Interview von 20min

*Silvan Aegerter steht vor seinem ersten Zürcher Derby als FCZ-Captain. Der 30-Jährige über Thun, die Nummer 1 in der Stadt Zürich und abzockende Berater.
Silvan Aegerter, nach dem 2:3 in Basel stehen Sie gegen GC unter Zugzwang.
Silvan Aegerter: Natürlich wollen und müssen wir gewinnen. Es geht ja auch um die Nummer eins in der Stadt Zürich.
Das war letzte Saison GC.
Ja, aber man hat in Basel gesehen, dass ein anderer FCZ am Werk ist als letzte Saison.
Woran liegt das? Nur am Trainer?
Schwierig zu sagen. Fakt ist, dass wir jetzt mit Urs Fischer einen Trainer haben, der sehr viel Wert auf Disziplin und Organisation legt.
Sie spielten sechs Jahre für den FC Thun. Hand aufs Herz, welches Spiel geht Ihnen emotional näher – das gegen GC oder das gegen Ihren Ex-Klub?
Natürlich freue ich mich darauf, in Thun zu spielen. Aber ein Derby ist schon speziell – wie gesagt, es geht um die Vorherrschaft in der Stadt.
Sie gelten als Inbegriff des Musterprofis. Sie sind zurückhaltend und hochanständig. Sind Sie nicht zu brav für das Amt des Captains?
Stimmt, privat bin ich ein zurückhaltender Typ. Aber auf dem Platz kann ich schon laut werden. In meiner zentralen Position organisiere ich die Defensive und die Offensive. Da muss man sich schon Gehör verschaffen.
Sie haben keinen offiziellen Berater, sondern werden von den Eltern Ihrer Freundin beraten. Wieso das?
Ich habe keine Lust, mich abzocken zu lassen.
Hatten Sie nie einen Berater?
Nachdem ich mit Thun in der Champions League gespielt hatte, gab es Gespräche. Aber die meisten Berater wollen nur ans grosse Geld, die Spieler sind ihnen egal. Einer hatte mir damals einen Vertrag zugeschickt. «Alles nach Obligationenrecht», hat er gesagt. Als ich den Vertrag dann genauer unter die Lupe nahm, sah ich, dass vier oder fünf Artikel frei erfunden waren. *
Irgendwie finde ich ihn sympatisch...