12.05.2009
Djuric als Zünglein an der Meister-Waage?
Mit Herzblut agierend: FCZ-Wirbelwind Dusan Djuric
Sieben Tore und sieben Torvorlagen: Dusan Djurics Ausbeute in der bisherigen Saison ist beachtlich. Trotzdem redet kaum einer über den 24-jährigen Schweden, im Rampenlicht stehen meist andere beim FCZ. Warum?
Er rennt, und rennt, und rennt...
Die Wichtigkeit von Djuric für den Meisteranwärter ist unbestritten: Ausgenommen von Torhüter Johnny Leoni standen nur fünf Spieler (Silvan Aegerter, Tico, Almen Abdi und Florian Stahel) länger auf dem Spielfeld.
Trainer Bernard Challandes schätzt die Qualitäten Djurics: Schnelligkeit, gutes Passspiel, Laufbereitschaft, Wendigkeit und eine hervorragende Spielübersicht. Der impulsive Jurassier sagt: ''Djuric passt bestens in unser System."
Bickels Zufriedenheit, Abdis Erklärung
Warum berichten die Medien also nur selten über Djuric? Noch fehle ihm ein gewisser Killerinstinkt, meint Teamkollege Abdi: ''Er steht noch nicht so im Rampenlicht, weil er nicht so viele Tore schiesst." Tatsächlich bevorzugt Djuric häufig den Pass, anstatt selber in den Abschluss zu gehen - dies, obwohl er einer der besten Linksfüsser der Liga ist. ''Trotzdem werden seine Leistung verkannt", meint FCZ- Fredy Bickel.
Hört man dem Sportchef zu, so scheint es kaum vorstellbar, dass Djuric frühzeitig aus seinem bis 2012 laufenden Vertrag losverkauft wird. Spekulationen darüber kamen in der jüngeren Vergangenheit auf, als angeblich Juventus und Milan ihre Fühler nach ihm ausgestreckt haben sollen. Klar ist: Liegt ein lukratives Angebot für Djuric vor, wird auch der FCZ kaum nein sagen - trotzdem ist dies noch Zukunftsmusik. Beim Stadtklub ist man überzeugt, dass es für Djuric im Team auch nach der Verpflichtung von Luzerns Linksfuss Milan Gajic noch Platz haben wird - sein Potential ist noch nicht ausgeschöpft.
Djuric wurde im Januar 2008 als Teil eines ''schwedischen Pakets" nach Zürich geholt. Die anderen Verpflichtungen von damals, Emra Tahirovic und Andres Vasquez, überzeugten nicht. Stürmer Tahirovic, der sich häufig als launische Diva präsentierte, spielt mittlerweile in Schweden.
Der in Peru geborene Vasquez dagegen scheint in der U-21-Equipe des FCZ den Tritt wieder gefunden zu haben. Sportchef Bickel meint: ''Vasquez zeigt, dass er zu Recht als Talent gehandelt wurde; in der nächsten Saison rechne ich mit ihm in der ersten Mannschaft."
22 Auswechslungen: Aber Djuric bleibt ruhig...
Vollauf zufrieden kann Bickel dagegen nur mit Djuric sein. Seine Integration ins Team ging, im Gegensatz zu Tahirovic und Vasquez, reibungslos vonstatten. Schnell war er bei seinen Mannschaftskollegen beliebt, mittlerweile kann er sich dank des Deutschkurs-Besuchs noch besser mit ihnen unterhalten.
Was Trainer Challandes besonders gefällt, ist die Arbeitseinstellung Djurics. Ein Beispiel, das seine Professionalität aufzeigt: In dieser Saison wurde Djuric bei 22 seiner 29 Spiele, bei denen er von Anfang an auf dem Platz stand, ausgewechselt. Dass er angesichts dieser Tatsache aufmüpfig würde oder gar reklamieren könnte - niemals.
Viertes Tor gegen ''Lieblingsgegner'' Vaduz?
Drei seiner bislang sieben Saisontore schoss Djuric in dieser Saison gegen den FC Vaduz, nur allzu gerne würde er heute wieder treffen. Wetten, dass seine Bekanntheit mit einem Meistertitel in der Tasche rasch ansteigen würde?
Von Mathias Germann
Quelle:
http://www.topsport.com/sportch/generat ... 00000.html