WM 2022 Katar

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Avatar von DaveDaveMitglied
23.08.2022, 16:09 · #101
Beiträge: 8'210
Ich beziehe klar Stellung - ich boykottiere diese WM. + 1 Die WM findet auf einem Arbeiterfriedhof statt.
«Wenn jemand sagt, der FCZ sei kein Spitzenklub, habe ich Mühe, weiterzudiskutieren.» Ancillo Canepa
FCZninchenMitglied
19.10.2022, 12:15 · #102
Beiträge: 487
Hallo zusammen Wir wollen im Betrieb ein Tippspiel mit den Mitarbeitern machen. Für die EM 2021 fand ich Online ein Excel was super funktioniert hat. Für die WM 2022 finde ich zur Zeit nichts. Hat da jemand was? (Nein eine APP oder z.B. das SRF Tippspiel zu Nutzen ist zur Zeit kein Thema)
ZüriAlainMitglied
19.10.2022, 13:11 · #103
Beiträge: 294
Wir verwenden immer Kicktipp.ch so sparst du dir denn Aufwand, selber alles zusammenrechnen zu müssen;)
ArtemosMitglied
19.10.2022, 22:11 · #104
Beiträge: 1'501
Ist es euch nicht peinlich zu dieser WM sowas zu organisieren?
Avatar von din Vaterdin VaterMitglied
20.10.2022, 08:59 · #105
Beiträge: 6'247
Ist es euch nicht peinlich zu dieser WM sowas zu organisieren? Sie können ja darauf tippen, wie viele Arbeiter an der jeweiligen Austragungsstätte gestorben sind. ;)
dennisovMitglied
20.10.2022, 09:46 · #106
Beiträge: 5'501
Ist es euch nicht peinlich zu dieser WM sowas zu organisieren? Sie können ja darauf tippen, wie viele Arbeiter an der jeweiligen Austragungsstätte gestorben sind. ;) Oder wie viele öffentliche Hinrichtungen in den Stadien nach der WM stattfinden werden. Für irgendetwas brauchen sie ja dort die Stadien, wenn die WM dann vorbei ist.
tehmocMitglied
20.10.2022, 10:54 · #107
Beiträge: 2'158
Es könnte sich lohnen, ein paar Fränkli auf Katars Nationalmannschaft in der Gruppenphase zu setzen. Würde glaube ich niemanden überraschen, wenn die Schiris das Heimteam sehr wohlwollend beim Turnier unterstützen werden. Die Fifa und die Bonzenvereine haben sie ja schon im Sack.
hm³Mitglied
20.10.2022, 12:52 · #108
Beiträge: 754
Schade! Da hätten wir die meiner meinung nach stärkste schweizer mannschaft an einer wm ever, UND dann dieses drecksturnier in katar welches boykottiert gehört.
PyleMitglied
21.10.2022, 00:02 · #109
Beiträge: 2'511
Es könnte sich lohnen, ein paar Fränkli auf Katars Nationalmannschaft in der Gruppenphase zu setzen. Würde glaube ich niemanden überraschen, wenn die Schiris das Heimteam sehr wohlwollend beim Turnier unterstützen werden. Die Fifa und die Bonzenvereine haben sie ja schon im Sack. Definitiv. Remember Südkorea an deren Heim-WM 2002 …
PyleMitglied
21.10.2022, 00:08 · #110
Beiträge: 2'511
Ist es euch nicht peinlich zu dieser WM sowas zu organisieren? Die letzte WM fand in einem ähnlichen Verbrecherstaat statt. Von den olympischen Spielen 08,14 und 19 ganz zu schweigen. Eigentlich sind all diese Spiele nur noch zum schämen. Saudi-Arabien und China interessieren sich ja ebenfalls für die Austragung kommender Fussball-Weltmeisterschaften. Ich gehe davon aus, dass sich Infantino‘s Pupillen bereits in Dollarzeichen verwandelt haben. Am Ende finde ich dieses „Zeichen setzen“ mit Regenbögen und Protesttrikots lächerlich. Seid konsequent und boykottiert die Spiele komplett oder haltet die Klappe (gerichtet an die Verbände).
Avatar von neineineineiMitglied
21.10.2022, 14:09 · #111
Beiträge: 2'322
Hierzu der wohl bis anhin beste Kommentar zur WM mit/ohne Boykott stamm von Raphael Albisser (woz): https://www.woz.ch/2242/wm-boykott/wm-b ... SMGgnWqhiA WM-Boykott Ein grotesker Wahnsinn Nr. 42 – 20. Oktober 2022 Die anstehende Fussballweltmeisterschaft in Katar steht sinnbildlich für die globalen Krisen der Gegenwart – und gleichzeitig für die kollektive Verdrängung, mit der wir diesen begegnen. Manche mögen nicht verstehen, warum sich Millionen Menschen für dieses Spiel begeistern. Fussballimmunen ist die Faszination kaum schlüssig zu erklären, und es ist ihnen nicht zu verübeln. Allein schon deshalb nicht, weil sie ohne Überwindungskraft das Richtige tun werden, wenn am 20. November in Katar die Weltmeisterschaft der Männer losgeht. Alle anderen haben weniger Glück. Wen der Fussball in seinen Bann gezogen hat, mag noch so überzeugt sein, das grösste Sportereignis der Welt diesmal ohne Regung an sich vorbeiziehen lassen zu können – erfahrungsgemäss wird irgendwann der Moment kommen, in dem es uns reinholt, mindestens ein bisschen. Diese WM wird die erste sein, die in einer absoluten Monarchie stattfindet. Und seit Katar 2010 von den Funktionären des Weltfussballverbands Fifa den Zuschlag erhielt, haben Journalisten und Whistleblowerinnen in aller Ausführlichkeit dargelegt, dass die Abstimmung gekauft war. Das ist freilich alles andere als ein Ausnahmefall, wie Insider:innen bezeugen: Dass die Fifa, deren Hauptsitz sich bekanntlich in Zürich befindet, ein inhärentes Korruptionsproblem hat, ist längst aufgedeckt. Was seit 2010 hingegen richtig hohe Wellen wirft, ist die Menschenrechtslage im kleinen Golfstaat: Frauen stehen in allerlei Hinsicht unter männlicher Vormundschaft, Homosexualität ist strafbar. Und besonders viel Aufmerksamkeit erregten die Bedingungen, unter denen Hunderttausende migrantische Arbeitskräfte die WM-Infrastruktur aus dem Wüstenboden gestampft haben. Sie kommen vorwiegend aus ärmeren südasiatischen und afrikanischen Ländern, und viel zu viele kehren nicht lebend dorthin zurück. Wie viele Todesfälle tatsächlich auf ausbeuterische Zustände auf den Baustellen zurückzuführen sind, ist heftig umstritten; während das Gastgeberland, die Fifa und selbst Gewerkschaften und die Arbeitsorganisation der Uno beschwichtigen, verweisen Menschenrechtsorganisationen auf Abertausende Verstorbene, deren Todesursache schlicht ungeklärt ist. Und darauf, dass der Fokus nicht nur auf den sechs neuen Fussballstadien liegen sollte – schliesslich wurden im Zuge dieser WM auch Hotels, ganze Stadtviertel, Autobahnen und ein Flughafen gebaut. Seit Jahren gibt es deshalb Aufrufe, das Turnier zu boykottieren. Während sich Fussballverbände und Medienhäuser nicht zu einer konsequenten Haltung bewegen liessen, waren andere Bemühungen erfolgreicher: Selbst im Weltmeisterland Frankreich haben mehrere Städte Public Viewings untersagt, darunter die Hauptstadt Paris. Ob sich das auch in den Sommermonaten widerstandslos hätte durchsetzen lassen, wenn Wetter und Temperaturen goldige Gastroumsätze versprechen, sei dahingestellt; in der Schweiz blieben entsprechende Anträge in den Städten jedenfalls weitgehend aus, obwohl bislang einzig Vevey einen offiziellen Boykott ausgesprochen hat. Drinnen an der Wärme dürfte es werden wie immer: Wo die Gäste dies wünschen, wird am Fernseher Fussball gezeigt. Nur sehr wenige Bars und Beizen haben bisher explizit angekündigt, darauf zu verzichten. Bleibt praktisch bloss noch der individuelle Konsumverzicht. Etwas aus der Reihe tanzt der Verein Fussballkultur, der in Winterthur auch diesmal die WM öffentlich übertragen wird. Dem Entscheid sei eine intensive Auseinandersetzung mit der Situation in Katar vorausgegangen, schreibt der Verein auf seiner Website. Ein Boykott würde «nur die fortschrittsfeindlichen, konservativen Kräfte im Nahen Osten stärken», so die übergeordnete Begründung. Debattiert hat der Verein auch im Rahmen einer Podiumsdiskussion, an der der ehemalige WOZ-Kolumnist Etrit Hasler mit Recht festhielt, dass in manchen Boykottaufrufen nicht zuletzt auch ein unterschwelliger antiarabischer Rassismus mitschwinge. Und überhaupt: Wer jetzt die WM in Katar boykottiere, müsste sich konsequenterweise vom gesamten Fussballbusiness in seiner heutigen Form lossagen, so Hasler. Tatsächlich sind mit dem alleinigen Aufruf zum WM-Boykott grössere Widersprüchlichkeiten verbunden. Und das zunächst einmal ganz direkt auf Katar selbst bezogen; schliesslich tritt das kleine Land im Fussballgeschäft nicht erst mit der WM in Erscheinung. Katar hat im Sportswashing eine wichtige aussenpolitische Strategie gefunden: Es investiert viel Geld, um sich in einem Feld unentbehrlich zu machen, das wirtschaftliche, diplomatische und politische Anbindung verspricht. Damit verschafft es sich Anschluss und Rückendeckung in einer Welt, die zwar ein unstillbares Bedürfnis nach katarischem Erdgas hat, in einer volatilen geopolitischen Gemengelage aber in wechselhaften Blöcken agiert. Ausgerechnet Paris Saint-Germain (PSG) zum Beispiel ist seit zehn Jahren im vollständigen Besitz von Qatar Sports Investments, einer staatlich kontrollierten Investorengruppe. Klubpräsident ist Nasser al-Chelaifi, Vertrauter und «Minister ohne Geschäftsbereich» von Tamim bin Hamad al-Thani, dem Emir von Katar. Die staatliche Fluggesellschaft, Qatar Airways, war schon Sponsorin von Grossklubs wie der AS Roma oder dem FC Barcelona; gegenwärtig unterhält sie eine Partnerschaft mit dem FC Bayern München, der seit Jahren nach Katar ins Trainingslager fliegt. Mit der beIN Media Group mischt der Staat überdies in der Vermarktung des europäischen Fussball-Milliardengeschäfts mit. Warum also die WM verteufeln, nicht aber den fussballerischen Normalzustand in Europa? Ganz nebenbei bemerkt: Titelsponsorin der höchsten Schweizer Fussballliga ist seit letztem Jahr die Credit Suisse. Derzeit hält ein katarischer Staatsfonds fünf Prozent der Aktien der Grossbank, die gerade einen kräftigen Ausbau in Katars Hauptstadt Doha plant – und dafür eng mit einem Förderfonds zusammenarbeitet, in dem das Königshaus das Sagen hat. Und selbstverständlich hört es mit Katar nicht auf. Die letzte Weltmeisterschaft fand 2018 bekanntlich in Russland statt, wo sich Wladimir Putin auch dann noch als respektierter Staatsmann inszenieren durfte, als Aleppo längst zerbombt und die Krim annektiert war. Bis zum russischen Angriff auf die Ukraine in diesem Februar war Gazprom, das vom Kreml kontrollierte Erdgasunternehmen, zehn Jahre lang Grosssponsor der Champions League, der Königsklasse des europäischen Fussballverbands Uefa. Und die Spieler von Schalke 04 trugen das Unternehmenslogo lange so grossflächig auf dem Trikot, dass dieses kaum mehr wiederzuerkennen war, als die Partnerschaft nach der russischen Invasion der Ukraine abrupt endete. Und was ist im Übrigen so viel besser, wenn dort jetzt «Mein­Auto.de» steht? Was wäre die globale Autoindustrie, die sich auf zahllosen europäischen Vereinsshirts so prominent eingenistet hat, ohne Erdöl aus Russland, Saudi-Arabien oder Libyen? Wer sich im glamourösen europäischen Fussballzirkus vom Hundertsten ins Tausendste wühlt, findet letztlich kaum mehr Gründe, diesen ethisch vertretbarer zu finden als die anstehende Weltmeisterschaft. Ein Ball, zwei Tore und dazwischen ein Feld, auf dem grundsätzlich jederzeit und in alle Richtungen fast alles passieren kann. Vielleicht ist es diese Einfachheit, die den Fussball zur populärsten Sportart auf dem Planeten werden liess; er funktioniert im Kleinen wie im Grossen, im Eleganten wie im Rabiaten, auf Sand wie auf Rasen. Er lässt sich auf allen möglichen Flughöhen geniessen, als intellektuelle Denkaufgabe genauso wie als purer Emotionsstifter. Und vor allem gewährt er eine höchstwillkommene Flucht in eine simple Welt: Sobald das Spiel läuft, gibt es kein Abwägen und kein Differenzieren. Auch wenn unentwegt analysiert, gefachsimpelt und lamentiert wird: Am Ende sollen die einen gewinnen und die anderen verlieren. Neunzig Minuten Auszeit für den Kopf. Wer will schon leugnen, dass wir das alle zwischendurch verdient haben? Wer aber kann noch leugnen, dass die Widersprüche, die dabei auszuhalten sind, längst nicht mehr nebensächlich sind? Und gerade die WM in Katar steht längst nicht nur für mit Füssen getretene Menschenrechte und korruptes Funktionärswesen. Betrachtet man sie nicht isoliert, sondern eingebettet in den aktuell beängstigenden Zustand der Welt, dann ist diese WM ein monumentales Zeugnis globaler Fehlfunktion. Sämtliche Krisen der Gegenwart kommen hier im Kleinen zusammen, zugespitzt zur Karikatur. Da werden in einem autoritär regierten Land, dem die Abhängigkeit der Weltwirtschaft von fossilen Rohstoffen fantastischen Reichtum beschert hat, über 200 Milliarden Petrodollars in die teuerste Fussball-WM aller Zeiten gesteckt. Dies im Rahmen geopolitischer Bestrebungen – zu einem Zeitpunkt, in dem auf die Ukraine weiter Bomben fallen und sich die Weltmächte in einer gefährlichen Eskalationsspirale befinden. Längst ist dieselbe europäische Erdgasabhängigkeit ein zentrales Druckmittel in Russlands Angriffskrieg, und während in ­dessen Zuge Heiz- und Energiekosten in die Höhe schiessen und Millionen Menschen mit Bange den kalten Wintermonaten entgegenblicken, müssen in Katar die nagelneuen Prunkstadien auf erträgliche Temperaturen heruntergekühlt werden. Gebaut wurden diese von entrechteten, ausländischen Arbeitskräften, die teils um ihre niedrigen Löhne geprellt werden – während der englische Exfussballer David Beckham für sein Amt als WM-Botschafter gemäss Boulevardmedien astronomische 150 Millionen Pfund erhalten soll. Die globale Ungleichheit, sie spiegelt sich in Katar in bizarrem Ausmass wider. Sie würden die erste klimaneutrale WM abhalten, haben die Veranstalter verkündet, wobei sie dies hauptsächlich mit dem weitgehend leeren Versprechen von CO2-Kompensationen erreichen wollen. Das Turnier soll ansonsten mehr CO2 verursachen als Länder wie die Demokratische Republik Kongo oder Haiti in einem Jahr – wobei die entsprechenden Zahlen auf einer Studie beruhen, die von den Veranstaltern selbst in Auftrag gegeben wurde. Expert:innen gehen von weit grösseren Emissionen aus. In einem Jahr, in dem Extremwetterlagen insbesondere in armen Weltregionen wieder mit voller Wucht zuschlagen, wird Qatar Airways einen Monat lang Dutzende Shuttleflüge aus dem 200 Kilometer entfernten Dubai anbieten: Weil es in Katar selbst nicht genügend Hotelzimmer gibt, haben viele Fans entschieden, für jedes Spiel einzeln aus den benachbarten Emiraten anzureisen. Ein grotesker Wahnsinn, der letztlich für alle ungelösten und im fossilen Kapitalismus vielleicht unlösbaren Probleme unserer Zeit steht. Aber anstatt dieses Turnier als Ausdruck von all dem wahrzunehmen, konsumieren wir es losgelöst davon – und einigen uns in einem riesigen Akt des kollektiven Verdrängens darauf, dass letztlich alles irgendwie so weitergehen kann wie bisher. Anfang September brach Kylian Mbappé, Frankreichs 23-jähriger ehemaliger Fussballer des Jahres und Offensivstar bei PSG, bei einer Pressekonferenz in prustendes Gelächter aus. Es war seine ungläubige Reaktion auf eine Frage, die seinem Trainer, Christophe Galtier, der neben ihm sass, gestellt worden war: Ob man sich mit der Möglichkeit auseinandersetze, auch mal zwei Stunden mit dem TGV an Auswärtsspiele zu fahren, anstatt für Kurzstrecken weiterhin das Flugzeug zu nehmen. Galtier selbst antwortete höhnisch, dass der Verein künftig ja mit Strandseglern anreisen könne. Die Szene blieb nicht ohne Echo, Galtier musste sich später formelhaft für seinen Witz entschuldigen. Aber sie zeugt vom eingespielten Selbstverständnis, wonach sich der Sport irgendwo in einem Paralleluniversum abspielt, abgetrennt und unangetastet von einer Welt, die doch eigentlich für alle sichtbar aus den Fugen geraten ist. Beispiele dafür gibt es unzählige, und man kann sich jeweils genüsslich aufregen: über das absurd teure Goldsteak von Franck Ribéry zum Beispiel oder über die 52 Flüge, die Lionel Messi und seine Familie in diesem Sommer im Privatjet gemacht haben. Entscheidender aber ist die Reaktion innerhalb des geräumigen Kosmos, der den Fussball umgibt und ihm seine abgehobene Existenz garantiert. Auch das macht die Szene mit Kylian Mbappé so bezeichnend: Seine herablassende Reaktion auf eine offensichtlich angebrachte Frage ist das eine. Das andere ist die Tatsache, dass sich im selben Raum zahlreiche Medienleute befanden, die in sein Gelächter einstimmten. Denn schlussendlich sind sie es, die darüber entscheiden, wie nah oder fern der globalen Realität sich der Fussball abspielt. Auch in der Schweiz sind schon zahlreiche Medienberichte erschienen, in denen die Menschenrechtslage in Katar kritisch thematisiert wurde. Bald wird sich aber zeigen, wie viel Platz dafür noch bleibt, wenn der Ball erst mal rollt. Klar ist, dass die grossen Medienhäuser fast ausschliesslich Vertreter:innen ihrer Sportredaktionen vor Ort schicken werden. Bleibt zu hoffen, dass sie sich am Sportswashing Katars zumindest nicht allzu aktiv beteiligen: Grosse Bemühungen vonseiten des Gastgebers, das globale Scheinwerferlicht zur Imagepolitur zu nutzen, sind jedenfalls zu erwarten – ob die Redaktionen uns dann aber entsprechend weichgezeichnete PR-Reportagen liefern werden, bleibt ihre Entscheidung. Was nun aber sollen die Fussballliebhaber:innen tun, die vor der Frage stehen, ob sie sich der WM hingeben sollen oder nicht? Individueller Konsumverzicht, so viel ist klar, hat noch nie sonderlich viel gebracht – ausser einem bitteren Gefühl der Machtlosigkeit angesichts der Tatsache, dass rundherum alle ticken wie immer. Nein, wer WM-Spiele verfolgt, richtet keinen echten Schaden an. Aber wir tun es, wenn wir uns dafür kollektiv grossen Rechtfertigungsversuchen hingeben, um dabei kein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Wenn wir uns gegenseitig in der Meinung bestärken, dass es irgendwie schon in Ordnung ist, wie es läuft im Fussball und auf der Welt. Wenn wir uns am grossen Verdrängungstheater aktiv beteiligen. Wenn also WM schauen, dann am besten heimlich. *Mehr zur WM-Boykottfrage gibts im Podcast «Hörkombinat» mit WOZ-Redaktor Raphael Albisser: http://www.hoerkombinat.ch. * Spenden Hat Ihnen dieser Text gefallen? Hat er Ihnen geholfen, Ihre Haltung zum Thema zu schärfen oder hat er Sie vortrefflich provoziert? Und was ist Ihnen das Wert? Unabhängiger Journalismus ist auf einen Beitrag vieler angewiesen. Einen Betrag spenden: https://www.woz.ch/spenden
I‘d like to nominate my partner, Frank Poncerello.
chnobliMitglied
21.10.2022, 17:31 · #112
Beiträge: 10'418
erfahrungsgemäss wird irgendwann der Moment kommen, in dem es uns reinholt, mindestens ein bisschen. Geht mir jedes mal so
Avatar von JeaJeaMitglied
24.10.2022, 08:30 · #113
Beiträge: 6'425
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Avatar von DaveDaveMitglied
26.10.2022, 07:17 · #114
Beiträge: 8'210
Ich könnte wirklich kotzen, die FIFA kann man getrost als Mafia bezeichnen. 9e:mediaembed:PHI+PFlPVVRVQkUgaWQ9ImxBVkFGdi02MEJrIiB1cmw9Imh0dHBzOi8vd3d3LnlvdXR1YmUuY29tL3dhdGNoP3Y9bEFWQUZ2LTYwQmsiPmh0dHBzOi8vd3d3LnlvdXR1YmUuY29tL3dhdGNoP3Y9bEFWQUZ2LTYwQms8L1lPVVRVQkU+PC9yPg==https://www.youtube.com/watch?v=lAVAFv-60Bk
«Wenn jemand sagt, der FCZ sei kein Spitzenklub, habe ich Mühe, weiterzudiskutieren.» Ancillo Canepa
ZMitglied
28.10.2022, 22:04 · #115
Beiträge: 4'380
Ich werde die Spiele nicht schauen. Auch die Schweizer Spiele nicht. Auch Panini für die Kinder gibt es dieses Jahr nicht. Wir boykottieren diese menschenverachtende, klimaschädliche, antisemitische und diskriminierende Veranstaltung. Die FIFA, deren Sponsoren und alle, die zum Gelingen dieses events in Qatar beitragen, sollten sich schämen.
chnobliMitglied
29.10.2022, 11:43 · #116
Beiträge: 10'418
Ich werde die Spiele nicht schauen. Auch die Schweizer Spiele nicht. Auch Panini für die Kinder gibt es dieses Jahr nicht. Wir boykottieren diese menschenverachtende, klimaschädliche, antisemitische und diskriminierende Veranstaltung. Die FIFA, deren Sponsoren und alle, die zum Gelingen dieses events in Qatar beitragen, sollten sich schämen. Wars denn in Russland vor 4 Jahren viel besser? Ich werde diese WM wohl gleich viel schauen wie die letzten paar Grossanlässe. Ein Teil der schweizer Spiele wenn ich Langeweile habe
bluesoulMitglied
29.10.2022, 12:51 · #117
Beiträge: 5'138
Leider werde ich es nicht schaffen, diese WM zu boykottieren. Ich werde aber sämtliche Sponsoren über Monate nicht mehr berücksichtigen. Und spende für jedes Spiel das ich schaue einen Betrag an Amnesty International und an die Schweizerische Energiestiftung (https://energiestiftung.ch) oder an Greenpeace. Ich fürchte, das könnte teuer werden für mich. :-)
ZMitglied
29.10.2022, 17:21 · #118
Beiträge: 4'380
Leider werde ich es nicht schaffen, diese WM zu boykottieren. Ich werde aber sämtliche Sponsoren über Monate nicht mehr berücksichtigen. Und spende für jedes Spiel das ich schaue einen Betrag an Amnesty International und an die Schweizerische Energiestiftung (https://energiestiftung.ch) oder an Greenpeace. Ich fürchte, das könnte teuer werden für mich. :-) Guter Ansatz. (leider ist Amnesty International in etwa gleich korrupt wie die FIFA…) Zu Russland vor 4 Jahren. Qatar erreicht eine völlig neue Dimension. Beispielsweise das Kafala System in Qatar, welches Sklaverei legalisiert. In Russland gab es ebenfalls schlechte Arbeitsbedingungen - Qatar bleibt jedoch unerreicht. In einem Land mit etwas über 2Mio Einwohner neue Stadien zu bauen, die nach dem Anlass keiner mehr nutzen wird ist völlig absurd. In Russland werden die Stadien grösstenteils genutzt - obschon sie oftmals eigentlich überdimensioniert sind. Qatar ist offen Antisemitisch und finanziert Terrororganisationen. (keine Packaged für Israelis, TV Rechte, usw.) Russland hat keine Nation ausgeklammert im Bestellprozess. Wo ich dir Recht gebe: Auch Russland war/ist korrupt. Auch Russland war/ist Kriegspartei. Auch Russland war/ist politisch rückständig, patriarchalisch und eindimensional. (jedoch nicht im Mittelalter stehen geblieben wie Qatar)
ZürcherflyerMitglied
29.10.2022, 18:27 · #119
Beiträge: 1'861
Leider werde ich es nicht schaffen, diese WM zu boykottieren. Ich werde aber sämtliche Sponsoren über Monate nicht mehr berücksichtigen. Und spende für jedes Spiel das ich schaue einen Betrag an Amnesty International und an die Schweizerische Energiestiftung (https://energiestiftung.ch) oder an Greenpeace. Ich fürchte, das könnte teuer werden für mich. :-) Guter Ansatz. (leider ist Amnesty International in etwa gleich korrupt wie die FIFA…) Zu Russland vor 4 Jahren. Qatar erreicht eine völlig neue Dimension. Beispielsweise das Kafala System in Qatar, welches Sklaverei legalisiert. In Russland gab es ebenfalls schlechte Arbeitsbedingungen - Qatar bleibt jedoch unerreicht. In einem Land mit etwas über 2Mio Einwohner neue Stadien zu bauen, die nach dem Anlass keiner mehr nutzen wird ist völlig absurd. In Russland werden die Stadien grösstenteils genutzt - obschon sie oftmals eigentlich überdimensioniert sind. Qatar ist offen Antisemitisch und finanziert Terrororganisationen. (keine Packaged für Israelis, TV Rechte, usw.) Russland hat keine Nation ausgeklammert im Bestellprozess. Wo ich dir Recht gebe: Auch Russland war/ist korrupt. Auch Russland war/ist Kriegspartei. Auch Russland war/ist politisch rückständig, patriarchalisch und eindimensional. (jedoch nicht im Mittelalter stehen geblieben wie Qatar) Danke! Russland kann nicht mit Katar verglichen werden bezüglich WM. Würde das ganze gerne ignorieren aber wird wohl auch nicht einfach. Die scheinheilige Amnesty International stattdessen zu füttern ist einen schlechten Scherz.
bluesoulMitglied
31.10.2022, 13:51 · #120
Beiträge: 5'138
Leider werde ich es nicht schaffen, diese WM zu boykottieren. Ich werde aber sämtliche Sponsoren über Monate nicht mehr berücksichtigen. Und spende für jedes Spiel das ich schaue einen Betrag an Amnesty International und an die Schweizerische Energiestiftung (https://energiestiftung.ch) oder an Greenpeace. Ich fürchte, das könnte teuer werden für mich. :-) Guter Ansatz. (leider ist Amnesty International in etwa gleich korrupt wie die FIFA…) Ich bin hundert Prozent auf der Seite der Demokratie und der Ukraine in diesem unsäglich dummen und extrem kriminellen, terroristischen Krieg. Putin scheint das ultimativ Böse zu sein hier, mit seinen immer irreren und bösartigeren Leuten im engen Kreis (Kadirow und co). Trotzdem soll man durchaus auch sagen dürfen, dass die Ukrainer nicht alle Unschuldslämmer sind. Und dass wohl in einem kleineren Mass als die Russen z.B. in Saporischia auch die Ukrainischen Kämpfer sich ab und zu in Spitälern oder Schulen verschanzen kann schon sein. Ist aber auch logisch. Im Strassenkampf geht man zuerst mal in Deckung und schaut vielleicht nachher, wo man sich gerade befindet. Obs dann systematisch ist, ist die andere Frage. Bei den Kopftüchern findet Amnesty International, dass jede Frau selber entscheiden können soll, ob sie sich das antun will. Dass das aber nicht ganz so einfach ist, der Druck auf die Frauen ist ja manchmal schon sehr subtil, wird ihnen wohl auch bewusst sein. Aber das differenziert zu kommunizieren ist ja auch schwer. Amnesty aber als korrupt zu bezeichnen... hmmm. Hast du da Infos? Auf die Schnelle hab ich grad nichts gefunden.
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