NIchts neues bezüglich Yassine. Wünsche im viel Kraft und Geduld, dass er diese schwierige Zeit übersteht.

Ein Jahr des Leidens
Yassine Chikhaoui
Eigentlich ist er spätestens am Sonntag zurückerwartet worden. Aber niemand hat ihn im Letzigrund gesehen, der Sportchef nicht, der Trainer nicht, seine Teamgefährten nicht. Vielleicht wollte Yassine Chikhaoui einfach kein weiteres Mal mit ansehen, wie seine FCZ-Gefährten auf den Rasen laufen, spielen, Tore schiessen, von den Fans bejubelt werden. Denn es schmerzt, wenn man selber nicht mittun kann, auf der Tribüne sitzt, von allen gefragt wird, wann es denn endlich wieder gut sei mit dem Knie. Seit exakt einem Jahr ist das so: Am 2. März 2008 bestritt Chikhaoui gegen GC das letzte Meisterschaftsspiel für den FCZ. Die Schmerzen der lädierten Patellasehne waren damals zu gross geworden. Die gleichen Schmerzen plagen ihn noch immer. Trotz Operation, trotz monatelangem Aufbautraining. Nach einer Halbzeit mit dem Nachwuchs im November kamen die Schmerzen wieder. Und sie kamen auch, nachdem er im Trainingslager im Januar einmal mehr Zuversicht geschöpft und alles auf das Ende des Leidensweges hingedeutet hatte. Das schlägt aufs Gemüt. «Yassine ist jung, er will spielen. Jetzt muss er lernen, mit sich selbst Geduld zu haben», sagt FCZ-Sportchef Fredi Bickel. Auch deshalb schickte ihn Bickel vor zehn Tagen für eine Woche in die Heimat, nach Tunis. «Er war am Verzweifeln, wir mussten etwas unternehmen», sagt Bickel.
In nur 18 Spielen verzauberte Chikhaoui im Herbst 2007 den FCZ mit spielerischem Glanz. Er landete auf den Titelseiten der Sportblätter und wurde als der beste Spieler der Super League gefeiert, 10 Millionen Franken soll der Transfer-Wert betragen haben. Der Hamburger SV bekundete Interesse am Shootingstar, doch eine üble Boulevard-Kampagne gegen den gläubigen Muslim erstickte die Verhandlungen. Chikhaoui spielte mit der tunesischen Nationalmannschaft am Afrikacup. Dann kamen die Schmerzen, der Leidensweg begann. Chikhaoui werde «mit Sicherheit in dieser Saison» zurückkehren, sagten die FCZ-Verantwortlichen vor dem Beginn der Rückrunde. Jetzt scheint das Comeback wieder in die Ferne gerückt zu sein. Chikhaouis Berater Carlos Fleischmann schliesst eine weitere Operation nicht aus, im FCZ will man versuchen, ohne Eingriff weiterzuarbeiten. Bis die Schmerzen verschwinden. Und Chikhaoui nicht mehr zuschauen muss, sondern mitspielen kann. Heute wird er in der FCZ-Rehabilitationsabteilung erwartet.
Stephan Ramming