gelbeseite
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09.10.2024, 22:25 · #13'861
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Seit seinem Amtsantritt habe ich schon einige Male geschrieben, dass es mit Moniz sehr gut oder sehr schlecht kommen kann, aber dazwischen gibt es vermutlich nicht viel - ganz nach seiner eigenen Schwarz/Weiss-Rethorik.
Er fordert enorm viel und "all in" scheint sein Lebensmotto zu sein, das er auch von allen rundherum erwartet. Wenn es aufgeht, könnten wir in dieser sehr offenen Saison tatsächlich Meister werden, aber wenn nicht, kann bei seiner kompromisslosen Art mMn viel kaputtgehen - inkl. Jungtalente auf ihrem Weg nach oben.
Welche Talente sprichst du konkret an? Bis anhin hörte man stets, dass Moniz einen ziemlichen Rückhalt in der Mannschaft geniesst.
Auf den Sack geht mir aber sicher die (aus meiner Sicht) selbstgerechte Art von Moniz, besonders sein dauerndes Gerede von wegen "ich bin oldschool" und "solche Typen gibt es heute nicht mehr" etc.
Ich wollte selbstverständlich nicht sagen, dass das 1:1 veraltet ist, sondern dass er die ganze Zeit davon spricht und dabei aber Bezug nimmt auf die Allerbesten - von heute und vor allem eben von Anno dazumal, als die Welt für ihn offenbar noch in Ordnung war.
In der SL gibt es nicht viele Spieler, die im 1:1 regelmässig den Unterschied machen können und die wenigen, die dieses Potenzial auch wirklch abrufen, wechseln sehr schnell in eine grössere Liga. Zudem bewegt sich die Defensivarbeit der SL-Teams individual- und teamtaktisch meist auf solidem Niveau.
Wir haben aktuell für SL-verhältnisse überdurchschnittlich viele technisch starke Spieler im Kader, die zumindest das Potenzial haben, durch 1:1-Situationen den Unterschied in einem SL-Spiel machen zu können: Ballet, Chouiar, Bledi, Conceição, Okita etc.; das Kader ist offensichtlich auch auf diese technische Überlegenheit im Offensivspiel ausgerichtet.
Aber v.a. in den letzten paar Spielen kreieren wir mit diesen technisch starken Spielern kaum Torchancen. Unsere wenigen Tore kommen oft von Standards und/oder unserem technisch nicht besonders beschlagenen Mentalitätsmonster Perea. Oder von Gott Marchesano, der zwar technisch stark ist, aber eher mit klugen Pässen und Laufwegen reüssiert. Aus meiner Sicht müssten wir mit unseren (auch überdurchschnittlich schnellen!) Spielern mehr auf Speed, Konter und einstudierte Laufwege setzen, ähnlich wie in der Meistersaison. Wenn man dazwischen mal im 1:1 den Gegner abtrocknen kann und ein Raunen durch den Letzi geht, umso besser! Aber aktuell finde ich, dass unser Spiel viel zu stark auf diese 1:1-Situationen ausgerichtet ist.
Die Jungs betreiben einen riesigen Aufwand auf dem Feld, erspielen sich dabei aber nur sehr wenige Chancen. Die Spieler trainieren sehr hart, um topfit zu sein, rennen dann das ganze Spiel rauf und runter und sollen dabei auf den letzten Metern noch kreativ sein, Gegner ausdribbeln und scoren. Das können aus meiner Sicht eben wirklich nur Topspieler im Verhältnis zu ihrer jeweiligen Liga. Sind unsere Jungs das denn bzw. werden sie gerade dazu geformt? Das ist für mich die entscheidende Frage und ich kann sie natürlich nicht beantworten.
Moniz arbeitet aber offenbar darauf hin und ich hoffe von ganzem Herzen, dass es aufgeht! Ich bin da einfach sehr skeptisch nach den bisherigen Spielen - trotz guter Punkteausbeute. Zudem habe ich ein mulmiges Gefühl im Hinblick auf das Derby, deshalb auch mein Frust nach dem Lugano-Spiel.
Wie von dir angedeutet habe ich aber unabhängig von der Taktik einfach Angst, dass das Kartenhaus schnell in sich zusammenstürzen könnte, wenn ein paar Spiele lang nicht mehr jeder zweite Schuss aufs Tor auch gleich drin ist. Wenn es Risse zwischen Moniz und wichtigen Spielern gibt, können sie dann ganz aufbrechen.
Wie willst du denn konkret Tore schiessen? Was du beschreibst unter Breitenreinter ist schlicht Konterfussball. Gegen einen kompakt stehenden Gegner (wie du selbst geschrieben hast sind defensiv einige Teams gut organisiert) gibt es ja nicht einfach so freie Räume. Wenn du über schnelle Flügel kommen willst, dann ist genau entscheidend, dass sie sich auch im 1:1 durchtanken können.
Ich kann nicht nachvollziehen, dass Okita stark im 1:1 sein soll. Er verliert gefühlt in jedem Antritt auch gegen Unterklassige 80% aller Zweikämpfe und arbeitet defensiv nicht mit. Hingegen siehst du Perea, der Räume sieht, aus jedem Winkel mit Kopf und Fuss Tore macht und kaum je eine zweite Berührung braucht als technisch limitiert?