1. Die gelben Stewards sind für Eingangskontrollen und Fackeln zuständig. Sie müssen sich zurückziehen wenns Ärger gibt.
2. In den Eimern ist Sand, nicht Wasser.
3. Den Artikel "@-Polizisten? Nein danke" aus der NZZ vom 06.10.2011 gibts unten.
4. Pascal Claude bringts wie immer auf den Punkt (
http://www.woz.ch/artikel/2011/nr40/schweiz/21243.html).
5. Heusler ist seit Jahren eine Wohltat.
6. Populäre Onlinemedien im Allgemeinen, Blick im Speziellen und Kommentare, Foren und andere der Psychohygiene dienende Selbstdarstellungsplattformen meiden fördert sowohl Gesundheit als auch Intelligenz.
Polizeiarbeit sollte nicht via Internet demokratisiert werden. Von Rainer Stadler
Nach der jüngsten Randale während eines Fussballspiels wurde sogleich der Ruf nach rascher Identifizierung und Aburteilung der Täter laut. Wer handelt dabei am schnellsten? Natürlich die Medien. Nicht nur kolportierten sie umgehend ein knackiges Kennwort - «die Schande von Zürich» -, die Spezialkräfte der boulevardesken Vereinfachung präsentierten am Dienstag auch bereits einen angeblichen Täter, in Wort und Bild. So publizierte der «Blick» die Foto eines jungen Mannes, dessen Gesicht deutlich erkennbar ist. Der Schnappschuss tauchte im Internet ebenfalls auf, beispielsweise auf der Facebook-Seite von Radio 24. Das Bild durften die Besucher selbstverständlich in ihrer virtuellen Gemeinde weiterschicken. Damit zirkuliert das Dokument unkontrollierbar und grenzenlos in der digitalen Kommunikationsgesellschaft.
Eine solche unendliche Öffentlichkeit vernichtet jede vorsichtige Frage, ob es sich auf dem Bild tatsächlich um einen der Täter handelt. Schon die scheinbare Evidenz schafft Fakten. Es mag sein, dass die am Sportanlass geschossenen Bilder eine illegale Tat des betreffenden Mannes nahelegen. Meist ist die Realität allerdings komplexer, als dies die unmittelbare Augenfälligkeit von Bilddokumenten zu vermitteln vermag. Der Versuch, innerhalb von Stunden und unter dem Zeitdruck des Redaktionsschlusses Täter zu überführen, mündet allzu schnell in ein mediales Standrecht, das gegen die Grundsätze der Gerechtigkeit verstösst.
Das Internet hat unsere Gesellschaft «demokratisiert». Jedermann hat nun einen relativ einfachen Zugang zur digitalen Menschheit. Die Medien können entsprechend weniger stark den Informationsfluss kontrollieren. Dennoch verfügen sie weiterhin über eine grosse Deutungsmacht. Sie strukturieren die atomisierte Kommunikation, lenken diese in eine Richtung. Entsprechend fahrlässig ist es, angebliche Beweisstücke mittels sozialer Plattformen zur allgemeinen Zirkulation freizugeben.
Wenn handkehrum dank den interaktiven digitalen Techniken der Anspruch auf gleichberechtigte Teilhabe an der öffentlichen Kommunikation zunimmt, wächst gleichzeitig die Erwartung an die Teilnehmer, dass diese ihre öffentlichen Aktionen nicht mit dem Gebaren innerhalb der eigenen vier Wände gleichsetzen; dass diese beispielsweise die Online-Plattformen nicht als digitalen Pranger missbrauchen. Sonst endet die vielbeschworene Schwarmintelligenz in der Selbstjustiz.