Repression gegen die Ultra Kultur

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Avatar von KrönuKrönuMitglied
02.04.2024, 08:58 · #541
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Diese Frau Kayser-Frutschi sollte sich lieber wieder dem Gartenbau widmen, statt sich mit sozialen Problemen zu befassen, wo sie keinerlei konstruktive Vorschläge dazu hat. Oder einfach mal aus ihrem Kaff in die städtische Agglo ziehen, dann wird sie ihre Meinung evtl. ja doch noch ändern, dass die Fussballclubs für die sozial-verwahrloste(n) (Jugend) nicht verantwortlich gemacht werden können, welche sich in gewissen Gruppierungen radikalisiert haben, tammi nomal! Gäbe es keine Fussballclubs, gäbe es halt Gangs wie wir es aus den USA kennen- das sollte in der Politik eigentlich als Chance gesehen werden, dass es eigentlich noch viel schlimmer sein könnte, aber mit dieser Art von Repression werden diese Menschen weiter ausgegrenzt werden und sich noch mehr in ihrer Bubble radikalisieren. Aber was erwartet man schon von der selbsternannten christlichen "Mitte" Partei. Nächstenliebe? Muhahahahaha Die Frau Kayser-Frutschi hatte gestern wohl nicht so einen gemütliche Nachmittag... :-D Scheint so, ja :-) Falls jemand hier einen Account hat... https://www.tagblatt.ch/sport/ostschwei ... duced=true
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02.04.2024, 18:45 · #542
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Die Frau Kayser-Frutschi hatte gestern wohl nicht so einen gemütliche Nachmittag... :-D Scheint so, ja :-) Ultras zwingen Polizei in Knie Plan gegen Fangewalt scheitert schon vor Einführung Wegen Ausschreitungen aus dem Jahr 2023 sind bei Spielen zwischen St. Gallen und Luzern die Gästesektoren gesperrt. Am Montag wurden Luzerner Fans aus Angst vor einer Eskalation trotzdem hineingelassen. Nun steht das nationale Sicherheitskonzept für Stadien infrage. 1/5 Luzerner Fussballfans im St. Galler Gästesektor. Verbotenerweise. Tobias Bruggmann und Carlo Emanuele Frezza Plötzlich sind die Fans des FC Luzern am Ostermontag im St. Galler Kybunpark. Der Ball rollt schon, als sie ihre Choreo vorbereiten. Ein Knall. Weisse Konfetti fliegen durch die Luft, Pyros werden gezündet. Im Grunde eine normale Szene. Wie sie Woche für Woche in einem Gästesektor zu sehen ist. Doch diesmal ist etwas entscheidend anders. Denn eigentlich ist der Sektor gesperrt. Grund ist ein Duell zwischen den beiden Rivalen im Mai 2023. Da kam es in der Luzerner Innenstadt nach dem Schlusspfiff zu Randale. Die Fans warfen Petarden, Flaschen, Steine und Fackeln gegen die Polizei, teils auch gegen Passanten. Die kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren griffen durch und sperrten die Gästesektoren für die jeweiligen Begegnungen der Klubs in der laufenden Saison. Doch die Massnahme ist spektakulär gescheitert. Wie konnte es dazu kommen? Die Anreise Mehr zum FC St. Gallen Doch die St. Galler Stadtpolizei wartet schon auf sie. Wann und wie sie von der Anreise erfährt, verrät deren Sprecher Dionys Widmer nicht – «aus polizeitaktischen Gründen». Nur so viel: «Wir haben damit gerechnet, dass nicht nur 10 oder 20 Fans kommen». Als die Fans aussteigen und in Richtung Kybunpark-Stadion loslaufen wollen, werden sie von den Polizisten mit Fahrzeugen erwartet und beobachtet. Kurz vor dem Stadion halten Luzerner an. «Dabei kam es zu Provokationen der Fans, einige haben sich vermummt», sagt Polizeisprecher Widmer. Erst dann – rund 15 Minuten vor Anpfiff – sei der Entscheid gefallen, den Gästesektor zu öffnen. «Die Luzerner Fans hatten gültige Tickets für andere Sektoren. Um die Sicherheit der restlichen Matchbesucher zu garantieren, haben wir den Gästesektor freigegeben», erklärt Widmer. Auch ein längeres Festhalten der Luzerner vor dem Stadion sei nicht möglich gewesen: «Das wäre zu gefährlich geworden.» Polizeisprecher Widmer verteidigt das Vorgehen. «Nur so konnten wir die Sicherheit aller Matchbesucher sicherstellen.» Den Vorwurf, man sei vor den radikalen Luzerner Fans eingeknickt, will er nicht gelten lassen: «Wir müssen schauen, dass alle das Spiel möglichst sicher schauen können.» Das sagen die Behörden und Politik Auch die St. Galler Stadträtin und Sicherheitsdirektorin Sonja Lüthi (43) nimmt die Polizei in Schutz. Man habe sich den Entscheid nicht leicht gemacht. «Er war aber im Sinne der Sicherheit vernünftig und verhältnismässig.» Klar sei: Bei künftigen Gästesektor-Sperrungen seien weitere Massnahmen nötig – insbesondere bei ausverkauften Stadien. Die Beinahe-Eskalation in St. Gallen ist nur das jüngste Kapitel in einem Drama, das sich seit dem Gästesektor-Verbot nach den Randalen vom Mai 2023 zwischen den beiden Vereinen, ihren Fans und der Polizei abspielt. WERBUNG Schon kurz darauf, im August, trafen die beiden Teams wieder aufeinander. Schon damals reisten die Luzerner nach St. Gallen, mit Tickets für die Tribünen neben dem geschlossenen Gästesektor. Dass dort viele Familien hocken, war den Luzernern egal: Sie warfen Bierdosen und fackelten Pyros ab. Der FC Luzern reagierte darauf beim nächsten Duell bei sich zu Hause. Zusammen mit den lokalen Behörden wurde damals beschlossen, dass es keinen Online-Ticketverkauf gibt und eine Person am Schalter nicht mehr als vier Tickets kaufen darf. Auch in St. Gallen wurde dies für den Ostermontag erwogen, schliesslich aber nicht umgesetzt. «In Rücksprache mit den Behörden wurde auf Massnahmen im Ticketverkauf verzichtet», erklärt der FCSG am frühen Dienstagabend. Der Grund: Auch in Luzern hätten Gästefans Tickets in anderen Sektoren erworben, sagt der Club. Das ist korrekt – allerdings kamen damals deutlich weniger St. Galler nach Luzern als nun umgekehrt. Was eben auch mit dem erschwerten Ticketverkauf zusammenhängen könnte. Diesmal hingegen waren lange vor dem Spieltag alle Tickets verkauft. WERBUNG Die Luzerner durften also nun doch in den Gästesektor – wo die Bier- und Essstände schon in Betrieb waren. «Da die Luzerner Fans gültige Tickets im B3 hatten, musste lediglich eine Material- und Personalverschiebung in den Gästesektor umgesetzt werden», begründet der FCSG. Dass die Gastronomie im Gästesektor von Beginn weg tadellos funktionierte, sei also kein Indiz dafür, dass bereits lange vor dem Spiel entschieden wurde, den Sektor zu öffnen, so der Club. Und jetzt? Ab nächster Saison soll ein von der Konferenz der Polizei- und Justizdirektoren (KKJPD) durchdachtes Kaskadenmodell mit vier Stufen für Sicherheit in den Stadien sorgen. Im Fall einer Sektorschliessung soll gleichzeitig der Ticketverkauf für das gesamte Stadion gestoppt werden. Eine Sicherheit dafür, dass die Fans nicht trotzdem anreisen, ist das allerdings nicht. Dieser Meinung sind nicht nur die Klubs. Die Schliessung der Sektoren und das neue Kaskadenmodell trage die Stadtpolizei mit, betont Dionys Widmer, Sprecher der Stadtpolizei St. Gallen. Aber: «Es hat sich am Montag zum wiederholten Mal gezeigt, dass eine Sektorenschliessung in einem vollen Stadion kaum umzusetzen ist, weil es keine Ausweichplätze gibt.» Es brauche nun eine saubere Aufarbeitung, die schon in den nächsten Tagen beginnen werde, sagt Widmer. Bei der KKJPD heisst es dazu: «Allfällige Erkenntnisse aus aktuellen Ereignissen wie beispielsweise dem gestrigen Spiel in St. Gallen werden dabei berücksichtigt.» Die Entscheide der Behörden in St. Gallen will man nicht kommentieren. Sagt FCSG-Präsident Matthias Hüppi (66) mehr? Wenn, dann erst am Mittwochmittag. Dann lädt der Klub zur üblichen Spieltag-Pressekonferenz mit Trainer Peter Zeidler (61) – und hat in der Einladung erwähnt, dass der Klubpräsident für ein Interview zur Verfügung stehen wird. Köstlich. :-)
«Wenn jemand sagt, der FCZ sei kein Spitzenklub, habe ich Mühe, weiterzudiskutieren.» Ancillo Canepa
Sektor DMitglied
12.04.2024, 12:39 · #543
Beiträge: 6'608
«Gegen Fangewalt»
Kantone beharren auf personalisierten Tickets Die kantonalen Justizdirektoren wollen das Hooligan-Konkordat anpassen, um personalisierte Tickets auch gegen den Willen der Vereine einsetzen zu können. Die Kantone haben genug. Sie wollen die personalisierten Tickets in Schweizer Stadien einführen. Notfalls auch gegen den Willen der Fussballklubs. Diese könnten solche schon lange verkaufen, wollen es aber nicht. Nun wollen die kantonalen Justizdirektoren die Möglichkeit haben, den Vereinen personalisierte Tickets für Fussball- oder Eishockeyspiele zu diktieren. Dafür brauche es eine Anpassung des Hooligan-Konkordats. «Die Arbeitsgruppe Bewilligungsbehörden hat sich gegenüber der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) einstimmig dafür ausgesprochen, dass eine solche Revision an die Hand genommen werden sollte», schreibt die KKJPD am Freitag in einer Medienmitteilung. Die KKJPD komme zum Schluss, dass das personalisierte Ticket ein wichtiges zusätzliches Instrument bei der Einzeltäterverfolgung darstelle. Nun sollen sie erstmals einen Vorschlag erarbeiten. «Über die tatsächliche Einführung von personalisierten Tickets werden auch auf der Basis eines revidierten Konkordats schlussendlich die Bewilligungsbehörden entscheiden.» Eine Hintertür für den Verband und die Klubs wollen die Justizdirektoren aber offenlassen. Man sei jederzeit bereit, «neue Vorschläge zur Verhinderung von Gewalt zu diskutieren». Auch Amherd ist für personalisierte Tickets Die Diskussion um personalisierte Tickets dauert schon länger, vor allem beim Fussball. Nach erneuten Ausschreitungen beim Zürcher Stadtderby im Herbst 2021 drängte Sportministerin Viola Amherd (61) auf die Einführung von personalisierten Tickets. Doch lange passierte nichts. Und die Ausschreitungen gingen weiter. Zum Beispiel nach dem Cup-Kracher zwischen Basel und YB im April 2023, als 100 vermummte Chaoten drei Securitys schwer verletzten. Oder mit der Randale zwischen Luzern- und St. Gallen-Fans zwei Monate später. Als Strafe sollten die Gästesektoren für die Begegnungen der beiden Mannschaften gesperrt bleiben. Doch die Luzerner Fans führten erst vor wenigen Wochen die St. Galler Polizei vor, indem sie trotzdem anreisten. Die Behörden mussten den Gästesektor schlussendlich trotzdem öffnen. Nun soll es also vorwärtsgehen mit den personalisierten Tickets. Und einen schwelenden Konflikt weiter anheizen. Im Kampf gegen die Fangewalt im Fussball soll ab nächster Saison nämlich auch ein von der KKJPD durchdachtes Kaskadenmodell mit vier Stufen für Sicherheit sorgen. Im Fall einer Sektorschliessung soll gleichzeitig der Ticketverkauf für das gesamte Stadion gestoppt werden. Das passiert jedoch gegen den Willen der Klubs und der Fussball-Liga. Sie erachten es in der Praxis als nicht zielführend, einseitig und unverhältnismässig. Es vermische Prävention und Repression. Q: Blick Diese KKJPD... das sind doch echt die letzten Pfeifen. Hier wird in Bezug auf pers. Tickets auf alle wissenschaftliche Erkenntnisse gepfiffen ("ich habe da eine andere Meinung"), beim Gras legalisieren brauchen wir aber 100 wissenschaftliche Studien... Ich weiss, das sind Äpfel und Birnen. Aber diese Behörden sind doch nicht mehr ganz sauber.
Avatar von JeaJeaMitglied
12.04.2024, 13:08 · #544
Beiträge: 6'425
muss man nicht verstehen
dennisovMitglied
12.04.2024, 13:51 · #545
Beiträge: 5'501
Für Repressionen scheint man wieder Budget zu haben, während man in der Bildung spart. Diese Kollektivstrafen bringen rein gar nichts- im Gegenteil und kosten dann den Steuerzahler auch noch Geld, wo man besser in konstruktive Politik stecken würde. Aber man muss wohl zuerst mal auf die Fresse fliegen, denn aus Fehlern von anderen will man ja nicht lernen und muss es unbedingt selbst mal ausprobieret haben. Lächerlich.
Avatar von GögiGögiMitglied
12.04.2024, 14:10 · #546
Beiträge: 2'198
It's groundhog day... Billiger Populismus ohne Wirkung. Wird nie eingeführt werden das Ding. Das lustigste finde ich eigentlich, dass die Personen auf welche sie mit der Massnahme abzielen, grossmehrheitlich bereits freiwillig ein personalisiertes Ticket haben (aka Saisonkarte). ;-) Trotzdem allen ein schönes Week-end!
Consultant to the President - ehem: SO für ZH
chnobliMitglied
12.04.2024, 16:10 · #547
Beiträge: 10'418
Man hat bei Servette FCZ gesehen wie es ohne Fans ist. Wenn das kommt mal ein paar Runden (am Besten 11 dann ists fair) boykottieren. Und zwar 93 Minuten ausserhalb des Stadions (Sicherheitskosten und so). Dann kann die Politik entscheiden ob sie den Profifussball in der Schweiz killen will oder nicht. Falls sie dies tun gehts dann mit dem Breitenfussball und anderen Sportarten weiter. Am Ende ists ein gesellschaftliches Problem und wäre der Fussball nicht dann wäre es unmöglich zu kontrollieren verglichen mit heute. Überlegt euch wen ihr wählt, auch (und vor allem) lokal!
FCZ1896 mis LäbeMitglied
07.05.2024, 08:07 · #548
Beiträge: 1'338
Nach Eskalationen der Stufe 3 wird demnach der Sektor der Fankurve des fehlbaren Clubs gesperrt – für das nächste Spiel oder die nächsten zwei Spiele. Stufe 3 heisst: Menschen wurden verletzt oder mit Waffen, Pyrotechnik oder anderen Gegenständen bedroht. Dann werden keine Tickets mehr verkauft, Fans können nicht auf andere Sektoren ausweichen. Falls die Gewalt während der Bewährungsphase wieder ausbricht, gibts ein Geisterspiel – Stufe 4. Das ging doch jeweils in die Hose, oder nicht?
Schwizermaischter FCZMitglied
07.05.2024, 08:15 · #549
Beiträge: 4'570
Nach Eskalationen der Stufe 3 wird demnach der Sektor der Fankurve des fehlbaren Clubs gesperrt – für das nächste Spiel oder die nächsten zwei Spiele. Stufe 3 heisst: Menschen wurden verletzt oder mit Waffen, Pyrotechnik oder anderen Gegenständen bedroht. Dann werden keine Tickets mehr verkauft, Fans können nicht auf andere Sektoren ausweichen. Falls die Gewalt während der Bewährungsphase wieder ausbricht, gibts ein Geisterspiel – Stufe 4. Das ging doch jeweils in die Hose, oder nicht? Weil der VVK normal weiterlief, das wird in Zukunft nicht mehr so sein.
Avatar von neineineineiMitglied
07.05.2024, 08:22 · #550
Beiträge: 2'321
Nach Eskalationen der Stufe 3 wird demnach der Sektor der Fankurve des fehlbaren Clubs gesperrt – für das nächste Spiel oder die nächsten zwei Spiele. Stufe 3 heisst: Menschen wurden verletzt oder mit Waffen, Pyrotechnik oder anderen Gegenständen bedroht. Dann werden keine Tickets mehr verkauft, Fans können nicht auf andere Sektoren ausweichen. Falls die Gewalt während der Bewährungsphase wieder ausbricht, gibts ein Geisterspiel – Stufe 4. Das ging doch jeweils in die Hose, oder nicht? Weil der VVK normal weiterlief, das wird in Zukunft nicht mehr so sein. Das tönt jetzt so klar. Dies ist doch alles andere als gesichert, zumal die Klubs selbst am Modell nicht mehr mitziehen. Das will ich dann in einem Rechtsstaat sehen, dass die StaPo dem FCZ verbietet, weiterhin Tickets zu verkaufen…
I‘d like to nominate my partner, Frank Poncerello.
Schwizermaischter FCZMitglied
07.05.2024, 09:51 · #551
Beiträge: 4'570
Nach Eskalationen der Stufe 3 wird demnach der Sektor der Fankurve des fehlbaren Clubs gesperrt – für das nächste Spiel oder die nächsten zwei Spiele. Stufe 3 heisst: Menschen wurden verletzt oder mit Waffen, Pyrotechnik oder anderen Gegenständen bedroht. Dann werden keine Tickets mehr verkauft, Fans können nicht auf andere Sektoren ausweichen. Falls die Gewalt während der Bewährungsphase wieder ausbricht, gibts ein Geisterspiel – Stufe 4. Das ging doch jeweils in die Hose, oder nicht? Weil der VVK normal weiterlief, das wird in Zukunft nicht mehr so sein. Das tönt jetzt so klar. Dies ist doch alles andere als gesichert, zumal die Klubs selbst am Modell nicht mehr mitziehen. Das will ich dann in einem Rechtsstaat sehen, dass die StaPo dem FCZ verbietet, weiterhin Tickets zu verkaufen… Das ist der aktuelle Stand, wie es dann aussieht wenn sich Klubs und Liga wehren steht auf einem anderen Blatt.
Avatar von JeaJeaMitglied
24.07.2024, 11:41 · #553
Beiträge: 6'425
««Null-Toleranz-Politik nicht umsetzbar»: Liga zeigt sich in Pyro-Frage gesprächsbereit»
Im Ausland wackelt das Pyro-Verbot. Unter gewissen Auflagen darf beispielsweise in Norwegen gezündet werden. Die Swiss Football League beobachtet diese Pilotversuche interessiert – und will die Diskussion auch in der Schweiz führen. An der Europameisterschaft gab es kein Vorbeikommen am Song des Balkonultras. «Pyrotechnik ist doch kein Verbrechen», schallte es auch etliche Male aus der Schweizer Fankurve. Noch ist der Ausruf lediglich eine Hoffnung, ein Appell an die Behörden, diesen Ausdruck der Fankultur nicht zu verteufeln. Bald schon könnte er Realität werden – auch in der Schweiz. Dialog statt Repression als Mittel gegen Fangewalt: «Der aktuelle Zustand ist unhaltbar» Aktuell läuft in Norwegen ein Pilotprojekt, bei dem das Abbrennen von Pyros in ausgewiesenen Bereichen in der Fankurve unter strengen Auflagen erlaubt ist: Personen, die Pyrotechnik zünden, müssen mindestens 18 Jahre alt, nüchtern und identifizierbar sein, wie die «Bild» berichtet. «Die sich im Ausland abzeichnenden Lösungsansätze, die eine Zulassung in einem kontrollierten Rahmen mit klar geregelten Vorgaben ermöglichen, sind genau zu beobachten.» David Barras Eine gesunde Mischung finden In der Schweiz beobachtet man die Entwicklungen im Ausland mit grossem Interesse. Die Swiss Football League (SFL) sei sehr interessiert an Lösungsvorschlägen, die versuchen, eine gesunde Balance zwischen Elementen der Fankultur und grösstmöglicher Sicherheit für alle Stadionbesuchenden zu finden, sagt Mediensprecher David Barras. Der Sicherheitsbeauftragte der SFL stehe deshalb mit den Verantwortlichen in Norwegen und auch mit anderen Ligen im Austausch, die Projekte in diesem Bereich haben. Und Barras fügt an: «Die sich im Ausland abzeichnenden Lösungsansätze, die eine Zulassung in einem kontrollierten Rahmen mit klar geregelten Vorgaben ermöglichen, sind genau zu beobachten.» Die Formulierungen sind zwar zurückhaltend gewählt, was angesichts des Sprengpotenzials der Pyro-Frage nicht überrascht, sie zeigen aber, dass die SFL grundsätzlich nicht abgeneigt wäre. Fielen die Ergebnisse der Pilotprojekte im Ausland positiv aus, könne auch in der Schweiz darüber diskutiert werden, findet Barras. Politik fordert mehr Repression Und er geht noch weiter: «Man stellt weltweit fest, dass die Null-Toleranz-Politik – wie übrigens in allen gesellschaftlichen Brennpunkten – nicht umsetzbar ist.» Die Beispiele aus dem Ausland würden zeigen, dass sich viele Verantwortliche, die sich mit der Organisation von Fussballspielen befassen, ähnliche Überlegungen anstellten. Während die Liga also offensichtlich gesprächsbereit ist, wenn es um die Pyro-Frage geht, steuert die Politik in die Gegenrichtung. Nicht weniger, sondern deutlich mehr Restriktion gegenüber Fussballfans wird gefordert. Auf dieses Jahr hin wurde das sogenannte Kaskadenmodell eingeführt. Damit sollen Vorfälle mit harten Strafen sanktioniert werden, von Kurvensperrungen bis hin zu Geisterspielen. Ein Teil der Fankultur Fest steht: Ob illegal oder nicht, Pyrotechnik ist ein Teil des Fussballs. Für viele Fans ist das Abbrennen von Bengalos Ausdruck ihres Supports für ihr Team. An praktisch jedem Spieltag der Super League wird in mindestens einem Stadion gezündet. «Gerade innerhalb der Stadien gab es in den letzten Jahren nur sehr wenige Zwischenfälle und Umfragen zeigen, dass sich die Besucherinnen und Besucher der SFL-Spiele in den Stadien sehr sicher fühlen.» David Barras Auch Teil der Wahrheit ist, dass es dabei gelegentlich zu Vorfällen kommt. Die über 1000 Grad heissen Fackeln werden aufs Spielfeld oder in den Sektor mit gegnerischen Fans geworfen. Zuletzt passierte dies im Cup-Halbfinal zwischen Winterthur und Servette im April dieses Jahres. Unrühmliche Ereignisse – darüber ist man sich selbst in der Fanszene grösstenteils einig – die jedoch Seltenheitswert haben. Nach dem Vorfall in Winterthur trug der «Blick» Pyrowürfe seit 2006 zusammen. In den 18 Jahren kam die Zeitung auf acht Ereignisse, bei denen Feuerwerkskörper in Stadien als Wurfgeschoss eingesetzt wurden. SFL-Sprecher David Barras sagt denn auch: «Gerade innerhalb der Stadien gab es in den letzten Jahren nur sehr wenige Zwischenfälle und Umfragen zeigen, dass sich die Besucherinnen und Besucher der SFL-Spiele in den Stadien sehr sicher fühlen.» Pyrotechnik ist noch ein Verbrechen Bis zu einer Legalisierung von Pyros ist der Weg noch weit. Denn bisher ist das Abbrennen aufgrund des Sprengstoffgesetzes noch verboten. Es bräuchte wohl eine Ausnahmeregelung. Eine solche könnte die SFL jedoch nicht in Eigenregie umsetzen. Die Behörden müssten dazu eine gesetzliche Grundlage schaffen. Wenn Liga, Vereine und Fans in der Pyro-Frage gemeinsam auftreten, wächst der Druck auf die Politik. Dies auch deshalb, weil der bisher eingeschlagene Weg der Repression bisher keine Früchte trägt. (fm1today.ch) watson.ch schöner gedanke, dass es vielleicht irgendwann doch mehr gibt, die merken, dass Repression oder "null-toleranz" kein gangbarer und umsetzbarer Weg ist. die hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt...
AnuluMitglied
18.12.2024, 08:06 · #554
Beiträge: 1'147
«So droht bloss eine Eskalation»
Im Sommer wurde das Kaskadenmodell eingeführt. Es sollte zu einer einheitlichen Sanktionierung von Fangewalt führen und Transparenz schaffen. Das Gegenteil ist der Fall. *Analyse von Tilman Pauls Publiziert heute um 06:00 Uhr* Am Sonntag hat sich die Super League in die Winterpause verabschiedet. Mit sieben Toren auf der Schützenwiese, einem überraschenden Erfolg der Grasshoppers in Basel und mit drei Elfmeter-Treffern beim Spitzenspiel in Lugano. Mal wieder viel los in einer Liga, in der sich neun von zwölf Clubs im Titelkampf befinden. Das letzte Wochenende war aber auch in anderer Hinsicht ein geglückter Abschluss: Es ging nicht um Fangewalt, obwohl bei der Partie zwischen dem FC Zürich und dem FC St. Gallen brennende Fackeln auf die Tartanbahn des Letzigrunds geworfen wurden. Die Liga hat sich sportlich verabschiedet und nicht mit einem Thema, das in den letzten Monaten durchaus präsent war: das Kaskadenmodell. Was ist das Kaskadenmodell? Das Kaskadenmodell besteht aus vier Stufen, wobei gewisse Vorfälle im Vorfeld definierte Massnahmen auslösen. Die Sanktionen reichen von einer Lagebesprechung sowie einer Bewährungsphase über drei Partien (Stufe 1) bis hin zu einem Geisterspiel und fünf Spielen Bewährung (Stufe 4). Wichtig: Das Modell wird nur durch Vorfälle einer Gruppierung ausgelöst, nicht durch Einzelpersonen. Dann werden die Ereignisse erst durch die örtlichen Polizeibehörden erfasst und analysiert. Liegt eine gravierende Handlung vor, wird der Vorfall unter Anhörung der involvierten Parteien geklärt und danach eine Sanktion festgelegt. Am Ende liegt es allerdings in der Hoheit der städtischen oder kantonalen Behörden, die erarbeitete Empfehlung umzusetzen: Weder die Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD) noch die Arbeitsgruppe (AG) Bewilligungsbehörden hat die Befugnis, eine Entscheidung über die Bewilligung am jeweiligen Standort zu treffen. (tip) Seit dieser Saison wird das Kaskadenmodell bei Spielen der Super League offiziell angewendet. Das vierstufige Modell ist die vermeintliche Antwort der Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD) und der Arbeitsgruppe (AG) Bewilligungsbehörden auf gewaltsame Vorfälle in der höchsten Schweizer Fussball-Liga. Es wurde ausgearbeitet und vorgestellt, um an möglichst allen Austragungsorten dieselben Regeln im Umgang mit Ausschreitungen einzuführen. Nach knapp einem halben Jahr muss man aber festhalten, dass dies nicht der Fall ist. Die Anwendung des Kaskadenmodells ist nicht nachvollziehbar, nicht transparent und auch nicht zielführend. Fünf Sanktionen in dieser Saison Seit Juli wurden fünf Vorfälle sanktioniert, wie die KKJPD mitteilt. Zudem soll bei vier weiteren Vorfällen eine Massnahme seitens der Behörden gefordert worden sein, so ist zu hören. Und schon vor der offiziellen Einführung im Sommer wurden Strafen gemäss dem Modell ausgesprochen: Ab April 2023 blieben Kurven in Basel, Bern, Genf, Lausanne, Luzern, Sion, St. Gallen und Zürich leer. Doch nicht allein die Kollektivstrafen haben für Kritik von Fans, Clubs und der Swiss Football League (SFL) gesorgt, die sich im März offiziell aus dem Kaskadenmodell zurückgezogen hat. Sondern auch das Vorgehen der Behörden in den vergangenen Monaten. Im Vorfeld hat man von einer einheitlichen, nachvollziehbaren Anwendung des Modells gesprochen – davon ist aber nichts zu sehen. Mal wurde eine Kurve im nächsten Heimspiel gesperrt, mal dauerte es mehrere Wochen, mal Monate, mal passierte gar nichts. Mal wurde eine Sanktion auf der Website der AG Bewilligungsbehörden kommuniziert, in anderen Fällen nicht. Es gibt mehrere Beispiele für das, was Betrachter als «Willkür» bezeichnen: In Sitten kommt es im August zu Ausschreitungen von FCB-Fans. Doch statt einer zeitnahen Sperre des Heimsektors und fünf Spielen Bewährung – so wäre es laut Modell vorgesehen – heisst es: Sperre des Auswärtssektors beim nächsten Spiel in Sitten und zwölf Spiele Bewährung. Die Fackelwürfe von YB-Fans im Wallis wurden als Stufe 2 sanktioniert, dabei wären sie eigentlich klar der Stufe 3 zuzuordnen. Und zuletzt wurden knapp 600 GC-Fans für das Zünden von Böllern sogar für mehrere Stunden von der Polizei eingekesselt – eine Strafe gemäss dem Kaskadenmodell gab es dafür jedoch nicht. Diese Vorfälle wurden in dieser Saison gemäss Kaskadenmodell sanktioniert Am 27. Juli kommt es beim Spiel zwischen Lausanne-Sport und Sion zu Sachbeschädigungen, dem Abfeuern von Feuerwerkskörpern, einem Diebstahl auf dem Fanmarsch sowie Flaschen- und Steinwürfen in Richtung der Polizei. Am 31. August kommt es vor dem Spiel in Sitten zu einer Schlägerei zwischen Fans des FC Basel und des FC Sion sowie zu Tätlichkeiten während des Basler Fanmarschs. Am 19. Oktober kommt es im Vorfeld des Zürcher Derbys auf dem GC-Marsch zur Nutzung von «pyrotechnischen Gegenständen mit überdurchschnittlicher Knall- und Sprengwirkung», schreibt die KKJPD. Zudem versuchen mehrere Fans, die Garage des Stadions zu stürmen. Am gleichen Tag greifen Fans des FC Luzern in Bern nach dem Spiel gegen YB Mitarbeitende der BLS sowie der Transportpolizei an. Am 7. Dezember kommt es beim Auswärtsspiel der Young Boys in Sion zu Aggressionen der Gästefans gegen den Sicherheitsdienst und dem Einsatz von Feuerwerkskörpern gegen die Polizei. «Damit das Kaskadenmodell akzeptiert wird, muss die Anwendung transparent und nachvollziehbar sowie unter Einbezug aller Beteiligten geschehen.» Das ist ein Satz, der im Projektbericht «(https://www.kkjpd.ch/news-archiv.html?file=files/Dokumente/News/2024/231119%20Gesamtbericht%20Progesso%20d.pdf:119h5q8r)» aus dem Oktober 2023 geschrieben steht. Auf 89 Seiten werden dort die Grundlagen erklärt. Doch auch von Transparenz und Einbezug kann keine Rede sein. Von aussen sind die Entscheidungen nicht einsehbar. Das mag vielleicht dann noch zu verkraften sein, wenn es um die Öffentlichkeit geht, um die unbeteiligten Betrachter. Aber es wird spätestens dann zum Problem, wenn selbst die SFL und die Clubs die inneren Vorgänge der Behörden nicht genau kennen und bei der Strafen-Findung nicht mit am Tisch sitzen. Die SFL teilt auf eine entsprechende Anfrage mit: Bei einem sogenannten Behörden-Call im Anschluss an einen Vorfall werde ein SFL-Vertreter und ein Vertreter des betroffenen Clubs für eine Stellungnahme eingeladen. «Bei der Entscheidfindung sind die betroffenen Clubs und die SFL nicht dabei.» Ehe eine Strafe ausgesprochen wird, würde man «mit kurzem Vorlauf» eine Medienmitteilung der Behörden erhalten. Transparent ist das nicht. Und es ist ebenso unverständlich wie die Tatsache, dass die KKJPD den Dialog mit der SFL abgebrochen hat. Dabei hat die Liga bereits im Mai um eine Wiederaufnahme eines Austauschs gebeten. Stärkung der radikalen Kräfte Klar ist: Der Widerstand gegen das Kaskadenmodell ist auch ein halbes Jahr nach Einführung gross. Der Konflikt zwischen Behörden und Fans wird sich nicht wie durch ein Wunder entspannen. Auch wenn das Vorgehen der Behörden zuletzt nicht das dominante Thema war, wirkt es doch weiterhin so, als steuere man in dieser Angelegenheit auf eine Eskalation zu. In den letzten Monaten ist es bei friedlichen Protesten geblieben. Bei Plakaten in den Kurven, bei Spruchbändern, bei spontanen Wechseln in andere Sektoren oder beim ungebetenen Erscheinen der Fans, sodass man am Ende doch in den eigentlich geschlossenen Auswärtsblock gelassen wurde. So geschehen beim Spiel des FC Luzern in St. Gallen. Im Fall des FCZ ist auch ein Club juristisch gegen eine Sektorensperre vorgegangen: Man will einen Präzedenzfall schaffen und einen richterlichen Grundsatzentscheid beim Thema Kollektivstrafen erwirken. Je nach Ausgang dürfte dieser Entscheid das Kaskadenmodell noch mehr ins Wanken oder es sogar zu Fall bringen. Bis zu einem Urteil wird allerdings noch viel Zeit vergehen. So lange wabert auch das Thema «personalisierte Tickets» weiter durch die Liga. Und eines darf man bei den Entwicklungen der letzten Monate nicht vergessen: Die radikalen Kräfte in den Kurven gewinnen mit jeder fragwürdigen Entscheidung der Behörden weiter an Einfluss. Es ist eine Entwicklung, die mehrere Kenner der Szene in den letzten Monaten mit Besorgnis beobachtet haben. Q: https://www.tagesanzeiger.ch/kaskadenmodell-und-fangewalt-so-droht-bloss-eine-eskalation-645072110480
Hast du Feuerschweif am Heck, spült das Wasser alles weg! - Alte sizilianische Bauernweisheit
FulehungMitglied
18.12.2024, 11:07 · #555
Beiträge: 649
Wer in der Hooligan-Datenbank Hoogan registriert ist, soll kein Ticket mehr für Sportveranstaltungen kaufen dürfen. Der Ständerat fordert dafür die nötigen Rechtsgrundlagen, trotz Datenschutzbedenken des Bundesrates. Schon interessant, wie die einzelnen Ständeratsmitglieder abgestimmt haben. Der FDPler aus Luzern stimmt Nein, die GLP-Frau und der SP-Mann aus Zürich stimmen Ja. https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb ... ctId=66667
AnuluMitglied
18.12.2024, 13:45 · #556
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«Ständerat will Hooligans mit personalisierten Tickets aus Stadien aussperren»
Die Parlamentarier wollen die Sicherheit in Fussballstadien erhöhen. Kritiker warnen jedoch vor hohen Kosten, Datenschutzproblemen und leeren Rängen. Edgar Schuler Eva Novak Publiziert heute um 14:13 Uhr Am Mittwochmorgen sagte er mit 29 zu 14 Stimmen klar Ja zu einem Vorstoss seiner Sicherheitspolitischen Kommission. Ziel ist es, Hooligans bereits beim Ticketkauf auszusortieren und so die Fangewalt einzudämmen. Ein Abgleich mit der Hooligan-Datenbank soll sicherstellen, dass registrierte gewaltbereite Fans keine Eintrittskarten erwerben können. Der Ständerat folgt damit dem Wunsch der Polizeidirektoren der Kantone, die personalisierte Tickets auch gegen den Willen der Sportverbände einführen wollen. Thema Fangewalt werde «wie heisse Kartoffel herumgeschoben» Andrea Gmür (Mitte), Präsidentin der Sicherheitspolitischen Kommission, begründete den Vorstoss mit der schon lange grassierenden Fangewalt. «Das Problem wird seit Jahren wie eine heisse Kartoffel zwischen Bund, Kantonen und den Sportverbänden herumgeschoben.» Jetzt müsse endlich die Gesetzeslücke geschlossen werden, damit die Polizeidirektoren in den Kantonen handeln könnten. Gmür wundert sich über den Widerstand der Sportverbände. «Die Reaktionen sind dermassen emotional, sie sind für mich gar nicht nachvollziehbar. Offenbar treffen wir einen wunden Punkt.» Die Clubs würden sich der Kontrolle verweigern, obwohl sie jetzt schon die Möglichkeit hätten, den Abgleich mit der Hooligan-Datenbank zu machen. Gmürs Ständeratskollegin Flavia Wasserfallen (SP) ist dagegen kritisch. Ihrer Meinung nach hilft vor allem der kontinuierliche Dialog zwischen Fans, Clubs und Polizei effektiver gegen Gewalt als Zutrittskontrollen. «Der aktuelle unsachliche Aktivismus seitens Politik bedroht diesen Dialog und könnte den erfreulichen Trend zu weniger Gewalt schwächen», sagt sie. «Hoher Aufwand»: Widerstand der Fussballliga Der Entscheid des Ständerats stösst bei der Swiss Football League (SFL) und den Clubs auf entschiedene Ablehnung. Claudius Schäfer, CEO der SFL, kritisiere die Massnahme als unverhältnismässig: «200 von 83’000 Zuschauern pro Spieltag rechtfertigen keinen solchen Aufwand.» Auch warnt Schäfer vor den praktischen Folgen: «Personalisierte Tickets verursachen hohen technischen und bürokratischen Aufwand, führen zu langen Wartezeiten und schrecken nicht vor Gewalt, sondern vom Matchbesuch ab.» Für das Argument hat Ständerätin Gmür kein Verständnis: «Im Zeitalter der Digitalisierung sind das zwei Klicks, und dann hat man das.» Schäfer weist zudem auf Datenschutzbedenken hin: «Die Hooligan-Datenbank enthält vertrauliche Informationen. Ob diese von privaten Akteuren korrekt gehandhabt würden, ist fraglich.» Der beste Datenschutz bestehe darin, dass man erst gar nicht in der Hooligan-Datenbank erscheine, entgegnet Andrea Gmür. Erfahrungen aus dem Ausland zeigen Schäfers Meinung nach, dass personalisierte Tickets wenig bewirken. «In Italien gibt es weiterhin Probleme, obwohl personalisierte Tickets eingeführt wurden.» Der Bundesrat ist kritisch Der Bundesrat hatte sich im Vorfeld der Debatte gegen die Einführung personalisierter Tickets ausgesprochen. Er verweist auf Datenschutzbedenken und die geringe Wirksamkeit der Massnahme: Der Käufer eines Tickets sei nicht zwingend der Stadionbesucher. Zudem hätten solche Instrumente keinen Einfluss auf die Fangewalt ausserhalb der Stadien. Nach dem Entscheid des Ständerats kommt das Geschäft in den Nationalrat. Stimmt dieser auch zu, ist der Bundesrat aufgefordert, die Gesetzesgrundlage für die Einführung personalisierter Tickets auszuarbeiten, auf die Polizeidirektoren in den Kantonen schon lange warten. Mitte-Ständerätin Gmür rechnet mit «heftigem Widerstand» Die Debatte zeigt, wie tief die Gräben zwischen der Politik und der Sportwelt in dieser Frage sind. Der Streit darüber, ob die Massnahme gerechtfertigt und durchführbar ist, und ob sie tatsächlich zur Eindämmung von Fangewalt beiträgt, wird andauern. «Ich rechne mit heftigem Widerstand, aber nach all den Jahren, in denen das Problem der Fangewalt ein Thema ist, muss jetzt endlich etwas gehen», sagt Andrea Gmür. Q: https://www.tagesanzeiger.ch/hooligans-in-der-schweiz-staenderaete-wollen-personalisierte-tickets-384021456288
Hast du Feuerschweif am Heck, spült das Wasser alles weg! - Alte sizilianische Bauernweisheit
LemieuxMitglied
18.12.2024, 13:56 · #557
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«Ständerat will Hooligans mit personalisierten Tickets aus Stadien aussperren»
Die Parlamentarier wollen die Sicherheit in Fussballstadien erhöhen. Kritiker warnen jedoch vor hohen Kosten, Datenschutzproblemen und leeren Rängen. Edgar Schuler Eva Novak Publiziert heute um 14:13 Uhr Am Mittwochmorgen sagte er mit 29 zu 14 Stimmen klar Ja zu einem Vorstoss seiner Sicherheitspolitischen Kommission. Ziel ist es, Hooligans bereits beim Ticketkauf auszusortieren und so die Fangewalt einzudämmen. Ein Abgleich mit der Hooligan-Datenbank soll sicherstellen, dass registrierte gewaltbereite Fans keine Eintrittskarten erwerben können. Der Ständerat folgt damit dem Wunsch der Polizeidirektoren der Kantone, die personalisierte Tickets auch gegen den Willen der Sportverbände einführen wollen. Thema Fangewalt werde «wie heisse Kartoffel herumgeschoben» Andrea Gmür (Mitte), Präsidentin der Sicherheitspolitischen Kommission, begründete den Vorstoss mit der schon lange grassierenden Fangewalt. «Das Problem wird seit Jahren wie eine heisse Kartoffel zwischen Bund, Kantonen und den Sportverbänden herumgeschoben.» Jetzt müsse endlich die Gesetzeslücke geschlossen werden, damit die Polizeidirektoren in den Kantonen handeln könnten. Gmür wundert sich über den Widerstand der Sportverbände. «Die Reaktionen sind dermassen emotional, sie sind für mich gar nicht nachvollziehbar. Offenbar treffen wir einen wunden Punkt.» Die Clubs würden sich der Kontrolle verweigern, obwohl sie jetzt schon die Möglichkeit hätten, den Abgleich mit der Hooligan-Datenbank zu machen. Gmürs Ständeratskollegin Flavia Wasserfallen (SP) ist dagegen kritisch. Ihrer Meinung nach hilft vor allem der kontinuierliche Dialog zwischen Fans, Clubs und Polizei effektiver gegen Gewalt als Zutrittskontrollen. «Der aktuelle unsachliche Aktivismus seitens Politik bedroht diesen Dialog und könnte den erfreulichen Trend zu weniger Gewalt schwächen», sagt sie. «Hoher Aufwand»: Widerstand der Fussballliga Der Entscheid des Ständerats stösst bei der Swiss Football League (SFL) und den Clubs auf entschiedene Ablehnung. Claudius Schäfer, CEO der SFL, kritisiere die Massnahme als unverhältnismässig: «200 von 83’000 Zuschauern pro Spieltag rechtfertigen keinen solchen Aufwand.» Auch warnt Schäfer vor den praktischen Folgen: «Personalisierte Tickets verursachen hohen technischen und bürokratischen Aufwand, führen zu langen Wartezeiten und schrecken nicht vor Gewalt, sondern vom Matchbesuch ab.» Für das Argument hat Ständerätin Gmür kein Verständnis: «Im Zeitalter der Digitalisierung sind das zwei Klicks, und dann hat man das.» Schäfer weist zudem auf Datenschutzbedenken hin: «Die Hooligan-Datenbank enthält vertrauliche Informationen. Ob diese von privaten Akteuren korrekt gehandhabt würden, ist fraglich.» Der beste Datenschutz bestehe darin, dass man erst gar nicht in der Hooligan-Datenbank erscheine, entgegnet Andrea Gmür. Erfahrungen aus dem Ausland zeigen Schäfers Meinung nach, dass personalisierte Tickets wenig bewirken. «In Italien gibt es weiterhin Probleme, obwohl personalisierte Tickets eingeführt wurden.» Der Bundesrat ist kritisch Der Bundesrat hatte sich im Vorfeld der Debatte gegen die Einführung personalisierter Tickets ausgesprochen. Er verweist auf Datenschutzbedenken und die geringe Wirksamkeit der Massnahme: Der Käufer eines Tickets sei nicht zwingend der Stadionbesucher. Zudem hätten solche Instrumente keinen Einfluss auf die Fangewalt ausserhalb der Stadien. Nach dem Entscheid des Ständerats kommt das Geschäft in den Nationalrat. Stimmt dieser auch zu, ist der Bundesrat aufgefordert, die Gesetzesgrundlage für die Einführung personalisierter Tickets auszuarbeiten, auf die Polizeidirektoren in den Kantonen schon lange warten. Mitte-Ständerätin Gmür rechnet mit «heftigem Widerstand» Die Debatte zeigt, wie tief die Gräben zwischen der Politik und der Sportwelt in dieser Frage sind. Der Streit darüber, ob die Massnahme gerechtfertigt und durchführbar ist, und ob sie tatsächlich zur Eindämmung von Fangewalt beiträgt, wird andauern. «Ich rechne mit heftigem Widerstand, aber nach all den Jahren, in denen das Problem der Fangewalt ein Thema ist, muss jetzt endlich etwas gehen», sagt Andrea Gmür. Q: https://www.tagesanzeiger.ch/hooligans-in-der-schweiz-staenderaete-wollen-personalisierte-tickets-384021456288 Endlich wird mal was gegen die Gewalt gemacht!!! Endlich können wir Kumbaya my Lord singend ans Fussballspiel. *Ironie Off
JulianMitglied
13.09.2025, 13:52 · #558
Beiträge: 2'152
«Kampf gegen Fangewalt: Personalisierte Tickets stehen vor dem Aus»
Der Nationalrat erteilt dem Ansinnen der Polizeidirektoren, bald personalisierte Tickets einzuführen, eine deutliche Abfuhr. Bei der Liga sieht man sich bestärkt. Für den Besuch eines Fussballspiels muss wohl auch künftig keine ID am Eingang gezeigt werden: Der Nationalrat hat sich am Mittwoch mit deutlicher Mehrheit gegen einen Vorstoss ausgesprochen, der die Einführung personalisierter Tickets vorantreiben wollte. Bereits beim Online-Kauf sollten die Namen der Käufer mit der Hooligan-Datenbank abgeglichen werden, so die Forderung. Mit 132 zu 56 Stimmen versenkte die grosse Kammer das Anliegen. Im Ständerat hatte es zuvor noch eine Mehrheit gefunden. Treibende Kraft hinter dem Vorstoss waren die kantonalen Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD). Diese würde lieber heute als morgen und in der ganzen Schweiz auf personalisierte Tickets setzen. Entsprechende Bestrebungen laufen seit längerem – gegen den grossen Widerstand der Fussballclubs und der Liga. Der Randale-Rückblick von Nationalrat Nause Reto Nause (Mitte/BE) versuchte mit drastischen Worten das Parlament umzustimmen. Er präsentierte einen Randale-Rückblick, bei dem er geworfene Pyro-Gegenstände im vergangenen Fussballhalbjahr aufzählte. «Wir können von Glück reden, dass wir keine Vorfälle mit schwer verletzten Personen haben», so Nause. Mit der Forderung sollte auch Druck auf Clubs und Liga ausgeübt werden. Nause: «Ich habe von diesen noch nie gehört, was man gegen die Gewalt tun will. Ich habe immer nur gehört, was eben nicht geht, wenn Massnahmen beschlossen wurden.» Komplett konträrer Meinung war Jean-Luc Addor (SVP/VS), der sich sonst eher einen Ruf als Hardliner gemacht hat. Er sah im Ansinnen, die Hooligan-Daten an Tickethändler weiterzugeben, einen Dammbruch. Der Persönlichkeitsschutz würde unter dem Deckmantel der Hooliganbekämpfung im Eiltempo über Bord geworfen. Stoppe man den leichtsinnigen Umgang mit solchen Daten nicht, öffne man Tür und Tor für Überwachung und Repression. «Und was kommt als Nächstes? Eine flächendeckende Gesichtserkennung aller Zuschauer?», warnte Addor. Während die Polizeidirektoren einen Rückschlag erlitten hat, sieht sich die Liga in ihrer Haltung bestärkt. Liga-Präsident Claudius Schäfer sagt auf Anfrage: «Der vorgeschlagene Abgleich – und damit verbunden ein weiterer Schritt hin zu einem personalisierten Ticket – ist nicht zielführend gegen Gewalt im Umfeld von Fussballspielen.» Die meisten Vorfälle fänden ausserhalb der Stadien statt, wo auch personalisierte Tickets nichts nützen würden. Er betont auch, dass Clubs und Liga ihre Verantwortung wahrnehmen würden, «beispielsweise mit dem konsequenten Aussprechen von Stadionverboten und präventiven Massnahmen». https://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/fangewalt-personalisierte-tickets-stehen-vor-dem-aus-ld.4010138
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