Vier Klubs jagen diesen Mann
Von Christian Falk
Er ist der Star in der schweizer Fußballliga: Yassine Chikhaoui. Jetzt steht der Mittelfeldspieler auf den Wunschzetteln zahlreicher Bundesligisten. Leverkusen, Bremen, der HSV und Hertha jagen den Spielmacher. SPORT BILD sprach mit dem begehrten Tunesier. Plus Bildergalerie.
SPORT BILD: Herr Chikhaoui, Sie sind selbst Spielmacher beim FC Zürich. Wer gefällt Ihnen in der Bundesliga besser: Diego von Werder Bremen oder Rafael van der Vaart vom Hamburger SV?
Yassine Chikhaoui (21), FC Zürich: Diego. Er ist ein großer Spielmacher. Ich arbeite hart daran, so gut wie er zu werden. Aber auch van der Vaart hat große Klasse.
Welchem der beiden Spieler-Typen ähneln Sie?
Keinem so richtig. Mein Stil ist eher eine Mischung. Diego bereitet eher vor, während van der Vaart die Tore selbst macht. Ich mache beides. Warum fragen Sie?
Sie sind sowohl bei Werder wie auch beim HSV als Nachfolger im Gespräch, falls die Klubs ihr Regisseure ans Ausland verlieren sollten.
Die Bundesliga ist ganz klar mein Ziel. Ich plane meine Karriere Schritt für Schritt. Die Schweiz ist dabei meine erste Station in Europa. Aber ich bin schon neugierig auf Deutschland. Ich wäre sehr glücklich dort spielen zu dürfen. Die Bundesliga ist für meine Entwicklung sehr wichtig.
Die Auswahl haben Sie. Kein Spieler ist derzeit bei mehr Klubs im Gespräch. Auch Hertha BSC Berlin und Bayer Leverkusen sind an Ihnen interessiert. Hat Sie Ihr Landsmann Karim Haqqui schon versucht zu überreden, nach Leverkusen zu kommen?
Wir telefonieren tatsächlich öfter. Karim erzählt mir dann immer nur Gutes von Leverkusen. Natürlich würde er sich freuen, wenn ich zu ihm kommen würde. Und vielleicht klappt das ja auch irgendwann. Aber ich bin jetzt in Zürich und habe hier eine Aufgabe. Wo ich in Zukunft spielen werde, darum kümmert sich mein Management.
Das sitzt in Berlin. Vielleicht holt Sie ja dorthin Lucien Favre. Der Hertha-Coach verpflichtete Sie bereits für den FC Zürich.
Ich selbst habe unter ihm ja dann nicht mehr gespielt. Aber meine Mitspieler haben mir gesagt, dass er ein toller Mensch ist. Als Trainer ist er ein Mann, der viel einfordert und im Training arbeiten lässt. Davon kann ein Spieler nur profitieren.
Selbst der FC Bayern hat Sie beobachten lassen. Nach SPORT BILD-Informationen wurde allerdings jetzt entschieden, dass der Wechsel für Sie zu früh kommen würde. Enttäuscht?
Der FC Bayern ist einer der besten Klubs in Europa. Wenn ich dort einmal spielen dürfte, würde ein großer Traum für mich wahr werden. Ich bin aber erst 21, gerade mal mein erstes Jahr in Europa und habe noch viel Zeit. Wie ich schon gesagt habe: Ich nehme Schritt für Schritt.
Mit Franck Ribéry hat der FC Bayern einen verkappten Spielmacher auf der Außenbahn. Was halten Sie davon?
Das ist für mich nicht neu, auch ich kann auf den Außenpositionen das Spiel machen. Ribéry ist allerdings ein Weltklassespieler. Ich will das erst noch werden.
Tunesier haben in der Bundesliga noch immer den Ruf als Exoten. Wieso glauben Sie, dass Sie den Sprung schaffen können?
In Tunesien wird sehr viel Wert auf hartes Training und Kondition gelegt. Noch viel mehr als in der Schweizer Liga. In der Bundesliga soll das aber ähnlich sein. Deshalb glaube ich, dass es mir leicht fällt, mich zu integrieren.
Herr Chikhaoui, vielleicht auf ein Wiedersehen in der Bundesliga.
Das würde mich sehr freuen.
Quelle:
http://www.sportbild.de/sportbild/generated/article/fussball/2007/12/12/7866400000.html