«Böller im Stadion: Erbärmlich, hinterhältig, nicht tolerierbar.»
Anschlag im Parkhaus: Fussball ist kein (Banden-)Krieg.
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Das Kantonsderby 2016/17 zwischen dem FC Winterthur und dem FC Zürich ist Geschichte. Auch das Spiel am Samstag wird den allermeisten der 9200 Matchbesucher/innen als grosses Fussballfest in Erinnerung bleiben. Wir haben wieder von allen Seiten sehr viel Lob für unsere Fussball- und Fankultur erhalten. Das bekräftigt uns in unserem Weg, danke!
Leider haben ein paar ganz wenige nicht begriffen, dass diese tolle Atmosphäre und Kultur der Toleranz nur dann aufrecht erhalten werden kann, wenn sich alle Beteiligten an gewisse Leitplanken halten. Dies war am Samstag definitiv nicht der Fall.
Völlig unakzeptabel sind Aktionen wie die beiden Böllerwürfe, wegen denen unser Captain Patrik Schuler und ein zehnjähriger FCW-Fan sich in ärztliche Betreuung begeben mussten.
Böller sind ein erbärmliches, hinterhältiges Mittel zur Machtausübung, das nur denjenigen befriedigt, der den Böller zündet.
Wer trotzdem Böller schmeissen will, soll das z.B.bei sich zu Hause in der Stube tun, aber nicht im Stadion. Wenn er es doch tut und dabei erwischt wird, muss er die Konsequenzen tragen.
Der Böllerwerfer, der Schuler "erwischte", erhält ein nationales Stadionverbot und (mindestens) eine Strafanzeige. Leider konnte der zweite Böllerwerfer, der das Kind verletzte, (noch) nicht identifiziert werden.
Als ob dies nicht schon genug an Idiotie wäre, ereignete sich der tragischte Fall nach dem Spiel beim Hauptbahnhof-Parkhaus, als ein (noch) Unbekannter einen Schachtdeckel aus zehn Meter Höhe auf die FCZ-Fans warf, die auf dem Weg zum Zug waren. Ein Mann wurde dabei mit schwer am Kopf verletzt und musste ins Spital eingeliefert werden.
Der FCW und die im Fanrat organisierten Fangruppen distanzieren sich in aller Form von diesem Anschlag und hoffen, dass der/die Täter möglichst rasch erwischt werden. Wir können und nicht vorstellen, dass die Täterschaft aus dem Umfeld des FCW stammen. Dem Opfer wünschen wir eine rasche und 100%ige Genesung. Zudem rufen wir die Fans aller Klubs zur Besinnung auf: Fussball ist verdammt wichtig, aber ganz sicher kein (Banden-)Krieg.
Der FCW wird sich nicht von seinem Weg abbringen lassen und alles daran setzen, dass die seit Jahren gelebte Kultur auf der Schützenwiese und um den ganzen Klub auch weiterhin hoch gehalten wird. Ermutigend waren für uns die Reaktionen des Publikums, die den Böllerwerfer auf der Ost-Tribüne der Security übergeben haben.
Es ist im Stadion wie im echten Leben: Wer auf Dauer Freiheit in Anspruch nehmen will, muss Verantwortung übernehmen.
In diesem Sinne: Friede. Freiheit. Fussball.
Andreas Mösli
Geschäftsführer