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Ein Fussballspiel als Dorffest
2800 Zuschauer erwartet der FC Bassersdorf, wenn er am Samstag gegen den FC Zürich antritt. Und er hofft auf einen Sieg – nicht zwingend auf einen sportlichen oder finanziellen, aber auf einen moralischen.
Die Tribüne ist bereit: Bald spielt der grosse FCZ in Bassersdorf. (naz)
Illusionen über einen Sieg macht sich Heinz Anderwert keine, der beim FC Bassersdorf eigentlich als Juniorenobmann fungiert, nun aber als OK-Chef für die Cuppartie gegen den grossen FC Zürich alle Hände voll zu tun hat.
Natürlich ist im Fussball alles möglich, das weiss auch Anderwert. Aber dass die Hobbykicker aus der 2. Liga die Profisportler aus der Super League schlagen könnten, damit rechnet der OK-Chef nicht. Sein kleiner Verein könne am Samstag aber dennoch gewinnen: wenn der Grossanlass rundlaufe und sich die Dorfbevölkerung noch in vielen Jahren positiv daran erinnere. «Dann», sagt Heinz Anderwert, «dann hat der FCB viel erreicht.»
Am Samstag soll also auf der Sportanlage BXA, auf dem Platz 2 mit seinem Naturrasen, ein Dorffest steigen. Das Spiel wird um 16 Uhr angepfiffen. Der Festbetrieb drumherum dauert mit Verlängerung von 14 bis 2 Uhr. Auf der Anlage, die mit temporären Tribünen zum Stadion ausgebaut wurde, finden 2800 Zuschauer Platz. Die Tickets waren rasch weg – an den lokalen Vorverkaufsstellen gibt es zwar noch welche, aber nicht mehr viele (Infos:
www.fcbassersdorf.ch). «Wir dürften ein ausverkauftes Haus haben», sagt der OK-Chef vor dem Highlight in der Vereinsgeschichte. Zumal auch das Wetter mitspielen dürfte.
Der Verein, der am 8. Juni 1968 gegründet wurde und vom Schweizerischen Fussballverband als Nummer 11?070 geführt wird, spielt normalerweise vor 100, 200 Zuschauern und hat noch nie einen Ernstkampf gegen ein Team aus der höchsten Liga ausgetragen.
Eine schwarze Null als Ziel
Zum Krösus wird der 2.-Liga-Verein wegen des attraktiven Cupgegners nicht. Die Liste der Auflagen (etwa bezüglich Sicherheit) ist lang, der Aufwand riesig. Alleine die Tribünen kosten rund 70?000 Franken (in dieser Grössenordnung dürften etwa die Einnahmen aus dem Ticketing liegen). An Prämien – inklusive TV – streicht der FCB 3000 Franken ein (mehr als zwei Drittel davon gehen für den Schiedsrichter wieder drauf). «Wir hoffen, am Ende eine schwarze Null zu schreiben», sagt Anderwert.
Die Spieler des FCB, das Vereinsumfeld und auch die Gemeinde Bassersdorf freuen sich auf das sportliche Highlight und die damit verbundene Aufmerksamkeit. Auch weil sie sich alle bewusst sind, dass das Spiel etwas Einmaliges ist. «Es war ja sehr, sehr knapp, dass wir es überhaupt in diese erste Hauptrunde geschafft haben und nun gegen ein Spitzenteam antreten können», sagt Anderwert. Im letzten Cupspiel gegen Wallisellen lag der FCB drei Minuten vor Schluss noch im Rückstand, und beim danach entscheidenden Penaltyschiessen trafen die ersten beiden FCB-Schützen nicht. Ein Ausscheiden lag nahe. «Jetzt geniessen wir einfach diesen Match gegen den FCZ.»
Oliver Graf