gelbeseite
Mitglied6'419 Beiträge
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24.11.2012, 23:06 · #701
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Bis anhin dachte ich immer, Fringer sei nicht so schlecht wie er gemacht wird. Nun entpuppt er sich leider tatsächlich als Schönwetterkapitän, welcher in einem angespannten Umfeld das nötige Fingerspitzengefühl vermissen lässt. Anstatt Ruhe und Ordnung ins Umfeld zu bringen, drängt auch er sich ins Licht der Öffentlichkeit, um seine Spieler zu provozieren. Kaum 2 Wochen später blickt er achselzuckend in die Kamera um zu sagen, es sei ihm jetzt egal.
Der FCZ befindet sich momentan in Schieflage, wobei sich die einzelnen Problemherde gegenseitig aufschaukeln. Deshalb ist es auch wenig verwunderlich, wird hier drin Reihenweise den Kopf vom Präsidenten, Trainer, Sportchef und diversen Spielern gefordert.
Einerseits nachvollziehbar, da etwas geschehen muss, andererseits aber wenig erfolgsversprechend. Für mich gibt ein Bick hinüber zur Konkurrenz ziemlich viel aufschluss darüber, welche Strategien erfolgsversprechend sind:
- Luzern: Die Fumpen par exellance, momentan noch schlechter platziert als Zürich. Letzte Saison erreichten sie den Cupfinal und einen sicheren zweiten Platz in der Meisterschaft. Anstelle dieses positive Resultat mitzunehmen, entschied man sich die Saison darauf, gepackt vom Grössenwahn, nach einem verpatzten Saisonstart für die Entlassung Yakins. Auf eine Besserung warten die Innerschweizer heute noch.
- Basel: Muss in jeder Hinsicht als Ausnahme gesehen werden. Hier wurde mit einem langjährigen Konzept und viel Geld etwas Nachhaltiges aufgebaut. Sie können es sich anders als alle anderen Superleague-Vereine auch mal leisten, einen Leistungsträger zu halten, ohne den Druck ihn gleich ins Ausland verkaufen zu müssen.
- YB: Das Paradebeispiel für Missmanagement. Die Fanbasis und Investoren wären vorhanden (gewesen). Anstatt einen Doumbia zu halten, oder einem Gross mehr Zeit zu geben, trifft man in Bern immer zum richtigen Zeitpunkt die falschen Entscheidungen. Trotz teuren Transfers und einem starken Kader gehört YB auch diese Saison zur Gruppe "nirgendwo im Mittelfeld". Die werden auch die kommenden 25 Jahre keinen Titel gewinnen.
- Sion: Wenn Geld keine Rolle spielt, kann man sich auch mal solche Spässe erlauben. Spielen vorne mit, aber nur, weil es bei solch einem Kader kaum anders möglich ist. Die Söldnertruppe wird von Trainern dirigiert, welche Constantin hinten rein rutschen, wie es nicht besser zu "Des Kaisers neue Kleider" passen könnte.
- GC: Nachdem man sich nach Runde 13 schon stillheimlich als Meister zelebriert hat, ist man nach einer Niederlage gegen Genf, Unentschieden in Lausanne, einer Watsche in Basel und heute einem Remis gegen Sion wieder etwas von der Realität eingeholt worden. Sie konnten sich gut reorganisieren, profitieren aber auch extrem vom Momentum dieser Saison. De facto schwelgen sie noch immer in Erinnerungen an vergangene Tage, analog zu YB werden sie diese Saison keinen Blumentopf gewinnen.
St.Gallen: Hier hat man etwas richtig gemacht. Ihr Erfolg ist das Ergebnis der Nachhaltigkeit und des Vertrauens in den Trainer und Mannschaft. Auch sie müssen sich aber noch beweisen und zeigen, dass sie gelernt haben mit Druck und Misserfolg bzw. negativen Ergebnissen fertig zu werden und nicht einzubrechen, wie es vor ihrem letzen Abstieg schon einmal der Fall war.
---> Ein Köpferollen fordern ist angesichts der Leistungen durchaus legitim, vermag aber bestimmt keine Probleme zu lösen. Eben dieses unsägliche "hire and fire" ist meiner Meinung nach sogar der Auslöser der Misere, in der sich der FCZ befindet. Auf der Trainerebene schickte man Challandes in die Wüste, fiel man Fischer in den Rücken und ist jetzt schliesslich vor der Entlassung von Fringer angelangt, notabene dem schwächsten aller 3 Trainer. Nichtssagende Spieler werden nach dem Zufallsprinzip verpflichtet und dafür z.B. ein Stahel, der in Luzern zur Leaderfigur gereift ist, für eine neue Baustelle abgeschoben.
Ich kann nicht beurteilen, welche personellen Massnahmen ergriffen werden müssen um den FCZ wieder auf Kurs zu bringen. Wichtiger als einzelne Figuren auszutauschen wird aber sein, ein nachhaltiges Konzept auszuarbeiten und dies über Jahre hinweg zu verfolgen. Ansonsten erlebt Zürich bald in Walliser-Manier 3-4 "Neuanfänge" pro Saison.