Die NZZ bringts gut auf den Punkt:
http://www.nzz.ch//nachrichten/sport/fussball/fc_sion_fifa_1.14003836.html
*»[…]Die auf Befehl der Fifa erfolgte Sanktion des SFV spiegelt die Schärfe, die dem vertrackten Fall eigen ist. Der guteidgenössische Kompromiss scheint nicht mehr möglich. […] Der FC Sion, der sich wie das gallische Dorf mit Asterix-Kräften gegen die Römer zu wehren versucht, soll offensichtlich in die Knie gezwungen und an den Rand des Ruins getrieben werden. Es sollte jedoch niemand dem Irrglauben verfallen, dass die Sittener aufgeben.
Wahrscheinlicher ist, dass sie, die in diesem Fall nach wie vor kein gewichtiges Rechtsverfahren gewonnen haben, noch mehr Kräfte freimachen.
Stossend ist, dass die Fifa, die ebenfalls Fehler gemacht hat und an der Eskalation mitschuldig ist, autokratisch auf ihr Recht pocht und dem SFV mit einer Ausschlussdrohung das Messer an den Hals setzt. Dass das Exekutivkomitee der Fifa das Ultimatum ausgesprochen hat, macht's nicht erträglicher. Das ist jenes Gremium, dem seit Monaten der penetrante Geruch von Bestechung, Schmiergeld und Korruption anhaftet. Doch die Fifa schützt ihr System, fürchtet ein Präjudiz. Was ist, wenn künftig alle zu zivilen Richtern rennen?
Der SFV seinerseits macht den Bückling und sieht sich genötigt, innert weniger Tage seine seit je hoch gehaltene Gewaltentrennung auszuhebeln, Statuten zu verletzen und Notrecht anzuwenden. Solche Vorgänge mögen in anderen Landesverbänden auf anderen Kontinenten nicht unüblich sein, irritieren jedoch im Lichte des Schweizer Rechtsempfindens. Sie veranschaulichen, dass hier wie dort der Geduldsfaden gerissen ist.
Befremdend mutet an, dass die SFV-Spitze einen Entscheid von einer solchen Tragweite fällt und für dessen Kommunikation den Medienchef vorschiebt. Dieser begründet das Versteckspiel damit, dass die Sanktion «kein Gesicht trägt». Die Abwesenheit der Entscheidungsträger ist Sinnbild für den Grenzbereich, in den man vorgestossen ist. Ihre Absenz ist nicht zuletzt ein Zeichen unangenehmer Gefühle.
Der Fall FC Sion ist so aufgeladen und so weit fortgeschritten, dass sich auch Angst breitmacht.«*