge: 1'880
Ochlokratie. habe ich noch nie gehört, dieses wort. aber trifft den punkt. hier eine begriffserklärung aus wikipedia:
«Ochlokratie»
Unter einer Ochlokratie wird eine Form der Herrschaft der Masse verstanden. Die Bezeichnung leitet sich ab aus dem gr. ὀχλοκρατία (aus ὄχλος óchlos ‚(Menschen-)Menge‘, ‚Masse‘ sowie κρατία kratía ‚Herrschaft‘) und wird auch Pöbelherrschaft genannt, nach dem abschätzigen Begriff ‚Pöbel‘ für Menschenmasse. Ochlokratie ist ein Begriff aus der antiken griechischen Staatstheorie, der vom Historiker Polybios (um 200–118 v. Chr.) eingeführt wurde und seine analytische Bedeutung bis heute behalten hat. Während die Demokratie Polybios zufolge am Gemeinwohl orientiert ist, sieht er die Ochlokratie als Zerfallsform an, in welcher die Sorge um das Gemeinwohl dem Eigennutz und der Habsucht Platz gemacht hat. Insofern gilt die Ochlokratie als eine Entartung der demokratischen Staatsform. trotzdem müssen wir uns schon auch an der eigenen nase nehmen, wie mark treffend geschrieben hat. insbesondere die zunahme des geböllers in den letzten monaten war der stimmung gegenüber den kurvenfans kaum zuträglich.
ganzodergarnöd
Mitglied
09.06.2013, 17:37 · #138
Beiträge: 90
Dass das Konkordat angenommen wurde, war angesichts der medialen Berichterstattung im Vorfeld und den wenigen Politikern die sich dagegen ausgeprochen haben vorauszusehen, da hätten sich die Fankurven in den letzten Monaten noch so vorbildlich verhalten können - in seiner Deutlichkeit überrascht es aber natürlich trotzdem. Gerade in den Städten Zürich und Winterthur hätte ich mir etwas mehr Nein-Stimmen erhofft, zumal die Konkordats-Gegner wohl alle Kräfte mobilisiert haben, während bei einer höheren Stimmbeteiligung das Resultat noch deutlicher ausgefallen wäre. Die Fankurven werden aber sicherlich die passende Antwort auf die Annahme finden und sich bei den nächsten Wahlen hoffentlich daran erinnern, welche Parteien bzw. Politiker gegen das Konkordat angekämpft haben. Zudem bleibt ja noch die Hoffnung, dass die Beschwerde vor Bundesgericht gutgheissen wird.
Dieter
Mitglied
09.06.2013, 17:48 · #139
Beiträge: 9'295
und sich bei den nächsten Wahlen hoffentlich daran erinnern, welche Parteien bzw. Politiker gegen das Konkordat angekämpft haben. Die SP hat sich für Fussballfan-Linkswähler absolut ins abseits manövriert - Zum Glück gibt's Alternativen. Eigentlich wäre jetzt der richtige Zeitpunkt den (Anti-)Wahlkampf gegen SP und Konsorten für die Stadt-/Gemeinderatswahlen im nächsten Jahr zu lancieren.
Istvan a kiraly
Mitglied
09.06.2013, 17:58 · #140
Beiträge: 2'582
Finde es bedenklich wie klar das Konkordat angenommen wurde. wie schon geschrieben, waren die meisten ja-sager noch nie im Leben in einem Fussballstadion. Was ich allerdings glaube ist, das die Vorkommnisse in letzter Zeit nicht viel zum Ja beigetragen haben. Die Meinungen waren doch schon gemacht. Die SVP und SP beschliessen die Ja Parole und alle ihrer Wähler stimmen Ja ohne nachzudenken, geschweige denn die Initiative zu lesen. Glaube auch nicht das sich viel verändern wird. Wie will mann den 10 000 Id's vor dem Eingang kontrollieren. Das würde ja ewig dauern. Ich glaube auch nicht dass den Fans die Anreise vorgeschrieben wird. Wie will mann das kontrollieren?? Mit dem Alkoholverbot schneidet mann sich ins eigene Fleisch. So besaufen sich die Leute vor dem Stadion. Und zwar erheblich mehr, weil sie wissen das sie drinnen nichts bekommen. Was ich befürchte das die Fanmärsche leider der Geschichte angehören werden. Hoffe ich behalte recht. Bin echt gespannt. Noch eine Frage: Wann wird das Konkordat umgesetzt? Anfang nächste Saison?
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