Repression gegen die Ultra Kultur

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DeepblueMitglied
10.06.2015, 09:18 · #465
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Die Wahlpropaganda ist zwar aggressiv geschrieben und verallgemeinert. Aber was erwartest du von der Politik anderes? Ich erwarte nicht anderes von der Politik und würde diese Parteien auch wählen. Darfst aber gerne deine politischen Vorschläge bringen - ich bin gespannt. Die Problemfelder sind nun mal gewaltbereite Fussballfans und gefährliche Pyro. (Zugegeben nicht die wichtigsten...)
dennisovMitglied
10.06.2015, 09:18 · #466
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Schon krass welche schwerwiegende Probleme dieses Land hat, dass Parteien das Thema Hooligans aufgreifen, um sich bei ihrer Wählerschaft beliebt zu machen. Ich meine ja nur, dass z.B die Waffenlieferungen der Schweiz ein viel kleineres Übel sind als die Pyromanen und Schläger. Schliesslich tötet ja nicht das erst genannte Menschen. Der Polizei soll ja die Arbeit nicht ausgehen!
ColoMitglied
10.06.2015, 09:33 · #467
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Die Wahlpropaganda ist zwar aggressiv geschrieben und verallgemeinert. Aber was erwartest du von der Politik anderes? Ich erwarte nicht anderes von der Politik und würde diese Parteien auch wählen. Darfst aber gerne deine politischen Vorschläge bringen - ich bin gespannt. Die Problemfelder sind nun mal gewaltbereite Fussballfans und gefährliche Pyro. (Zugegeben nicht die wichtigsten...) Ein Beispiel: Die CVP schreibt hier von leeren Stadien, nun ja die Zuschauerzahlen sind wieder gestiegen in der NLA, wie auch Familien kann jederman ein Fussballspiel besuchen ohne Gefahr zu laufen getötet zu werden.... Der Vergleich der BDP mit dem Schwingfest töhnt super toll ist aber ein Witz, völlig ein anderes Publikum und auch nur halb so viele Leute. (Was nicht heisst dass es dort nicht rumpelt, was es ohne Frage auch tut nur interessiert halt keiner) Den Bürger mit irgendwelchen falschen Argumenten hinters Licht zu führen, ist dies nur Wahlkampf und gerechtfertigt naja ich weiss nicht man sollten doch bei der Realität bleiben... Du würdest diese Parteien wählen? Tatsächlich?
DeepblueMitglied
10.06.2015, 11:35 · #468
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Ich würde mich gar als typischen CVP / BDPler bezeichnen, wenn ich mich politisch einordnen müsste. Beim Schwingen musste ich sowieso lachen.. :)
ColoMitglied
10.06.2015, 11:54 · #469
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Ich würde mich gar als typischen CVP / BDPler bezeichnen, wenn ich mich politisch einordnen müsste. Beim Schwingen musste ich sowieso lachen.. :) Martin Landolt Anhänger? ;)
DeepblueMitglied
10.06.2015, 12:17 · #470
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Ne den mag ich persönlich nicht, aber er macht seine Sachen schon gut.
AnuluMitglied
01.07.2015, 10:54 · #472
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Polizei kündigt Internetpranger gegen FCZ-Fans an Nach den Ausschreitungen beim Derby vom 21. Februar sucht die Stadtpolizei vier Personen. Wenn sich diese nicht melden, werden Bilder veröffentlicht. http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stadt/Polizei-kuendigt-Internetpranger-gegen-FCZFans-an/story/26852597
Hast du Feuerschweif am Heck, spült das Wasser alles weg! - Alte sizilianische Bauernweisheit
OstlerMitglied
01.07.2015, 13:38 · #473
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Und natürlich wird die Polizei gute Gründe haben, einen derart krassen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte vorzunehmen. Es muss sich bei den Straftaten also wohl um Terrorismus oder Ähnliches handeln. Wir wissen genau, dass unsere verantwortungsbewusste Polizei so etwas nicht wegen Delikten wie "Verstoss gegen das Vermumungsverbot", Sprayereien oder Pyros tun würde.
dennisovMitglied
01.07.2015, 14:03 · #474
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Ich wünsche jedem der zurecht ein Bier auf den Wasserwerfer geschmissen hat, dass er nicht verpfeift wird!
eifachöppisMitglied
03.07.2015, 09:14 · #475
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lesenswert Basellandschaftliche Zeitung vom 03.07.2015 «Das Bedürfnis nach Zero Tolerance wächst» Fan-Gewalt Über die Rechte von Fussball-Fans Manuela Schiller ist Fan des FC Zürich. Zudem vertritt sie seit Jahren Ultras aus der Muttenzerkurve. Im Interview spricht sie über Pyros, Freiräume und Repression gegenüber der Fanszene. Benjamin Rosch Jüngst sorgte der Fall in St. Gallen für Aufsehen, in welchem zwei Securitas-Mitarbeiter wegen Falschaussagen gegen Fans des FC Basel verurteilt wurden. Vor wenigen Wochen pfiff das Basler Appellationsgericht die Staatsanwaltschaft wegen eines übertriebenen Rayonverbots zurück. Immer wieder im Fokus ist dabei die Rechtsanwältin Manuela Schiller, die die Rechte von Ultras und Fussball-Fans verteidigt. Manuela Schiller, Sie konnten in der Rechtsvertretung von Fussballfans mehrfach vor Gericht reüssieren. Fasst die Justiz Fussballfans zu hart an? Manuela Schiller: Das ist schwierig zu beantworten, man kann das nicht verallgemeinern. Gewaltdelikte allgemein werden in der Schweiz härter bestraft. Ein Gericht kann sich auch nicht dem Zeitgeist entziehen. Raser werden heute auch strenger bestraft als früher. Raser und Fussballfans befinden sich also im gleichen Fahrwasser und werden deshalb mehr überwacht und härter bestraft? Man muss hier unterscheiden zwischen der Justiz und Verwaltungs- und Überwachungsmassnahmen, welche in der Ermittlung oder der Administration angewendet werden. Überwachung ist heute auch viel einfacher dank technischer Hilfsmittel. Ich glaube, dass in unserer Gesellschaft generell das Bedürfnis nach «Zero Tolerance» wächst. Bei jeder Volksabstimmung würde ein härteres Zupacken unterstützt. Nicht nur vonseiten des Staats, sondern auch durch Sicherheitsfirmen und der Liga – Stichwort «Focus One» – wird durchgegriffen. Was bedeutet das? Es ist eine Sache, wenn das Stadion überwacht wird, das ist ein privater Raum. Wird aber auf der Strasse von Privaten gefilmt, ist das sehr problematisch. In Zürich ist genügend Geld gesprochen worden für eine gut ausgerüstete Polizei, sogar mit Drohnen. Meiner Meinung nach bräuchte es hier «Focus One» gar nicht – zudem erhält die Polizei inzwischen auch noch viele private Aufnahmen. Wenn staatliche Aufgaben an Private ausgelagert werden, wie dies in einigen Baselbieter Gemeinden oder auch in der zentralen Ausnüchterungsstelle in Zürich getan wird, um Geld zu sparen, ist das heikel. Pyros galten einmal als Stimmungsmacher, heute werden sie mit Gewaltexzessen in Verbindung gebracht. Warum ist das so? Meiner Meinung nach hat es früher nicht mehr Gewaltexzesse gegeben. Aber früher gab es auch keine privaten Videos, keine Online-Portale, die um Klicks buhlen. Heute geht das alles viel schneller und es findet eine Empörungsbewirtschaftung statt. Megafone, Vermummte auf Fanmärschen – das sieht ja auch gefährlich aus und die Öffentlichkeit kriegt das viel mehr mit als früher. Politiker und Medien haben dieses Klima herbeigeredet. Dazu wurde natürlich früher auch weniger gezündet, auch wenn die Fans damals auch nicht braver waren. Es gibt auch immer wieder Verletzte. Pyros sind nicht verboten, weil sie gefährlich sind. Als Mutter sollte man doch viel mehr Angst haben, dass das Kind vom Auto überfahren, als dass es in der Kurve verletzt wird. Aber so funktioniert es nicht: Ängste sind irrational. Überwachung durch Videoaufnahmen, Einschränkung der Mobilität durch Rayonverbote. Ist Fussball ein juristisches Experimentierfeld? Das erste mal, dass Rayonverbote möglich wurden, war 1994: Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht. Schon damals haben wir gesagt: Man fängt immer bei jenen an, die keine Lobby haben. Dann kamen Rayonverbote mit häuslicher Gewalt. Und dann kam das Hooligankonkordat. Im Zusammenhang mit der Euro 08. Ja. Bevor man das Hooligankonkordat eingeführt hat, hat man im Bundesgesetz über Massnahmen zur Wahrung der inneren Sicherheit (BWIS) einen Vorläufer davon integriert – mit hoher Dringlichkeit, wegen der EM. Ich war damals an der Debatte in Bern. Bundesrat Christoph Blocher hat damals sogar gesagt, dass er wisse, dass das verfassungswidrig sei. Das war allerdings befristet und nach der EM hat man daraus das erste und zweite Hooligankonkordat gemacht. Der Inhalt war aber identisch. Wie beurteilen sie die zukünftige Entwicklung: Gibt es eine Abkehr von der Repression oder wird diese weiter zunehmen? An den Unis Konstanz und Erlangen in Deutschland führt man seit 1989 mit Jus-Studenten eine Langzeitstudie durch. Im Zuge der Untersuchung werden sie befragt, ob sie die Todesstrafe oder die Folter unter gewissen Umständen akzeptieren würden. 2012 war knapp ein Drittel für die Todesstrafe, knapp die Hälfte für die Zulässigkeit von Folter. Das hat im Vergleich mit vor 25 Jahren zugenommen und zeigt: Der Wille der Schweiz und Europa tendiert zu mehr Repression. Sie vertreten Fans unterschiedlicher Lager. Wie unterscheiden sich die Fanszenen in der Schweiz? Ich sehe da auch nicht sehr weit hinein. Gerade bei den Ultras gibt es viel mehr Gemeinsamkeiten zwischen den Kurven, als diese glauben wollen. Einen Unterschied stellt Zürich dar: Dadurch, dass es zwei Clubs gibt, wird die Feindschaft in viele Alltagsbereiche getragen. Beobachten sie eine Entwicklung? Wie haben sich Fankurven über die Jahre verändert? Es hat sehr viel mehr Frauen, mehr Studenten und mehr Linke als früher. Mir kommt es vor, als wäre die Kurve vielmehr eine Jugendbewegung geworden als früher. Rassismus hat zudem stark abgenommen. Vor langer Zeit ging ich mal an ein Spiel mit einem T-Shirt mit der Aufschrift «Kein Mensch ist illegal». Da gingen Rechtsextreme auf mich los – heute undenkbar. Woher rührt ihre Verbindung mit der Muttenzerkurve? Das kommt von der Auseinandersetzung im 2004, der Kessel von Altstetten. Damals hatte ich das Gefühl, die Polizei trainiere hier einfach an Fussballfans. Deshalb wollte ich dieses Mandat übernehmen. Das war der Grundstein für eine gute Vertrauensbasis mit der Muttenzerkurve und dem Basler Fanprojekt, welches sehr professionell arbeitet. Als FCZ-Urgestein Urs Fischer als neuer Trainer des FC Basel vorgestellt wurde, hat dies kürzlich für Wirbel gesorgt. Ist bei Ihnen die Herkunft aus Zürich egal? Bei der Muttenzerkurve war meine Zürcher Identität kaum je ein Thema. Ich glaube, die Leute haben Vertrauen gefasst, weil ich zwar Anwältin bin, aber nicht so Juristen-mässig daherkomme. Ich bin ein Fremdarbeiterkind und Fussballfan. In Zürich hingegen wurde ich anfangs von einigen als Verräterin bezeichnet. In meinem Umfeld habe ich natürlich viele dumme Sprüche gehört. In Basel wurde ich aber auch schon eingeladen, beispielsweise an Europa League-Spiele gegen Chelsea oder Tottenham. Das gleiche Gefühl wie in der Südkurve kam natürlich nicht auf. Sie sagten einmal: «Die Jugend braucht Freiräume». Ist die Kurve ein Freiraum? Das kommt darauf an, wie man Freiraum definiert. Es soll schon nicht sein, dass man einfach die Sau rauslassen kann. Heute ist es aber sicher so, dass eine Kurve ein Ort ist, wo sich junge Leute sozialisieren und ihre Grenzen ausloten. Ich finde es bedenklich, dass die Gesellschaft dies grundsätzlich nicht akzeptieren will. Die Jugend muss sich immer ein wenig abgrenzen. Heute sind die meisten Freiräume vom Konsum beherrscht. Zur Person Manuela Schiller ist 1957 geboren und in Dietikon aufgewachsen. 1989 schloss sie das Anwaltspatent ab. Im Laufe ihrer Tätigkeit spezialisierte sie sich auf die Bereiche Mietrecht, Strafrecht, Ehe-, Scheidungs- und Konkubinatsrecht sowie Ausländerrecht und Grundrechte. Schiller war zudem während mehrerer Jahre Vorstandsmitglied der Alternativen Liste Zürich (AL).
dennisovMitglied
07.07.2015, 07:10 · #476
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Bedenklich: http://www.watson.ch/Schweiz/articles/264988086-Kurioses-aus-Luzern--SVP-hilft-mit,-neue-Repressalien-gegen-Fussballfans-abzuschmettern-%E2%80%93-mit-dem-Verweis-auf-die-Menschenrechtskonvention Also wenn uns die Bullen das nächste mal einkesseln, könnten sie von uns theoretisch je Fr. 30'000.- verlangen.
«Vergangene Woche hatte das Kantonsparlament entschieden, dass Personen, die bei Demonstrationen oder Sportanlässen zusätzliche Polizeikosten verursachen, mit bis zu 30'000 Franken gebüsst werden können.»
PS: Ich find's noch lustig, dass ausgerechnet die CVP die Gewahrsam für Fussballfans von 24 auf 72 Stunden verlängern wollte. Die leben definitiv in einer Phantasiewelt.
tehmocMitglied
07.07.2015, 08:41 · #477
Beiträge: 2'158
Der mediale Pranger für die beiden mutmasslichen Pyro-Zünder aus der FCZ-Kurve ist eine krasse gesellschaftliche Fehlentwicklung. Wegen ein paar Böller übergeht man Grundrechte, super.
dennisovMitglied
07.07.2015, 09:06 · #478
Beiträge: 5'501
Der mediale Pranger für die beiden mutmasslichen Pyro-Zünder aus der FCZ-Kurve ist eine krasse gesellschaftliche Fehlentwicklung. Wegen ein paar Böller übergeht man Grundrechte, super. Erst wenn es der Schweiz mal richtig scheisse geht, wird das Volk erkennen, was richtige Probleme sind.
eifachöppisMitglied
09.07.2015, 07:56 · #479
Beiträge: 4'889
Der FC St. Gallen filmt draussen verdeckt *Ein Videoüberwachungsprojekt der Schweizer Fussballliga hat kürzlich hohe Wellen geworfen. Nun zeigt sich: Der FC St. Gallen setzt längst auf illegales Filmen. * Von Sarah Schmalz November 2014: Eine Gruppe St. Galler Fussballfans versammelt sich am Zürcher Bahnhof Altstetten. Zuvor war die Stimmung angespannt, einige von ihnen haben die Kapuzen über den Kopf und ihre Schals hochgezogen. Nun stehen die Zeichen jedoch nicht mehr auf Gewalt, die Fans warten ruhig auf den Zug. So steht es in einer Einstellungsverfügung der Zürcher Justiz. Dennoch wird einer der Fans wegen Vermummung auf öffentlichem Grund vom FC St. Gallen angezeigt. Der Klub stützte sich in seiner Anklage auf ein Video, das er beim Bahnhof Altstetten aufgenommen hatte - und mit Bildern aus dem Letzigrund-Stadion abgeglichen hatte, wo sich der Fan unvermummt aufgehalten hatte. Auch das ist der Verfügung zu entnehmen, mit der die Justiz das Verfahren eingestellt hat. Die Information ist brisant: Sie zeigt, dass in St. Gallen längst Realität ist, was die Schweizer Fussballliga (SFL) erst diesen Frühling als Pilotprojekt gestartet hat. Und wofür sie vom Datenschützer harsch kritisiert wird. «Focus One» nennt sich das Projekt. Neu sollen Auswärtsfans nicht mehr bloss im Stadion, sondern auch auf ihrem Weg dorthin flächendeckend von privaten Sicherheitsfirmen gefilmt werden. Der eidgenössische Datenschützer hat in einem Gutachten die Liga unmissverständlich darauf hingewiesen, dass dies illegal ist: «Das Vorgehen verstösst insbesondere gegen das Verhältnismässigkeits- und das Transparenzprinzip», heisst es darin. Die Sicherheitsleute filmen verdeckt, und im Gegensatz zur Polizei unterliegen sie keiner staatlichen Kontrolle. Es lässt sich also kaum überprüfen, wann auf den Auslöser gedrückt wird und was mit den Aufnahmen geschieht. FC St. Gallen als Vorreiter Der FC St. Gallen gilt in Sachen Fanrepression seit langem als Hardliner. Wie ein Anruf bei Benni Burkart, dem Sicherheitsverantwortlichen des Klubs, zeigt, übernahm der FC St. Gallen auch hier eine Vorreiterrolle. Burkart gibt offen zu, dass der Klub seine Fans an Auswärtsspielen von verdeckten Kamerateams begleiten lässt. «Wir haben verschiedenste Varianten ausprobiert und die Aufgabe schliesslich an eine private Sicherheitsfirma delegiert», sagt er. Das Projekt laufe bereits seit Jahren. Burkart rechtfertigt das Vorgehen mit Verweis auf das alte Sicherheitsreglement der Liga von 2003. Dieses verlangt von den Klubs, dass sie bei Auswärtsspielen im Stadion präsent sind: mit dem Sicherheitsverantwortlichen, dem Fanverantwortlichen, einem Fanbegleiter*- sowie mit einer zivilen Person mit Kamera. Von Überwachung im öffentlichen Raum ist nirgends die Rede. Doch legt auch die SFL das Reglement grosszügig aus. Mediensprecher Philippe Guggisberg verweist auf den entscheidenden Artikel, in dem von «besonderen Vorkehrungen des Gastklubs» die Rede sei. Massnahmen ausserhalb des Stadions seien durchaus erwünscht gewesen. Kaum ein anderer Klub hat die Regeln jedoch so weit ausgereizt wie der FC St. Gallen. Die drei grössten Schweizer Klubs sind weit zurückhaltender: Weder der FCBasel, YB noch der FCZürich lassen bei Auswärtsspielen eigene oder externe Sicherheitsleute ausserhalb der Stadien filmen. «Wir begleiten unsere Fans zwar zu den Spielen», sagt YB-Mediensprecher Albert Staudenmann, «aber ohne Kamera.» Vor den Partien beraten die YB-Sicherheitsexperten die Lage jeweils mit der Polizei. «Und diese entscheidet dann, ob sie Kameras in ihr Dispositiv aufnimmt.» Das Filmen geht weiter Obwohl diese Absprachen gut funktioniert hätten, wie Staudenmann sagt, unterstützt auch er die repressive Strategie der Liga. Nach den Ausschreitungen im Aarauer Brügglifeld vom Mai*2014 scheint die Stimmung in den Klubs gekippt zu sein. Benni Burkart vom FC St. Gallen sagt, die Liga habe auf den öffentlichen Druck reagiert und eine Expertenkommission zusammengestellt. Es war diese Kommission, die unter anderem zu «Focus One» geraten habe. Seit Herbst 2014 hat die Liga ein neues Sicherheitsreglement. Angesichts ihres neuen Pilotprojekts hat sie den Passus mit der Kamera gestrichen. Der FC St. Gallen filmt dennoch weiter. Man wolle abwarten, welche Resultate die Videoüberwachung durch die Liga bringe, sagt Burkart. Das Verfahren gegen den vermummten St.-Gallen-Fan wurde am Ende aus zwei Gründen eingestellt: Erstens befand sich der Angeklagte bei seiner Videoüberführung nicht mehr auf öffentlichem Grund, sondern bereits auf dem Bahnhofgelände, wo das Vermummungsverbot nicht gilt. Zweitens stufte die Zürcher Justiz die Anklage angesichts der Gewaltlosigkeit der Fans als unverhältnismässig ein. Dennoch erhielt der Fan vom FC St. Gallen ein Stadionverbot. Fussballliga auf Abwegen Die Schweizer Fussballliga (SFL) hat letzten März das Pilotprojekt «Focus One» lanciert und inzwischen an mehreren Fussballspielen getestet. Derzeit läuft die Projektevaluation. Die Liga hat gemäss eigenen Angaben Dutzende Dossiers von Fans, die anhand der «Focus*One»-Aufnahmen identifiziert wurden, an die Strafverfolgungsbehörden übergeben. Ob diese Beweismittel vor Gericht anerkannt werden, wird sich zeigen. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch: In der Schweiz können Gerichte auch rechtswidrig erlangte Beweismittel würdigen*- wenn sie öffentliches Interesse oder Schwere der Straftat höher gewichten als den Persönlichkeitsschutz. Das führt zu Grenzüberschreitungen, die oft nachträglich legitimiert werden. Wann die Liga entscheidet, ob sie «Focus One» definitiv einführt, ist noch nicht klar. Über den Stand der Evaluation wird keine Auskunft erteilt. Quelle: https://www.woz.ch/1528/videoueberwa...ussen-verdeckt
ZhyrusMitglied
09.07.2015, 09:02 · #480
Beiträge: 15'717
Der FC St. Gallen filmt draussen verdeckt Einer, der eine offizielle Funktion inne hat und sich "Benni" nennen lässt, kann man grundsätzlich nicht ernstnehmen! ![](http://www.fcsg.ch/typo3temp/_processed_/csm_Burkart_Benni_5c705e3691.jpg) Gut, der sieht auch wie ein ostschweizer Puur aus, den man in einen Anzug gepresst hat, und der die Tage bis zur nächsten Fasnacht abzählt, bis er wieder mit seiner "Expertenkommission" um die Häuser ziehen und die Sau rauslassen darf! Man sollte vielleicht eine "private Sicherheitsfirma" (also die Typen, die die Polizeiprüfung nicht bestanden haben) beauftragen, den Benni B. zu überwachen.
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