Metapher-Forte
Vor dem Cup-Spiel gegen St. Gallen gibt sich Uli Forte vorsichtig, aber selbstbewusst. Der FCZ-Trainer rät seinen Spielern zur kurzfristigen Amnesie.
Uli Forte ist ein Freund von Metaphern. Eine Viererkette ist bei ihm schon mal ein «Hockeystick», eine Partie ein «Schicksalsspiel», eine Prüfung wird zum «Charaktertest». Und sowieso, die Meisterschaft, das ist «ein Marathon», und der Cup «ein Sprint».
Tatsächlich muss der FC Zürich morgen wieder einmal über die Kurzdistanz, Spiel gegen St. Gallen, das dritte in einer Reihe von sechs möglichen Partien, um am Ende der Saison wieder als Cupsieger dazustehen. Denn wie sagt Forte: «Für den Titelverteidiger muss das Ziel die Titelverteidigung sein.»
«50:50 stehen die Chancen», sagt Forte und denkt an einen angeschlagenen Verein, der in der Super League Letzter ist. St. Gallen ist angezählt, der FCZ hat einen Lauf – doch das müsse nichts heissen. Heute Morgen in der Teamsitzung sprach also der Trainer zur Mannschaft und sagte: «Vergesst alles!» Seine Spieler sollen den Gegner nicht unterschätzen, konzentriert agieren und dafür sorgen, dass «die Waage kippt» und auf Zürcher Seite am Ende «die 100 steht».
Bleiben drei Fragen:
- Erstens, wer spielt? Fehlen werden morgen Sadiku (noch mindestens drei Wochen), Yapi, Bangura, Kleiber und Brecher. Bei Kukeli werde morgen entschieden, ob er fit sei. Mehr möchte Forte nicht kommunizieren, zu ungut sind die Erinnerungen an vergangene Saison als die St. Galler die Zürcher zwei Tage lang ausspioniert und dann 3:0 bezwungen haben.
- Zweitens, wie sieht denn Forte seinen Spielern an, wenn sie unkonzentriert sind? «Wenn es im Bus nicht totenstill ist, dann merke ich, dass da etwas schiefläuft.» Der FCZ wird auch morgen in einem Hotelrestaurant gemeinsam zu Mittag essen, sich zur Ruhe in die Zimmer zurückziehen und dann mit dem Bus in den Letzigrund fahren.
- Drittens, wie muss der FCZ spielen, damit die Waage kippt? «Wir wollen das Zepter übernehmen», sagt Forte. Weiter soll das Flügelspiel gepflegt und den St. Gallern der Schneid abgekauft werden. Mehr möchte Forte auch hier nicht sagen, zum Verständnis hilft da der Verweis auf Punkt eins oder eine Metapher ganz im Duktus des FCZ-Trainers: Der FC Zürich ist ein gebranntes Kind.
http://www.tagesanzeiger.ch/sport/fussball/metapherforte/story/13331361