05.03.2014, 05:50 · #2'484
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chikhaoui spielte in seiner ersten saison magischen fussball - er zauberte und versprühte auch unheimliche torgefahr.
nach seiner verletzungsserie konnte er zwar zwishendurch etwas von seiner magie aufblitzen lassen - torgefährlich war er aber seither nie mehr.
nun der auftritt im derby - zum ersten mal seit seiner verletzung - war er wieder bissig, kämpfte, dribbelte und war torgefährlich.
er muss nun diese leistung bestätigen - über mehrere spiele - und erst dann sollte man nochmals über die bücher.
schlussendlich geht es um die effektivität (ähnlich bei chiumiento, der gemerkt hat, dass mit schönwetterspielerei kein blumentopf gewonnen werden kann) und reines zaubern dem team nichts bringt.
chikhaoui versteht es den ball zu halten, in offene räume zu spielen und bindet mit seiner spielweise mind 1-2 gegenspieler, was raum für die anderen gibt.
aber seine spielweise setzt ihn auch unnötigen fouls aus, da er den ball lange behält. (und das ist konträr zu der schnellen, flachen spielweise des teams)
ich bleib dabei, ein chikhaoui wie im derby ist ein gewinn - ein chikhaoui wie in den partien 2013 nicht.
Ich bin ja sonst mit vielem sehr einverstanden, was du schreibst - im vorliegenden Fall aber höchstens teilweise. Chikhaoui hatte 2013, ohne Frage, schwache, sogar sehr schwache Spiele. Spontan kommen mir aus dieser Vorrunde insbesondere Aarau und Thun auswärts (obschon er das Tor geschossen hat) in den Sinn. Chikhaoui fokussierte sich zu sehr auf die Tunesische Nationalmannschaft, allerdings wüsste ich bei diesen beiden Spielen nicht einen FCZler, dessen Leistung nicht das Prädikat "schlecht bis sehr schlecht" verdient gehabt hätte. Daneben kann ich mich aber auch im 2013 an deutlich mehr gute bis sehr gute Spiele seinerseits erinnern. Eine nicht abschliessende, spontane Auswahl:
Rückrunde 2012/2013
- Marder-Spiel in Thun mit ca. 4, teils magischen Assists
- Servette auswärts (entscheidender Top-Assist auf Jahovic kurz vor Schluss)
- Servette zu Hause
- GC im verrückten Derby, welches mit seinem dummen Hands begann. (Penalty herausgeholt, magischer Assist zum 2-1)
- nach seiner Einwechslung beim 3-1 Heimsieg gegen Basel. Als er auf den Platz kam, verloren die Basler Nerven und Übersicht.
Chikhaoui hatte zwar keinen grossen, aber doch einen gewissen Anteil an der sehr erfolgreichen Rückrunde. Leider behinderte ihn zum Schluss seine Magenprobleme. Man sah wie er deutlich an Gewicht verlor. In den letzten Spielen war er deshalb leider nicht mehr einsatzfähig.
Vorrunde 2013/2014
- starke Leistung beim Auswärtssieg in Bern
- sehr stark und kämpferisch im Cupspiel in St. Gallen
- magistral im Derby gegen GC zum Abschluss der Vorrunde (er orchestrierte den gesamten Sturmlauf in Hälfte zwei - die beste FCZ-Leistung der gesamten Vorrunde)
- stark im Heimspiel gegen St. Gallen, als er früh eingewechselt wurde und auch dort das Spieldiktat übernahm. Leider scheiterte er in der letzten Sekunde mit seinem Kopfball am glänzend reagierenden Lopar
Die Aufzählung ist spontan und ev. nicht frei von Fehlern. Ich kann mich aber klar an mehr gute als schlechte Spiele erinnern. Dermassen überragend wie zuletzt war er aber, wie du sagst, nur zu seiner Anfangszeit beim FCZ. Bei Yassine ist auch die Erwartungshaltung tendenziell höher als bei anderen. Wenn er nicht gerade zaubert gilt seine Leistung rasch als schlecht. Zudem macht er als Einwechselspieler oft nicht den besten Eindruck, weil er meist ca. 15 Minuten und einige Ballkontakte braucht um richtig warm zu laufen.
Am wichtigsten aber scheint mir die Tatsache, dass Chikhaoui in den wichtigen Spielen (z.B. Derbies) meist sehr stark auftritt. Deshalb wird er, da bin ich mir sicher, in dieser Rückrunde noch Gold wert sein. Er ist noch immer der Spieler beim FCZ welcher das "Zünglein an der Waage" ist. Seine Unberechenbarkeit lässt die SL-Trainer teilweise taktisch verzweifeln. Auch hier kommen mir zwei Aussagen in den Sinn:
Meier: "ich könnte mir vorstellen, dass GC gar keine Freude hat, wenn Chikhaoui spielt"
Yakin: "es ist sehr schwierig, sich auf einen FCZ mit Chikhaoui ein zu stellen"
Fazit aus meiner Sicht: Yassine ist kein Reisser und stimmungsmässig abhängig von seinen Mitspielern. Setzt man ihn aber,wie jetzt, in ein Team welches über Selbstvertrauen und Spielfreude verfügt ist er genau der richtige Mann, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort.