Okay. Pyros sehen cool aus. Aber wenn Kinder zu Schaden kommen, dann hört der Spass auf. Erste Sofort-Massnahmen nach dem Spiel FCB – YB.
So sehen wir das gerne: keine monatelange Evaluationen. Kein Zaudern. Nein. Die Pyros wurden am Samstag beim Spiel FCB – YB abgefackelt. Gestern schon präsentierten der FC Basel und Stadionbetreiber Basel United drei Massnahmen, um die Sicherheit der Fans in den an den Gästesektor angrenzenden Sektoren zu erhöhen.
# Die Abstände zwischen diesen Sektoren werden vergrössert. Mit zusätzlichen Zäunen werden weitere Unterteilungen gezogen.
# Die dadurch leerstehenden Stühle werden mit Netzen überzogen und so unpassierbar gemacht.
# Die Sektoren werden mit flammenhemmenden Netzen getrennt und so vor Pyro-Würfen geschützt.
«Aber eine Garantie, dass es nicht zu Fackelwürfen kommt», schränkt Basel-United-CEO Christian Kern ein, «haben wir auch damit nicht.» Hundertprozentige Sicherheit könne es nicht geben, vor allem nicht bei den Eingangskontrollen. Wer bereit sei, Pyros unter allen Umständen reinzuschmuggeln, der werde dies auch schaffen. Minutiöse Kontrollen würden schlicht zu viel Zeit verschlingen, behauptet Kern. «Ausgerechnet gegen YB haben wir aber sehr genau kontrolliert. Und jemandem sogar eine Rakete aus dem Allerwertesten gezogen...»
Etwas schmerzfreier geht das Schmuggeln im Zürcher Letzigrund. Dort kann man die Pyros durch das ästhetisch schöne, aber sicherheitstechnisch ineffiziente Stadion-Gitter schieben. Man hätte es dem Architekten vielleicht sagen sollen...
Kern will das Letzi nicht werten, hat sich aber über die Belehrungen des FCZ in Bezug aufs Gästehandling aufgeregt. Das sei unreflektierte Kritik, heisst es im Basler Communiqué. Die Zürcher fordern zum Beispiel, dass der Gästesektor im Joggeli direkt an den Bahndamm anzugrenzen habe. «In Zürich müssen die Fans durch die halbe Stadt gehen, in Bern 500 Meter. Bei uns sind es hundert. Glauben Sie mir: Die aktuelle Lösung ist jene mit dem geringsten Sicherheitsrisiko.»
Und Plexiglas-Abtrennungen wie in Argentinien würden feuerpolizeilich nie erlaubt.
Viel mehr, so Kern, dürften die Fackeln nicht mehr in jedem Bootsshop frei erwerblich sein: «Das Abbrennen von Pyro ist ein Offizialdelikt, das unter die Sprengstoff-Verordnung fällt. Also sind Fackeln, die tausend Grad heiss werden, Waffen. Und deren Verkauf gehört reglementiert und erschwert.»
Mittlerweile sind in Bern Zweifel aufgekommen, ob der Täter die Fackel absichtlich in den Gästesektor geworfen habe. Ein Video soll zeigen, wie die Fackel aus Versehen in den Gästesektor kippte. Doch auch wenn es nicht die Absicht des Berners war, die Fackel in den Gästesektor zu werfen – nur schon ein Wurf in dessen Nähe ist grob fahrlässig und deshalb zu verurteilen. Zudem flog nicht nur eine Fackel nach unten, sondern es flogen gleich mehrere, von unterschiedlichen Plätzen aus; diese allerdings in den unteren Teil des YB-Sektors. Was nichts ändert. Welche Farbe jemand trägt, spielt keine Rolle. Opfer darf es keine geben.
Mildernde Umstände macht YB-Verwaltungsrat Stefan Niedermeier nicht geltend: «Aufgrund unserer Videoquellen bin ich zuversichtlich, dass wir den Täter in wenigen Tagen finden werden.» Offen bleibt, ob es sich tatsächlich nur um eine Person handelt. Ein Videofilm auf Youtube lässt einen anderen Schluss zu. Sicher ist, dass die Pyro-Freaks mit Stadionverbot und Gerichtsverfahren rechnen müssen. Zudem erwägt YB, die Verantwortlichen auf Schadenersatz einzuklagen. Für die durch ein allfälliges Geisterspiel entgangenen Einnahmen.
Q: blick
http://www.blick.ch/sport/fussball/supe ... cht-101581
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