Diskussion um die Abstimmung zum Konkordat am 9. Juni

215 Antworten · 91'599 Aufrufe · Seite 10 von 11
sürmel
Mitglied
11.06.2013, 07:43 · #181
Beiträge: 3'286
Ich weiss schon was du meinst Sürmel aber wenn wir z.B. das Beispiel der NZZ nehmen, bin ich sicher, dass eine Abstimmung für die Sprayerattacken ohne Fussballhintergrund wohl das gleiche Ergebniss herbeiführen würde. Ich denke Treiber für das deutliche Ja waren neben den tollen Fackelwürfen und Räuber und Poli Spiel rund ums Stadion wohl klar die aufzuwendenden Finanzen um den Chaoten und Eigentumbeschädigern gerecht zu werden. Die Leute haben wohl einfach die Schnauze voll um Steuern für eventgeile Chaoten aufzuwenden oder um die Stadt danach zu putzen, Fassaden zu reinigen etc. Wenn nun also die Abstimmung die gleichen Folgen für Demonstration-Sachbeschädiger-Gewaltexzesse-Sprayer ohne Fussballhintergrund fordern würde, wäre das Resultat das gleiche da bin ich mir sicher. Und ja die meisten wird es nicht betreffen solange im Familiencorner oder auf der West und Osttribüne keine Arschloch-Maulwürfe zu gange sind ändert für sie reichlich wenig weil das Alkverbot bei Risiko- oder Europaspielen etc. kennen die Leute schon lange. Ja das sehe ich auch so, dass da das Resultat das gleiche ist. Weil es da wieder um Repression und (vorgeschobene) Lösungen geht, welche sie nicht in Ihrer Freiheit treffen oder eben es so aus sieht dass es sie nicht trifft. Ich meine nur, dass man evtl. mehr mit den Argumenten kommen sollte, dass man mit Freiheit nicht leichtfertig umgehen sollte, auch wenn es dieses mal nicht die eigene Betrifft. Sicherheit auf Kosten der Freiheit ist in meinen Augen oft ein schlechter Tausch. Lieber frei in Gefahr als in Sicherheit im Gefängnis.
Jure Jerkovic
Mitglied
11.06.2013, 07:47 · #182
Beiträge: 1'880
frage mich noch immer, wie das bei uns überhaupt vors volk kommen konnte. äääh, die fans haben stimmen für ein referendum gesammelt. so musste das vors volk kommen.
devante
Mitglied
11.06.2013, 07:52 · #183
Beiträge: 19'476
frage mich noch immer, wie das bei uns überhaupt vors volk kommen konnte. äääh, die fans haben stimmen für ein referendum gesammelt. so musste das vors volk kommen. ja das ist mir schon klar, ich meinte jedoch, wie das im ZH Parlament durchgekommen ist, wo die Basler Grössräte hier wohl mehr Augenmass haben....
Jure Jerkovic
Mitglied
11.06.2013, 07:55 · #184
Beiträge: 1'880
gestern in der sportlounge haben guglielmetti vom fcz und fehr über das abstimmungsergebnis geredet: http://www.srf.ch/player/tv/sportlounge ... 87ca49dd1b während unser sicherheitsverantwortlicher sich diplomatisch und zurückhaltend zeigte (musste er ja auch), gab fehr sich konziliant und sagte, dass nicht alles so düster kommen würde, wie die fans das befürchten. er wolle, dass alle einen schritt aufeinander zumachen. d.h. auch die behörden auf die fans. allerdings sprach er auch immer sehr undifferenziert von gewalt und tat so, als würden in jedem zweiten spiel fackeln auf andere geworfen. trotzdem bin ich persönlich froh, ist in unserem kanton er für die umsetzung verantwortlich und nicht z.b. käser wie in bern.
King
Mitglied
11.06.2013, 08:09 · #185
Beiträge: 13'086
Ja das sehe ich auch so, dass da das Resultat das gleiche ist. Weil es da wieder um Repression und (vorgeschobene) Lösungen geht, welche sie nicht in Ihrer Freiheit treffen oder eben es so aus sieht dass es sie nicht trifft. Ich meine nur, dass man evtl. mehr mit den Argumenten kommen sollte, dass man mit Freiheit nicht leichtfertig umgehen sollte, auch wenn es dieses mal nicht die eigene Betrifft. Sicherheit auf Kosten der Freiheit ist in meinen Augen oft ein schlechter Tausch. Lieber frei in Gefahr als in Sicherheit im Gefängnis. Der Freiheitaspekt zieht eben auch nicht. Schwarz-Weiss gesehn - Jemand tut was unrechtes und wird dafür bestraft. Ob die Bestrafung in einem zu hohen Mass ausfällt, steht hier (ungklücklicherweise) nicht zur Debatte da das Volk einfach sieht, der tut was unrechtes und soll deshalb hart dafür bestraft werden, weil ich davon die Schnauze voll habe. So lange ich keine Fackeln werfe, mich vor dem Stadion rumschlage oder Hauswände bemale oder verklebe muss ich mit keiner Strafe rechnen also ich bin dafür. Der 0815 Fusballspielgänger wird ziemlich sicher kaum mit dem Konkordat in Berührung kommen, weil sonst ja auch das gesamte Stimmvolk der Parteien, welche dies über den ganzen Wahlkampf propagiert haben darunter leiden müssten und die Parteien so ein ziemliches Eigengoal schiessen. Man kann darüber diskutieren ob Basel ein besseres Augenmass hat, jedoch ist der FCB dort so mächtig und so stark verankert in der Gesellschaft, dass sich kaum ein Politiker die Hände verbrennen möchte. Wenn man zurückdenkt and den Platzsturm bei unserem Meistertitel in Basel, war die Berichterstattung aus Basel um einiges ruhiger als in der Restschweiz. Basel tickt anders und im grossen und ganzen bin ich froh, dass wir hier in Zürich nicht wie Basel ticken auch wenn es zum Teil halt auch Nachteile mit sich bringen kann, bringt es auf der anderen Seite halt auch Vorteile. De 5er und s'Weggli gbt es nirgendwo, deshalb sollte die Konzentration nun auf eine gute Zusammenarbeit mit den Personen, welche für die Umsetzung zuständig sind fokussiert werden.
Avatar von headhunters
headhunters
Mitglied
11.06.2013, 08:14 · #186
Beiträge: 2'353
frage mich noch immer, wie das bei uns überhaupt vors volk kommen konnte. äääh, die fans haben stimmen für ein referendum gesammelt. so musste das vors volk kommen. ja das ist mir schon klar, ich meinte jedoch, wie das im ZH Parlament durchgekommen ist, wo die Basler Grössräte hier wohl mehr Augenmass haben.... ich könnte mir durchaus vorstellen, dass die Grossräte bei den nächsten Wahlen um ihre Wiederwahl fürchten müssten, wenn sie einem solchen Gesetzt zustimmen würden. Tout Basel ist ja irgendwie mit dem FCB verbandelt.
sürmel
Mitglied
11.06.2013, 08:18 · #187
Beiträge: 3'286
Ja das sehe ich auch so, dass da das Resultat das gleiche ist. Weil es da wieder um Repression und (vorgeschobene) Lösungen geht, welche sie nicht in Ihrer Freiheit treffen oder eben es so aus sieht dass es sie nicht trifft. Ich meine nur, dass man evtl. mehr mit den Argumenten kommen sollte, dass man mit Freiheit nicht leichtfertig umgehen sollte, auch wenn es dieses mal nicht die eigene Betrifft. Sicherheit auf Kosten der Freiheit ist in meinen Augen oft ein schlechter Tausch. Lieber frei in Gefahr als in Sicherheit im Gefängnis. Der Freiheitaspekt zieht eben auch nicht. Schwarz-Weiss gesehn - Jemand tut was unrechtes und wird dafür bestraft. Ob die Bestrafung in einem zu hohen Mass ausfällt, steht hier (ungklücklicherweise) nicht zur Debatte da das Volk einfach sieht, der tut was unrechtes und soll deshalb hart dafür bestraft werden, weil ich davon die Schnauze voll habe. So lange ich keine Fackeln werfe, mich vor dem Stadion rumschlage oder Hauswände bemale oder verklebe muss ich mit keiner Strafe rechnen also ich bin dafür. Der 0815 Fusballspielgänger wird ziemlich sicher kaum mit dem Konkordat in Berührung kommen, weil sonst ja auch das gesamte Stimmvolk der Parteien, welche dies über den ganzen Wahlkampf propagiert haben darunter leiden müssten und die Parteien so ein ziemliches Eigengoal schiessen. Man kann darüber diskutieren ob Basel ein besseres Augenmass hat, jedoch ist der FCB dort so mächtig und so stark verankert in der Gesellschaft, dass sich kaum ein Politiker die Hände verbrennen möchte. Wenn man zurückdenkt and den Platzsturm bei unserem Meistertitel in Basel, war die Berichterstattung aus Basel um einiges ruhiger als in der Restschweiz. Basel tickt anders und im grossen und ganzen bin ich froh, dass wir hier in Zürich nicht wie Basel ticken auch wenn es zum Teil halt auch Nachteile mit sich bringen kann, bringt es auf der anderen Seite halt auch Vorteile. De 5er und s'Weggli gbt es nirgendwo, deshalb sollte die Konzentration nun auf eine gute Zusammenarbeit mit den Personen, welche für die Umsetzung zuständig sind fokussiert werden. Bin mir da nicht so sicher, was den Freiheitsaspekt betrifft, insbesondere dann wenn es darum geht, dass es immer irgendwo eine Minderheit treffen kann, und das man selbst auch Minderheiten angehört. Mit dem Rest bin ich aber völlig einverstanden, vorallem was die Zusammenarbeit betrifft, für welche auch die Befürworterseite Willen signalisiert.
ganzodergarnöd
Mitglied
11.06.2013, 10:27 · #188
Beiträge: 90
Ich lese hier jetzt des öfteren, dass die uninformierten Bürger, welche halt nur Blick und Co lesen so entschieden haben, weil sie keine Ahnung haben und nicht direkt beteiligt sind. Nun ja, so funktioniert die direkte Demokratie nunmal. Wenn etwas vors Volk kommt, darf jeder der Stimmberechtigt ist darüber abstimmen. Ich nehme z.B. an, dass die wenigsten Leute hier direkt mit Asylanten zu tun haben, trotzdem durften Sie darüber abstimmen. Weiter erinnere ich an den Spruch von Inishmore (?), dass Repression nur dort stört, wo sie einen Betrifft. Die meisten Leute betrifft nunmal die Repression des Konkordats nicht oder sie haben zumindest das Gefühl, dass es Sie nicht trifft. Und ich denke genau hier sollte man sich selbstkritisch hinterfragen. Hätte man im Wahlkampf nicht versuchen müssen noch mehr darauf zu spielen, dass es dieses mal zwar "nur" Fussballfans sind, dass es aber im Grunde eine Frage der persönlichen Freiheit ist. Dass Alkoholverbote und Ganzkörperkontrollen das eine sind, aber eine unterschiedliche Bestrafung für die gleiche Tat und somit das Aussetzen von Rechtsgleichheit und in anderen Fällen das Aussetzen von Unschuldsvermutung durch das Konkordat passieren. Das nächste Mal eigenen sind es dann aber vielleicht nicht die Fussballfans sondern die Raucher, diejenigen welche gerne ein Bier im Park trinken oder was weiss ich welche Randgruppe, welche ins Visier der Politik gerät und welchen mit dem Argument der Sicherheit die Freiheit genommen wird. (Und ja, ist mir klar, dass es nicht ganz einfach ist, wenn praktisch die ganze Medienlandschaft geschlossen hinter dem Konkordat steht. Trotzdem denke ich, dass das Abschieben auf nur diese Medienlandschaft und den "dummen Bürger" der falsche Ansatz ist mit dem Resultat umzugehen.) Das Resultat steht und ist zu akzeptieren. Jetzt muss man schauen, dass man wenigstens bei der Umsetzung (wie von den Befürwortern immer versprochen) Augenmass walten lässt und sich so gut es geht noch einbringt. Die Lehren aus der Niederlage ziehen und schauen was man bei einem allfälligen nächsten Mal besser machen könnte. Im zweiten Abschnitt lieferst du ja eigentlich die Erklärung, warum der Hansueli aus Pfungen trotzdem ja gestimmt hätte, auch wenn anders argumentiert worden wäre (obwohl das von dir ausgeführte Argument durchaus genutzt wurde). Solange es sie nicht selbst sondern lediglich eine Minderheit (aktuell Fussballfans und Asylanten) betrifft, ist es mit der Toleranz von Herr und Frau Schweizer schon vorbei. Und wer nichts Verbotenes tut, hat ja auch nichts zu befürchten... Das Resultat ist so deutlich, da hätte man wohl auch mit einem SVP-Wahlkampfbudget höchstens einen Achtungserfolg erzielt. Nicht nur fast die ganze Medienlandschaft stand geschlossen hinter dem Konkordat, sondern ja auch nahezu alle Parteien.
sürmel
Mitglied
11.06.2013, 10:53 · #189
Beiträge: 3'286
es geht noch einbringt. Die Lehren aus der Niederlage ziehen und schauen was man bei einem allfälligen nächsten Mal besser machen könnte. Im zweiten Abschnitt lieferst du ja eigentlich die Erklärung, warum der Hansueli aus Pfungen trotzdem ja gestimmt hätte, auch wenn anders argumentiert worden wäre (obwohl das von dir ausgeführte Argument durchaus genutzt wurde). Solange es sie nicht selbst sondern lediglich eine Minderheit (aktuell Fussballfans und Asylanten) betrifft, ist es mit der Toleranz von Herr und Frau Schweizer schon vorbei. Und wer nichts Verbotenes tut, hat ja auch nichts zu befürchten... Das Resultat ist so deutlich, da hätte man wohl auch mit einem SVP-Wahlkampfbudget höchstens einen Achtungserfolg erzielt. Nicht nur fast die ganze Medienlandschaft stand geschlossen hinter dem Konkordat, sondern ja auch nahezu alle Parteien. Versteh mich nicht falsch, ich glaube auch dass diese Abstimmung nicht zu gewinnen war. Das es die Minderheit der Hansueli aus Pfungen angehört eben auch mal treffen kann, darauf hätte man meines Erachtens (noch) mehr spielen sollen. Freiheit ist etwas das nicht mir nichts dir nichts aufgegeben werden sollte. Und ob das wer nichts Verbotenes tut-Argument wirklich so zieht, weiss ich nicht, bin kein Soziologe, wage es aber zu bezweifeln. Normalerweise reagiert die Leute in der Schweiz eher empflindlich, wenn Sie denken, dass ihnen etwas weggenommen werden könnte. Dieses Gefühl hatten sie wahrscheinlich bei dieser Abstimmung gar nicht, was in meinen Augen aber falsch ist.
hyperlite
Mitglied
11.06.2013, 11:24 · #190
Beiträge: 2'036
Es ist vergleichbar mit der Minarett Abstimmung. Die Leute haben Angst vor dem was sie nicht kennen. So salopp es auch klingt, hatten die Befürworter der Minarett-Initiative primär Angst vor ein paar Türmen (3 an der Zahl in der CH). Minarette symbolisieren prinzipiell nichts verbotenes. Im Gegenteil, eigentlich sind sie Teil der Releigionsfreiheit in der Schweiz (genauso wie die Scyentologen ihre Gebäude mit grossen Leuchtlettern anschreiben dürfen). Transferieren wir das ganze auf den Fussball, sind, wie schon von vielen Vorschreibern erwähnt, von diesen 85% Ja-Sagern sicherlich 70% keine regelmässige Stadiongänger oder noch gar nie an einem Fussballspiel gewesen. Man liest nur immer von dem Verbotenen, von dem was fette Schlagzeilen gibt und möglichst über drei Tage ausgeschlachtet und kommentiert werden kann. Als Gegenbeispiel sind die legalen Pyrotests und die damit verbundene Kommunikation zwischen Fans und Staatsmacht in den grossen Medien als Randnotiz erschienen (O-Ton in den Kommentarzeilen war trotzdem "jetzt gibt man diesen Gewatltätern noch eine Plattform"). Das Problem existiert nicht erst seit gestern, sondern seit der Vergabe der Fussball EM 2008. Sonderflüge für englische Hooligans wurden gestattet (auch wenn die Briten sich gar nicht für die EM qualifiziert haben), in Genf wurde eine Lagerhalle in ein Gefängnis umgebaut, welches, laut meinen Kenntnissen, nie gebraucht wurde. Eine bis dahin nicht existierende Angst wurde hochbschworen. Natürlich kann jetzt der Vorwurf gemacht werden, dass von Fanseite keine Annäherung stattgefunden hat. - Jedoch hat dies bis vor der Vergabe zur EM 2008 auch nie jemanden gross interessiert und danach war es zu spät (Bsp. Kopenhagen). Und sind wir ehrlich, auch ohne das geböllere in den letzten Spielen hätte es wohl eine 80% Zustimmung gegeben. Ebenso lasse ich das Katz und Maus Argument nich gelten. Weil es dann definitiv ein Dörfli oder Chinawiese Rayon geben müsste - aber das interessiert (im Moment noch) keinen.
PeterPan
Mitglied
11.06.2013, 13:38 · #191
Beiträge: 222
Es ist vergleichbar mit der Minarett Abstimmung. Die Leute haben Angst vor dem was sie nicht kennen. So salopp es auch klingt, hatten die Befürworter der Minarett-Initiative primär Angst vor ein paar Türmen (3 an der Zahl in der CH). Minarette symbolisieren prinzipiell nichts verbotenes. Im Gegenteil, eigentlich sind sie Teil der Releigionsfreiheit in der Schweiz (genauso wie die Scyentologen ihre Gebäude mit grossen Leuchtlettern anschreiben dürfen). Transferieren wir das ganze auf den Fussball, sind, wie schon von vielen Vorschreibern erwähnt, von diesen 85% Ja-Sagern sicherlich 70% keine regelmässige Stadiongänger oder noch gar nie an einem Fussballspiel gewesen. Man liest nur immer von dem Verbotenen, von dem was fette Schlagzeilen gibt und möglichst über drei Tage ausgeschlachtet und kommentiert werden kann. Als Gegenbeispiel sind die legalen Pyrotests und die damit verbundene Kommunikation zwischen Fans und Staatsmacht in den grossen Medien als Randnotiz erschienen (O-Ton in den Kommentarzeilen war trotzdem "jetzt gibt man diesen Gewatltätern noch eine Plattform"). Das Problem existiert nicht erst seit gestern, sondern seit der Vergabe der Fussball EM 2008. Sonderflüge für englische Hooligans wurden gestattet (auch wenn die Briten sich gar nicht für die EM qualifiziert haben), in Genf wurde eine Lagerhalle in ein Gefängnis umgebaut, welches, laut meinen Kenntnissen, nie gebraucht wurde. Eine bis dahin nicht existierende Angst wurde hochbschworen. Natürlich kann jetzt der Vorwurf gemacht werden, dass von Fanseite keine Annäherung stattgefunden hat. - Jedoch hat dies bis vor der Vergabe zur EM 2008 auch nie jemanden gross interessiert und danach war es zu spät (Bsp. Kopenhagen). Und sind wir ehrlich, auch ohne das geböllere in den letzten Spielen hätte es wohl eine 80% Zustimmung gegeben. Ebenso lasse ich das Katz und Maus Argument nich gelten. Weil es dann definitiv ein Dörfli oder Chinawiese Rayon geben müsste - aber das interessiert (im Moment noch) keinen. Mit dem Minarett-Vergleich vergleichst du nicht Äpfel mit Birnen, sondern Äpfel mit Kokosnüssen. Ein Verbieten von Minaretten hat nichts mit Religionsfreiheit zu tun,oder wird den Moslems in der Schweiz verboten Moslems zu sein?
de Albisriede Assi
Mitglied
11.06.2013, 13:41 · #192
Beiträge: 130
Soo, gnueg gjammered, zweifelhafte Vergleiche gezogen und mit Zitaten um sich geschmissen (peino!). Nach vorne schauen, abwarten wie das ganze aussieht und gegebenenfalls friedliche und wirkungsvolle Aktionen starten.
hyperlite
Mitglied
11.06.2013, 13:54 · #193
Beiträge: 2'036
Es ist vergleichbar mit der Minarett Abstimmung. Die Leute haben Angst vor dem was sie nicht kennen. So salopp es auch klingt, hatten die Befürworter der Minarett-Initiative primär Angst vor ein paar Türmen (3 an der Zahl in der CH). Minarette symbolisieren prinzipiell nichts verbotenes. Im Gegenteil, eigentlich sind sie Teil der Releigionsfreiheit in der Schweiz (genauso wie die Scyentologen ihre Gebäude mit grossen Leuchtlettern anschreiben dürfen). Transferieren wir das ganze auf den Fussball, sind, wie schon von vielen Vorschreibern erwähnt, von diesen 85% Ja-Sagern sicherlich 70% keine regelmässige Stadiongänger oder noch gar nie an einem Fussballspiel gewesen. Man liest nur immer von dem Verbotenen, von dem was fette Schlagzeilen gibt und möglichst über drei Tage ausgeschlachtet und kommentiert werden kann. Als Gegenbeispiel sind die legalen Pyrotests und die damit verbundene Kommunikation zwischen Fans und Staatsmacht in den grossen Medien als Randnotiz erschienen (O-Ton in den Kommentarzeilen war trotzdem "jetzt gibt man diesen Gewatltätern noch eine Plattform"). Das Problem existiert nicht erst seit gestern, sondern seit der Vergabe der Fussball EM 2008. Sonderflüge für englische Hooligans wurden gestattet (auch wenn die Briten sich gar nicht für die EM qualifiziert haben), in Genf wurde eine Lagerhalle in ein Gefängnis umgebaut, welches, laut meinen Kenntnissen, nie gebraucht wurde. Eine bis dahin nicht existierende Angst wurde hochbschworen. Natürlich kann jetzt der Vorwurf gemacht werden, dass von Fanseite keine Annäherung stattgefunden hat. - Jedoch hat dies bis vor der Vergabe zur EM 2008 auch nie jemanden gross interessiert und danach war es zu spät (Bsp. Kopenhagen). Und sind wir ehrlich, auch ohne das geböllere in den letzten Spielen hätte es wohl eine 80% Zustimmung gegeben. Ebenso lasse ich das Katz und Maus Argument nich gelten. Weil es dann definitiv ein Dörfli oder Chinawiese Rayon geben müsste - aber das interessiert (im Moment noch) keinen. Mit dem Minarett-Vergleich vergleichst du nicht Äpfel mit Birnen, sondern Äpfel mit Kokosnüssen. Ein Verbieten von Minaretten hat nichts mit Religionsfreiheit zu tun,oder wird den Moslems in der Schweiz verboten Moslems zu sein? Uns wird auch nicht verboten Fussballfans zu sein, nur unsere Rechte werden u.U massiv eingeschränkt. Für die 85.5% sind scheinbar Fahnen im Stadion nicht so wichtig, es ginge ja auch ohne. Zudem müssen wir hald unsere ID zeigen um ins Stadion zu gelangen, aber Fans können wir ja trotzdem noch sein. - Der Vergleich ist eventuell hart, jedoch läuft das Schemata auf das gleiche hinaus. (Ja ich weiss, dass die Türme nicht zwingend zur Religionsauslebung gebraucht werden, genau so wenig tun dies im Christentum aber die Kirchtürme)
s'Efeu
Mitglied
11.06.2013, 13:56 · #194
Beiträge: 4'457
Mit dem Minarett-Vergleich vergleichst du nicht Äpfel mit Birnen, sondern Äpfel mit Kokosnüssen. Ein Verbieten von Minaretten hat nichts mit Religionsfreiheit zu tun,oder wird den Moslems in der Schweiz verboten Moslems zu sein? Was für eine ignorante Aussage! Nun zur Religionsfreiheit gehört irgendwie das passende Gotteshaus und zu deren Gotteshaus gehört ein Minarett. Zudem ist es schlicht und ergreifend Diskriminierung dies nur bei einer Art von Tempel / Kirche / Moschee / whatever zu unterbinden und bei allen anderen zu erlauben. Ein Verbieten von Minaretten hat nichts mit Religionsfreiheit zu tun,oder wird den Moslems in der Schweiz verboten Moslems zu sein? = Ein Verbieten von Pyros (Choreos, ..) hat nichts mit Fussball zu tun oder wird den Fussballfans in der Schweiz verboten, Fussballfans zu sein? Merksch öppis?!
schmul
Mitglied
11.06.2013, 13:58 · #195
Beiträge: 747
Also, wir alle finden es schade, dass das Konkordat dermassen klar angenommen wurde. ABER: - Es ist der Entscheid einer Mehrheit, und diese Mehrheit macht nicht 51%, 58% oder 71% aus, sondern satte 85%. Und das sollte schon zu denken geben. Ihr sprecht über einen Boykott? Was wollt Ihr Boykottieren? Ihr wollt boykottieren, weil 85% nicht Eurer Meinung ist? Das ist schwach, beleidigte Leberwurst und sich stets in der Opfer-Rolle sehend. Ausserdem würde so ein Boykott nicht ernst genommen. Und das wäre auch Recht so. Es geht doch nicht, dass sich der Staat von einer kleinen Minderheit erpressen lässt. - Auch hier fehlt die Selbstkritik und ganz und vollkommen. Obwohl immerhin einige das geböllere etc. kritisieren. Fakt ist, dass es leider konstant zu nicht tolerierbaren Ereignissen über die ganzen Jahre gekommen ist. Diese Ereignisse schaffen es dann auch in die Medien. Diese Ereignisse sind schuld daran, dass jetzt die Repressionswelle hochgeschraubt wird. Auch ich denke, völlig übertrieben und eigentlich unnötig. Aber 85% denken offenbar anders. - Wie weiter. Hier sehe ich 2 Varianten: A) Aufräumen, es mit der Selbstregulierung ernst nehmen, auf Pyro verzichten oder zumindest versuchen, mit dem Club ein erlaubtes Abbrennen in einer dafür zugeteilten Zone zu verhandeln und sich nachher daran halten. Auf Böller ganz verzichten. Keine Sachbeschädigungen mehr mit Sprayereien und sich halt wirklich so verhalten, wie man sich eigentlich verhalten sollte, und das ohne Auswahme B) Konfrontation. So weitermachen wie bisher, Fackeln, Böller, Fanmärsche und mit Masken und schauen, wie die Obrigkeit reagiert. Und danach die Lage neu beurteilen. Ich denke nicht, die werden gross anders reagieren, aber wenn sie halt mal jemand erwischen beim zünden dann wird der erheblich mehr bestraft als bis jetzt.
Istvan a kiraly
Mitglied
11.06.2013, 14:54 · #196
Beiträge: 2'582
Blödes post Schmul
eifachöppis
Mitglied
11.06.2013, 15:25 · #197
Beiträge: 4'889
- Auch hier fehlt die Selbstkritik und ganz und vollkommen. Obwohl immerhin einige das geböllere etc. kritisieren. Fakt ist, dass es leider konstant zu nicht tolerierbaren Ereignissen über die ganzen Jahre gekommen ist. Diese Ereignisse schaffen es dann auch in die Medien. Diese Ereignisse sind schuld daran, dass jetzt die Repressionswelle hochgeschraubt wird. Auch ich denke, völlig übertrieben und eigentlich unnötig. Aber 85% denken offenbar anders. Phil, es soll konstant zu nicht tolerierbaren Ereignissen gekommen sein? Bitte erklär mir diese Aussage detailliert.
schmul
Mitglied
11.06.2013, 15:37 · #198
Beiträge: 747
Nein Istvan ist es nicht. Deshalb bringst Du auch keine Argumente. Eifachoeppis: Derbyabbruch, Fackelwuerfe in Basel, Verwuestung der Basler des Letzi Stadions, Verwuestung der ZH der Basel Stadions, Strassenschlacht in Bern von dem Cupfinal, tragischer Unfall mit Pyro etc und und und. Das ist mal das was mir innert 20 Sekunden einfaellt. Ereignisse, welche für die Normalbevölkerung nicht tolerierbar sind. Und auch für die Fans nicht tolerierbar sein sollten. Ich könnte noch viel mehr aufzählen. NOCHMALS: Ich finde das Konkordat auch völlig scheisse und hätte gehofft, dass dieses abgelehnt wird. Aber ich finde es halt nun mal eine logische Konsequenz der Vorkomnisse (aufgezählt) über die letzten Jahre. Und hier verstehe ich Euch nicht, dass Ihr Euch stets nur in der Opfer Position sieht aber nie selbstkritisch betrachtet, dass eben doch Sachen geschehen sind, die nicht hätten geschehen dürfen. Diese Naivität. GRUNDFRAGE: Wäre es nicht einfacher, die Probleme da zu bekämpfen, wo Sie entstehen? Als danach die logische Antwort der Staatsmacht zu bekämpfen? Übrigens bezieht sich mein Posting auf alle Sportvereine (FCZ, GC, YB, BASEL, ZSC)
gecko
Mitglied
11.06.2013, 16:42 · #199
Beiträge: 768
Blödes post Schmul Find ich überhaupt nicht! Phil bringt, wenigstens für mich, nachvollziehbare, konkrete und logische Vorschläge! Bin ja selten genug P.H.I.L.S Meinung, aber wo er Recht hat, hat er nun mal Recht... Das Mass an dämlichen Aktionen wurde - für den Normalobürger (und auch für viele Stadionbesucher) - längst überschritten und da man auch im Abstimmungskampf noch munter damit weiter gemacht hat, braucht sich niemand über das klare Resultat wundern oder beschwehren! Die nächste Quittung wird mit der Stadiondiskussion bzw. der Abstimmungsvorlage darüber folgen... was ich persönlich sehr hoffe, da ein Stadion auf diesem verseuchten Boden (Sondermülldeponie, Atomendlager...) nie nie nie unsere Heimat sein wird!
gelbeseite
Mitglied
11.06.2013, 17:41 · #200
Beiträge: 6'419
Wie schon von einigen hier drin aufgezeigt wurde, ist das Konkordat nur das letzte Ausufern einer ganzen Reihe von Massnahmen im Rahmen von Fussballspielen, wie wir sie in den letzten 10 Jahren (mit Planung) erwähnt haben. In der Planung zur Fullball-EM in der Schweiz wurde ein Sicherheitskonzept erstellt, welches fernab der Realität und des guten Augenmasses war. In einer Zeit, wo es wegen der Besetzung des Iraks zu Massendemonstrationen in Europa und auf der ganzen Welt kam, und Aufgrund der Terroranschläge in New York und 3 Jahre später in Madrid, zum Beispiel auch die Migrosfilialen Limmatplatz und Neumarkt /Örlikon als Focus internationalen Terrors ausgemacht wurden. Verschärfte Überwachungen und allgemeines Misstrauen waren die Folge. Als bei der EM sicherheitspolitisch relevante Ereignisse ausbliben, fand man sich im Dilemma wieder, an den weiterreichenden Kompetenzen gefallen gefunden zu haben. Da man sich schon Jahre zuvor gegen Fussballfans eingeschossen hatte und schon damals die Sicherheitskarte spielte, war es ein leichtes, diese Instrumente in ein neues BWIS, Gamma, Hoogan, und schliesslich die beiden Konkordate zu überführen- man hatte das Momentum seit dem ersten Tag auf seiner Seite. Das Schauerhafte an der ganzen Sache ist, wie schnell sich Leute gegen Fussballfans eingeschossen haben. Ich möchte niemanden als Bünzli oder Schwachkopf betiteln, wie es hier drin einige schon getan haben. Ich glaube aber, dass viele der Ja-Stimmer sich aus emotionalen Gründen für das Konkordat ausgesprochen haben. Jeder, der schon einmal wegen einem Fanmarsch den Zug verpasste, oder sich sonst irgendwie als Leidtragender der Fussballfans sieht, hat in dem Konkordat eine Möglichkeit gefunden, es den Fans heimzuzahlen. Die Tragweite der Neuerungen aus rechtsstaatlicher Sicht füllten in keiner Diskussion mehr als 20%. Von den Pro-Komitees wurde sehr oft mit plakativen, hochemotionalen Argumenten einen Handlungsbedarf heraufbeschworen, wobei die Diskussion über das "Wie" völlig in den Hintergrund rückte. Nur so kann ich mir erklären, wie ausgerechnet bei Fussballfans eine solche Nulltoleranz auf alles gefahren werden kann. Tatsächlich entspricht es aber nicht dem Grundsatz unseres Staates, die Beweislast umzukehren. Oder gleiche Vergehen unterschiedlich zu bestrafen. Das Recht auf Intimsphäre, Bewegungs- und Versammlungsfreiheit, Datenschutz etc. sind nur weitere Dinge, wo das Konkordat mit der Bundesverfassung im Konflikt steht. Wenn in gut einem Monat der Ligabetrieb wieder losgeht, wird sich vorderhand wahrscheinlich nicht viel geändert haben. Es liegt in der Natur der Sache, nachdem das Konkordat durchgepaukt wurde vorerst wieder einen handzahmen Eindruck zu erwecken, und das versprochene Augenmass walten zu lassen. Vielleicht sogar besser als zuvor, ohne verschärftes Konkordat. Dies wird aber nur für eine kurze Dauer der Fall sein, und als Legitimation dienen. Im Grunde ist man als Fussballfan von nun an der ständigen Willkür der Polizei und Sicherheitskräfte ausgesetzt. Ob sie sofort davon Gebrauch machen wird ist nicht so wichtig wie der Fakt, dass man sich, sobald die Zeit reif ist, gerne daran erinnert, den Vorschlaghammer auspacken zu können. Als Fazit vom letzten Wahlsonntag bleibt es jedem selber überlassen, ob er sich der Willkür aussetzen will und auf sein Bier verzichtet, seine ID am Eingang in den Scanner hält oder im Untersuchungsräumchen mit einem Beamten auf Tuchfühlung geht. Boykott und andere Aktionen stehen genau so wie Abwarten einmal im Raum, ich weiss nicht wofür ich mich letzten Endes entscheiden werde. Es sei an dieser Stelle noch ganz kurz darauf hingewiesen, dass es Kantone gibt, wo das Konkordat (noch) nicht in Kraft ist. Ebenso auf Europacup Reisen und im kleineren Rahmen, der FCZ besteht nicht nur aus einem Fanionteam.
Melde dich an, um auf dieses Thema zu antworten.