Ich bin immer wieder von Bodö/Glimt überrascht. Mit dem 5-0 im Hinspiel gegen Sturm Graz stehen sie praktisch schon in der CL.
Auch sonst haben sie in den letzten Jahren international sehr gut gespielt.
Wie machen die das? Nur am Kunstrasen liegt's ja wohl nicht.
Ich weiss es auch nicht...aber ich vermute einmal, dass es so ähnlich läuft wie bei Freiburg:
- Klares Entwicklungskonzept, dass sich am Machbaren und an den Sportwissenschaftlichen Erkenntnissen orientiert
- Allenfalls Mix aus eigener Jugend uns gezielten Zukäufen
- Sorgfältige aus Auswahl des Trainerstabes
- Langfristige Bindung des Personals im gesamten Club-Umfeld
- Mut und Geduld, das eigene Konzept durchzuziehen, auch wenn es eimal nicht gut
- Skandinavische Resilienz und Skandinavisches Sepbstbewusstsein...
Das wäre so etwa das, was ich mir auf die Schnelle als "Erfolgsrezept" vorstelle - aber sicher gibt auch eine bessere Erklärung für die Entwiclung von Bodö/Glimt
also quasi vieles, was wir bei unserem verein auch wollen oder umgesetzt haben...
bis auf langfristige bindung vom personal..... ;)
...und bis auf den Mix aus
* eigener Jugend* und
*gezielten* Zukäufen (wenige ist in dem Fall mehr)...
...und bis auf die
*Geduld, das eigene (Jugend-) Konzept durchzuziehen*, auch wenn es eimal nicht gut läuft...
...und bis auf die Skandinavische
*Resilienz* und das Skandinavisches
*Selbstbewusstsein* (beides muss genau dann zum Tragen kommen, wenn es einmal nicht gut läuft)..
...und bis auf das
*klare Entwicklungskonzept*, dass sich am
*Machbaren* und an den
*sportwissenschaftlichen Erkenntnissen* orientiert
Also
*bis auf fast Alles*
(zur sorgfältigen Auswahl des Trainerstabes kann ich als Aussenstehender nichts sagen - ich meine vor Allem den Trainerstab in der Jugend).
Sehr schade, dass der FCZ immer wieder vom eigenen Weg eines ambitionierten Ausbildungsclubs abweicht, um mit Transfers einen kurzfristigen Erfolg zu erzwingen (war sogar schon zu den Zeiten von Sven Hotz so). Dabei bräuchte es nicht viel ausser vielleicht eine Menge Geduld und Standvermögen, um mit einem Club wie Bodö/Glimt gleichzuziehen. Und es wäre zudem noch kostenneutral.
Zur Erinnerung: In der EL 2022 / 2023 waren wir vom Resultat her auf Augenhöhe mit Bodö/Glimt. Mag mir nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn wir mit dem aktuellen Kader anstelle von Graz die QUali gegen die Norweger hätten spielen müssen..
Bodø/Glimt macht das tatsächlich sehr gut, profitiert aber von der extrem fortschrittlichen Sportförderung in ganz Norwegen.
Die meisten Kids spezialisieren sich erst ab etwa 12 Jahren auf ihren Hauptsport, vorher machen sie verschiedene Sportarten parallel. Das mindert einseitige Belastungen, vermindert so das Verletzungsrisiko und das Ausbrennen aufgrund einseitig, monotoner Trainings und führt die Kinder tatsächlich der Sportart zu, die sie machen wollen und nicht der Sportart, die ihre Eltern für sie vorgesehen haben.
Die Eltern sind auch viel stärker in die Vereine eingebunden, viele Eltern trainieren Kids aus der Schule und Nachbarschaft in irgendeiner Sportart. Die Eltern kennen also viele der Freunde im Sportverein gut, Beziehungsarbeit und Beziehungskonstanz wird gefördert und geschätzt. Der Leistungsdruck kommt erst viel später als bei uns. Viele Athleten trainieren und wetteifern nur innerhalb des Vereins oder der Region bis zu einem Alter von 14. Die Norweger sind überzeugt, dass Kinder zuerst Selbstvertrauen und Eigenmotivation entwickeln sollen, bevor es um Wettkampfleistung geht. Viele der Nachwuchsvereine arbeiten direkt mit Universitäten zusammen (es gibt extra aufgebaute Schnittstellen Forschung/Praxis, die Forscher sind teilweise ebenfalls Hobbysportler oder Trainer), welche Prozesse in den Vereinen analysieren und Erkentnisse daraus wieder in die Vereine fliessen lassen. Es herrscht grosse Offenheit gegenüber neuen Ansätzen und Methoden. Die Sportler:innen geniessen relativ viel Mitbestimmung und gerade in der Jugend wird meist auf kleinere Trainingsumfänge gesetzt. Alles muss neben der Schule platz haben, die Erholung wird sehr hoch gewichtet.
In dieser Hinsicht bewegt sich der Schweizer Sport - und der trümmlige Chüngelzüchterverein aus Muri insbesonders - in der Steinzeit.