Stellungsnahme FCZ
http://www.fcz.ch/de/profis/news.htm?id=3055
Der FC Zürich bedauert ausserordentlich, dass das 240. Zürcher Derby am Samstag nicht im gewohnten stimmungsvollen Rahmen über die Bühne gehen konnte. Die Vorfälle vor dem Spiel führten dazu, dass die FCZ-Fankurve weitgehend leer blieb. Über die Ursachen, weshalb es zu diesen Vorfällen kam, existieren verschiedene Schilderungen. Der FC Zürich hält ganz grundsätzlich fest, dass er Handlungen, die zu Personen- und Sachschäden führen, in aller Form verurteilt. Der Verein begrüsst, dass die entsprechenden Einzeltäter für fehlbares Handeln zur Rechenschaft gezogen werden. Gleichzeitig appelliert der FC Zürich aber auch, dass die Verhältnismässigkeit von allen involvierten Parteien gewahrt wird und nicht eine ganze Gruppe von Personen unter dem Fehlverhalten von einzelnen zu leiden hat und in der Folge so auch der Besuch des Spiels verunmöglicht wurde.
Finde ich, ehrlich gesagt, ziemlich erbärmlich dieses Statement....
Hätte mir auch ein "Fan-bekennenderes" Statement erhofft, denn der FCZ wird von der Polizei noch mehr verarscht als wir Fans:
Der FCZ übernimmt so viel ich weiss die Polizeikosten an unseren Heimspielen (evt. ist's an den ZH-Derbies ja 50/50?), die Fans ärgern sich dann an der Polizeigewalt und überlegen es sich künftig zweimal ins Stadion zu gehen. Die Polizei kann wiederum ihre Kosten mit den Einsätzen rechtfertigen, deshalb wird der FCZ auch in Zukunft die Rechnungen übernehmen müssen und da dies sehr teuer ist, können sie auch schlecht eine Ticket-Preissenkung machen bzw. müssen sie die Preise halten oder sogar noch anheben.
Ich hoffe, der FCZ macht - abseits des medialen Schlachtfeldes - gehörig Druck, was die Aufarbeitung dieses Falles betrifft. Es ist ein Paradebeispiel wie zig Tausende Franken Steuergeld (oder Abgaben des FCZs) verprasst wurden, um 750 Personen (bei 11 Verhafteten!!) stundenlang festzusetzen, den Verkehr zu behindern, Sach- und Personenschäden in Kauf zu nehmen, Unschuldige bei Temperaturen um den Gefrierpunkt abzuspritzen und im eisigen Winter trocknen zu lassen. Die desaströse Bilanz eines Polizeieinsatzes, der nur auf die Eskalation aus war, wird im Verlaufe der nächsten Wochen und Monate ersichtlich, wenn herauskommt, gegen wie viele Personen dieser Menschenmenge der Prozess gemacht wird. Eines steht jetzt schon fest, das Ganze ist eine sicherheitspolitische Katastrophe ist (11 wurden festgenommen, mutmasslich für Delikte (welcher Schwere?) die grösstenteils, wenn nicht sogar ausschliesslich, NACH der Einkesselung durch die Polizeikräfte begangen wurden)!
Leider geht Wolff und seine Spezis - wie geplant - als Sieger dieses Scharmützels heraus und werden dafür gefeiert, dass sie "endlich" "Härte" gezeigt haben. Publicity, die der angeschlagene Stadtrat und seine Truppe schwer nötig haben, denn bei "Reclaim the streets" hat man alt ausgesehen, Hardliner kritisierten den Umgang mit den Hausbesetzern und selbst die Fussballfans produzierten in Zürich schon lange keine (negativen) Schlagzeilen mehr. Frevler hätte das gigantische Sicherheitsdispositiv in Frage gestellt, nun, hat man durch die auf Eskalation ausgelegte Taktik und im Wissen der Reaktion der Fussballfans neue Tatsachen geschaffen!