ich pack das mal hier rein... wird ja sicher einiges zu diskutieren, nein wohl eher schwärmen geben.
Etwas Räubermusik zur Einstimmung
Bier, Zigaretten, Fastfood und Joints. Das brauchts, damit ein neues Album von Radio 200 000 entsteht. Ein Proberaumbesuch bei den Zürcher MCs.
Von Beat Metzler
Radio 200 000 sind so etwas wie die Beastie-Boys der Deutschschweiz: innovativ, tanzbar und selbstironisch. «Installation », ihr erstes Album, verkaufte sich über
4000 Mal.*
( 1 CD davon ging nach Costa Rica, schlug dort hammermässig ein :-)*
Ein respektabler Erfolg, schliesslich steht die Band bei keiner Plattenfirma unter Vertrag. Und der Markt ist vergleichsweise klein. «Als Mundart-Rapper mit Verankerung in Zürich haben wir es schon ausserhalb der Kantonsgrenzen sehr schwer», erzählt Jet Domani. Jetzt, zweieinhalb Jahre später, nehmen die vier ihr zweites Album auf. «Aktuelle Hits» wird es heissen.
Der Text entsteht demokratisch
Am Anfang eines neuen Radio-200 000Liedes steht der Beat. Die vier hören sich durch verschiedene Zürcher Produzenten wie Sterneis oder TwinStarr und suchen sich ihre Lieblingsstücke aus. «Fürs zweite Album haben wir eher klassische Hiphop-Sachen gewählt», sagt Krasseranz. Auf den Beat folgt der Text. «Dieser entsteht äusserst demokratisch.» Die vier experimentieren jeweils so lange herum, bis sich Thema und Refrain ergeben. Dann feilt jeder an seinem Textteil weiter. «Wir kommen selten mit Textzetteln ins Studio. Bei uns entsteht fast alles aus der Gruppendynamik.» Deshalb handle «Aktuelle Hits» auch von verschiedenen Dingen: Fussball, Liebe, Mode, der Langstrasse.
Und vor allem von Radio 200 000 selber. «Das ist aber nicht ganz ernst gemeint. In unserem Alter nimmt man das Hiphop-Ding spielerisch», sagt Sgoing Erlöst. Steht der Text fest, beginnt die Feinabstimmung.
An diesem Abend ist der Mundart-Reggae- Sänger Phenomden in den Proberaum gekommen, man arbeitet an einer Kollaboration. «Wäge dir», heisst sie. Ein Liebeslied mit Reggaegroove. Doch irgendwie sitzt der Refrain nicht. Die fünf diskutieren. Das Lied startet erneut. Der Refrain misslingt. «Du musst bei ‹Nume du bisch dä Grund› hoch», findet Redl und singt es vor. Die fünf versuchen es a cappella, es klingt wie in einem Chor. Man diskutiert wieder. Und dann, nach gut einer Stunde, tönt es plötzlich erstaunlich gut, fast wie ein radiotauglicher Sommerhit. «Genau so muss es sein», sagt Sgoing Erlöst. «Ich hol uns ein Bier.»
Im Sold von Pro Helvetia
Ende April soll das Album fertig sein, am 30. Mai wird es erscheinen. Auch nach den Aufnahmen wird keine Funkstille einkehren bei Radio 200 000. Es folgen die Proben mit der Liveband The Loops und der Videoclip-Dreh. «Und während des Sommers sind wir schon für einige Konzerte gebucht. Das wird dann wirklich geil», sagt Sgoing Erlöst. Im November stellt Radio 200 000 auf Weltempfänger: Die Band wagt sich dann zum ersten Mal richtig ins Ausland. Und zwar gleich über den Atlantik. Sie touren drei Wochen lang durch
Costa Rica, Guatemala und Panama, als Schweizer Kulturvermittler im Auftrag und Sold von Pro Helvetia. «Bis dahin brauchen wir unbedingt noch ein spanisches Lied», findet Redl.
Ein Insekt fliegt vorbei. Redl schlägt vor, die Motten mit dem Feuerzeug zu verbrennen. «Das ist schlecht für dein Karma», sagt Jet Domani. «Ausserdem hat es hier unten genug Stoff für alle.» Das Album von Radio 200 000, «Aktuelle Hits», erscheint am 30. Mai. Plattentaufe: 6. Juni, Rote Fabrik.
aus sicherer Quelle :-)
Kleine Korrektur: nix Guatemala - Alles Andy Möller oder was? Mailand=Madrid?
Es ist Costa Rica (3 Konzerte) - Panama (1 Konzert) und
Nicaragua (1 Konzert)
@Redl: unbedingt! es muesste ein PURA VIDA Song sein. Spanisch logo!
Da ihr Pura Vida aber noch nicht kennt - hier eine Don U Erklaerung zum
Allerweltswort von Costa Rica - dem PURA VIDA:
Pura Vida? Ja, "Pura Vida", sagen die Costaricaner. Das heisst “pures Leben“ und gleichzeitig "Ich mag dich", "Hallo!", es heisst auch "alles Gute!" oder "wunderschön". Es ist der Gruss der Alten und Jungen, wenn sie sich am Abend trennen, und die Antwort auf die Frage “Wie geht’s?“. Pura Vida steht für Geniessermentalität, Gastfreundlichkeit und Spontaneität. In Costa Rica mit seinen Vulkanen, Dschungeln mit fremdartigen Tieren, warm-feuchtem Klima, fröhlichen Menschen und Bilderbuchstränden begegnet einem das pure Leben in der Tat. “Reiche Küste“ (Costa Rica), sagte Kolumbus, als er erstmals Fuss setzte in Ticolandia. Der alte Goldfinger dachte nicht ans Pura Vida sondern nur ans glänzende Edelmetall. Von diesem hatte er nicht viel gefunden. Und für das Pura Vida hatte er eh keine Zeit. Schade, Sr. Colon, sie haben was verpasst.