Lucien Favre (Hertha BSC Berlin)

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LazioMitglied
14.07.2008, 15:26 · #1'761
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«Trainer Lucien Favre»
So bastle ich an der Meister-Hertha Lulu hat vor der zweiten Saison in Berlin ein "gutes Gefühl" Aus dem Trainingslager berichtet Andreas Baingo Stegersbach - Lucien Favre (50) ist so locker wie noch nie. Vor seinem zweiten Jahr als Trainer von Hertha BSC sprüht der Schweizer vor Eifer und Zuversicht. Für die kommende Spielzeit hat er "ein gutes Gefühl". Im KURIER-Interview spricht Favre über seine neuen Ziele und Pläne und darüber, wie er die Meister-Hertha bastelt. ?Wann werden Sie mit Hertha Meister, Herr Favre? !Das kann ich so nicht sagen. Ich habe Vertrag über drei Jahre, das Ziel ist klar. Mein Wunsch ist es, im UEFA-Cup zu spielen und Schritt für Schritt eine Mannschaft aufzubauen, die um den Titel mitspielt. ?Was macht Sie da so sicher? !Ich habe Vertrauen in mich und in alle anderen. Ich kenne jetzt alles viel besser als vor einem Jahr. Ich bin in Berlin angekommen. ?Die Konkurrenz schläft nicht. !Von Bayern bis zu Stuttgart, dazwischen Schalke, Bremen, Hamburg und viele andere wollen das auch. Wolfsburg hat schon wieder für 25 Millionen Euro eingekauft, Dortmund für 12. Trotzdem bin ich voller Vertrauen. ?Obwohl Hertha noch immer ziemlich stark holpert? !Das macht mir keine Angst. Die Situation war für mich überall schwierig. Überall habe ich defensiv spielen lassen, überall habe ich unattraktiv spielen lassen. Das ist mir egal. Ich weiß, dass das nicht jedem gefällt, ich bin ja nicht dumm. Aber ich arbeite so, als ob ich zehn Jahre im Verein bleibe und etwas aufbaue. ?Zehn Jahre auf einen Titel zu warten, das wird in Berlin nicht klappen. !Völlig klar. Bisher war jeder Verein schwierig, doch Hertha ist was besonderes. In einer Hauptstadt gibt es immer eine spezielle Erwartung. Berlin ist was in Europa und in der Welt – und will es auch im Fußball werden. ?Berlin baut aber auch einen speziellen Druck auf. Ist der nicht manches Mal unerträglich? !Druck ist immer da. Er ist in der Schweiz nicht kleiner als in Deutschland, glauben Sie mir. Ich habe keinen speziellen Druck, ich habe mehr Angst vor einer Krankheit als vor dem Druck im Fußball. ?Sie haben gleich vier 17- und 18-jährige Spieler aus Herthas A-Jugend geholt. Wird der Druck da nicht noch größer? !Im Gegenteil. Wir müssen in dieser Richtung weitermachen. Das bringt Hertha ein gutes Image, das bringt auch mir ein gutes Image. ?Bringt es aber auch Erfolg? !Vor allem braucht Hertha eine Seele aus Berlin, eine Seele aus deutschen Spielern oder solchen, die bei uns ausgebildet wurden. Das schafft Identifikation. Wir machen keine Geschenke, wir nehmen die Spieler nicht, weil sie Berliner, sondern weil sie gut sind und uns weiterbringen. Punkt! ![](http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/print-static/_img/blk/2008-07-14.21541.orig.80714_13.jpg) Hertha-Trainer Lucien Favre bei der Arbeit. City-Press Berliner Kurier, 14.07.2008 ![](http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/print/sport/226239.html:2xnh19uv)
LazioMitglied
14.07.2008, 15:35 · #1'762
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«![](http://www.bild.de/BILD/sport/fussball/bundesliga/vereine/hertha/2008/07/14/schiesst-hertha/lucien-favre-9774364-kg.jpg)»
Schon wieder eine Nullnummer, Donnerstag Uefa-Cup gegen Otaci Schießt Hertha nie wieder ein Tor, Herr Favre? Hertha-Fans in Sorge! In beiden ernstzunehmenden Testspielen erzielten die Berliner kein Tor. Dem 0:0 gegen Hapoel Tel Aviv folgte Sonnabend eine Nullnummer beim Härte-Test gegen den FC Kopenhagen. Vorne geht bei Hertha nix. Und Donnerstag steigt das Uefa-Cup-Hinspiel gegen Nistru Otaci. Trainer Lucien Favre im BILD-Verhör. BILD: Herr Favre, zwei Nullnummern in Serie und kaum Torgefahr. Schießt Hertha etwa nie wieder ein Tor? Favre: „Wir haben zu wenig Torchancen im Strafraum. Das ist mir schon beim Amtsantritt vor einem Jahr aufgefallen. Es fehlt die unterstützende Welle aus dem Mittelfeld, wir spielen zu langsam. An diesem Problem werden wir bis zum Otaci-Spiel verstärkt arbeiten.“ BILD: Stürmer Raffael wirkt schwach und verunsichert... Favre: „Er bekommt nun Spezial-Training, ihm fehlt Power und Überzeugung. Gegen Kopenhagen muss er nur ins leere Tor schieben, macht aber einen Querpass. Ich habe ihm gesagt, er muss wieder dahingehen, wo es wehtut.“ BILD: Ihre Schonzeit ist vorbei, der Druck wächst... Favre: „Ich bin nicht dumm, kenne den Job und habe keine Angst. Druck ist immer da, auch in Schweiz. Ich habe mehr Angst vor Krankheiten als vor Druck im Fußball. Ich habe Vertrauen in mich, ändere meine Philosophie nicht.“ BILD: Wo ist die angekündigte attraktive Spielweise? Favre: „Ich verstehe die hohe Erwartungshaltung. Auch in den ersten zwei Jahren in Zürich wurde meine Arbeit oft als unattraktiv und defensiv bezeichnet, es folgten die Titel. Es ist kein Zufall, dass ich bei Hertha drei Jahre unterschrieben habe. 2010 will ich um Titel mitspielen. Dieser Schritt ist mir überall gelungen und alle Aufgaben waren so schwer wie Hertha.“ BILD: Schaffen Sie ihre Ziele mit vier 17- und 18-jährigen Talenten, die sie zu den Profis geholt haben? Favre: „Bigalke, Hartmann, Riedel und Radjabali-Fardi bringen uns viel, das sieht man. Hertha steht für eine tolle Nachwuchsarbeit, dieses Image will ich zeigen. Wir brauchen in der Mannschaft eine Seele von Berlin. Dafür stehen die Eigengewächse. Ihre Verträge sind kein Geschenk, sie sind gut.“ BILD: Sie klingen entspannt... Favre: „Es fühlt sich alles viel besser als vor einem Jahr an. Ich habe ein gutes Gefühl für die neue Saison. Die Neuzugänge Stein, Kaká, Nicu und Rodnei passen perfekt.“ BILD: Geht noch jemand - Simunic, Friedrich oder Pantelic? Favre: „Nein, ich gehe davon aus, dass alle bleiben. Simunic ist seit Sonntag im Training, er sieht gut aus, das sehe ich sofort an seinem Gesicht. Vielleicht spielt er schon Donnerstag gegen Otaci.“ ![](http://www.bild.de/BILD/sport/fussball/bundesliga/vereine/hertha/2008/07/14/schiesst-hertha/nie-mehr-ein-tor-herr-favre.html:18kbjhw3)
LazioMitglied
14.07.2008, 20:18 · #1'763
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«Rüffel für Raffael - bei Hertha wird es lauter»
Favre macht seinen Liebling an Nach reichlich vergebenen Chancen fordert der Coach mehr Einsatz vom Stürmer Aus dem Trainingslager berichtet ANDREAS BAINGO Stegersbach - Lucien Favre und Raffael – das ist eine ganz besondere Beziehung. "Lucien Favre ist zu mir wie ein zweiter Vater", sagt Raffael (23) über den Trainer (50). Und doch kriegt Raffael einen Rüffel. Favre macht seinen Liebling an. "Raffael braucht mehr Power!", fordert Favre, "er muss mit mehr Überzeugung spielen." Deutliche Worte, die der Trainer in der Öffentlichkeit so noch nie verloren hat. Kurios, dass es gerade seinen Lieblingsspieler trifft. Nach einem halben Jahr ist für den Brasilianer die Schonzeit abgelaufen. Doch gerade das macht eine gute Vater-Sohn-Beziehung aus. Kein Blatt vor den Mund nehmen, knallhart seine Meinung äußern und dann versuchen, gemeinsam zum Erfolg zu kommen. Denn an Raffael hängt auch Favres Zukunft. Sechs Monate hatte der Trainer vehement um den Offensivmann gekämpft, bis Hertha ihn im Winter für vier Millionen Euro Ablöse von Favres Ex-Klub FC Zürich loseiste. Raffaels Bilanz ist so überzeugend noch nicht. 15 Spiele, 4 Tore, 6 Torvorlagen. "Das kann er besser", sagt Favre und erinnert sich an eine Saison in Zürich: "Da war er mal an 40 Toren beteiligt." Deshalb hat Favre so engagiert um Raffael gekämpft. Als hängende Spitze (beim Trainer heißt das Neuneinhalber) ist Raffael in der taktischen Grundausrichtung gesetzt, weil er die Bälle verteilen kann und die Situation blitzschnell erkennt. Doch Favre verlangt mehr: "Er muss mehr Zug nach vorn haben, mehr in den Strafraum gehen." In der Vorbereitung aber machte Raffael nicht den Eindruck, als ob er die Forderung des Trainers erfüllen könnte. Noch hinterließ er einen zaghaften, ja teilweise sogar verhaltenen Eindruck, ohne Explosivität. Gefühlte 23 gute Chancen in drei Testspielen hat er versiebt. "Er muss mehr dorthin gehen, wo es weh tut", verlangt Favre von ihm und verdonnert seinen Liebling zum Spezialtraining. Alles mit nur einem Ziel. Raffael soll endlich wieder das machen, was er am besten kann: ins Tor treffen. Dann erst wird Favre mit seinem Ziehsohn zufrieden sein. Berliner Kurier, 15.07.2008 ![](http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/print/sport/226358.html:2j16hrr8)
JulianMitglied
15.07.2008, 11:54 · #1'764
Beiträge: 2'152
Favre will 2010 um den Titel spielen von Philipp Reich Lucien Favre startet Mitte August in seine zweite Bundesliga-Saison als Trainer von Hertha BSC Berlin. Nach einem Jahr der Eingewöhnung und einer eher durchwachsenen Saison hat der Romand seine Ziele neu formuliert – und hoch gesteckt. Seit einem Jahr ist Lucien Favre nun Trainer bei Hertha BSC Berlin. Zusammen mit Manager Dieter Hoeness hat der Romand die «Alte Dame» des deutschen Fussballs Stück für Stück umgebaut. In vielen kleinen Schritten erlebte die Hertha die umfassendsten Veränderungen seit elf Jahren. Favre erhielt dafür das volle Vertrauen der Vereinsführung und dafür will er sich in den kommenden Jahren mit Erfolgen bedanken. Die Ziele, die sich Favre mit der Hertha für die kommenden Jahre gesteckt hat, sind hoch. «Ich wünsche mir, dass wir in der kommenden Saison um einen Uefa-Cup-Platz spielen», verriet Lucien Favre in einem Interview mit der «Berliner Morgenpost». In der vergangenen Spielzeit war die Hertha meist in der unteren Tabellenhälfte zu finden und beendete die Saison auf dem 10. Platz. Favre ist sich des hohen Zieles auch durchaus bewusst: «Vor uns sind momentan die Bayern, Schalke, Bremen, Leverkusen, Wolfsburg und Stuttgart. Und dann sind da noch Hannover, Frankfurt und Hoffenheim.» In zwei Jahren um den Titel spielen Das Hauptziel von Favre aber bleibt, bis 2010 eine Mannschaft aufzubauen, die auch um den Titel mitspielen kann. Diesem Ziel ordnet der 50-Jährige alles unter. Nach einem Jahr der Eingewöhnung kennt er die Abläufe in Berlin und in der Bundesliga nun besser. Und der Romand zeigt sich im Gegensatz zum Vorjahr äusserst zufrieden mit der aktuellen Situation in Berlin. «Die Mannschaft zieht im Trainingslager gut mit. Die Jungen verändern die Stimmung im Kader. Die Älteren schauen auf sie, wollen helfen, geben Tipps. Das ist gut», freut sich der Trainer. Schliesslich brauche jeder Verein eine Seele, speziell Hertha BSC. Probleme in der Offensive Gearbeitet wird momentan vor allem in der Offensive. In der vergangenen Saison haben die Berliner viel zu wenig Treffer erzielt. Neben Toptorjäger Marko Pantelic soll in der kommenden Saison der ehemalige FCZ-Stürmer Raffael für Tore sorgen. Mit drei Toren und vier Assists ist seine Bilanz nach sechs Bundesliga-Monaten noch ungenügend. «Raffael muss dynamischer werden, mehr dahin gehen, wo es wehtut. Er kann das. Ich erwarte mir mehr Power und mehr Überzeugung von ihm», fordert der Romand von seinem Stürmer. Hohe Erwartungen in Berlin Favre weiss, dass seine Äusserungen den Druck auf ihn und seine Mannschaft erhöhen werden. «Das ist kein Problem, Druck ist immer da. Den hatte ich in der Schweiz auch.» Berlin ist aber anders. In der deutschen Hauptstadt sind der Druck und die Erwartungen immer besonders hoch. Favre zeigt sich dennoch selbstbewusst: «Ich habe eine Philosophie und Vertrauen in mich und mein Umfeld.» Bei seinen bisherigen Trainer-Stationen hatte er mit seiner Philosophie Erfolg. Trotzdem weiss Favre wie das Trainergeschäft funktioniert. Bleibt der Erfolg aus, steht als Erster immer der Trainer in der Kritik.
swissgauchoMitglied
18.07.2008, 13:52 · #1'766
Beiträge: 417
Hehe dieses Interview tönt genauch gleich wie zu FCZ Zeiten der Mann hat sich überhaubt nicht verändert. Immer so nichts wissend tun über Sopieler, Gegner etc...
devanteMitglied
18.07.2008, 14:19 · #1'767
Beiträge: 19'480
Hehe dieses Interview tönt genauch gleich wie zu FCZ Zeiten der Mann hat sich überhaubt nicht verändert. Immer so nichts wissend tun über Sopieler, Gegner etc... dafür ist er grau gewordern der lulu...
kuchikäschtlifondueMitglied
28.07.2008, 11:40 · #1'768
Beiträge: 139
Ich war gestern zur Saisoneröffnung bzw. Tag der offenen Tür bei Hertha und als es um die Vorstellung der neuen Mannschaft ging, hat Lucien Favre den allermeisten Applaus bekommen. Sollte es noch irgendwelche Zweifel gegeben haben daß er nicht in der Bundesliga angekommen ist, dürften die wohl weggewischt sein. Ich kann mich auch an keinen Trainer der letzten Jahre erinnern mit dem Presse (und Fans) so gnädig umgegangen sind. Falko Götz wäre wohl nach Platz 10 schon fast entlassen worden. Bei Lucien wissen wir aber offenbar alle, daß der Umbau des Kaders Zeit braucht und sich nicht von heut auf morgen alles zu 100% ändern kann...und das find ich auch gut so! Wie sagt man bei euch? Lucien ist eine geile Siech? Jedenfalls ist er das!;)
wettskandalMitglied
29.07.2008, 13:37 · #1'769
Beiträge: 1'218
Ich war gestern zur Saisoneröffnung bzw. Tag der offenen Tür bei Hertha und als es um die Vorstellung der neuen Mannschaft ging, hat Lucien Favre den allermeisten Applaus bekommen. Sollte es noch irgendwelche Zweifel gegeben haben daß er nicht in der Bundesliga angekommen ist, dürften die wohl weggewischt sein. Ich kann mich auch an keinen Trainer der letzten Jahre erinnern mit dem Presse (und Fans) so gnädig umgegangen sind. Falko Götz wäre wohl nach Platz 10 schon fast entlassen worden. Bei Lucien wissen wir aber offenbar alle, daß der Umbau des Kaders Zeit braucht und sich nicht von heut auf morgen alles zu 100% ändern kann...und das find ich auch gut so! Wie sagt man bei euch? Lucien ist eine geile Siech? Jedenfalls ist er das!;) De Favre isch n geile siäch
LazioMitglied
03.08.2008, 23:19 · #1'770
Beiträge: 279
«Favre: Ich baue etwas Großes auf»
Von Hertha berichtet HENNING FEINDT Seit 39 Tagen bereitet sich Hertha auf die neue Saison vor. Vor dem Start Freitag im Pokal in Trier fragte BILD bei Trainer Lucien Favre (50) nach: BILD: Sind sie mit der Vorbereitung zufrieden? Favre: „Ich bin sehr zufrieden – auch mit den Neuzugängen. Wir haben hart und gut gearbeitet. Mein Wunsch ist, dass wir diese Saison den Uefa-Cup angreifen.“ BILD: Wird nicht leicht... Favre: „Wir müssen realistisch sein. Die Konkurrenz hat viel investiert. Dortmund vier Millionen Euro für einen Zweitliga-Spieler. Wenn wir das in Berlin tun würden, müssten wir die Champions League stürmen. Hoffenheim gibt zehn Mio Euro für einen Spieler aus. Für einen! Wir haben neun Mio für alle.“ BILD: Neidisch? Favre: „Nein! Ich mag es, aus etwas Kleinem etwas Großes zu formen. Was andere machen, ist mir egal. Ich habe Vertrauen in mich, schaue auf meine Ziele.“ BILD: Welche sind das? Favre: „Wenn wir im April 2010 so spielen wie Schalke oder Bremen, ist das okay. Ich weiß, dass es schwer wird – aber das ist mir egal. Ich bin sicher, dass ich das erreichen kann. Wir bauen Schritt für Schritt ein Team auf. Ich bin zufrieden, wie’s läuft.“ BILD: Was muss nächste Saison besser werden? Favre: „Wir müssen mehr Tore machen, schneller nach vorne spielen. Wir müssen mehr wagen und die Gegner provozieren. Wir brauchen mehr Präsenz im Strafraum, mehr Initiative aus dem Mittelfeld. Cicero kann das bringen.“ (http://www.bild.de/BILD/sport/fussball/bundesliga/vereine/hertha/2008/08/04/trainer-lucien-favre/ich-baue-etwas-grosses-auf.html:2jab1cpy)
LazioMitglied
24.08.2008, 20:39 · #1'771
Beiträge: 279
«Hier schreibt Herthas Cheftrainer an alle Berliner»
Favre macht die Fans heiß Von Hertha berichtet HENNING FEINDT BILD hat Post für alle Hertha-Fans – und was für welche! Vorm ersten Heimspiel der Saison heute im Olympiastadion gegen Bielefeld (15.30 Uhr) schreibt Lucien Favre (50) einen offenen Brief an die Anhänger. Der Cheftrainer grüßt auf schweizer-deutsch: „Salut! Mit euch zusammen wollen wir schöne Momente erleben...“ Den Brief an die Fans schrieb er mit Links: Lucien Favre ![](http://www.bild.de/BILD/sport/fussball/bundesliga/vereine/hertha/2008/08/23/herthas-cheftrainer-lucien-favre/brief-gross.jpg) ...und die Geschichtsbücher stürmen! Heute kann Hertha bereits den ersten Rekord knacken. Zwei Siege zum Auftakt gab’s seit Gründung der Bundesliga 1963 noch nie. Favre: „Es wird Zeit, das zu ändern. Nach dem 2:0 in Frankfurt wollen wir jetzt nachlegen.“ Locker mit links (so wie Favre schreibt) ist Arminia aber nicht zu schlagen. „Lulu“: „Man hat beim 2:2 gegen Werder gesehen, was sie können. Der Punkt war hoch verdient.“ Vor allem Bielefelds „Doppelpacker“ Artur Wichniarek (31, von 2003 bis 06 bei Hertha) ist gefährlich. „Er wird hochmotiviert sein“, weiß Flügel-Flitzer Sofian Chahed (25). „Wir müssen ihn ausschalten.“ Manager Dieter Hoeneß (55): „Wir rechnen mit 42 000 Fans. Das wäre ein guter Wert gegen Bielefeld. Insgesamt wollen wir im Schnitt die 50 000er-Marke knacken.“ Damit‘s klappt, werden die Fans im Stadion weiter verwöhnt. Für den Nachwuchs macht Hertha als erster Klub der Liga einen eigenen Kinder-Kiosk auf. Hoeneß: „Neben den üblichen Süßigkeiten gibt‘s auch Mini-Bratwürste und vieles andere mehr. Er selbst will sich einen Sieg schmecken lassen. Hoeneß: „In Frankfurt hat es unser Spiel häufig schon nach richtig Fußball ausgeschaut. So muss es weitergehen.“ Bielefeld-Trainer Michael Frontzeck (44) ist gewarnt: „Herthas Auftakt war beeindruckend!“ Sein Tipp: „Ich tippe, dass die Fans ein wunderbares Spiel sehen werden.“ Das will Favre auch – aber mit einem anderen Ausgang! http://www.bild.de/BILD/sport/fussball/ ... heiss.html
LazioMitglied
24.08.2008, 20:43 · #1'772
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«![](http://www.bild.de/BILD/sport/fussball/bundesliga/2008/08/24/hertha-bsc-arminia-bielefeld/lucien-favre-kratzt-sich-am-kinn-10177282-kopfgrafik-465x170.jpg)»
Hertha – Bielefeld 1:1 Ärger wegen Simunic bei Hertha! Spieler jubeln gegen Favre Kroate sass gegen Bielefeld nur auf der Bank. Für die Arminia trifft Wichniarek Von HENNING FEINDT, RAINER HOFFMANN und ROBERTO LAMPRECHT Der neue Hertha-Glanz hat schon die ersten Kratzer. Nur 1:1 gegen Bielefeld – von Traumstart ist keine Rede mehr. Schlimmer noch: Es kündigt sich leise Ärger an. Um Trainer Lucien Favre und den verhinderten Abwehrmann Joe Simunic. Eine Szene machte deutlich, wie dick die Luft bei Hertha ist. Gerade hatte Pantelic zum 1:0 getroffen. Der Serbe stürmt gemeinsam mit Vorlagengeber Ebert Richtung Trainerbank. Da freut sich Coach Favre ausgelassen wie selten. Doch die Spieler lassen ihn alleine jubeln, ihr Ziel ist Joe Simunic. Torschütze Pantelic: „Kann sich jeder denken, warum.“ ![](http://www.bild.de/BILD/sport/fussball/bundesliga/2008/08/24/hertha-bsc-arminia-bielefeld/marko-pantelic-10177619-mfb-qf,templateId=renderScaled,property=Bild,height=349.jpg) Ganz viel Gefühl: Herthas Torjäger Marko Pantelic lupft den Ball zum 1:0. Die Bielefelder Schuler und Bollmann können nicht mehr eingreifen Vor einer Woche gegen Frankfurt trug Simunic noch die Kapitänsbinde, zeigte mit seiner Zweikampfstärke eine mehr als solide Partie. Umso überraschender, dass der Kroate gegen Bielefeld nur auf der Bank saß. Dafür kam Arne Friedrich ins Team, der nach eigener Aussage noch nicht 100-prozentig fit ist. Favre: „Taktische Gründe. Wir spielten diesmal mit Viererkette, deshalb blieb Joe draußen.“ Simunic war der Frust anzumerken. Einen Kommentar verkniff er sich aber. Sein Gesichtsausdruck verfinsterte sich noch mehr, als ausgerechnet Innenverteidiger Kaka ein böser Schnitzer unterlief, der Arminia den Ausgleich ermöglichte. Das Hertha-Geschenk nahm Artur Wichniarek gerne an. Nachdem der Pole schon mit zwei Treffern gegen Werder einen Punkt rettete, war er auch in Berlin der Held. Artur Wichniarek, Arminias personifizierte Lebensversicherung. Ob Simunic es verhindert hätte? Bei der EM zählte er zu den Zweikampfkönigen. Favre ist kein Fan der teilweise rustikalen Spielweise des Kroaten, das ist kein Geheimnis. Doch von Degradierung wollte der Schweizer System-Tüftler nichts wissen: „Eine harte Entscheidung für Joe. Aber ich bin nicht dumm, zähle weiter auf ihn.“ Dass seine Spieler demonstrativ mit Joe den Treffer feierten, will er auch nicht überbewerten: „Damit habe ich kein Problem.“ Nächster Gegner der Berliner ist Meister Bayern. Einer wird besonders gespannt auf Favres Taktik sein: Joe Simunic.
LazioMitglied
24.08.2008, 20:49 · #1'773
Beiträge: 279
«Ebert soll sich bei Favre entschuldigen»
Herthas Jungtalent Ebert hat mit seinen kritischen Äußerungen für Ärger in der Mannschaft gesorgt. Dieser hatte verständnislos auf die "Versetzung" Simuncs auf die Bank reagiert. Trainer Favre hatte Neuzugang Kaka im Spiel gegen Bielefeld den Vorzug gegeben. Jetzt soll Ebert Reue zeigen. ![](http://www.morgenpost.de/multimedia/archive/00159/mim_hertha_ebert_BM_159285b.jpg) Bei Favre ins Fettnäpfchen getreten: Patrick Ebert Die unerwartete Ersatz-Rolle für Josip Simunic beim 1:1 gegen Arminia Bielefeld hat für Ärger bei Hertha BSC gesorgt. Nachdem Mittelfeldspieler Patrick Ebert öffentlich sein Unverständnis über die Versetzung des kroatischen Nationalspielers auf die Bank geäußert hatte, rüffelte Trainer Lucien Favre am Sonntag den 21-jährigen Jung-Profi. "Ebert darf das nicht machen, er hat sich entschuldigt bei mir“, sagte Favre. Er müsse sich aber auch noch bei der ganzen Mannschaft entschuldigen, ergänzte der Schweizer. Ebert hatte nach der Partie gegen Bielefeld zum „Fall“ Simunic erklärt: „Für mich und den Rest des Teams ist es verwunderlich, dass er nicht gespielt hat.“ Favre hatte sich in der Startelf für den brasilianischen Neuzugang Kaka in der Innenverteidigung und gegen den Kroaten entschieden. Er habe Simunic vorher erklärt, dass er nicht spiele. „Jo hat korrekt reagiert. Wir haben Konkurrenzkampf, das ist wichtig“, betonte der Hertha-Coach. Kaka leitete mit einem Querschläger den Ausgleich der Bielefelder durch Artur Wichniarek ein. "Natürlich war es ein technischer Fehler von Kaka, aber ich bedauere meine Entscheidung nicht. Kaka hat in der Vorbereitung gut gespielt. Und Jo hat noch etwas Rückstand“, sagte Favre. Torschütze Marko Pantelic, Gojko Kacar und Ebert waren nach dem 1:0 der Berliner zur Ersatzbank dpa/mim http://www.morgenpost.de/sport/hertha/a ... digen.html
ChandlerMitglied
24.08.2008, 21:49 · #1'774
Beiträge: 512
Eigentlich gehören solche Sachen nicht in die Medien. Völlig unprofessionell wie sich da einige Hertha Spieler zeigen. Zum Glück haben wir momentan keine solchen Stinkstiefel in der Mannschaft. Gerade von Ebert hätte man das ja nicht unbedingt erwarten können, hat der doch vor einem Jahr öfters gespielt, obwohl ein Grossteil von Publikum und Mannschaft nicht genau wusste warum. So ist halt Favre, macht z.T. unpopuläre Entscheidungen, aber er hat dafür seine Gründe.
LazioMitglied
29.08.2008, 20:59 · #1'775
Beiträge: 279
«Auslosungs-Stress: Favre zitterte 60 Minuten»
Statt gegen Ex-Klub FC Zürich trifft Hertha auf die Iren von St. Patrick’s aus Irland eine machbare Aufgabe Berlin - "Was? Den FC Zürich? Bloß nicht!" Als Hertha-Trainer Lucien Favre von der Setzlisten-Einteilung vor der Auslosung des UEFA-Cups hörte, war er geschockt. Zu Herthas "Zehnergruppe" gehörte nämlich sein Ex-Klub. Favres Gebete wurden erhört – und Hertha St. Patrick’s aus Irland zugelost. So konnte der Schweizer eine gute Stunde später wieder lächeln. Favre: "Nein, den FC Zürich wollte ich auf keinen Fall haben. Am liebsten von allen Varianten war mir wirklich St. Patrick’s." Irlands Vizemeister ist im Dubliner Stadtteil Inchicor beheimatet und spielt im 5500 Zuschauer fassenden Richmond Park. Star der Mannschaft ist Kameruns Ex-Nationalspieler Joseph N’Do. Favre: "Das sie sich letzte Runde gegen Elfsborg aus Schweden durchgesetzt haben, war für mich schon etwas überraschend." Als Favre über den Gegner für den 18. September (in Berlin) und den 2. Oktober (in Dublin) sprach, merkte man ihm die Erleichterung an. Die Rückkehr zum Letzigrund nach Zürich war ihm schließlich erspart geblieben. Auch die anderen möglichen Varianten wären nicht so im Sinne des Hertha-Trainer gewesen. Die UEFA hatte für die Auslosung nämlich Zehnergruppen gebildet. Dabei waren jeweils fünf Teams gesetzt. Neben St. Patrick’s und dem FC Zürich waren so auch noch Timisoara (Rumänien), Ostrau (Tschechien) und Charkow (Ukraine) möglich. Richtig lukrative Gegner sind natürlich erst in der Gruppenphase zu erwarten. Manager Dieter Hoeneß: "Und genau dort wollen wir hin. Finanziell richtig interessant wird es natürlich erst ab dem Viertelfinale." Die bisherigen Spieltermine können sich aber noch ändern. Sechs deutsche Teams werden kaum komplett am UEFA-Cup-Donnerstag spielen. Herthas Finanzchef Ingo Schiller: "Wir würden liebend gern auf den Dienstag ausweichen." Berliner Kurier, 30.08.2008 (http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/print/sport/232048.html:1g2uisoc)
kicker.deMitglied
31.08.2008, 08:50 · #1'776
Beiträge: 54
schade schade, hätte lieber hertha vs fcz gesehen...
LazioMitglied
04.09.2008, 22:03 · #1'777
Beiträge: 279
«Favres 100-Stunden-Woche bei Hertha»
*Er arbeitet so lange wie kein Trainer vor ihm. Erst letzten Montag fand er Zeit, das erste Bier mit Manager Hoeneß zu trinken...* ![](http://www.bz-berlin.de/BZ/sport/2008/09/05/favres-100-stunden-woche-hertha/gfx-10272434-favres-100-stunden-woche-hertha-MBHF-1220557513,templateId=renderScaled,property=Bild,width=263.jpg) Favre in seinem Arbeitszimmer. Von dort plant er die Trainingseinheiten und grübelt über die Taktik Zum Glück muss Manager Dieter Hoeneß (55) seinen Trainer nicht nach Stunden bezahlen. Das würde ganz schön teuer werden. Denn Hertha-Cheftrainer Lucien Favre (50) schuftet so lange wie keiner seiner Vorgänger. Sein Tag beginnt um kurz vor 8 Uhr, selten verlässt er die Kabine vor 19 Uhr. Auch zu Hause dreht sich alles um „Blau-Weiß“: Bis 23 Uhr studiert Lulu DVDs von potenziellen Verstärkungen oder sichtet die Partien der nächsten Gegner. Favre ist täglich 15 Stunden im Einsatz. Wahnsinn: Inklusive trainingsfreier Tage kommt der Schweizer auf eine 100-Stunden-Woche! Sportdirektor Michael Preetz (41): „Favre lebt Hertha. Er ist der erste, der morgens aufs Gelände kommt und der letzte, der es verlässt.“ Auch Hoeneß bewundert den Workaholic. Der Manager: „Favre hat einen starken Willen. Oft diskutieren wir heftig. Das mag ich, weil es dabei zu positiven Ergebnissen kommt.“ Aber was sagt Frau Favre zu den Arbeitszeiten ihres Mannes? Lulu: „Das ist kein Problem, sie kennt das ja nicht anders.“ Seit 15 Monaten arbeitet Favre bei Hertha. Verrückt, aber wahr: Aus Zeitmangel gab's erst letzten Montag das erste gemeinsame Bier mit Hoeneß. Nach Ende der Transferperiode stießen Preetz, Hoeneß und Favre in der „Westend Klause“ auf die Verpflichtung von Voronin an. Und, na klar, Dienstag stand Lulu wieder pünktlich um 8 Uhr morgens in der Kabine … So läuft Favres Arbeitstag 7.20 Uhr: Frühstück mit Frau Chantal (Croissants, Cappuccino, Körnerbrötchen mit Putenbrust) 8.05 Uhr: Espresso in der Kabine, Vorbereitung der Einheiten. 10 Uhr: Erstes Training 12.30 Uhr: Mittagessen im „Il Cardinale“ am Steubenplatz (Rinderfilet, Pasta und Fisch, dazu stilles Wasser) 14 Uhr: Gespräche mit Hoeneß und Preetz 16 Uhr: Zweites Training 17.45 Uhr: Video-Analyse mit Chefscout Wojtowicz 18.30 Uhr: Planungen für den nächsten Tag 19.45 Uhr: Abendessen mit Chantal 21 Uhr: DVD-Studium 22.30 Uhr: Feierabend-Rotwein mit Chantal vor dem Kamin 23.15 Uhr: Licht aus http://www.bz-berlin.de/BZ/sport/2008/0 ... ertha.html
Züri 9Mitglied
06.09.2008, 22:20 · #1'778
Beiträge: 3'988
22.30 Uhr: Feierabend-Rotwein mit Chantal vor dem Kamin 23.15 Uhr: Licht aus ... und noch das Dessert geniessen... ;)
LazioMitglied
12.09.2008, 17:01 · #1'780
Beiträge: 279
«Gespräch mit Lucien Favre»
"Du brauchst Salz, Zucker, Mehl" *Hertha-Coach Lucien Favre über den Umbau einer Mannschaft, falsche Klischees und den langen Weg zu einem guten Trainer.* Interview: Claudio Catuogno Als Lucien Favre, 50, im Juli 2007 den Bundesligisten Hertha BSC übernahm, war er in der Schweiz gerade zum zweiten Mal hintereinander zum Trainer des Jahres gewählt worden. In Deutschland galt er als weitgehend unbekannt. Inzwischen wird der ehemalige Schweizer Nationalspieler auch hierzulande als konsequenter Erneuerer geschätzt, der gerade dabei ist, Hertha in ein interessantes Projekt mit vielen jungen Spielern zu verwandeln. Die nächsten Tage könnten schon zeigen, in welche Richtung sich das Projekt entwickelt. Am Samstag geht es im Heimspiel gegen Wolfsburg darum, den Anschluss nach oben nicht zu verlieren - am Dienstag empfängt Hertha im Uefa-Cup den schottischen Klub St. Patrick's Athletic. SZ: Herr Favre, es gibt einen Satz, den Sie wohl in jedem Gespräch gesagt haben, seit Sie Trainer bei Hertha sind. Favre: Welchen meinen Sie? SZ: Ihr Ziel sei es, "eine Mannschaft aufzubauen,..." Favre: "...die eines Tages um den Titel mitspielen kann". Oh ja, das habe ich oft gesagt. Deshalb müssen wir jetzt nicht darüber sprechen. SZ: Sprechen wir darüber, ob Sie im Zeitplan sind. Favre: Wir sind im Zeitplan, mehr nicht. Seit einem Jahr bin ich hier, mein Vertrag läuft bis 2010. Ich will, dass wir dann spielerisch eine sehr gute Elf haben. Aber wissen Sie: Es ist ein Aufbau. In einem Aufbau gibt es immer Höhen und Tiefen. Es kann schnell gehen, aber es hängt auch oft am Detail. Ein Beispiel: Du machst einen Kuchen. Kochen Sie? SZ: Kuchen selten. Favre: Du brauchst Salz, Zucker, Mehl, solche Dinge. Wenn du nur einen Fehler machst, kannst du später alles wegwerfen. Es schmeckt nicht. Weil die Mischung nicht richtig ist. Wie im Fußball: Ein falscher Spieler kann in einer Mannschaft alles kaputt machen. Deshalb musst du die richtige Spielermischung finden: Kombinieren sie richtig? Stehen sie an der richtigen Stelle? Es geht immer um Spielintelligenz. Entweder du bist mit Spielintelligenz geboren oder nicht. Für Spielintelligenz kannst du keine Ausbildung machen. SZ: Der Spieler Lucien Favre war berüchtigt für seine Spielintelligenz. Favre: Ich war polyvalent. Ich habe überall gespielt: Innenverteidiger, Libero, rechter Flügel, linker Flügel. Am liebsten Mittelfeldspieler. Aber ich war keine Nummer zehn, ich war eine Sechs. Ich war ein Spielmacher vor der Abwehr. SZ: Dabei heißt es doch, Sie seien ein Schönspieler gewesen. Sie hätten immer einen Wasserträger gebraucht, der Sie nach hinten absichert. Favre: Nein! Das ist ganz falsch. Ich bin immer am meisten gelaufen. Ich war in der Ausdauer der Beste. Ich habe jeden Tag mehr trainiert als ich musste. SZ: Sind Sie damals nicht nach 25 Länderspielen aus der Schweizer Nationalelf zurückgetreten, weil Ihnen der kampfbetonte Fußball des Trainers Paul Wolfisberg nicht gefallen hat? Favre: Ach, das hatte damit gar nichts zu tun. SZ: Waren Sie als Spieler nicht eine Diva? In Genf haben Sie sich die Trikotnummer zehn im Vertrag zusichern lassen. Favre: Das ist auch nicht die Wahrheit. Ich wusste davon nichts. Das hat mein Agent mit dem Klubmanager besprochen. Sie können alle meine Freunde fragen. Sie sehen mich: Glauben Sie, dass ich eitel bin? SZ: Es ist ja alles schon eine Weile her. Favre: Aber es ist total falsch! Ich hasse es, wenn ein Spieler defensiv nicht arbeitet. Schon immer. Aber Defensive hat für mich eben auch mit Spielintelligenz zu tun. In Deutschland sprechen die Leute viel über Zweikämpfe. Aber wenn du spürst, wohin das Spiel sich verschieben wird, dann brauchst du nicht viele Zweikämpfe. Du brauchst einen Zweikampf - und der Ball ist da. Aber wie gesagt: Du wirst mit Spielintelligenz geboren. Du kannst das nicht lernen. SZ: Aber Sie erklären Ihren Spielern das doch jeden Tag sehr akribisch: Laufwege, Stellungsspiel. Favre: Du brauchst Spieler, die das spüren. Wenn du welche hast, die es spüren und dazu noch laufen können, ist das schon viel. Sie brauchen auch Kraft, Technik, taktische Disziplin, das ist klar. Das kann man trainieren und verbessern. Spielintelligenz nicht. SZ: Nun bauen Sie Hertha BSC nach diesen Kriterien radikal um. Wie findet man Spieler mit Spielintelligenz? Favre: Ich habe festgestellt: Für Hertha ist es nicht einfach. In der Bundesliga gibt es viel Konkurrenz, Klubs mit größerem finanziellen Potential. Ich spreche gar nicht über Bayern, Schalke, HSV. Ich spreche über Klubs wie Leverkusen, die können einen Renato für zehn Millionen kaufen. Oder Wolfsburg, Köln, Hoffenheim. Uns standen in diesem Jahr neun Millionen Euro für alle Transfers zur Verfügung, für dieses Geld brauchten wir aber vier bis fünf neue Spieler. SZ: Das war Ihnen anfangs nicht klar? Favre: Ganz am Anfang dachte ich: Berlin, Hauptstadt, Tradition. Ich musste die Zusammenhänge erst verstehen. Wir müssen hier sehr hart arbeiten, um Alternativen zu finden, vor allem junge Spieler: Die kosten am wenigsten. SZ: Es ist aber nicht nur eine Preisfrage, dass Sie jungen Spielern wie Kacar oder Lustenberger vertrauen. Schon in der Schweiz sagte man Ihnen nach, dass Sie gerne mit jungen Spielern arbeiten. Favre: Das ist ein Klischee. SZ: Ihre Meisterelf beim FC Zürich war im Schnitt Anfang 20. Favre: Ich arbeite gerne mit guten Spielern. Ich arbeite gerne mit einem Spieler, der 36 ist und wichtig für die Mannschaft. Entscheidend ist für mich die Qualität. Wenn ein Spieler mit 17 gut ist, sehe ich keinen Grund, ihn nicht zu bringen. Wir haben ein paar sehr gute junge Berliner im Verein, sie sind fast bereit. SZ: Aber tief in Ihrem Herzen haben Sie doch ein größeres Faible für Ihre neuen Brasilianer wie Raffael, Cícero und Kaká und deren Spielintelligenz? Favre: Überhaupt nicht. Eine Mannschaft braucht immer eine Seele. Deshalb ist es wichtig, deutsche Spieler zu haben - aber deutsche Spieler sind sehr teuer. Hertha war zum Beispiel mal an Stefan Kießling interessiert, aber der sollte fünf Millionen kosten. Wenn wir so einen holen, haben wir kein Geld mehr für andere Spieler. Das ist das Problem: Du musst Spieler mit Potential finden, aber du darfst keinen Fehler im Aufbau machen. Wenn du ein Haus baust und das Fundament wird schlampig, kannst du das nicht mehr korrigieren. SZ: Lustenberger kommt aus der Schweizer Liga, Chermiti aus der tunesischen, Kacar aus der serbischen. Keiner ist älter als 21. Es ist immer ein Risiko, ob solche Spieler das Niveau der Bundesliga mitgehen können. Ihre Expertise hat da großes Gewicht in Berlin? Favre: Ich hoffe. Aber das ist eine enge Zusammenarbeit mit den Managern Dieter Hoeneß und Michael Preetz, mit meinem Assistenztrainer und mit den Scouts. Jeder muss seine Meinung sagen. Alleine übersiehst du immer etwas. SZ: Aber letztlich waren Spieler wie Lustenberger, von Bergen, Raffael oder Chermiti Ihre Kandidaten. Die haben Sie von früher gekannt und durchgesetzt. Favre: Chermitis Entwicklung wurde länger vom FC Zürich verfolgt, aber sie wurde auch von Hertha verfolgt. Wie gesagt: Es ist eine Zusammenarbeit. SZ: Schon beim Kleinstadtklub Yverdon Sport, Ihrer zweiten Trainerstation, haben Sie in sechs Monaten 14 von 18 Spielern ausgetauscht. War das wie ein Trainerlabor? Sie hatten freie Hand und rührten sich ein Team zusammen? Favre: Ja. Und dann sind wir in die erste Liga aufgestiegen und haben dort eine Super-Hinrunde gespielt. Wir waren Fünfter - mit einem Budget von anderthalb Millionen Franken! Wir konnten schon nach der Hinrunde nicht mehr absteigen. Also hat der Präsident an Weihnachten alle Brasilianer verkauft. Da war der Aufbau wieder kaputt. SZ: Dennoch haben Sie dort gelernt, wie der Aufbau einer erfolgreichen Mannschaft funktioniert. Favre: Ich hatte keine Wahl. Ich musste alles selbst in die Hand nehmen. Danach, bei Servette Genf, war es ganz anders. Da war es verrückt. Dass der Klub später abgestiegen ist, wundert mich nicht. Die Vereinsvertreter haben Spieler gekauft, und ich wusste von nichts. Manchmal waren wir 35 Leute im Training. Aber wir wurden Pokalsieger und haben das Achtelfinale des Uefa-Cups erreicht. Soweit ist der Klub international nie vorher und auch nie nachher gekommen. Am Ende haben alle meine Teams in der Schweiz immer den schönsten Fußball gespielt. Aber es braucht Zeit. SZ: Beim FC Zürich standen Sie nach sechs Monaten kurz vor dem Rauswurf. Favre: Dann wurden wir Pokalsieger und zweimal Meister. Aber am Anfang war die Mannschaft nicht bereit. Wenn ein Verein zwei Trainer innerhalb eines Jahres entlässt, bevor du kommst, heißt das immer: Es gibt ein Problem mit der Mannschaft. Sie können mit jedem Trainer der Welt darüber sprechen. SZ: Man erkennt ein "Modell Favre", das sich durch Ihre Trainerkarriere zieht: Sie kommen, machen eine schonungslose Analyse, dann krempeln Sie die Mannschaft völlig um. Favre: Kein Klub holt dich als Trainer, um dir eine Elf zu geben, die schon bereit ist. Wenn du Erfolg willst, dann musst du etwas ändern. Oder du sagst: Platz zehn ist okay für mich. Aber wenn du Titel holen willst... Titel! Da gibt es nicht viele. Pokalsieger oder Meister, sonst gibt es keinen. Ich will Titel holen. Oder, sagen wir: Eine Mannschaft aufbauen, ... SZ: ... die einmal um den Titel mitspielen kann. Favre: Man muss realistisch bleiben. Aber das ist das Ziel. SZ: Täuscht der Eindruck, dass Sie Ihr zweites Berliner Jahr nach außen viel lockerer angehen als das erste? Favre: Ich bin damals sehr spät zu Hertha gekommen. Ich hatte erst zweimal "nein" gesagt, aber man hat weiter um mich geworben. Dann blieb nicht viel Zeit, es war sehr viel Stress. Du musst die Leute kennen lernen, die Mannschaft, die Plätze, die Stadt, die Presse. Die Sprache: Sie sprechen hier sehr, sehr schnell. Und ich kannte die Bundesliga kaum. Die Deutsch-Schweizer verfolgen die Bundesliga viel mehr als die Romands, die Französisch-Schweizer. Ich war mehr vom Fußball in Frankreich, Italien und England geprägt. SZ: Nach Ihrem zweiten Meistertitel mit dem FC Zürich kam die Neue Zürcher Zeitung zu dem Schluss: Dass sich Lucien Favre, der heimatverbundene Romand, im fernen Zürich durchgesetzt hat, sei ein Fußballwunder. Was wäre es erst, würden Sie sich im oft mürrischen, Hertha-skeptischen Berlin durchsetzen? Favre: Es wäre phantastisch. Aber ich denke nicht daran, was es wäre. Ich denke immer nur daran, was ich als nächstes tun muss. SZ: Sie haben als junger Trainer unter anderem bei Johan Cruyff hospitiert. Favre: Ich war zehn Tage bei ihm in Barcelona. Nicht nur bei ihm, als junger Trainer war ich überall. Von jedem erfahrenen Coach kannst du eine andere Idee mitbringen. Ich war auch bei Raymond Goethals in Brüssel, dem ehemaligen belgischen Nationaltrainer, 1993 Champions-League-Sieger mit Marseille. Er war unglaublich. Er ist inzwischen leider gestorben, aber ich habe noch ein Buch von ihm, in das er mir lauter Aufstellungen gemalt hat (kritzelt seinerseits den Block des Reporters voll): "So und so und so haben wir damals gegen die Holländer gespielt, zack, zack, wir waren die ersten mit fünf Abwehrspielern, Cruyff hat keinen Ball gekriegt." Aber das beste war seine Aussprache! Zu Romário sagte er: "Romanjo". Zu Ruud Gullit: "Ruud Güllik". Zu van Basten: "wam Bazzen". Man hatte mich vorgewarnt, aber ich wollte trotzdem lachen. "Romanjo"! SZ: Aber auch von Goethals haben Sie etwas gelernt. Favre: Na ja, gelernt. Man bekommt einen Eindruck, das ist wichtig. Es ist ein langer Weg zu einem guten Trainer. Du machst jeden Tag Fehler. Und du musst deine Fehler akzeptieren. Das ist nicht einfach, aber du musst sie akzeptieren, um dich zu verbessern. SZ: Als Ihr Vorbild gilt Arsène Wenger. Sie predigen auch diesen quirligen One-Touch-Fußball, dessen Erfolg sich auf Bewegung und Ballbesitz gründet. Favre: Ich bewundere vor allem die Art und Weise, wie professionell sie beim FC Arsenal arbeiten. Wie sie ihre Transfers machen, wie sie verhandeln. Das interessiert mich. Auch die Zeit, die sie sich nehmen, bevor sie einen Spieler verpflichten. SZ: Eine Gemeinsamkeit zwischen Wenger und Ihnen ist, dass Sie beide konsequent jungen Spielern vertrauen. Favre: Ich korrigiere: dass wir beide konsequent guten Spielern vertrauen. http://www.sueddeutsche.de/sport/48/309981/text/
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