Tschik Cajkovski
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14.03.2016, 07:12 · #121
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nach gestern gibt es für mich kein grund, nicht wieder auf brecher zu setzen. die nzz schreibt es im kommentar heute richtig:..."Bis gestern dachte man, Brecher und Favre seien etwa gleichwertig: "Beide haben ihrem Team kaum je ein Spiel gerettet. Aber Favre hat am Sonntag eines verloren."
aus der NZZ:
Der FCZ und seine Goalies
Flurin Clalüna · Gerade jetzt, wo sich alle über den bedauernswerten Goalie Anthony Favre lustig machen, weil er gegen GC etwas ungeschickt war, möchte man ihm sagen: «Du bist nicht allein, Anthony!» Der FC Zürich und seine Goalies, das ist eine besondere Beziehung; es gab in den letzten Jahren nicht sehr viele von ihnen. An die meisten hatte man sich im Lauf der Zeit einfach gewöhnt, so wie man sich an eine Stubenkatze gewöhnt, die vielleicht nicht die schönste, aber wenigstens immer zugegen ist. Richtig schlecht waren sie nicht, die FCZ-Goalies - aber auch selten wirklich gut. Man erinnert sich vielleicht an sie, weil sie spektakulär entlassen worden sind, wie zum Beispiel David Da Costa. Oder weil ihnen das Gleiche passierte wie Favre.
Johnny Leoni, der Torhüter mit dem Namen wie aus einem Spaghetti-Western, konnte meist unerkannt durch die Stadt spazieren, er blieb unbehelligt, weil er selten etwas besonders gut oder besonders schlecht machte. Nur einen wirklich sehenswerten Fehler beging er in über zehn Jahren beim FCZ, als er in einem Derby dachte, er sei ein toller Dribbler, und den Ball viele Meter von seinem Tor entfernt an einen GC-Spieler verlor.
Einen Goalie hatten sie beim FCZ, über den sich immerhin eines sagen liess: Andrea Guatelli sah wenigstens aus wie ein Goalie, baumlang, Prankenhände. Aber ausgerechnet er schaffte es, seine Karriere mit nur einem Spiel zu ruinieren. Es war im Sommer 2009 gegen Maribor, Guatelli liess einen Ball fallen, und man könnte nun heftig darüber streiten, welcher Fehler aufregender war - Guatellis oder Favres gestern.
Oder es gab die Geschichte von Davide Taini, der in der schlimmsten FCZ-Stunde im Tor stand, beim 5:6 gegen GC 2004. Noch Jahre später fragte er wütend: «Ist es wichtig, an wie vielen der sechs Gegentore ich mitschuldig gewesen sein soll?» Er hatte auch ordentliche Spiele für Zürich gemacht. Aber alle sprechen immer nur davon.
Apropos Schicksal: Yanick Brechers Schicksal ist es, auf der Ersatzbank zu sitzen. Sami Hyypiä zieht Favre vor, obwohl Brecher «nach Sommer und Bürki das grösste Goalietalent im Schweizer Fussball ist», wie der Präsident Ancillo Canepa einmal sagte. Bis gestern dachte man, Brecher und Favre seien etwa gleichwertig: Beide haben ihrem Team kaum je ein Spiel gerettet. Aber Favre hat am Sonntag eines verloren.