Die Präsi-Frage

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LuisCypher
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15.11.2014, 17:04 · #1'561
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Ergo, cogito, summ... Mal abgesehen von den Befindlichkeiten Einzel(l)(n)er hier, wäre darüber nachzudenken, wie in der Wirtschaft ein Berufsunfall bei grob fahrlässiger Handlung beurteilt wird. Gilles Beruf ist der Fussball, sein Arbeitgeber der FCZ, Verursacher Wieser, sein Arbeitgeber der FCA. Also zumindest der Ausfall ist unstrittig durch den Verursacher, resp. seinem Arbeitgeber einzuholen zu prüfen. Eventualitär und Opportunitäten werden kaum berücksichtigt, aber die direkten Kosten. Und die sind gewaltig. Spital/Reha werden 6stellig, zudem der lange oder gar ewige Ausfall inkl. einer möglichen Berufsunfähigkeit. Wenn AC das nicht einfordert, bekommt er mit der Versicherung ärger. Daher ist der Gedanke gar nicht so abwegig, eine Klage zu prüfen. Unserem Präsi da wieder einmal ins Abseits stellen zu wollen ist blanker Hohn, vor allem, wenn man die lange Liste bedenkt, an der in den letzten Jahren geschrieben wurde. Verschwörungstheorien hin oder her, rein objektiv ist die Quote an groben Fouls gegen Spieler des FCZ überproportional. Das dann auch irgendwann gehandelt wird, ist eher ein Lob wert denn eine Kritik. Aber eben, wer schnell Rappen spalten will, nimmt auch gerne mal die ungeschliffene Axt. Bist du dir sicher? Fordert dies nicht die Versicherung selbst ein? Gute Frage, bin nicht 100% sicher. Ist glaubs auch ein Stück weit von der Konstellation abhängig, ob Gilles selbst klagt, ob es für eine schwere Körperverletzung sogar ein Strafverfahren gibt etc...schneller gesund wird er dadurch natürlich nicht, aber ich denke, es wird Zeit, ein Zeichen zu setzen und die anderen Spieler zu schützen, sonst wird man ja den Eindruck nicht mehr los, es handle sich bei den Spielern des FCZ um Freiwild...
Roger Kundert
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20.11.2014, 12:59 · #1'562
Beiträge: 2'053
Ein Blick zurück ohne Groll - Nach der Trennung von Marco Bernet, ehemaliger Sportchef vom FCZ Bernet: Ich hätte mir gewünscht, dass im Verein nach dem schweren Foul gegen Gilles Yapi mit Besonnenheit reagiert worden wäre. Canepa erklärt kürzlich in einem Interview mit der Sportinformation: "De facto bin ich der Sportchef." Es gibt Experten, die sich fragen, ob er über die nötigen Fachkenntnisse verfügt. Bernet: Meine Ueberzeugung ist, dass es einen Fachmann braucht, dessen Arbeit nicht vorab vom Resultat der 1. Mannschaft abhängig sein dürfte; der vielmehr längerfristig planen, Tendenzen erkennen und die Kaderzusammensetzung ständig überprüfen müsse, um auf allfällige Ausfälle und Abgänge reagieren zu können; der sich mit den Schnittstellen zwischen den einzelnen Abteilungen beschäftigen und darauf achten sollte, dass Talente gefördert und behutsam ans Super-League-Team herangeführt werden. Er fragt: "Wer erledigt das jetzt alles?" Bernet sagt nur:"Ich wünsche und hoffe, er (Canepa) macht seinen Job gut." Quelle: Tagi-Print, 20.11.14 Zwei Aussagen von Bernet, die ich 100 % unterschreiben kann, schade, dass Canepa beides anders sieht. Ich vermisse Bernet, bin aber überzeugt, dass es ihm nun in seinem "FCZ-freien" Leben besser geht; schön für ihn, schade für den FCZ!
Deepblue
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21.11.2014, 12:29 · #1'563
Beiträge: 5'791
Nicht dass ich deine ewig ins gleiche Horn blasenden Beiträge brauche. Aber die Kritik / der Blick zurück von Bernet finde ich sachlich und objektiv gut. Aber wenn Canepa dann auch die finanziellen Konsequenzen trägt bei einem Scheitern dann kann man ihm nichts vorwerfen, ausser der sportliche (miss)erfolg. Je nach dem... Man kann immer Dinge anders machen, was richtig ist wird man erst im nachhinein sehen. Zustände àlà Sion will sicher niemand in Zürich. Da hier aber 2 Personen am Werk sind (so wie ich das sehe) sehe ich diese Gefahr nicht.
Deepblue
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24.11.2014, 08:18 · #1'564
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Ich stimme dir zu, wenn du meinst, dass die aktuelle Organisation möglicherweise nicht die beste ist für die Zukunft. Dies werden wir wohl erst später erfahren-wir können hier nur das Beste hoffen. Meine Aussage bezieht sich lediglich auf die Tatsache, dass wenn jemandem etwas "gehört" er damit machen darf was er will. Was aber nicht heisst, dass die Eigentümer (Canpas?) den Verein finanziell fahrlässig an die Wand fahren dürfen alà Marc Roger (Servette) und damit Arbeitsplätze gefährden. Dies wird im Moment m.Meinung nicht gemacht. Die Zukunft wirds aber zeigen... Ich finde es jedoch gut wenn Eigentümer langfristig denken und Interesse am Verein haben. Ich glaube dies ist bei den Canepas der Fall. Und somit würde ich die aktuelle Machtkonzentration als für den Verein nicht gefährlich einstufen.
spitzkicker
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21.12.2014, 14:07 · #1'565
Beiträge: 3'784
Diese Woche gelesen im Zürcher Oberländer: «Ich suche im Moment keine Investoren» Fussball Ancillo Canepa ist seit Dezember 2006 Präsident des FC Zürich und hält zusammen mit seiner Frau mittlerweile 80 Prozent der Aktien. Der Rütner erklärt im Gespräch, weshalb er den FCZ als Familienunternehmen führen will, verrät, was anders ist, seit seine Frau Einfluss nimmt, und was dem FCZ neben dem Geld fehlt, um Basel einzuholen. Der FCZ hat eine starke Vorrunde gespielt und sich am Ende selbst um den Lohn gebracht. Nun liegt Ihr Klub acht Punkte hinter dem FC Basel. Was sind Sie finanziell gewillt zu tun, um die kleine Meisterchance zu vergrössern? Ancillo Canepa: Wenn es eine ­reelle Chance gibt, einen guten Transfer zu machen, werden wir das tun. Aber nicht bloss mit Blick auf die Rückrunde. Es wäre eine Sensation, wenn der FC Basel aufgrund seiner fast gren­zenlosen Möglichkeiten nicht zur Meisterschaft durchmarschieren würde. Unsere Ziele werden wir im Trainingslager in der Türkei zusammen mit der Mannschaft definieren. Lassen Sie mich raten, Sie werden den Titel im Cup ­verteidigen wollen und in der Meisterschaft zumindest Platz 2 halten. Es wird in diese Richtung gehen. Und mit Platz 2 könnten Sie sich abfinden? Im Fussball ist alles möglich. 2006 hatten wir in der Winterpause einen grossen Rückstand auf Basel und wurden Meister. Ein Jahr später führten wir mit acht, neun Punkten und retteten einen davon ins Ziel. Allerdings droht Basel der Konkurrenz nun wirtschaftlich und sportlich zu entschwinden. Ist das gesund für die Liga? Wenn Sie die anderen Präsidenten der Liga fragen, werden sie sagen: «Nein, es ist schwierig für die Liga.» Aber die Basler haben sich das alles selbst erarbeitet. In Frau Oeri hatten sie zwar eine Hausbank über viele Jahre, die es ihnen ermöglichte, in diese Sphären vorzustossen. Nur: Geld allein garantiert keine Titel. Es braucht auch gute Arbeit – und die leistet der FCB momentan. Was fehlt dem FCZ grundsätzlich, um den FCB einzuholen? Nur das Geld? Basel ist eine Fussballstadt. Der FC Basel hat die Unterstützung der Fans, der Politik, der Behörden, der Unternehmen – von überall. Diese Unterstützung fehlt in Zürich. Sie sind nicht mehr nur Präsident, sondern auch Sportchef des FCZ. Wo sehen Sie im ­Kader Handlungsbedarf? Gilles Yapi können wir nach seinem Ausfall nicht 1:1 ersetzen. Er ist überdurchschnittlich spielintelligent, nahm eine Leader­rolle ein und war zusammen mit Burim Kukeli auf der Doppelsechs das Mosaikstück, das uns fehlte. Er war ein Hauptgrund, dass wir eine so gute Vorrunde spielten. Deshalb tut es grausam weh, dass wir ihn durch eine brutale und rücksichtslose Attacke verloren. Wenn sich eine gute Möglichkeit ergibt, machen wir auf seiner Position einen Transfer. Marco Schönbächlers Vertrag läuft Ende Saison aus. In der Winterpause würde der FCZ noch eine Ablösesummer ­erhalten. Ist ein vorzeitiger Abgang denkbar? Nein, wir werden ihn im Winter nicht abgeben, auf keinen Fall. Wir sind vielmehr bestrebt, seinen Vertrag zu verlängern. Ich bin optimistisch, dass uns das gelingt. Wie sieht es bei Yassine Chikhaoui aus? Es gab Anfragen aus dem Ausland. Aber im Winter gibt es sicher keinen Abgang. Wir wollen mit einer möglichst starken Mannschaft die Rückrunde bestreiten. Der FCZ hat immer wieder technisch hochbegabte Spieler, die schwierige Phasen durchmachen. Bei Davide Chiumiento dauerte es meh­rere Saisons, bis er den Tritt fand, Marco Schönbächler rief in dieser Vorrunde erstmals über eine längere Phase sein Potenzial ab, dafür stagniert Oliver Buff. Was braucht es, damit einem Spieler der Knopf aufgeht? Es braucht zwei Sachen: zum einen das Vertrauen des Trainers und des Klubumfelds, zum anderen knallharte Arbeit in den Trainings. Selbstvertrauen kann man nicht herbeireden, für mich ist es die Summe kleiner Erfolge. Als Franck Etoundi zum FCZ kam, war er etwas eingeschüchtert, weil viele seiner neuen Kollegen fussballerisch mindestens so gut waren wie er. Er brauchte seine Zeit, arbeitete hart – und nun ist er einer unserer wertvollsten Spieler. Etoundi kam in der Phase zum Verein, als Marco Bernet Technischer Direktor war und die Aussendarstellung des Vereins positiv prägte. Im Sommer wollten Sie Bernet wieder eine Aufgabe im Nachwuchs übertragen, er lehnte ab. Weshalb war er als Technischer Direktor nicht der rich­tige Mann am richtigen Ort? Wir waren vor zwei Jahren in einer ganz schwierigen Situation, auch psychologisch. Marco Bernet hat mit seiner Ruhe und seiner positiven Ausstrahlung viel dazu beigetragen, die Situation zu bewältigen. Im Verein hatte er eine Klammerfunktion. Er war für die Koordination und die Synergien­nutzung zwischen Nachwuchs- und Profifussball zuständig. Aber nachdem die anderen ­Personen in der sportlichen Leitung eingearbeitet waren, brauchte es seine Position nicht mehr. Gemeinsam in Gesprächen und Workshops erarbeiteten wir die Struktur, die wir nun haben. In der Öffentlichkeit wurde Bernet auch anders wahrgenommen als intern. Er war nicht Sportchef – auch wenn das geschrieben wurde. Und wer war Sportchef? Sie? Das würde ich nicht demen­tieren. Die Verhandlungen mit Spielern und Beratern habe ich geführt. Oft unterstützt durch Assistenztrainer und Team­manager Massimo Rizzo. Marco Bernet war am Anfang dabei. Für ihn war es als «Training on the Job» vorgesehen. Aber er fühlte sich nie richtig wohl im Profifussball. Marco Bernet – das ist Nachwuchs, das ist Kinderfussball. Diese Bereiche sind je länger, je wichtiger für einen Profiklub. Dort hätte er weiterhin wertvolle Arbeit leisten können. Ich sähe ihn gerne noch bei uns. Dann hätten Sie ihm ein Job-Angebot machen müssen, das für ihn kein Rückschritt gewesen wäre. Was heisst Rückschritt? Wir hatten das Gefühl, er im Übrigen auch, dass er im Nachwuchsbereich am richtigen Ort ist. Weshalb er seine Meinung änderte, weiss ich nicht. Weshalb sind Sie als Sportchef am richtigen Ort? Was befähigt Sie zu dieser Aufgabe? Ich bin bald neun Jahre vollamtlich im Profifussballgeschäft und habe in dieser Zeit so ziemlich alles gesehen, was es zu sehen gibt. Ausserdem habe ich ein Auge für den Fussball. Aber, und das möchte ich betonen, ich bin nicht allein. Wir sind ein Team. Die sportliche Leitung besteht aus Massimo Rizzo, Urs Meier und mir. Wie funktioniert dieses Team, wenn der FCZ einen Spieler sucht? Wer sondiert den Markt, und wer kümmert sich um die Angebote der Spielervermittler? Die Fühler strecken wir alle aus, bei Angeboten von Spielervermittlern nehme ich die erste Triage vor. Wenn wir einen Spieler interessant finden, schauen sich Massimo Rizzo oder unser Chefscout Thomas Bickel den Spieler vor Ort an, oder sie machen eine Videoanalyse. Dann gibt es einen Direktkontakt. Die Vertragsgespräche führe ich in Hauptregie. Was entgegnen Sie Kritikern, die sagen, Sie seien zu emotional und finanziell zu stark eingebunden, um auch noch Sportchef des Vereins zu sein? Unabhängig davon, was Sie für einen Beruf ausüben: Wenn Sie nicht mit Emotionen dabei sind, bleiben Sie besser zu Hause und machen nichts. Im Übrigen bin ich nicht naiv. Ich kann sehr wohl unterschiedliche Hüte anziehen und objektiv sein, wenn es um den FCZ geht. Aber noch einmal: Wir sind ein Team, das zu­sammen Entscheidungen trifft. Eines, das sehr gut funktioniert. Ihre Machtfülle ist allerdings umfassend, die Entscheidungswege sind dement­sprechend kurz. Das ist der grosse Vorteil. Reden Sie mal mit guten Beratern oder auswärtigen Spielern über Verhandlungen mit dem FC Zürich. Bei uns gilt: ein Mann, ein Wort. Wir sind sehr effizient. Bei an­deren Vereinen werden mehrere Ehrenrunden gedreht, bis ein Entscheid fällt. Ihre Frau ist auch in der Sportkommission, die über Transfers entscheidet. Was für einen Einfluss nimmt sie dort? Sie gibt ihren Input zu Verträgen und finanziellen Rahmenbedingungen. Sie hat aber auch fuss­ballerisches Flair. Es ist nicht so, dass sie sagt, «holt diesen oder jenen Spieler» – mit Ausnahme von Ribéry (deutet hinter sich auf ein signiertes Ribéry-T-Shirt an der Wand mit persönlicher Widmung für Heliane Canepa – die Red.). Aber sie hat viel Führungserfahrung und Menschenkenntnis. Es kam schon vor, dass sie sagte: «Dieser Spieler passt als Typ und vom Umfeld her nicht zu uns.» Was ist anders, seit Ihre Frau im Klub ist? Für mich ist vieles anders. Ich habe eine absolute Vertrauensperson, die ich in alles einweihen kann. Meine Frau wurde nicht von ungefähr dreimal Unternehmerin des Jahres (als CEO von Nobel Biocare – die Red.). In unserem Fall bewahrheitet sich die Gleichung 1 + 1 = 3. Sie haben beide jahrelange Führungserfahrung und arbeiten nun erstmals zusammen im gleichen Unternehmen. Das ist eine grosse Umstellung. Nur harmonisch wird sie nicht verlaufen sein, oder? Wir sind zwei Alphatiere und nun sehr intensiv gemeinsam unterwegs. Wir sind weiss Gott nicht immer gleicher Meinung, aber in solchen Fällen können wir auf unsere guten Mitarbeiter zählen. Sehr oft sind sie das Zünglein an der Waage im Entscheidungsprozess. Sechs oder vier Augen sehen mehr als zwei. Das ist ein Riesenvorteil im Vergleich zu früher, als ich mehr oder weniger allein war. Ich verliere auch keine Energie mehr wegen Intriganten und Trittbrettfahrern. Von denen konnten wir uns trennen. Der FCZ ist de facto ein Familienunternehmen, zu Grabenkämpfen kann es deshalb kaum mehr kommen. Vor zwei, drei Jahren hatten wir 25 Prozent, nun gehören uns 80 Prozent des Aktienkapitals. Das hat einen sehr guten Einfluss auf das Klima im FC Zürich. Mit einer Beteiligung von 80 Prozent müssen wir keine Rücksicht mehr nehmen auf ­interne Befindlichkeiten. Die neue Ruhe und die Macht sind teuer erkauft. Mittel­fristig gesehen: Ist es Ihnen das wert? Ich suche im Moment nicht primär Investoren, also Personen, die sich in den Klub einkaufen. Ich suche Geschäftspartner, ­Trikotsponsoren, Infrastruktur, Möglichkeiten, mehr Einnahmen zu generieren. Solange ich Prä­sident bin, will ich die Rahmenbedingungen bestimmen. Das heisst, der FCZ bleibt in den nächsten Jahren ein ­Familienunternehmen der ­Canepas? Im Moment sieht es danach aus. Nachfolger können Sie so nicht aufbauen. Dabei waren sie einst angetreten, um den Verein breiter abzustützen. Ich werde die Aktien nicht mit ins Grab nehmen. Irgendwann werden wir sie verkaufen. An­fragen und Angebote gab und gibt es immer wieder. Schliesslich ist der FCZ nach wie vor ein guter Brand. Der Standort Zürich ist allerdings suboptimal. Da wir nur Mieter sind im Letzi­grund, haben wir keinen Einfluss auf das Catering, die Einlasskontrollen und die Sicherheitskosten. Deshalb haben wir zusammen mit GC den Mietvertrag auf Ende Saison gekündet. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir mit der Stadt eine einvernehmliche Lösung finden. Ihre Frau und Sie haben in den letzten Jahren viele Löcher im Budget gestopft. Wie sieht es zurzeit aus, ist der FCZ wirtschaftlich auf Kurs? Das Geschäftsjahr 2013 werden wir mehr oder weniger schwarz abschliessen. Und das Budget 2015 werden wir so eingeben können, dass wir die Lizenz ­erhalten. Wir sind stabil. Im Vergleich zu Ihrem Vorgänger Sven Hotz erhalten Sie für Ihr grosses finanzielles Engagement relativ wenig Wertschätzung. Irritiert Sie das? Ich erhalte im persönlichen ­Kontakt viel positives Feedback. Was mich irritiert, sind Medienberichte, in denen nur auf den Mann gespielt wird. Was glauben Sie, weshalb ecken Sie an? Da müssen Sie die entsprechenden Journalisten fragen. Ich machte meine Erfahrungen im Herbst 2012, als wir eine schwierige Phase hatten. Was da alles kommentiert und kritisiert wurde, oft auch in Unkenntnis der Faktenlage. Zum Glück kann ich heute selbst entscheiden, mit wem ich reden will und mit wem nicht. Sie selbst teilen auch aus. Sie prozessieren gerne, wie die Beispiele Sandro Wieser und Rolf Fringer zeigen. Wenn man mich früher als Fussballer fair behandelte, reagierte ich nie – auch nach knallhart ­geführten Zweikämpfen nicht. Aber wenn man mich mit gestrecktem Bein zwei Meter ab Boden foulte, bloss weil ich schneller war, dann reagierte ich. So ist es auch heute. Sie werfen Rolf Fringer vor, er habe mit seinen angeblich rufschädigenden Äusserungen ein grobes Foul begangen? Es gibt in diesem Fall noch Fakten, die nicht an die Öffentlichkeit gehören. Klar ist: Ein Trainer, der sagt, «es ist mir egal, ob mich der Klub rauswirft», ist nicht tragbar. Aber eigentlich möchte ich nicht mehr darüber sprechen. Sowohl das Arbeitsgericht als auch das Obergericht ­entschieden, die von Ihnen ausgesprochene fristlose ­Kündigung Fringers sei nicht rechtens. Ziehen Sie den Fall vors Bundesgericht weiter? Das kommentiere ich öffentlich nicht. Wer mich kennt, kann ­erahnen, wie es weitergeht. Sie investieren seit Jahren viel Zeit und Geld in den FCZ. Was würden Sie heute machen, wenn Sie das Präsidentenamt damals nicht übernommen hätten? Ich vollzog vor neun Jahren den Berufswechsel vom Wirtschafts­prüfer zum Klubpräsidenten. Ich übe hier kein Mandat aus, sondern einen Beruf. Ich habe mir nie überlegt, was ich sonst machen würde. Dazu habe ich auch keine Zeit. Sie wurden mit dem FCZ ­zweimal Meister und einmal Cup-Sieger. Was war für Sie der schönste Moment in Ihrer bisherigen Amtszeit? Der schönste Moment? (Canepa denkt nach, geht in sein Büro und kommt mit einem gerahmten Foto zurück, auf dem er in freundschaftlicher Umarmung mit Ex-FCZ-Trainer Bernard Challandes zu sehen ist.) Das war der schönste Moment! 2009 in St. Gallen nach dem gewon­nenen Qualifikationsspiel gegen Ventspils, als feststand: Wir stehen in der Champions League. Das war unglaublich! Hat die Champions League für Sie noch immer die gleiche Anziehungskraft wie früher? Viele bemängeln die Verwässerung des Niveaus. Nein, sie ist immer noch eine Riesenattraktion. Die Champions League, das ist das A und O – natürlich auch finanziell. In der Europa League lässt sich leider nur ein Bruchteil dieses Geldes verdienen. Die Schere zwischen den beiden Wettbewerben ist meiner Meinung nach viel zu gross. Das führt dazu, dass Vereine unvernünftig werden und Risiken eingehen, um die Champions League zu erreichen. Es ist ein Spagat. Es gab auch im FCZ eine Phase, in der wir Transfers tätigten, die ich rückblickend nicht mehr machen würde. Wir sind vorsichtiger geworden. Es ist matchentscheidend, dass wir bei Transfers möglichst wenige Fehler machen. Der FCZ hat diese Saison oft schönen Fussball gespielt. Das Zürcher Publikum hat das nur bedingt gewürdigt. Die Zuschauerzahlen stiegen zwar leicht, bewegten sich aber im üblichen Rahmen. Wo sehen Sie die Gründe? Dieses Thema beschäftigt mich fast am stärksten. Klar, es gibt die angeblichen Gründe. Es heisst, der Letzigrund sei kein Fussballstadion. Auch das Thema Sicherheit wird immer wieder vorgebracht. Dabei ist in 99,9 Prozent der Fälle der Besuch eines Fussballspiels kein Problem. Leider werden von vielen Pyros mit Gewalt gleich­gesetzt. Pyros sind verboten und mühsam, mit Gewalt im engeren Sinn haben sie nichts zu tun. Aber ich bin sicher: Wenn wir ein neues Fussballstadion hätten, hätten wir einen Schnitt von 15 000 bis 16 000 Zuschauern. Das ist doch Propaganda. Die Beispiele Xamax und Servette zeigen, dass ein neues Stadion in der Schweiz nicht auto­matisch zu besseren Zahlen führt. Schauen Sie sich die Bundesliga an. St. Gallen! Luzern! Das sind Städte, in denen der lokale FC eine Monopolstellung hat und über ein grosses Einzugsgebiet verfügt. Wir haben mit der Agglomeration 1,5 Millionen Einwohner. Ich bin überzeugt, dass wir zumindest ein Prozent davon ins Stadion bringen können. Gegen Real Madrid in der Champions League hatten wir 25 000 Zuschauer und 200 000 Anfragen. Im Spitzenkampf gegen Basel kamen bei guten Witterungsbedingungen zuletzt etwas mehr als 16 000 Zuschauer. Das sind so viele, wie Sie gern im Schnitt hätten. Und gegen Gladbach waren lediglich 10 000 Zürcher im Stadion. Vielleicht waren es 11 000 oder 12 000, aber ja, das ist enttäuschend. Nur: Für ein Spiel mit Eventcharakter braucht es ein reines Fussballstadion mit der entsprechenden Stimmung und dem entsprechenden Restaurationsangebot. Dann kämen 40 bis 50 Prozent mehr Zuschauer, wenn der sportliche Erfolg da wäre. Kritiker fragen sich, weshalb ein Zuschauer, der nicht in Kurvennähe sitzen will, für ein Spiel gegen Vaduz oder Thun 65 Franken bezahlen soll. Das Produkt sei den Preis nicht wert, heisst es. Was ­entgegnen Sie? Wir werden die Preispolitik für die neue Saison noch einmal anschauen. Die Stadt könnte uns helfen, indem sie von uns we­niger hohe Mietkosten verlangt oder uns die Polizei- und Sicherheitskosten erlässt. Können Sie sich vorstellen, mit tieferen Eintrittspreisen mehr Leute anzulocken? Wir machen uns in alle Richtungen Gedanken. Aber wir hatten auch schon ein Europacup-Spiel mit einem Einheitspreis von 10 Franken. Es kamen genau gleich wenige Zuschauer wie sonst. Der FCZ war früher der Arbeiterklub, jetzt hat er höhere ­Ticketpreise als GC. Was macht für Sie 2014 die Iden­tität des FC Zürich aus? Wir sind der Klub für alle Bevölkerungsschichten und alle Altersgruppen. Wenn ich das Wort Arbeiterverein höre, dann wähne ich mich ins 19. Jahrhundert zurückversetzt, als Fabriken angezündet wurden. Diese Zeit ist schon lange vorbei. Auch GC ist nicht einfach der Nobelklub vom Zürichberg. Beide Vereine sind repräsentativ für die Schweizer Gesellschaft. Was unterscheidet die Zürcher Klubs denn noch? Natürlich haben wir eine andere Geschichte. Die Grasshoppers waren und sind teilweise heute noch mit der finanziellen Elite in Zürich verbunden. Der FC Zürich war eher in den studentischen Kreisen verwurzelt. Aber das ist Jahrzehnte her. Und für was soll der FCZ heute stehen? Wir wollen ein Spiegelbild der Gesellschaft sein. Das ist kein Alleinstellungsmerkmal. Na und? Was ist sportlich die DNA des Vereins? Wir wollen einen offensiven, ­attraktiven, aber auch erfolgsorientierten Fussball. So suchen wir die Spieler aus – und die Trainer. Interview: Nikolas Lütjens
Roger Kundert
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21.12.2014, 21:14 · #1'566
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Ja, ja, lieber Cillo, spannendes Interview zu Weihnachten. 15'000 - 16'000 Z. im Schnitt im neuen Stadion...Glaub au. Den Rest muss man nicht kommentieren.
südkurve wescht
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22.12.2014, 06:22 · #1'567
Beiträge: 2'981
Ja, ja, lieber Cillo, spannendes Interview zu Weihnachten. 15'000 - 16'000 Z. im Schnitt im neuen Stadion...Glaub au. Den Rest muss man nicht kommentieren. He Roger, au Dir schöni Wiehnachte.
Roger Kundert
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22.12.2014, 13:02 · #1'568
Beiträge: 2'053
Ja, ja, lieber Cillo, spannendes Interview zu Weihnachten. 15'000 - 16'000 Z. im Schnitt im neuen Stadion...Glaub au. Den Rest muss man nicht kommentieren. He Roger, au Dir schöni Wiehnachte. sk wescht, danke dir auch. Ich empfehle Dir und Canepa das in gleicher Zeitung erschienene Montagsinterview mit Urs Siegenthaler, eines der besten Interviews, das ich je zum Thema Scouting gelesen habe. Grande.
wixer
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22.12.2014, 14:41 · #1'569
Beiträge: 2'346
Diese Cillophobie gibt einfach zu wenig her für einen Evergreen. Schöne Weihnachten!!!
Roger Kundert
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25.12.2014, 15:23 · #1'570
Beiträge: 2'053
Diese Cillophobie gibt einfach zu wenig her für einen Evergreen. Schöne Weihnachten!!! w..., das Wort an Weihnachten zu schreiben fällt mir schwer. Nun gut, unser Präsi hat ein dickes Weihnachtsgeschenk erhalten. Der doofe Fringer bekam auch vor Obergericht Recht, dass seine fristlose Kündigung nicht rechtens war. Zieht das Cillo vor Bundesgericht oder zahlt er ihm einen dicken Check von einer halben Kiste als Weihnachtsgeschenk aus? Dass der doofe Fringer nun noch Sportchef beim FC Luzern wird, (notabene nach Versöhnung mit dem Stierli Walter), muss für unseren Präsidenten wie Hohn in den Ohren klingen... 2:O für den doofen Fringer. Schöni Wiiennachte!
spitzkicker
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03.01.2015, 07:59 · #1'571
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Aus der NZZ vom 3. Januar: Wir sind Alphatiere Heliane und Ancillo Canepa sind seit bald 42 Jahren verheiratet. Gemeinsam führen sie den FC Zürich und sagen, dies sei die Krönung ihrer Beziehung Das Ehepaar könnte 24 Stunden am Tag über den FCZ sprechen. Abschalten will Heliane Canepa nicht. Sie fragt: «Wieso sollte ich? Dann wäre ich ja tot.» Sie sind das einzige uns bekannte Ehepaar, das einen Fussballklub führt. Empfinden Sie das auch als etwas Spezielles? Ancillo Canepa: Darf ich antworten? Heliane Canepa: Selbstverständlich. A. Canepa: Es ist sehr speziell. Für mich ist es eine grosse Erleichterung, dass Heliane jetzt dabei ist. Ich habe nun jemanden mit grosser Führungserfahrung und hoher Sozialkompetenz an meiner Seite. Das Vertrauen ist 100 Prozent da. Alles, was mit dem FCZ zu tun hat, kann 24 Stunden am Tag besprochen werden. Auch das neue Team, das wir installiert haben, funktioniert hervorragend: die Geschäftsführung mit Thomas Schönberger, die sportliche Führung mit Urs Meier und Massimo Rizzo. Sie können nun 24 Stunden über den FCZ reden. Wird das einem nie zu viel? H. Canepa: Nein, im Gegenteil. Ich finde es schön. Wir sind bald 42 Jahre verheiratet. In diesen Jahren waren wir oft getrennt, ich war beruflich viel auf Reisen, habe auch im Ausland gewohnt, und man hat sich nur am Wochenende gesehen. Cillo hatte seine Karriere und ich meine. Es war nicht geplant: Aber diese Zusammenarbeit jetzt ist fast die Krönung unserer Beziehung. Wir hatten es immer gut. Aber es ist nicht selbstverständlich, dass es auch so gut funktioniert, wenn wir zusammenarbeiten. Wir sind ja beide Alphatiere. Wie geht das mit zwei Alphatieren? H. Canepa: Es ist sehr befruchtend, es wird uns nie langweilig. Wir führen den FC Zürich wie eine Firma, aber familiär. A. Canepa: Wir kennen uns genug lange, um zu wissen, wann es besser ist, sich zurückzuhalten und dem anderen die Führung beziehungsweise das letzte Wort zu überlassen. Dieses Verhältnis ist ausgewogen? A. Canepa: Immer öfters. Was heisst das? A. Canepa: Es gibt natürlich Themen, bei denen Heliane anderer Meinung ist als ich. Dann bin ich froh, haben wir kompetente und loyale Mitarbeiter, die ihre Meinung einbringen und oft das Zünglein an der Waage sein können. Und wer hat das letzte Wort? A. Canepa: Ich kenne die Antwort. H. Canepa: Nein, nein. Viele wesentliche Meinungsverschiedenheiten haben wir ja nicht. Für mich ist entscheidend, dass die Mitarbeiter mit im Boot sind. A. Canepa: Es kam bis jetzt auch nie vor, dass einer etwas durchgedrückt hat, wenn der andere strikt dagegen war. Nehmen wir den Fall Yassine Chikhaoui: Vor einem Jahr wollte man sich von ihm trennen, später hat man den Vertrag verlängert. Waren Sie sich da jederzeit einig? A. Canepa: Absolut. Meine Frau war ja bei allen Gesprächen mit Yassine dabei. Als es um die Vertragsverlängerung ging, haben wir eine Woche lang jeden Abend mit ihm verhandelt. Ich spüre, dass es ein Vorteil ist, wenn Heliane dabei ist, egal ob bei Profispielern, Nachwuchsspielern oder Familien von Junioren. Sie hat einen Vertrauensbonus. Weil sie eine Frau ist? A. Canepa: Nicht primär. Eher aufgrund ihres Werdegangs, ihres Hintergrunds und Renommees. Sie ist durch und durch eine ehrliche Haut, das spüren die Menschen in den Gesprächen. Sie sind immer dabei, Frau Canepa? H. Canepa: Immer. Dabei wollten Sie 2007 nach Ihrem Rücktritt als CEO von Nobel Biocare gar nicht mehr arbeiten. H. Canep: Das stimmt. Ich wollte keine fremdgesteuerte Agenda mehr. Und ich hatte Vorstellungen von meiner Pensionierung. Ich hatte mir aufgeschrieben, was ich machen möchte, wenn ich Zeit habe. Dazu gehörte der Hund, Reisen zu unternehmen oder Kurzgeschichten zu schreiben. Jetzt ist es anders gekommen. Aber mir geht es phantastisch so. Was ist passiert, dass Sie Ihre Meinung geändert haben? H. Canepa: Ende 2012 fand ein Bashing einzelner Medien gegen meinen Mann statt. Auch im näheren Umfeld wurde intrigiert. Das hat mich verletzt. Ich wusste ja, wie er Tag und Nacht für den FCZ gearbeitet hat. Wenn man meinen Mann verletzt, verletzt man auch mich. Wir haben dann unsere Beteiligung am FCZ massgeblich erhöht, und so war für mich der Zeitpunkt gekommen, mich auch aktiv einzubringen. Als Rückendeckung? H. Canepa: Um ihn zu unterstützen. Weil er es verdient hat. Er hat so viel gemacht und wurde teilweise so schlecht hingestellt. Ich habe meinen Mann in diesen Darstellungen der Medien nicht wiedererkannt. Da wurde so viel dummes Zeug geschrieben, völlig an der Wahrheit und den Fakten vorbei. Das fand ich sehr ungerecht. A. Canepa: Der Schritt hat auch Sinn ergeben aufgrund der vorher erwähnten Besitzverhältnisse. Unser Anteil heute liegt bei 80 Prozent. Deshalb ist es klar, dass wir gemeinsam bestimmen wollen, was beim FCZ geschieht. Zurück zum Bashing: Hat es genützt, dass Sie beim FCZ eingestiegen sind? H. Canepa: Es hat aufgehört. Das hat aber vor allem auch damit zu tun, dass wir sportlich und unternehmerisch auf einem guten Weg sind und dass mein Mann bei der Beantwortung der vielen Interview-Anfragen selektiver geworden ist. Es ist wieder Respekt da. Respektlosigkeit ist furchtbar. Sie haben aber eigentlich nicht vorgehabt, den FC Zürich so zu führen, wie Sie das heute tun. A. Canepa: Nein. Aber für mich ist es jetzt perfekt. Ich hätte doch gar nicht gewagt, Heliane zu fragen, ob sie mitmacht. Ich weiss ja, dass sie 30 Jahre lang unglaublich hart gearbeitet hat und ständig auf Achse war. Ich habe für sie gehofft, dass sie die Zeit danach geniessen kann. Dass sie nun zum FCZ gekommen ist, war ihre eigene Entscheidung. Was ist der FCZ: eine erweiterte Familie oder ein Unternehmen? A. Canepa: Ein bisschen von beidem. Heliane hat auch in ihren früheren Unternehmen viel Wert darauf gelegt, dass ihre Firma familiär geführt wird. Wir wollen, dass offen miteinander gesprochen wird, dass man auch einmal streiten kann. Wir haben, die Nachwuchsspieler eingerechnet, 80 Spieler unter Vertrag. Früher war es schwierig, mit den Familien und den Beratern in einen vernünftigen Dialog zu treten. Das gelingt uns heute viel besser. Wie gelingt das, Frau Canepa? H. Canepa: Ich nehme alle Menschen ernst und höre zu. Ich verspreche nicht das Blaue vom Himmel. Wir verbringen ja auch viel Zeit vor Ort im Heerenschürli, wo unser Nachwuchs spielt. Wir gehen auch in die Schule zum Rektor, wenn es dort mit einem Spieler nicht gut läuft. Und wir zelebrieren Ereignisse: Wenn ein Nachwuchsspieler einen Profivertrag erhält, feiern wir dies mit den Familien in unserem Büro mit Zitronen- und Schokoladenkuchen. Der erste Profivertrag ist wie ein Maturazeugnis oder ein Berufsabschluss, daran erinnert man sich immer, das muss man doch feiern. Man sagt von Ihnen aber auch, dass Sie eine harte Verhandlerin sind. H. Canepa: Man muss hart sein. Aber fair. Jemanden über den Tisch zu ziehen, ist ein absolutes Tabu. Dass jeder schaut, dass seine Firma profitiert, ist normal. Sie gelten auch als harte Chefin. H. Canepa: Hart ist das falsche Wort. Ich sage den Leuten einfach, was geht und was nicht geht. A. Canepa: Sie ist konsequent. Früher gab es beim FCZ zu viele Leute, bei denen vieles nur Wischiwaschi war. H. Canepa: Ich gehe ins Detail. Ich will alles wissen. Ich bin anständig mit den Leuten, ich mag sie. Das merken sie. Aber ich will wissen, wo was wie läuft. Schaffen Sie es, einmal einen Tag ohne das Thema FCZ zu verbringen? H. Canepa: Warum sollen wir? Ich habe auch früher nicht abgeschaltet, auch nicht während der Ferien. Dann wäre ich ja tot. Wieso soll ich plötzlich abschalten, wenn ich etwas tun kann, das mir so viel Spass macht? A. Canepa: Also ich habe schon ab und zu das Bedürfnis abzuschalten. Deshalb geniesse ich die regelmässigen Mountainbike-Fahrten mit unserem Hund Kookie. Ich gehe in den Wald, ob bei Tag oder bei Nacht. Aber klar, auch dort muss ich mich manchmal zwingen, einmal an etwas anderes zu denken. Gehen Sie sich nie auf die Nerven? A. Canepa: Auf die Nerven gehen wir uns nicht. Aber ich kann mich gelegentlich schon über sie ärgern. Dann ist Kookie mein persönlicher Therapeut. H. Canepa: Nein, sonst wären wir gar nicht zusammen. Sie machen den Eindruck, als seien Sie heute ein zufriedenerer Präsident als noch vor ein, zwei Jahren. A. Canepa: Wenn man sich monatelang mit internen Querelen herumschlagen muss, verliert man Energie. Aber jetzt habe ich auf allen Ebenen Personen, denen ich zu 100 Prozent vertraue, die gleich ticken wie ich. Fehlt Marco Bernet, der frühere Technische Direktor? A. Canepa: Ich glaube, die Funktion von Marco Bernet wurde von aussen falsch interpretiert. Er war sehr wichtig in einer Übergangsphase, als an vielen Stellen neue Leute sassen. Aber er war nicht Sportchef. In der Zwischenzeit haben sich alle neuen Funktionsinhaber entwickelt, und die Klammerfunktion des Technischen Direktors war nicht mehr nötig. Deshalb haben wir in Absprache mit Marco den sportlichen Bereich neu organisiert. Wir hätten ihn gerne in einer neuen Funktion gesehen. Wie fühlen Sie sich als Frau im Fussball-Business? H. Canepa: Sehr gut. Aber ich sehe, dass der Fussball eine Männerwelt ist, die sehr hierarchisch funktioniert. Aber das wird sich auch einmal ändern. Sehen Sie Anzeichen? H. Canepa: Etwa so wenig wie in der Wirtschaft. Als man mich vor zehn Jahren gefragt hat, ob es eine Quote braucht, habe ich gesagt: «Nein, das geht von selber, die Frauen kommen schon.» A. Canepa: Jetzt sprichst du allgemein. Auf den FCZ und den Fussball bezogen, sehe ich bei Heliane überhaupt kein Akzeptanzproblem. Ganz im Gegenteil. H. Canepa: Ich war als Managerin ja schon immer in einer Männerwelt. A. Canepa: Ich sehe, dass Spieler, Trainer und Staff gerne mit ihr reden. Sie sind offener ihr gegenüber. Heliane kann über persönliche Themen diskutieren, bei denen sie sich mir gegenüber wohl zurückhaltender verhalten würden. Kommt es vor, Frau Canepa, dass Sie am Fernsehen oder auf dem Platz einen Fussballer sehen und sagen: «Den müssen wir unbedingt verpflichten.»? H. Canepa: Ich schaue viel Fussball, Super League, Champions League, Europa League, Bundesliga, alles. Und wenn ich einen Spieler sehe, der mir gefällt, dann sage ich das natürlich. A. Canepa: Aber meistens ist es so, dass realistische Ideen von Massimo Rizzo, von den Scouts oder von mir kommen. Und Heliane kommentiert diese dann. H. Canepa: Ich schaue vor allem, ob ein Spieler menschlich und charakterlich zu uns passt oder nicht. Das ist wichtig. Wie nahe sind Sie an der Mannschaft? H. Canepa: Ziemlich nahe. Und wie gestaltet sich der Kontakt? H. Canepa: Spontan. Ich besuche mit dem Hund oft das Training auf der Allmend. Auch im Trainingslager war ich im Sommer vor Ort. Oder man rückt bei Auswärtsspielen im Europacup näher zusammen. Es ist nichts Aufgezwungenes, die Kontakte ergeben sich einfach. Als Sie noch nicht operativ im Verein involviert waren, hatte man den Eindruck, dass Ihnen der Fussball viel Freude macht. Ist das heute immer noch so? H. Canepa: Ja, es macht mir einen Riesenspass, ich turne immer noch auf der Tribüne herum wie früher. Ich kann halt nicht anders. Wenn ein Tor für uns fällt, habe ich eben wahnsinnig Freude. Und ich bin stolz auf die Spieler. Wem von Ihnen geht es schlechter, wenn der FCZ verliert? A. Canepa: Ich leide mehr. H. Canepa: Ich sage immer: «Das Leben geht weiter.» Es ist nicht so tragisch. A. Canepa: Doch, doch, manchmal ist es eben doch tragisch. Aber dann gehe ich nach Hause und suche Ablenkung bei einer Velofahrt mit Kookie. Und wie lenken Sie sich während der Spiele ab, wenn Sie nervös sind? A. Canepa: Wir nehmen den Hund manchmal auch ins Stadion mit. Er wartet dann im Auto. Wenn ich zu nervös bin, kommt es schon vor, dass ich während des Spiels in die Tiefgarage gehe und mit ihm ein paar Runden drehe. Das tut Ihnen wohl besser als dem Hund. A. Canepa: Ja, ja, es beruhigt mich sehr. Beim Spiel in der Europa League gegen Villarreal war ich auch in der Garage, weil ich es nervlich fast nicht aushielt. Wir sind herumspaziert, und plötzlich hat Kookie ein offenes Tor gesehen, das zum Spielfeld führte. Das Spiel war im Gang, aber Kookie ist in Richtung Cornerfahne gespurtet. Fünf Meter vor der Cornerfahne hat er mich dann endlich gehört und ist zu mir zurückgekommen. H. Canepa: Ich hatte schon Angst, dass wir das Spiel forfait verlieren könnten. Fast alle haben eine Meinung zu Ihnen beiden. Spüren Sie, dass Sie polarisieren? A. Canepa: Eigentlich nicht. Überall, wo wir hinkommen, erhalten wir meistens ein positives Feedback. Und wenn wir doch polarisieren sollten: So what? Sie stecken viel privates Geld in den FCZ. Warum tun Sie das? A. Canepa: Das ist eine berechtigte Frage. Als ich als Präsident angefangen habe, habe ich betont, dass sich der FC Zürich selber finanzieren muss. Von Ende 2006 bis 2011 ist uns das gelungen – kumuliert betrachtet. Die grossen finanziellen Einbrüche kamen 2012 und 2013 wegen des sportlichen Misserfolgs. Deshalb haben wir die Kapitalerhöhungen vorgenommen und massgeblich finanziert. Das geschah aus einem Verantwortungsgefühl heraus. Das heisst aber nicht, dass wir gewillt sind, auf alle Ewigkeit den Geldonkel zu spielen. Wollten Sie nie etwas anderes unternehmen mit dem vielen Geld? H. Canepa: Was denn? Das Leben geniessen, ein Schiff kaufen, durch die Karibik segeln . . . H. Canepa: Ach nein, das tönt mühsam. A. Canepa: Wir sind dem FCZ mit Haut und Haaren verpflichtet. Und was gibt Ihnen der FCZ persönlich? A. Canepa: Es ist der FCZ! Er liegt mir 100 Prozent am Herzen. Es gibt viele Fans, die das Gleiche tun würden, wenn sie die Möglichkeiten hätten. H. Canepa: Wir wollen die Fortführung des FC Zürich sicherstellen. So einen Traditionsklub kann man doch nicht einfach verschwinden lassen. A. Canepa: Aber alles hat seine Grenzen. Wo sind denn die Grenzen? A. Canepa: Das kann ich so nicht sagen. Einzig wenn wir spüren, dass die Widerstände am Standort Zürich unverhältnismässig werden, müssen auch wir uns Gedanken machen. Wir können auch anders fragen: Was geschieht mit dem FCZ ohne die Canepas? A. Canepa: Jetzt und heute wäre es schwierig für den FC Zürich ohne uns. Das ist so. Aber der FCZ ist ein Brand. Es wird immer Leute geben, die sich für ihn interessieren werden. Können Sie sich ein Leben ohne FCZ überhaupt vorstellen? H. Canepa: Das ist im Moment kein Thema. A. Canepa: Damit beschäftigen wir uns nicht. Wir haben immer noch Ziele, Ambitionen, Visionen. (Das Interview führten Christine Steffen und Flurin Clalüna)
Roger Kundert
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19.01.2015, 14:34 · #1'572
Beiträge: 2'053
Diese Cillophobie gibt einfach zu wenig her für einen Evergreen. Schöne Weihnachten!!! w..., das Wort an Weihnachten zu schreiben fällt mir schwer. Nun gut, unser Präsi hat ein dickes Weihnachtsgeschenk erhalten. Der doofe Fringer bekam auch vor Obergericht Recht, dass seine fristlose Kündigung nicht rechtens war. Zieht das Cillo vor Bundesgericht oder zahlt er ihm einen dicken Check von einer halben Kiste als Weihnachtsgeschenk aus? Dass der doofe Fringer nun noch Sportchef beim FC Luzern wird, (notabene nach Versöhnung mit dem Stierli Walter), muss für unseren Präsidenten wie Hohn in den Ohren klingen... 2:O für den doofen Fringer. Schöni Wiiennachte! Canepa wagt den Gang nach Canossa (Bundesgericht) nicht und zahlt nun dem Fringer den fälligen Weihnachtscheck aus. 3:0 für den doofen Fringer.
devante
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19.01.2015, 14:40 · #1'573
Beiträge: 19'477
Diese Cillophobie gibt einfach zu wenig her für einen Evergreen. Schöne Weihnachten!!! w..., das Wort an Weihnachten zu schreiben fällt mir schwer. Nun gut, unser Präsi hat ein dickes Weihnachtsgeschenk erhalten. Der doofe Fringer bekam auch vor Obergericht Recht, dass seine fristlose Kündigung nicht rechtens war. Zieht das Cillo vor Bundesgericht oder zahlt er ihm einen dicken Check von einer halben Kiste als Weihnachtsgeschenk aus? Dass der doofe Fringer nun noch Sportchef beim FC Luzern wird, (notabene nach Versöhnung mit dem Stierli Walter), muss für unseren Präsidenten wie Hohn in den Ohren klingen... 2:O für den doofen Fringer. Schöni Wiiennachte! Canepa wagt den Gang nach Canossa (Bundesgericht) nicht und zahlt nun dem Fringer den fälligen Weihnachtscheck aus. 3:0 für den doofen Fringer. wird schon im medien-fred diskutiert, müssen wir hier ja nicht auch noch tun...
spitzkicker
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22.01.2015, 21:50 · #1'574
Beiträge: 3'784
Die Labitzke-Besetzer müssen für einen von ihnen verursachten Einsatz der Polizei nicht zahlen, hat Stadtrat Richard Wolff (AL) entschieden. Das Polizeidepartement sei der Ansicht, der Einsatz gegen die Besetzer gehöre zur polizeilichen Grundversorgung. Jetzt dürfen wir uns fragen: Und warum müssen die Fussballclubs bezahlen? Auch hier können wir uns auf die Grundversorgung berufen. Oder muss die SP blechen, wenn es am 1. Mai Schäden gibt? Mit dem eingesparten Geld könnte der Präsi Canepa zum Beispiel die Ticketpreise senken.
Avatar von Dave
Dave
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23.01.2015, 08:34 · #1'575
Beiträge: 8'207
Die Labitzke-Besetzer müssen für einen von ihnen verursachten Einsatz der Polizei nicht zahlen, hat Stadtrat Richard Wolff (AL) entschieden. Das Polizeidepartement sei der Ansicht, der Einsatz gegen die Besetzer gehöre zur polizeilichen Grundversorgung. Jetzt dürfen wir uns fragen: Und warum müssen die Fussballclubs bezahlen? Auch hier können wir uns auf die Grundversorgung berufen. Oder muss die SP blechen, wenn es am 1. Mai Schäden gibt? Mit dem eingesparten Geld könnte der Präsi Canepa zum Beispiel die Ticketpreise senken. Nun, der Wolf ist von der AL und sein Sohn ist in der Hausbesetzerszene.
«Wenn jemand sagt, der FCZ sei kein Spitzenklub, habe ich Mühe, weiterzudiskutieren.» Ancillo Canepa
s'Efeu
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23.01.2015, 10:55 · #1'576
Beiträge: 4'457
Nun, der Wolf ist von der AL und sein Sohn ist in der Hausbesetzerszene. Typisches Stammtischgepolter.
Roger Kundert
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09.02.2015, 13:49 · #1'577
Beiträge: 2'053
Wenn ich zur Zeit diesen Präsi-Deppen ännet den Gleisen wursteln sehe, dann muss man Stolz sein einen Canepa zu haben, bei aller Kritik an ihm!
Z
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09.02.2015, 15:14 · #1'578
Beiträge: 4'380
Wenn ich zur Zeit diesen Präsi-Deppen ännet den Gleisen wursteln sehe, dann muss man Stolz sein einen Canepa zu haben, bei aller Kritik an ihm! Würde sogar sagen, dass ANCILLO CANEPA ein ganz feiner Mensch ist, dem der FCZ, seine Spieler sowie die Angestellten am Herzen liegen. Ich habe grössten Respekt vor dem Ehepaar Canepa - auch wenn ihr Führungsstil nicht immer dem Fussballbusiness gerecht wird, ist es doch erfrischend zu sehen, dass gewisse Marktregeln ausser Acht gelassen werden und mit Vernunft und Herz entschieden wird. (statt nur immer mit dem Portemonnaie...) Dies zeugt von einer sehr erfreulichen Entwicklung beim FCZ, denn vor nicht all zu langer Zeit sah das bei uns auch anders aus. (Schlammschlacht light mit Fringer, Favre, Fischer, Abdi) Der nächste grosse Test steht jetzt im Frühling an - wie geht es in der Causa Schönbächler und Chikahoui weiter?
1896_
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09.02.2015, 16:30 · #1'579
Beiträge: 6'382
Der nächste grosse Test steht jetzt im Frühling an - wie geht es in der Causa Schönbächler und Chikahoui weiter? Wenn man dem Facebook-Eintrag von Schönbächler's Beratungsfirma.... Gestern auf dem Trainingsplatz, morgen im Einsatz gegen den FC St.Gallen 1879: Heute nahmen sich Armando Sadiku und Marco Schönbächler vom FC Zürich kurz Zeit für ein wichtiges Fotoshooting. Mehr dazu nächste Woche... FCZ-Fans, stay tuned! daumen-hoch-smiley ...sowie Schönbi's geteiltem Status (mit strahlendem Smiley).... Ab nächster Woche... (Mehr verrate ich noch nicht „smile“-Emoticon) ..positiv entgegenschaut, könnte noch diese Woche eine Vertragsverlängerung bekanntgegeben werden. :) btw: bei diesem status ist noch folgendes foto angehängt: ![](http://www.pic-upload.de/view-26092491/10006915_816338805079701_1284051577604138547_n.jpg.html:3tljq0cq)
likavi
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10.02.2015, 06:46 · #1'580
Beiträge: 1'302
Würde sogar sagen, dass ANCILLO CANEPA ein ganz feiner Mensch ist, dem der FCZ, seine Spieler sowie die Angestellten am Herzen liegen. Ich habe grössten Respekt vor dem Ehepaar Canepa - auch wenn ihr Führungsstil nicht immer dem Fussballbusiness gerecht wird, ist es doch erfrischend zu sehen, dass gewisse Marktregeln ausser Acht gelassen werden und mit Vernunft und Herz entschieden wird. (statt nur immer mit dem Portemonnaie...) Na ja, es gibt kaum einen Fussballverein weltweit, der Gewinn macht. Die allermeisten machen Verlust. Es ist also in den Vereinen nicht das Portemonnaie, welches entscheidet, sondern viel eher Leidenschaft und Unvernunft. Da reihen sich die Canepas ein in die Reihe von hunderten anderer Vereinsbesitzer, die ihr Geld in anderen Branchen gemacht haben, und es dann im Fussball ausgeben. Fussballvereine werden erst dann zum Business vergleichbar mit den Amerikanischen Profisportteams werden, wenn solche Leute ausgestorben sind, und niemand mehr bereit ist, privates Geld einzuschiessen. Wenn also nur noch Leute bereit sind, in den Fussball zu investieren, wenn sie dafür wie in jeder anderen Branche auch einen finanziellen Verdienst daraus erwarten können. Mit anderen Worten; wenn die Unvernunft weg ist, und nur noch die Vernunft regiert. Wenn es keine reichen Tifosi mehr gibt. und wenn deshalb eine Investition in einen Fussballverein mit den gleichen Kriterien gemessen wird, wie die Investition in eine Schokoladenfabrik. So weit sind wir heute aber noch lange nicht. Wer heute Geld macht im Fussball sind in erster Linie die Spieler, dazu die Berater, Journalisten, Ticketverkäufer, Ordner, Ausrüsterfirmen und ihre Angestellte, Mediziner, Gastronomen, Hotels, Horber, Tankstellenshops, allen Unkenrufen zum Trotz auch die SBB, und wer sonst noch alles ganz oder teilweise vom Fussball lebt, aber ganz sicher nicht die Vereinsbesitzer! Das sind die armen Schweine, welche die ganze Party zumindest teilweise bezahlen, und dabei meist mehr drauflegen, als ursprünglich geplant... Aber gut, Mitleid haben muss man jetzt auch nicht wirklich, sie werden ja nicht dazu gezwungen. Es ist meist eine Mischung aus Leidenschaft und Verantwortungsbewusstsein, welche sie dazu treibt. Ein Spezialfall ist Constantin. Der schiesst zwar auch Geld ein, aber er bringt vor allem ein grosses Netzwerk mit, wo jeder seinen Obulus an den FC Sion abliefert - ausserdem öffnen sich Constantin über den Fussball Türen, um an Aufträge für seine Architektur- und Investitionsfirma zu kommen.
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