13.12.2008, 09:33 · #221
Beiträge: 2'346
im aktuellen magazin 11 freunde ist ein guter artikel über ultras und fussball fans. ein mutiger artikel! gelesen?
ja... aber ich weiss nicht so ganz was ich davon halten soll.
Finde den Artikel insofern gut dass er zumindest den Einen oder Anderen zum Nachdenken anregen wird... Gewisse Dinge gut auf den Punkt gebracht, Respekt dafür.
Im grossen und ganzen ein interessanter Artikel. Mir fehlt jedoch ein roter Faden, der den Leser zu einem logischen Fazit führt.
So macht z.B. der Schreiber geltend, dass praktisch alle im Umfeld der Vereine für den Untergang der alten Zeiten verantwortlich
sind und versagt haben, die einzigen, die er nicht anprangert sind die Medien - ok, seine Sicht der Dinge.
Auf der einen Seite bemägelt er, dass der 12. Mann nicht mehr vorhanden sei, auf der andern Seite giftelt er darüber, dass die
Ultras sich organisieren und die Fangesänge "orchestrieren" und einen Dauersupport über 90 Minuten anstreben. Was ist daran
falsch, dass man seinem Team während des ganzen Spiels optimalen Support gewähren will? Es gibt in jedem Stadion Sektoren,
in denen man das Team mit "gebündelten" Schlachtrufen unterstützt, und Sektoren, wo es eher ruhiger zu und her geht und man
wie vom Schreiben gewünscht mal einen mehr oder minder witzingen Spruch in die Runde werfen kann (z.B. im Letzi auf der
Osttribühne oder im Südkurventeil Richtung Westen, man muss sich halt nur auskennen).
Ich habe auch nicht verstanden, weshalb die Fans in einer Schwächephase des Spiels die eigene Mannschaft auspfeiffen soll.
Zeichnet sich neuerdings ein guter Fan dadurch aus, oder ist das ein Ueberbleibsel aus der "guten alten Zeit", die der Verfas-
ser vielleicht zu sehr glorifiziert?
Ich verstehe auch nicht ganz, weshalb er den Ultras einerseits die Kreativität absprechen will, anderseits sich aber darüber be-
klagt, dass alle zwei Monate neue Lieder zu lernen seien. Auch die Angriffe auf die Choreos kann ich nicht ganz einordnen,
zumal diese nie ein zweites mal verwendet werden.
Das sind in diesem Artikel leider nicht die einzigen Widersprüche. Als Denkanstoss ist der Artikel bestens geeignet, mehr aber
nicht. Er ist weder vollständig, noch abgerundet.