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Mostowoj
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21.09.2024, 17:23 · #11'561
Beiträge: 1'487
*Interviews von Moniz lassen meinen Puls zuverlässig nach oben schnellen. Schwierige Charaktere im Team? Sehr dünnes Eis, wenn man selbst eine ziemlich komplizierte Persönlichkeit ist. * FCZ unter diesem Trainer ist wie ein Tanz auf dem Vulkan. Alles kann passieren - auch ziemlich viel Gutes. Aber die Gefahr, verbrannt zu werden, ist gross. On verra.
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MetalZH
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22.09.2024, 06:46 · #11'562
Beiträge: 5'727
Der FC Zürich crasht die Basler Party und wird Leader Fabian Frei wird verabschiedet, Xherdan Shaqiri spielt erstmals von Anfang an – aber auf dem Rasen schreibt der FC Zürich die Schlagzeilen. Florian Raz, 21.0 Der Abend beginnt mit Basler Tränen. Und er endet mit Zürcher Jubel. Grosse Emotionen. Verbundenheit. Herzschmerz. Darum gehen Menschen in ein Fussballstadion. 36’000 sind es an diesem wunderbaren Septemberabend in Basel. Der St.-Jakob-Park ist ausverkauft. Und es wird sofort das ganz grosse Gefühlskino gestartet. Fabian Frei gibt nach 543 Spielen für den FC Basel den offiziellen Abschied. Alle stehen sie da, die Grössen aus der Basler Vergangenheit: Valentin Stocker, Marco Streller, Massimo Ceccaroni, Karli Odermatt, Benjamin Huggel. Freis Stimme bricht, als er dem Publikum vor dem Spiel gegen den FC Zürich sagt: «Ihr werdet immer in meinem Herzen sein.» Danach verdrückt er ein paar Tränen, riesig vor dem Spiel auf die beiden Stadion-Screens übertragen. Freis Abgang nach Winterthur in letzter Minute vor dem Ablauf der Transferfrist ist auch ein Zeichen für die scheinbar nie endenden Umwälzungen, die in Basel irgendwie schon Tradition geworden sind. Auch an diesem Samstag werden drei Spieler willkommen geheissen, die noch nie im Joggeli aufgelaufen sind. Dabei wird doch immerhin schon die siebte Runde gespielt. Es ist bei den Ein- und Auswechslungen zu hören, wie diese Neuzugänge in Basel aufgenommen werden. Freudig ruft der Stadionspeaker die Vornamen. Aber das Publikum mag sich kaum aufraffen, die Nachnamen hinterher zu brüllen. Vermutlich wissen die meisten auf den Rängen auch noch gar nicht, wie dieser Joe oder jener Romario sonst noch heissen. Xherdan Shaqiri, der kleine Zauberer Sicher sind sie nicht wegen ihnen gekommen. Sondern wegen ihm, dem neuen, alten Liebling: Xherdan Shaqiri ist jetzt der Hoffnungsträger, der zugleich die Verbundenheit mit der Region verkörpern muss. Rekordspieler Frei mag gegangen sein. Aber da ist ja jetzt Shaq-Attack, XS, der Kraftwürfel, der kleine Zauberer. Gegen den FCZ spielt er erstmals seit seiner Rückkehr von Anfang an. Er beginnt auf dem rechten Flügel und wechselt rasch ins Zentrum. Aber eigentlich ist er einfach dort, wo er sein will. Er soll dem Basler Spiel das gewisse Extra verleihen. Und das hätten die Basler dringend nötig. Mit dem Abgang von Thierno Barry scheint jeder Schwung aus dem Basler Angriffsspiel verloren gegangen. Keine einzige richtig gute Torchance erspielen sich die Basler gegen gut verteidigende Zürcher. Shaqiri verliert sich irgendwo in den vielen Beinen der FCZ-Abwehr. Die Zürcher ihrerseits spielen neuerdings in einem 3-4-3. Und sie tun das mit einem einfachen, aber funktionierenden Plan. Bei Ballgewinn geht es schnell nach vorn. Das erste Tor durch Mounir Chouiar fällt vor der Pause im Konter nach einem miserablen Basler Eckball. Für das zweite nach der Pause braucht es einen langen Ball auf Juan Perea, der sich stark gegen Jonas Adjetey durchsetzt. Damit bleibt der FCZ in der Liga ungeschlagen, wird Leader – und er wirkt dabei, als ob er noch Luft nach oben hätte. https://www.tagesanzeiger.ch/fc-basel-f ... 2051580946
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riot666
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22.09.2024, 07:00 · #11'563
Beiträge: 9'731
Schade, dass in diesem Text mehr als 80% über die Verlierer geschrieben wird. Bin schon gespannt, was morgen im Podcast gequatscht wird und ob bei uns wieder alles nur mit Glück und beim Gegner alles mit Pech beschrieben wird, obwohl der FCZ mit einem Spiel weniger ungeschlagen und mit den wenigsten erhaltenen Toren auf Platz 1 steht.
seitdem ich dich kenne…
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MetalZH
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22.09.2024, 07:14 · #11'564
Beiträge: 5'727
Schade, dass in diesem Text mehr als 80% über die Verlierer geschrieben wird. Bin schon gespannt, was morgen im Podcast gequatscht wird und ob bei uns wieder alles nur mit Glück und beim Gegner alles mit Pech beschrieben wird, obwohl der FCZ mit einem Spiel weniger ungeschlagen und mit den wenigsten erhaltenen Toren auf Platz 1 steht. Bin mit beidem voll einverstanden. Der Artikel passt aber auch irgendwie zum Spiel gestern: Die Basler mit schöner Kulisse, viel Pomp und grosser Fresse, der FCZ mit solider Arbeit und Sieg. Deshalb gefällt mir der Titel hier sehr! :-) Zum Podcast: Mir ist er ausgefahren. Früher habe ich ihn jedesmal gehört, jetzt ca. seit der zweiten Runde nicht mehr. Ich hatte mich echt auf den Anfang von Schifferle gefreut, stattdessen kann er jetzt noch ungehemmter in seiner herablassenden Art herumäzen. Einfach nur traurig.
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Jure Jerković
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22.09.2024, 20:44 · #11'565
Beiträge: 1'050
Tagi, Florian Raz, 22.9. Dieser Plan kann den FCZ weit bringen – ein Fragezeichen bleibt Beim 2:0-Sieg in Basel spielen die Zürcher in einem neuen System, das viele Probleme lösen kann. Trainer Ricardo Moniz versucht, einen Spieler neu zu erfinden. Ricardo Moniz ist in seiner Zeit beim FC Zürich noch nicht als grosser Schwärmer aufgefallen. Aber kurz vor elf am Samstagabend in Basel, da wird der Trainer für seine Verhältnisse schon fast euphorisch. «Jetzt weiss ich, warum diese Begegnung Klassiker heisst», sagt er. Und ist offenbar sehr angetan davon, was er zuvor erlebt hat. Wobei Moniz bei seiner Bewertung vermutlich auch etwas vom Drumherum beeinflusst wird. 36’000 Menschen sind in den St.-Jakob-Park gekommen. Es ist laut, es gibt Feuerwerk, es gibt von draussen viele Beleidigungen unter der Gürtellinie, die Atmosphäre ist hitzig. Und auf dem Feld vergeht kaum einmal eine Minute, ohne dass ein Spieler nach einem harten Zweikampf mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen bleibt. Intensiv ist das Wort, das am ehesten zu dieser spielerisch bescheidenen Partie passt, nach der Taulant Xhaka der wunderbare Satz gelingt: «Es war beidseitig ein wenig ausgeglichen.» Auch Moniz redet von einem «Fifty-fifty-Spiel». Von einer Begegnung, die auf beide Seiten kippen könnte. Der Rechtsverteidiger wird weggespart Aber das tut sie nicht. Der FCZ gewinnt durchaus verdient mit 2:0. Und daran hat Moniz seinen Anteil. Er hat die Nationalmannschaftspause genutzt, um sein Team neu aufzustellen. Er ist vorerst weggekommen von der Viererabwehr und lässt in Basel ein 3-4-3 spielen. Es ist erstaunlich, wie viele der zuvor hängigen Fragen zum FCZ-Kader damit gelöst werden. Zum Beispiel jene nach einem valablen Rechtsverteidiger. Bislang musste aussen rechts jeweils ein Innenverteidiger aushelfen – neu gibt es diese Position schlicht nicht mehr. Damit kann auch Mariano Gomez endlich auf seiner gelernten Position in der zentralen Abwehr spielen. Dort löst er mit seiner Geschwindigkeit das Problem, dass der FCZ mit Nikola Katic und Mirlind Kryeziu zwei Innenverteidiger von zwar beeindruckender Statur besitzt, die allerdings zu den langsameren der Liga gehören. Conde und Mathew dominieren das Zentrum Nicht zuletzt können im Zentrum Cheick Conde und Ifeanyi Mathew wieder nebeneinander spielen. Mit diesem Duo besitzt der FCZ eine Zweikampfstärke im Mittelfeld, an der der FC Basel am Samstag zerbricht. Romario Baro jedenfalls dürfte sein Heimdebüt für die Basler zwar in bleibender, aber sicher nicht in guter Erinnerung behalten. Der Leihspieler des FC Porto ist kurz vor Transferschluss in Basel gelandet. Er wird von Conde und Mathew so dominiert, dass er am Ende entnervt nach einem überharten Zweikampf mit Gelb-Rot vom Platz fliegt. Es ist auch neben dem Duo Conde/Mathew ein überaus robuster FCZ, der in Basel antritt. Da ist die Zweikampfhärte von Katic und Kryeziu. Da ist aber auch Samuel Ballet, der sich nach seinem Leihtransfer von Como gleich ins Team gespielt hat und den Baslern nicht nur mit seinen giftigen Antritten an der rechten Seitenlinie wehtut. Er versorgt auch mit seinem körperbetonten Spiel die medizinische Abteilung des FCB mit steter Arbeit. Und vorne haben die Zürcher mit Mounir Chouiar und Juan Perea zwei Spieler, die diesmal für den Unterschied sorgen. Das 1:0 durch Chouiar ist je nach Blickwinkel entweder das Produkt des perfekten FCZ-Konters oder des miserabelsten Corners der FCB-Saison. Und wie Perea beim 2:0 den Basler Abwehrrecken Jonas Adjetey an sich abprallen lässt, ist Ausdruck einer beeindruckenden Mischung aus Kraft und Technik. Ligue lernt die alte Cruyff-Schule kennen Nur etwas an diesem frisch aufgestellten FCZ wirkt dann doch etwas gewöhnungsbedürftig. Auf der linken Seite setzt Moniz auf Junior Ligue. Der 19-Jährige ist eigentlich gelernter Stürmer. Aber dort hat er seinen Trainer bislang zu wenig überzeugt. Und dann komme die «alte Schule von Johan Cruyff» zum Tragen. Wer vorne nicht «die Top-Qualität» beweise, der rücke halt eine Reihe zurück: «Er ist ein grosses Schweizer Talent, darum ist es wichtig, dass wir ihn fördern.» In Basel wirkt Ligue manchmal noch, als ob er nicht so recht wisse, was da draussen alles zu tun sei. Warum sich die Basler standhaft weigern, seine defensive Standhaftigkeit auszuloten, muss ihr Geheimnis bleiben. Der FCZ jedenfalls reist als Leader aus Basel ab. Er behält diese Position am Sonntag, weil der FC Lugano in Sion nicht über ein 0:0 hinauskommt. Und er hat am Dienstag sogar die Chance, sich drei Punkte Vorsprung herauszuspielen. Dann tritt er zu seiner Nachtragspartie beim FC St. Gallen an.
Sandman
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24.09.2024, 05:00 · #11'566
Beiträge: 6'110
Aus dem Tagi Ganz anders die Gefühlslage bei den Zürchern, die am Samstag im Klassiker gegen den FC Basel dank Effizienz und einer einmal mehr starken Abwehrleistung zu einem 2:0-Auswärtssieg kamen. Damit ist das Team von Trainer Ricardo Moniz als einziges in der Super League noch ungeschlagen. Seit der 60-jährige Niederländer beim FCZ das Zepter übernommen hat, hat die Mannschaft nur einmal verloren - am 5. Mai beim 0:2 gegen die Young Boys. Seither hat sie in zehn Spielen 26 Punkte geholt. "Nicht" schlecht für einen Trainer, der seit Saisonbeginn regelmässig geteert und gefedert wird, abwechslungsweise in der Presse oder im Forum.
Ralfinho
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03.10.2024, 14:04 · #11'568
Beiträge: 541
Leider glaub ich ihm dies sogar. Meisterheld packt aus: Warum Guerrero vom FCZ brutal enttäuscht ist https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... ck_app_ios
Mr Mike
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03.10.2024, 14:19 · #11'569
Beiträge: 4'064
Leider glaub ich ihm dies sogar. Meisterheld packt aus: Warum Guerrero vom FCZ brutal enttäuscht ist https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... ck_app_ios Wurde bereits 3 mal gepostet Hinweis: Dieser Artikel erschien erstmals am 19. September 2024.
Deepblue
Mitglied
03.10.2024, 14:27 · #11'570
Beiträge: 5'791
tut uns Fans halt immernoch ein bisschen weh ;)
starman
Mitglied
03.10.2024, 14:57 · #11'571
Beiträge: 3'131
Leider glaub ich ihm dies sogar. Meisterheld packt aus: Warum Guerrero vom FCZ brutal enttäuscht ist https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... ck_app_ios Wurde bereits 3 mal gepostet Hinweis: Dieser Artikel erschien erstmals am 19. September 2024. Also ich bin froh wurde es heute nochmals gepostet, (Vielen Dank) stand wohl auf dem Schlauch und habe es übersehen. Guerrero war einer der sympathisten Spieler der letzten paar Jahre. Sehr schade dieser Abgang, aber leider wie so oft beim FCZ einfach traurig.
Sandman
Mitglied
03.10.2024, 17:01 · #11'572
Beiträge: 6'110
Leider glaub ich ihm dies sogar. Meisterheld packt aus: Warum Guerrero vom FCZ brutal enttäuscht ist https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... ck_app_ios Wurde bereits 3 mal gepostet Hinweis: Dieser Artikel erschien erstmals am 19. September 2024. Also ich bin froh wurde es heute nochmals gepostet, (Vielen Dank) stand wohl auf dem Schlauch und habe es übersehen. Guerrero war einer der sympathisten Spieler der letzten paar Jahre. Sehr schade dieser Abgang, aber leider wie so oft beim FCZ einfach traurig. Und natürlich war es auch nicht das letzte Mal. Ist schon zu Zeiten vor MM passiert und geschieht auch bei andern Clubs wie Basel oder YB immer wieder mal. Man trennt sich hald ab und zu mal in Unfrieden und mit negativen Emotionen. Wieso soll das im Fussball anders ein als im normalen Geschäfts- oder Privatleben?
Kollegah
Mitglied
03.10.2024, 17:26 · #11'573
Beiträge: 4'260
Leider glaub ich ihm dies sogar. Meisterheld packt aus: Warum Guerrero vom FCZ brutal enttäuscht ist https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... ck_app_ios Wurde bereits 3 mal gepostet Hinweis: Dieser Artikel erschien erstmals am 19. September 2024. Also ich bin froh wurde es heute nochmals gepostet, (Vielen Dank) stand wohl auf dem Schlauch und habe es übersehen. Guerrero war einer der sympathisten Spieler der letzten paar Jahre. Sehr schade dieser Abgang, aber leider wie so oft beim FCZ einfach traurig. Und natürlich war es auch nicht das letzte Mal. Ist schon zu Zeiten vor MM passiert und geschieht auch bei andern Clubs wie Basel oder YB immer wieder mal. Man trennt sich hald ab und zu mal in Unfrieden und mit negativen Emotionen. Wieso soll das im Fussball anders ein als im normalen Geschäfts- oder Privatleben? Genau so ist es. Und Guerrero spielt nun beim Tabellenletzten der 2. Liga in Spanien. Gespielt hat er bisher 81 Minuten und zuletzt war er nicht mal mehr im Kader.
Cuk
Mitglied
04.10.2024, 09:22 · #11'574
Beiträge: 2'097
Tönt fast ein wenig nach Bezahlartikel ;) https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 96170.html
Im Hive schmöckts guet - Adrian.
Zhyrus
Mitglied
05.10.2024, 11:06 · #11'576
Beiträge: 15'713
Heisses Engagement gegen coole Gelassenheit: Das Modell Canepa prallt auf das Modell Mansueto. Der FC Zürich will heimisches Schaffen pflegen, der FC Lugano will mehr sein als ein Milliardärsspielzeug: Beim Spitzenspiel im Letzigrund treffen am Sonntag Gegensätze aufeinander. Stephan Ramming 05.10.2024 Man kann auf unterschiedliche Arten einen Fussballklub besitzen. Und als Klubbesitzer kann man auf verschiedene Arten daran teilhaben, wenn die Angestellten auf dem Platz ihren Pflichten als Lohnempfänger nachgehen. Eine Art pflegt zum Beispiel Ancillo Canepa, mit seiner Frau Besitzer des FC Zürich. Eine andere Art pflegt Joe Mansueto, Besitzer des FC Lugano. Mansueto wird aller Voraussicht nach am Sonntagmorgen um 7 Uhr in Chicago einen Streamingdienst aufschalten, in einer Tasse mit akkurat temperiertem Wasser eine Portion Grüntee ziehen lassen und sich darauf freuen, seinem FC Lugano die Daumen zu drücken. In 7200 Kilometern Entfernung dürfte Canepa im Zürcher Letzigrund um 14 Uhr Lokalzeit aufgeregt auf der Tribüne seine Pfeife stopfen und dem Kampf um die Tabellenführung entgegenfiebern. Hier der leidenschaftliche Canepa, seit über 18 Jahren FCZ-Präsident mit Haut und Haar, präsent an vielen Fronten im Tagesgeschäft, tief verwurzelt im Klub und in seiner Geschichte. Und dort der distanzierte Mansueto, der sich neben der MLS-Franchise Chicago Fire FC seit 2021 auch den FC Lugano als «Boutique-Klub» gönnt und aus weiter Ferne mit freundlichem Wohlwollen seine Statthalter vor Ort begleitet, wie sie in Lugano ein neues, kühl kalkuliertes Projekt voranbringen. Defizite begleichen – «aus Freude am Fussball» So steht der FC Lugano für die Entwicklung in den letzten Jahren, dass ausländische Geldgeber in der Schweiz Klubs kaufen und in ein Netzwerk mehrerer Vereine eingliedern. Es geht um Synergien, Geldflüsse, Kooperationen und anderes. Neben dem FC Lugano gehören momentan Yverdon, Lausanne und die Grasshoppers ausländischen Besitzern, die mehr oder weniger anonym im Hintergrund die Fäden ziehen. Es ist ein Modell, das die Fussballklubs den Menschen vor Ort entfremde, heisst es. In Lugano sind das nur wenige Menschen, in Zürich interessieren sich fünf Mal mehr für den FCZ, und in Basel kam es fast zum Volksaufstand, als ruchbar wurde, dass der FCB-Besitzer Bernhard Burgener mit Engländern über einen Verkauf verhandelte. Für Canepa mit seinem FCZ ist nur schon der Gedanke an einen Verkauf ins Ausland des Teufels. «Ausgeschlossen» sei es, dass er den FCZ jemals dorthin verkaufe, wiederholt der 71-Jährige bei jeder Gelegenheit. Sollte es doch einmal zu einer Übergabe kommen, werde nur «eine Zürcher oder Schweizer Lösung infrage kommen». So hat es Canepa seinem Vorgänger Sven Hotz versprochen, so hat er es gegenüber den Fans in der Südkurve versichert. Wenn also am Sonntag der FC Lugano im Letzigrund gegen den FCZ antritt, ist das auch ein Match von zwei Mannschaften mit je 17 Punkten an der Tabellenspitze, bei dem ein neues und ein altes Besitzmodell auf dem Prüfstand stehen – heimisches Schaffen gegen internationales Netzwerk-Business sozusagen. Aber es gibt auch Gegebenheiten, die für beide Klubs ähnlich sind. Zum Beispiel das finanzielle Defizit. Fast 20 Millionen Franken ist der Betrag, der laut Liga-Geschäftsbericht für 2023 im FC Lugano unter «sonstige Erträge» firmiert. 3,7 Millionen sind es für den FCZ. «Sonstige Erträge» ist der Bilanzposten, über den unter anderem Zuwendungen von Geldgebern verbucht werden können. Canepa und seine Frau dürften also für einen erklecklichen Teil der 3,7 Millionen geradestehen. Mansueto zahlte 18 der 20 Millionen. Das ist in beiden Fällen viel Geld. Der Unterschied: Canepa möchte als ehemaliger Wirtschaftsprüfer seit seinen Anfängen im FCZ die Rechnung ausgeglichen halten. Mansueto interessiert diese Frage nicht, er will als Multimilliardär Gutes tun, das ihm Freude macht. «Unser Ziel ist es auf längere Sicht, dass sich der von Mansueto beglichene Fehlbetrag von rund 18 Millionen Franken mit Transfers, Europacup-Einnahmen und ab 2026 mit dem neuen Stadion auf einen einstelligen Millionenbetrag reduziert», sagt Martin Blaser, CEO im FC Lugano. Für Blaser ist es mit der Erfahrung von dreissig Jahren im Schweizer Fussballgeschäft nicht realistisch, mit den Voraussetzungen eines Klubs von der Grösse des FC Lugano Geld zu verdienen. «Joe Mansueto weiss das genau», sagt Blaser. Was ist Mansuetos Motivation? Blaser sagt: «Freude am Fussball.» Vielleicht würde das auch Canepa sagen. Vielleicht würde er sich aber auch daran erinnern, wie er vor einem Jahr bei der offiziellen Vorstellung des Sportchefs Milos Malenovic gesagt hat, wie er den FCZ professionalisieren und grössere Stabilität herbeiführen wolle mit dem Ziel, nicht mehr mit dem eigenen Portemonnaie Löcher stopfen zu müssen. Leider will Canepa momentan nicht reden. Genauso wenig wie Malenovic. Nicht einmal der Goalie und Captain Yanick Brecher steht für ein Interview darüber zur Verfügung, wie viel Freude der FCZ-Umbau bereitet. «Freude?», fragt Ricardo Moniz zurück. Der FCZ-Trainer redet vor dem Spiel gegen Lugano im Heerenschürli über seine Mannschaft. «Nein, es gibt keine Freude vor dem Spiel gegen Lugano – nur Spannung.» Das Team habe beim 1:4 in St. Gallen nicht gezeigt, «Favorit und damit eine gute Mannschaft» sein zu können. Moniz erklärt Details im Spiel, spricht von Einstellung und Mentalität. Er sagt: «Wir haben sehr viel Risiko auf uns genommen, wir stehen in einem Schicksalsjahr.» Im FCZ soll es zu- und hergehen wie bei Manchester United Das klingt irgendwie ungemütlich und bedrohlich. Jedenfalls ganz anders als noch vor einem Jahr. Damals hatte der FCZ nach acht Runden nur einen Punkt weniger und stand ebenfalls oben in der Tabelle. Bo Henriksen hiess der Trainer, der immer von Freude, Leichtigkeit und von den beiden Füssen sprach, die auf dem Boden bleiben müssten. Und Henriksen hatte meistens auch eine Anekdote parat, die zeigte, dass man im Fussball erfolgreich sein kann, wenn es noch eine andere Welt gibt neben dem Rasenviereck. Jetzt scheint es im FCZ nur noch um Trainingsplatz, Gym und Taktiktafel zu gehen. Vielleicht so, wie man es sich vorstellen mag in einem grossen ausländischen Milliarden-Klub wie Manchester United. Moniz erzählt auch am Freitag, wie es bei Ajax Amsterdam oder ManU zu- und hergegangen ist mit Spielern wie Jaap Stam oder John O’Shea. Das ist lange her. Jetzt ist Moniz im FCZ. Er bedauert noch immer, dass er gegen Guimarães ein erstes Saisonziel deutlich verpasst hat, im Europacup dabei zu sein. Nein, der FCZ ist noch nicht so weit wie der FC Lugano, der am Donnerstag in der Conference League drei Punkte geholt hat. Kein Wunder, wenn man auf ganz unterschiedliche Arten einen Fussballklub besitzen und führen kann.
Sandman
Mitglied
05.10.2024, 11:48 · #11'577
Beiträge: 6'110
Danke für diesen Bericht. Bestätigt mir einmal mehr, weshalb ich tausend Mal lieber einem FCZ folge als Clubs wie Lugano, Lausanne, GCN usw.
Kiyomasu
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08.10.2024, 16:39 · #11'578
Beiträge: 2'772
https://www.salzburg24.at/sport/fussbal ... -166358752 Möglicherweise verlieren wir unseren U21-Trainer sogleich wieder. Den hätte ich gerne anstelle von Moniz an der Seitenlinie.
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