Beste Werbung der Südkurve fürs neue Stadion

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fat
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04.06.2003, 13:06 · #41
Beiträge: 768
ich finde in einem stadion braucht es jedoch sicherlich keine ikeas, coops, migros, gidor coiffeure, kiosk ag sateliten und weitere ähnliche angelegenheiten. Ich verstehe immer noch nicht ganz was Dich daran stört (wenn Du sie sowieso nicht bemerken wirst). Ist es die reine Vorstellung deren Existenz? Gruss Jerk weil wir dann schon von anfang an, auf die migros coop, etc. angewiesen sind. wenn aber die leute weiterhin am limmatplatz posten und diese läden langsam ausfliegen, wie z.b. in der neuen börse muss das geld anderswo reinkommen - vermutlich durch höhere mieten für die klubs. bei diesem projekt kommt der fcz ganz klar an 4. stelle, hinter der euro2008, hinter den ladenfläche-mietern, und den insekten, die sich sowieso als der eigentliche platzklub sehen. weshalb es sich die stadt leisten kann für 4 stunden leichtathletik im jahr den letzigrund neu zu bauen, die beiden fussballklubs hingegen in die abhängigeit von investoren zwingt ist mir schlichtweg unverständlich.
#10
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04.06.2003, 13:16 · #42
Beiträge: 946
es reicht ja anscheinend nicht das man ein mehr schlecht als recht laufendes einkaufszenter weniger meter weiter hat in form des letziparks, nein es genügt ja auch nicht dass mit puls-5 ein weiteres dazukommt nein man muss im geplanten 5-eck ein weiteres einkaufszentrum errichten. diese dichte ist wohl eindeutig zuviel. Sorry, Zoff, da zeigt sich, wie unqualifiziert dein wütendes Protestgeschreib ist. Der Letzipark liegt tatsächlich nur etwa 500 Meter Luftlinie vom geplanten neuen Stadion, respektive Einkaufszentrum entfernt. Auf dieser Distanz liegen freilich etwa 30 Schienen-Paare der geschätzten SBB, die zu überqueren ausschliesslich Suizid-Willigen anzuraten ist. Mit dem ÖV fährst du ca. 20 Minuten ringsum, mit dem Auto vielleicht 10, also etwa gleich lang wie nach Spreitenbach. Wenn du kein Einkauszentrum willst/brauchst, dann übe stoischen Verzicht. Aber lass jene in Ruhe, die davon profitieren. Zum Beispiel die Bevölkerung des unteren Kreis 5, die völlig unterversorgt ist mit Einkaufsmöglichkeiten (da ändert auch Puls5 nur wenig dran). Und, vor allem: Wenn immer nur das gebaut und realisiert wird, was angeblich einer ausgewiesenen Mehrheit dienen wird, dann hätten wir heute weder Telefonnetz noch Stromversorgung. Und vor allem hätten wir in Zürich nie ein Fussballstadion, das von vielleicht höchstens mal 20 Prozent der Bevölkerung je "gebraucht" wird.
zoff
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04.06.2003, 13:17 · #43
Beiträge: 386
danke fat endlich mal jemand der den nagel auf den kopf trifft. ausserdem gehts mir auch um die ganze kommerzialisierung leider ist die anscheindend nicht aufzuhalten. dennoch glaube und hoffe ich dass es sich bei den mantelnutzung wie auch bei überdimensionierte stadien um einen modetrend handelt der vorübergeht...
fat
Mitglied
04.06.2003, 13:43 · #44
Beiträge: 768
Wenn du kein Einkauszentrum willst/brauchst, dann übe stoischen Verzicht. Aber lass jene in Ruhe, die davon profitieren. Zum Beispiel die Bevölkerung des unteren Kreis 5, die völlig unterversorgt ist mit Einkaufsmöglichkeiten (da ändert auch Puls5 nur wenig dran). wenns anscheinend ein so grosses bedürfniss ist, einkaufsmöglichkeiten für den oberen kreis5 zu haben, dann baut ein einkaufszentrum, ohne stadion. und wenn du im ernst glaubst, die vielen quadratmeter und das hotel seien für die bevölkerung des oberen kreis 5 gedacht, also bitte. und das glattzentrum (sorry jet :) ) ist wohl nur für die leute von wallisellen gebaut worden. diese anlagen stehen tatsächlich in konkurrenz mit dem letzipark, dem tivoli und dem glattzentrum, etc. die leute sollen sich schon auf der autobahn entscheiden wo sie ihr zeugs kaufen wollen.
Und, vor allem: Wenn immer nur das gebaut und realisiert wird, was angeblich einer ausgewiesenen Mehrheit dienen wird, dann hätten wir heute weder Telefonnetz noch Stromversorgung. so schlecht wie dein internetvergleich von gestern. das internet und all die anderen technologischen errungenschaften wurden hauptsächlich im rahmen militärischen bedarfs entwickelt oder weiterentwickelt.
zoff
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04.06.2003, 13:53 · #45
Beiträge: 386
Sorry, Zoff, da zeigt sich, wie unqualifiziert dein wütendes Protestgeschreib ist. wütend? mein schreiben ist überhaupt nicht wütend auch wenn dies den eindruck macht (und lass dich nicht von meinem nickname täuschen, hat übrigens ne doppelbedeutung). aber wenn du mein posting als unqualifiziert bezeichnest dann gehen dir wohl wirklich langsam die argumente aus... schade! schreibe allerhöchstens entschlossen, das ist doch auch recht so oder zählen hier nur einseitige argumente? nimms locker werter #10 Der Letzipark liegt tatsächlich nur etwa 500 Meter Luftlinie vom geplanten neuen Stadion, respektive Einkaufszentrum entfernt. Auf dieser Distanz liegen freilich etwa 30 Schienen-Paare der geschätzten SBB, die zu überqueren ausschliesslich Suizid-Willigen anzuraten ist. Mit dem ÖV fährst du ca. 20 Minuten ringsum, mit dem Auto vielleicht 10, also etwa gleich lang wie nach Spreitenbach. Wenn du kein Einkauszentrum willst/brauchst, dann übe stoischen Verzicht. Aber lass jene in Ruhe, die davon profitieren. Zum Beispiel die Bevölkerung des unteren Kreis 5, die völlig unterversorgt ist mit Einkaufsmöglichkeiten (da ändert auch Puls5 nur wenig dran). Und, vor allem: Wenn immer nur das gebaut und realisiert wird, was angeblich einer ausgewiesenen Mehrheit dienen wird, dann hätten wir heute weder Telefonnetz noch Stromversorgung. Und vor allem hätten wir in Zürich nie ein Fussballstadion, das von vielleicht höchstens mal 20 Prozent der Bevölkerung je "gebraucht" wird. nun gut ich will mich nicht zu fest auf die mantelnutzungen einschiessen habe meine meinung bereits gesagt. immerhin ist wichtiger was im neuen stadion passiert obwohl ich mantelnutzung in der art nie akzeptieren werde. aber einiges macht mich doch sehr stutzig: du schreibst die bevölkerung des kreis 5 sei völlig unterversorgt ist. daraus schliesse ich dass der grossteil der bevölkerung des kreis 5 sich für das stadion ausspricht oder?! lieber #10 überlege dier hier bitte genau was du sagst und frag doch beim quartiervorstand nach was die vom neuen stadion halten. sicherlich ist deren hauptargument der verkehr doch dies hängt ja wohl auch mit der mantelnutzung zusammen. kleiner tip: schau dir mal die zahlen neuer arbeitsplätze im vergleich zu der anzahl neuer wohnungen die kommen werden im kreis 5, also ich weiss nicht... ausserdem sind seitens der anwohner bereits 333 einwendungen eingegangen welche vor allem den umfang und die art der mantelnutzung sowie das vorgeschlagene verkehrs-konzept beinhalten. herzlichst
noname
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04.06.2003, 14:02 · #46
Beiträge: 18
..... Aber lass jene in Ruhe, die davon profitieren. Zum Beispiel die Bevölkerung des unteren Kreis 5, die völlig unterversorgt ist mit Einkaufsmöglichkeiten....... von wegen unterversorgter bevölkerung..... prust ....333 Einwendungsschreiben aus der Bevölkerung sind beim Hochbaudepartement zum Gestaltungsplan für das Stadion Zürich eingegangen... ....Die 333 Einwendungen sind in ähnlicher Form und mit wiederkehrenden Inhalten abgefasst. Vor allem der Umfang und die Art der Mantelnutzung sowie..... nachzulesen unter http://www.stadion-zuerich.ch/content.cfm?p=1
#10
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04.06.2003, 14:09 · #47
Beiträge: 946
so schlecht wie dein internetvergleich von gestern. das internet und all die anderen technologischen errungenschaften wurden hauptsächlich im rahmen militärischen bedarfs entwickelt oder weiterentwickelt. a) der Internetvergleich war nicht von mir, aber trotzdem gut b) der Militär-Verdacht stimmt im Falle des Internets gerade nicht, da es unter Universitäten und ihren Archiven geboren wurde c) ist das ohnehin alles egal, weil du inzwischen schlüssig aufgezeigt hast, dass du eine rein ideologische Kampagne gegen das Projekt führen willst und dich um sachliche Argumente einen Deut scherst. Ich wohne im Kreis 5, ca. 500 Meter vom geplanten Einkaufszentrum und Fussballstadion entfernt, bin - wie viele da unten - autolos, kaufe weder im Letzipark noch im Glattzentrum, und mir ist auch egal, ob sich andere in ihren Autos auf der Höhe Limmattaler Kreuz fürs Tivoli, Glattzentrum oders neue EZ im neuen Stadion entscheiden, das justement an der Autobahnausfahrt liegt. Mir ist wahrscheinlich sogar recht, wenn der Betonbau etwas belebt ist mit Eingeborenen und Zugefahrenen. Mir ists recht, dass es dank dem neuen Stadion, resp. EZ eine neue Tramlinie gibt, dass die Hardturmstrasse abklassiert und damit verkehrsberuhigt werden kann, dass es ein neues Hotel gibt, weil ich den Zürcher Gästen die Auswahl gönne, so wie ich überall sonst auf der Welt um eine Auswahl für mich froh bin. Ich habe nichts gegen ein paar neue Beizen, vielleicht klemmen sich dann einige hippe Szenenbeizer in der Umgebung endlich in den Arsch, schenken mir ein zusätzliches Lächeln und engagieren einen anständigen Koch, oder senken wenigstens die Preise. Eine Poststelle wäre auch nicht schlecht, eine Apotheke dringend fällig, warum nicht ein Coiffeur und ein Alkohol-Händler ohnehin. Ein Möbelgeschäft, warum nicht, für all die jungen Familien und Paare, die im Quartier zuziehen, und vielleicht lieber vor der Haustür posten als in Spreitenbach. Ein Schulhaus könnte auch noch als Mantelnutzung einziehen, in zirka 5 Jahren explodiert die Schülerzahl im Quartier. Das ist dir alles Wurscht, (die ist wirklich nicht mehr, was sie mal war, es den "Hubli" noch gab). Weil du träumst von einem Stadion, wie es in Zürich nicht möglich ist, aus all den Gründen, die hier schon vielfach genannt worden sind. Und Träumer werden in Zürich weder je das Geld noch das Terrain finden, um endlich ein schönes Fussballstadion zu bauen.
trellez
Mitglied
04.06.2003, 14:09 · #48
Beiträge: 1'933
ich finde in einem stadion braucht es jedoch sicherlich keine ikeas, coops, migros, gidor coiffeure, kiosk ag sateliten und weitere ähnliche angelegenheiten. Ich verstehe immer noch nicht ganz was Dich daran stört (wenn Du sie sowieso nicht bemerken wirst). Ist es die reine Vorstellung deren Existenz? Gruss Jerk weil wir dann schon von anfang an, auf die migros coop, etc. angewiesen sind. wenn aber die leute weiterhin am limmatplatz posten und diese läden langsam ausfliegen, wie z.b. in der neuen börse muss das geld anderswo reinkommen - vermutlich durch höhere mieten für die klubs. bei diesem projekt kommt der fcz ganz klar an 4. stelle, hinter der euro2008, hinter den ladenfläche-mietern, und den insekten, die sich sowieso als der eigentliche platzklub sehen. weshalb es sich die stadt leisten kann für 4 stunden leichtathletik im jahr den letzigrund neu zu bauen, die beiden fussballklubs hingegen in die abhängigeit von investoren zwingt ist mir schlichtweg unverständlich. der letzigrund wird nach dem bau des neuen stadion als trainingsstätte für den FCZ dienen, und ausserdem trainiert dort unter anderem auch der LCZ. soo nutzlos steht dann der letzigrund auch nicht da. wenn ich dich recht verstehe fat, sollte der FCZ trotz neuem stadion weiterhin im letzigrund bleiben. bin zwar kein wirtschaft-heini, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass dann die sponsoren - sprich mehreinnamen (was ist denn daran so schlimm?) - in scharen zu uns kommen werden. das geld fliesst dann ins neue stadion, und der FCZ schaut dann in die röhre. fakt ist nunmal, dass in zürich ein neues stadion (scheiss-em!) gebaut wird und dass somit der FCZ nicht einfach tatenlos zusehen kann.
fat
Mitglied
04.06.2003, 14:29 · #49
Beiträge: 768
b) der Militär-Verdacht stimmt im Falle des Internets gerade nicht, da es unter Universitäten und ihren Archiven geboren wurde . für dich: http://www.zakon.org/robert/internet/timeline/ übrigens: das arpa-net war rein militärischer natur. ansonsten bist du überhaupt nicht auf mein argumentation eingegangen. naja. wenn du drauf beharrst, dass dieses stadion, für die einwohner des kreis6 gebaut wird... wenn wir im gesponserten stadion aufspielen wollen, sind wir eben darauf angewiesen, dass die leute nicht isn tivoli oder in den letzipark shoppen gehen, sondern dass sie zu uns kommen. ohne kundschaft, keine läden, teurere miete für die mannschaften. wenns um die einkaufsmöglichkeiten für die quartierbevölkerung geht,d ann baut von mir aus, ein coop, ein bluemenlädeli und einen damenfrisör rein. aber dieses projekt ist doch etwas grösser und lässt sich nicht mit dem kaufverhalten der lokalen bevölkerung rechtfertigen. und die tramlinie bauen können sie nämlich auch ohne mantelnutzung. der letzigrund wird nach dem bau des neuen stadion als trainingsstätte für den FCZ dienen, und ausserdem trainiert dort unter anderem auch der LCZ. soo nutzlos steht dann der letzigrund auch nicht da. ja aber 200 millionen für einen trainingsplatz, also bitte. und dort spricht komsicherweise niemand davon, man könne der stadt geld sparen, indem man auch noch ein einkaufszentrum drunterbaut. der fcz soll im neuen stadion spielen - in einem stadion, dass er sich leisten kann, wo er nicht abhängig davon sit, wie gut das shoppyland rentiert oder ob die hotelbetten gefüllt sind. in genf müssen sie ja schon mindestens 16'000 zuschauer pro spiel einberechnen, damit sie die miete zahlen können. aber klar, bis dahin spielen wir dann sowieso jedes jahr in der cl.
#10
Mitglied
04.06.2003, 14:46 · #50
Beiträge: 946
lieber #10 überlege dier hier bitte genau was du sagst und frag doch beim quartiervorstand nach was die vom neuen stadion halten. sicherlich ist deren hauptargument der verkehr doch dies hängt ja wohl auch mit der mantelnutzung zusammen. kleiner tip: schau dir mal die zahlen neuer arbeitsplätze im vergleich zu der anzahl neuer wohnungen die kommen werden im kreis 5, also ich weiss nicht... ausserdem sind seitens der anwohner bereits 333 einwendungen eingegangen welche vor allem den umfang und die art der mantelnutzung sowie das vorgeschlagene verkehrs-konzept beinhalten. herzlichst Ich freue mich über das Freundschaftsangebot, das ich deinen Zeilen zu entnehmen ich mir erlaube ;-) Angenommen, wenn es denn so sei. Zum "Widerstand" im Quartier ist folgendes zu sagen. Getragen wird er hauptsächlich von Altlinken Ökos (PM u.a.), die am Ende ihres langen Suchens nach selbstverwaltetem Wohnraum im "Kraftwerk" gelandet sind, (übrigens weil Göhner-Merkur ihnen dort das gewünschte Land verkaufte). Dazu gehören auch einige Bernoullihäuser-Besitzer. Unterstützt werden sie von (gottseidank nicht allzu vielen) Linken und Grünen, wie SP-Kantonsrätin Monika Spring, die auch heute noch an jeder sogenannten Informationsveranstaltung eine Anekdote zum Besten gibt, wonach sie bei einem Besuch des Stade de France in Paris- eine Foto von Elmar Ledergerber gemacht habe mit der einzigen "mantelnutzung" des Wunderstadions, nämlich einem Cola-Automaten (hahaha! bitte lachen, sonst ist Frau Spring enttäuscht. - ich bin meinerseits im allgemeinen glücklich darüber, dass wir in der Schweiz nicht eine Zentralmacht haben, die ihre Entscheidungen durchziehen und Finanzmittel sprechen kann wie jene in Frankreich. Es ist besser für die Demokratie) Doch zurück zu Stadion-Gegnern im Quartier. Gemeinsam ist ihnen, dass sie Null (in Zahlen 0.0) Interesse haben am Fussball. Alles andere ist Heuchelei! Ich war mal an einer ihrer "Informations"-Veranstaltungen im Technopark. Da diskutierte man zweieinhalb Stunden lang Wohnanteile, Verkehrsprobleme (die dank dem Stadion endlich gelöst werden können!) und ein Biologe zeigte eine halbe Stunde lang Dias von Schmetterlingsarten, die vom Aussterben bedroht sind. (Umsiedeln, schlag ich vor) - Es gab vier oder fünf Referenten, die aus ökologischer Berufung gegen das projekt votierten, keinen einzigen der es befürwortete, ja nicht einmal einer, der es der versammlung hätte vorstellen dürfen, obwohl das Departement Ledergerber einen Projektverantwortlichen schicken wollte. - Das extremste aber: während 150 Minuten sprach kein Einziger auch nur einen Satz vom Fussball. Ich habe das dann nachzuholen versucht und wurde schier niedergeschrien. Hämisches Lachen. Anschliessend gab es Pommes Chips und Bier und man verabschiedete sich zum nächsten "Informationsabend" im Gemeinschaftsraum im "Kraftwerk". Erst draussen vor dem Technopark hat mich ein älteres Paar angesprochen, mich beglückwünscht und gesagt: "Es isch scho chli komisch, dass mir da nöm säge dörfed, dass mir das Stadion wänd." Soviel zur "Meinungsbildung" im Quartier. Vor diesem Hintergund sehe ich auch die "Einsprachenflut". Eine Widerstands-Polonaise, mit viel Lagerfeuer-Romantik, ohne jede Begeisterung für den Fussball. Aber, keine Angst: der Kreis 5 wird die Abstimmung übers Stadion schon nicht entscheiden. Dazu ist er viel zu klein. (Im oberen Teil um die Josefswiese rum vermute ich sogar eine klare Mehrheit für das neue Stadion.) Und es braucht dieses Stadion auch nicht für den Kreis 5. Sondern für die ganze Stadt und all die Agglos ringsum. Sorry, für die Ausführlichkeit. Und freundschaftlicher Gruss allerseits #10
Florian
Mitglied
04.06.2003, 15:08 · #51
Beiträge: 6'349
weil wir dann schon von anfang an, auf die migros coop, etc. angewiesen sind. wenn aber die leute weiterhin am limmatplatz posten und diese läden langsam ausfliegen, wie z.b. in der neuen börse muss das geld anderswo reinkommen - vermutlich durch höhere mieten für die klubs. weshalb es sich die stadt leisten kann für 4 stunden leichtathletik im jahr den letzigrund neu zu bauen, die beiden fussballklubs hingegen in die abhängigeit von investoren zwingt ist mir schlichtweg unverständlich. Danke! Du bist der erste der Stadion Gegner, der auch einmal ein diskussionswürdiges Argument liefert. Du hast auch recht, wenn du sagst, dass ein Stadionbau durch die Stadt sinnvoller wäre, doch ist es eben leider so, dass die Stadt dieses Stadion nicht bauen wird! Was nützt es uns nun also, wenn wir für ein optimales Projekt votieren, das aber nie realisiert werden wird? Manchmal muss man sich eben auch den Gegebenheiten anpassen und froh sein, wenn überhaupt ein Stadion gebaut wird, eben auch mit dem von dir angesprochenen Risiken des Erfolgsdrucks verbunden. In diesem Zusammenhang muss ich mich aber auch deiner Frage anschliessen, was die Stadt mit dem Neubau des Letzis bezweckt und warum dieses Geld nicht lieber ins Fussballstadion fliesst, doch auch dieses fragwürdige Verhalten ändert nichts daran, dass es nun einmal so ist und man das beste daraus machen muss! Gruess Florian
Sublimus
Mitglied
06.06.2003, 08:01 · #52
Beiträge: 105
Also mir scheint, dass hier Gegner und Befürworter vielleicht etwas aneinander vorbeidiskutieren, weil die Gegner emotional und die Befürworter praktisch argumentieren. Da kann man sich nicht einige werden. Die Befürworter schauen einfach, ob sie eine funktionierende, praktische Arena für ihr Fandasein kriegen, in der der FCZ kommerziell abgesichert und erfolgreich spielen kann. Das ist eine akzeptable, pragmatische Sichtweise. Ebenso akzeptabel wenngleich zugegebenermassen irrational ist es aber, den GEIST der hinter dem neuen Stadion steckt auch mit einzubeziehen. Um das zu verstehen, vielleicht mal ein Beispiel aus Bukarest: dort hatte der frühere Dikator Ceaucescu einen "Palast des Volkes" erbauen lassen, welcher gigantisch, zumindest innen zum Teil durchaus geschmackvoll ist. Das Gebäude ist an sich nicht schlecht, vielleicht etwas gross geraten, aber durchaus praktisch. Dennoch findet die Bevölkerung das Gebäude Scheisse und zum Kotzen und geht so wenig wie möglich dahin, einfach weil es von ebendiesem Ceaucescu, unter dem sie so lange gelitten und den sie gehasst haben, geplant und erbaut wurde. D.h. sie finden das Gebäude Scheisse, wegen dem GEIST der dort weht. Genauso wie der Geist von Albert Speer - Bauten oder Stalinstatuen schlecht ist, obwohl gegen diese Bauten und Denkmäler praktisch gesehen nichts einzuwenden ist. Und dasselbe Problem haben vielleicht die Gegner mit dem neuen Stadion. Sie wissen, dass der Geist von Gut und Gerber, der Gnomen von der CS, der Insekten, der Modefans und des allgemeinen sitzenden Kommerzfussballs durch dieses Stadion wehen wird. Der Geist auch des Neides und der Missgunst gegenüber Basel, mit dem sie sich nicht identifizieren können, weil sie es als Zürcher schlicht nicht nötig haben irgendjemandem gegenüber neidisch zu sein. Der Geist, den das zukünftige Stadion austrahlt ist nun eben nicht so unerheblich, wie die praktischen Befürworter des neuen Stadions denken. Der Mensch ist ein emotionales Wesen und empfindlich für diese Art von Schwingungen und sein Handeln wird dadurch beeinflusst. Ein Stadion, das in einem solchen Geist erbaut wird, steht darum unter einem schlechten Stern.
Sascha
Mitglied
06.06.2003, 08:09 · #53
Beiträge: 2'412
Also mir scheint, dass hier Gegner und Befürworter vielleicht etwas aneinander vorbeidiskutieren, weil die Gegner emotional und die Befürworter praktisch argumentieren. Da kann man sich nicht einige werden. Die Befürworter schauen einfach, ob sie eine funktionierende, praktische Arena für ihr Fandasein kriegen, in der der FCZ kommerziell abgesichert und erfolgreich spielen kann. Das ist eine akzeptable, pragmatische Sichtweise. Ebenso akzeptabel wenngleich zugegebenermassen irrational ist es aber, den GEIST der hinter dem neuen Stadion steckt auch mit einzubeziehen. Um das zu verstehen, vielleicht mal ein Beispiel aus Bukarest: dort hatte der frühere Dikator Ceaucescu einen "Palast des Volkes" erbauen lassen, welcher gigantisch, zumindest innen zum Teil durchaus geschmackvoll ist. Das Gebäude ist an sich nicht schlecht, vielleicht etwas gross geraten, aber durchaus praktisch. Dennoch findet die Bevölkerung das Gebäude Scheisse und zum Kotzen und geht so wenig wie möglich dahin, einfach weil es von ebendiesem Ceaucescu, unter dem sie so lange gelitten und den sie gehasst haben, geplant und erbaut wurde. D.h. sie finden das Gebäude Scheisse, wegen dem GEIST der dort weht. Genauso wie der Geist von Albert Speer - Bauten oder Stalinstatuen schlecht ist, obwohl gegen diese Bauten und Denkmäler praktisch gesehen nichts einzuwenden ist. Und dasselbe Problem haben vielleicht die Gegner mit dem neuen Stadion. Sie wissen, dass der Geist von Gut und Gerber, der Gnomen von der CS, der Insekten, der Modefans und des allgemeinen sitzenden Kommerzfussballs durch dieses Stadion wehen wird. Der Geist auch des Neides und der Missgunst gegenüber Basel, mit dem sie sich nicht identifizieren können, weil sie es als Zürcher schlicht nicht nötig haben irgendjemandem gegenüber neidisch zu sein. Der Geist, den das zukünftige Stadion austrahlt ist nun eben nicht so unerheblich, wie die praktischen Befürworter des neuen Stadions denken. Der Mensch ist ein emotionales Wesen und empfindlich für diese Art von Schwingungen und sein Handeln wird dadurch beeinflusst. Ein Stadion, das in einem solchen Geist erbaut wird, steht darum unter einem schlechten Stern. ..schön wenn Du an Geister glaubst, ich tue es nicht....
Sublimus
Mitglied
06.06.2003, 09:11 · #54
Beiträge: 105
..schön wenn Du an Geister glaubst, ich tue es nicht.... Dann würdest Du also eine Hitler- oder Stalinstatue auf den Balkon stellen, wenn sie gut aussieht und als praktisch genug ist, um die Wäscheleine aufzuhängen? Oder im Winter einen GC-Schal tragen, weil er Deinen Hals so schön wärmt? Nein, wohl kaum, wegen dem Geist der hinter diesen Dingen steht. Wenn Dir das Wort "Geist" missfällt, nenn es von mir aus "ideeller Inhalt". Aber das Prinzip ist das gleiche: Du lehnst manchmal Dinge nicht aus praktischen Gründen ab, sondern weil die Ideen und Ideale, die dahinter stecken, missfallen.
#10
Mitglied
06.06.2003, 10:08 · #55
Beiträge: 946
... wegen dem Geist der hinter diesen Dingen steht. Wenn Dir das Wort "Geist" missfällt, nenn es von mir aus "ideeller Inhalt". Aber das Prinzip ist das gleiche: Du lehnst manchmal Dinge nicht aus praktischen Gründen ab, sondern weil die Ideen und Ideale, die dahinter stecken, missfallen. Sorry, Sublimus, dein Beitrag ist zwar sublim, aber dennoch zielt er komplett am Phänomen "Sport als gesellschaftliches Ereignis" vorbei. ---------- Kurzer Exkurs in die Geschichte: Juvenil gilt als Begründer der römischen Strategie von "Panem et Circenses" (Brot und Spiele) zur politischen Gewinnung der Massen. Bis 122 vor Chr. gab es im Forum reservierte Plätze für die besseren Mitglieder der römischen Gesellschaft. Dann begann Caio Gracco mit der Zerstörung der Logenplätze und gewann damit die Gunst der einfachen Bürger. Der junge Caesar machte sich einen Namen als Organisator grossartiger Spiele, bei denen hunderte von Gladiatoren gegeneinander kämpften. Seine politischen Rivalen sorgten sich bald um ihre Karriere, aber Caesar erarbeitete sich immer mehr den Ruf eines grosszügigen Freunds des Publikums. Um die Spiele zu organisieren nahm er jeweils eine enorme Menge Geld auf, das er dank dem resultierenden Machtgewinn später mit Leichtigkeit zurückzahlen konnte. Caesar hatte zwar eine politische Strategie, aber auch eine echte Leidenschaft für die Spiele. Mit der Zeit wurde das Publikum anspruchsvoller, verlangte nach mehr. Octavian Augustus, ein Adoptivsohn Caesars, organisierte Spiele bei denen 10'000 Männer gegen 3500 Wildtiere aus Afrika kämpften. 107 v.Chr. organiserte Trajan aus Anlass einer gewonnen Schlacht gegen Dazianer eine Schlacht-"Orgie" die 123 Tage dauerte und bei der 11'000 wilde Tieren getötet wurden... (pfui!) Trajan verdiente an diesem Gemetzel: 10 Millionen Kilo Gold, 20 millionen Kilo Silber und 500'000 Sklaven! ------------ Was hat das mit dem Stadion Zürich zu tun? - Einfach dies: Wir, die Fans, gehen an Fussballspiele, weil wir Unterhaltung erhoffen. Weil wir auch hoffen, unsere Erwartugen würden übertroffen (5:2 gegen Servette, statt 1:0). Alltag vergessen, sagen manche, aber das ist Scheiss. Es geht darum, den Alltag zu gestalten, Höhepunkte herbeizuführen, Emotionen auszulösen. Das erhoffen wir uns, wenn wir ins Stadion gehen. Wir, die Fans, sind Spekulanten! Damit wir wieder mal gewinnen können, brauchen wir die anderen Spekulanten, die Bauherren, welche absichtsvoll (!) und weissgott nicht aus purem Altruismus ebenso einen Gewinn erhoffen: Prestige, Einfluss, Wohlstand. Das Stadion Zürich ist in dem Sinne ein genialer Deal zwischen zwei Spekulanten-Gruppen. Es ist ein Gegengeschäft, wie es seit mehr als 2000 Jahren so läuft und dokumentiert ist. Wer etwas anderes glaubt, ist ein Naivling.
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