Medienberichte / Kommentare

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subMitglied
24.02.2019, 09:02 · #1'761
Beiträge: 1'363
Villicht dä nächst Scheich für GC? Der grosse Bluff des Ramon Vega Der Schweizer Ex-Fussballer behauptet, er habe in London Karriere in der Finanzwelt gemacht und verwalte ein Milliardenvermögen. Nichts davon ist belegbar. Es gibt ein Leben nach dem Sport. Ein gutes sogar. Ramon Vega zitiert als Beweis dafür gerne sich selbst: Einst war der in London lebende gebürtige Oltner mit spanischen Wurzeln ein gefeierter Fussballer: Verteidiger bei den Grasshoppers, bei Tottenham Hotspurs und Celtic Glasgow. 23-mal spielte er in der Schweizer Nationalmannschaft, bevor der gelernte Bankkaufmann das Trikot an den Nagel hängte und in die Finanzwirtschaft wechselte. Die zahlreichen Berichte und Interviews in Schweizer und britischen Medien der vergangenen Jahre lassen nur einen Schluss zu: Vega hatte auch hier Erfolg, wurde sogar zu einer wichtigen Persönlichkeit in der Branche. Als «Schlüsselfigur in Londons Finanzwelt» und Warner vor dem Brexit beschrieb ihn die «Schweizer Illustrierte». In seiner 2008 gegründeten Vermögensverwaltung Vega Swiss Asset Management (VSAM) beschäftige der Schweizer 15 Angestellte und verwalte Vermögen im Wert von 1 Milliarde Dollar, schrieb der «Blick» vor eineinhalb Jahren. 2012 berichtete der «Tages-Anzeiger» von vier, die «Neue Zürcher Zeitung» von sechs Angestellten in Vegas Firma. Schon damals verwaltete diese angeblich 1 Milliarde Dollar. Vegas Firma ist von der Zwangsauflösung bedroht Die britischen Firmenunterlagen widersprechen diesen Angaben: Laut diesen Dokumenten hatte Vegas Firma keine Angestellten und ist seit 2017 von der Zwangsauflösung bedroht – vermutlich weil Bilanzen nicht fristgerecht eingereicht wurden. Wie hoch das verwaltete Vermögen wirklich ist, geht aus den Unterlagen nicht hervor. Die Umsätze sind eher bescheiden. Auf keinen Fall unterstützen sie ein 2015 erschienenes Porträt von Vega in der britischen «Daily Mail», das nach einem ausführlichen Gespräch mit dem Schweizer Ex-Fussballer entstand. Darin wurde Vegas Einkommen aus den Finanzgeschäften mit 15 Millionen Pfund angegeben. Vegas Firma existiert noch, ihre Website www.vsam.co.uk ist im Internet jedoch nicht mehr aufrufbar. Der SonntagsZeitung liegen Bildschirmfotos der Website aus den vergangenen Jahren vor, mit Vegas Lebenslauf: 2002 sei er Gründungsmitglied des Hedgefonds Duet Asset Management gewesen, der 2,5 Milliarden Dollar verwalte. Auch in mehreren Zeitungsartikeln wird Vega als Partner beschrieben. Jedoch kommt der Name Ramon Vega in den Firmendokumenten nicht vor. Und ein damals Beteiligter, der nicht namentlich genannt werden will, sagt, Vega sei niemals ein Partner der Firma gewesen sei. Vega habe einzig geholfen, die Aktivitäten im Sportgeschäft zu fördern. Als dieser Zweig aufgegeben wurde, sei man getrennte Wege gegangen: «Er war sehr nett, keine bösen Gefühle.» Warum aber bezeichnete sich Vega als Gründungsmitglied und Partner? Er antwortet auf die Frage nicht. Kandidatur für Fifa-Präsidium von vornherein gescheitert In britischen Medien wurde Vega häufig als Vorbild präsentiert, wie hoch bezahlte Spitzensportler nach dem Ende ihrer Laufbahn den Umstieg in die Wirtschaft schaffen könnten. Vega, dieser «intellektuelle Geschäftsmann», sei das beste Beispiel dafür, «dass da draussen Millionen verdient werden können», schrieb 2017 eine britische Fanzeitung: «Es ist nicht alles schlecht, Jungs!» Der heute 47-Jährige förderte dieses Image, in Bildern und mit Worten. Er tritt stets in bestem Tuch auf, hält Hof in den teuersten Hotels. Er sucht die Öffentlichkeit, zuletzt mit seiner Ankündigung, er werde als einziger Herausforderer von Gianni Infantino für den Posten des Fifa-Präsidenten kandidieren. Das brachte ihm Schlagzeilen in Sportgazetten weltweit. Dummerweise stellte sich bald heraus, dass er nicht einmal die notwendige Unterstützung von fünf Fifa-Verbänden für die Kandidatur hatte. Auch die Adresse seiner Vega Swiss Asset Management im Londoner Nobelquartier Mayfair deutete auf grossen Wohlstand und Erfolg hin. «Mir ist es wichtig, dass die Kunden wissen, was mit ihrem Geld passiert», sagte Vega dem «Tages-Anzeiger» im Jahr 2012: «Transparenz wird wieder geschätzt.» Heute ist der weltgewandte Oltner, der fünf Sprachen fliessend spricht, hingegen wortkarg. Alle Fragen zu seinen Firmen blieben unbeantwortet. Am Telefon meldet sich Vega nicht mehr. Deshalb bleibt auch die Frage nach den 500 Millionen Pfund ­ unbeantwortet: Vega hatte im November 2015 in London die Firma Vega Suisse Finance gegründet. Schon zwei Monate später gab sie eine Anleihe über 500 Millionen Britische Pfund heraus, damals waren das 720 Millionen Franken. Gezeichnet wurde die Anleihe treuhänderisch von einer irisch-amerikanischen Bank, das geht aus einem Vertrag hervor. Wer Vegas Firma tatsächlich so viel Geld gab, bleibt unklar. Vega schweigt. Kenner der britischen Finanzwelt finden es höchst ungewöhnlich, dass eine neu gegründete Firma so viel Geld auf dem Finanzmarkt aufnehmen kann. Ein Jahr nach der Ausgabe der Millionenanleihe, im Dezember 2017, wurde Vega Suisse Finance schon wieder aufgelöst. Was mit der Anleihe geschah, ist unklar. Ehemalige Geschäftspartnerin taucht in Panama Papers auf Neben diesem kurzlebigen Unternehmen gründete Vega im November 2015 drei weitere Firmen in London. Auch sie wurden im Winter 2017 und im Frühjahr 2018 wieder liquidiert. Auch ihr Zweck bleibt unklar. Vega schweigt. Aufgelöst wurde 2018 auch Vegas Schweizer Firma Matterhorn Capital Rosalp. Mit der hatte er vor einigen Jahren das Hotel Rosalp im Walliser Ferienort Verbier gekauft. Doch den Ausflug in die Hotellerie hat er mittlerweile beendet. Seine Geschäftspartnerin in der Matterhorn Capital war die Tessinerin Judith Hamburger-Ornstein, deren Name im Zusammenhang mit Offshore-Firmen in den Panama Papers auftaucht. Ihre Schweizer Firma Salix wird jetzt laut Berichten von US-Medien von US-Sonderermittler Robert Mueller untersucht. Sie soll hinter der israelischen Firma Psy stehen, die im US-Präsidentschaftswahlkampf soziale Medien manipuliert hatte. Als Vega noch mit der SonntagsZeitung sprach, lobte er Hamburger-Ornstein als «professionell und sehr seriös». Den Grund, warum er seine Schweizer Firma auflöste, sagte er schon damals nicht. Zuletzt äusserte Vega in anderen Medien immer öfter und immer lauter seinen Wunsch, in den Fussball zurückzukehren. Vielleicht als Spielervermittler, vielleicht als Clubmanager. Er habe schon einige Anfragen erhalten, verriet er im vergangenen Sommer der britischen «Sun». Er sei flexibel, beherrsche sowohl die wirtschaftliche als auch die sportliche Seite: «Wenn so viel Geld im Spiel ist, muss man das Business genauso wie den Fussball beherrschen», zitiert ihn die «Sun»: «Das ist eine Verschmelzung des Wissens.» (SonntagsZeitung)
SchmiedrichMitglied
24.02.2019, 11:45 · #1'762
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zuerchergoalieMitglied
25.02.2019, 18:31 · #1'763
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https://www.blick.ch/-id15187583.html?u ... ck_app_iOS Will ja sonst echt nicht Blick-Artikel verlinken aber einfach herrlich, wie sie in diesem Artikel am Schluss gegen das neue Newsportal „nau.ch“ poltern. Muahaha die haben den Abgang von Wettstein wohl noch nicht ganz verkraftet.:-)
ZhyrusMitglied
26.02.2019, 07:09 · #1'765
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https://www.blick.ch/sport/fussball/international/bundesliga/nati-star-admir-mehmedi-gesteht-ein-ueberfall-hat-mein-leben-veraendert-id15187694.html Guter Junge. Wir waren einmal in Freiburg in einem Hotel, die Rezeptionistin geriet in's Schwärmen ob der Freundlichkeit und der wunderbaren Bescheidenheit von Admiral! Schön in den Zeiten, in den Kepa sich über den Trainer hinwegsetzt und Bale schmollend das Aufwärmen unterbricht, weil ein Anderer eingewechselt wird.
yellowMitglied
26.02.2019, 07:44 · #1'766
Beiträge: 6'695
https://www.blick.ch/sport/fussball/international/bundesliga/nati-star-admir-mehmedi-gesteht-ein-ueberfall-hat-mein-leben-veraendert-id15187694.html Guter Junge. Wir waren einmal in Freiburg in einem Hotel, die Rezeptionistin geriet in's Schwärmen ob der Freundlichkeit und der wunderbaren Bescheidenheit von Admiral! Schön in den Zeiten, in den Kepa sich über den Trainer hinwegsetzt und Bale schmollend das Aufwärmen unterbricht, weil ein Anderer eingewechselt wird. Ja, Mehmedi ist immer sehr sympathisch rübergekommen. Freue mich auf seine Rückkehr - früher oder später.
SchmiedrichMitglied
26.02.2019, 10:44 · #1'768
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1896_Mitglied
26.02.2019, 11:05 · #1'769
Beiträge: 6'382
Muahaha https://m.tagesanzeiger.ch/undefined/articles/12724192 Naja, so unüblich ist das nicht. Denke bei fast jedem sl/chl/Promotion league Club kommt sowas vor. Aber es passt halt aktuell, dass GC da genannt wird ;)
TitaniumMitglied
26.02.2019, 13:35 · #1'770
Beiträge: 4'800
Finde dies schon eine krasse Sache - bis zu 10jährigen!!! Super! Egal bei welchem Verein - dass der seinen Job los ist, ist das einzig Richtige. Wie ich gelesen habe soll es sich beim Juniorentrainer um einen Typen mit Südkurven-Tattoo handeln (Quelle: "anderes Forum").
MaisbuebMitglied
26.02.2019, 15:37 · #1'771
Beiträge: 53
Finde dies schon eine krasse Sache - bis zu 10jährigen!!! Super! Egal bei welchem Verein - dass der seinen Job los ist, ist das einzig Richtige. Wie ich gelesen habe soll es sich beim Juniorentrainer um einen Typen mit Südkurven-Tattoo handeln (Quelle: "anderes Forum"). Wenn du von dem Post vom GC-Forum sprichst, hast du glaube ich etwas falsch verstanden. Dieser User schrieb, dass es ihn nicht überrascht, weil man ja auch einen Juniorentrainer mit SK-Tattoo engagiert. Ich denke nicht, dass es sich um diese Person handelt.
CheMailiMitglied
26.02.2019, 23:03 · #1'772
Beiträge: 623
Muahaha https://m.tagesanzeiger.ch/undefined/articles/12724192 Naja, so unüblich ist das nicht. Denke bei fast jedem sl/chl/Promotion league Club kommt sowas vor. Aber es passt halt aktuell, dass GC da genannt wird ;) So viele Trainer entlassen und keiner davon ist Fink...
ShorunmuMitglied
27.02.2019, 09:44 · #1'773
Beiträge: 4'740
Muahaha https://m.tagesanzeiger.ch/undefined/articles/12724192 Naja, so unüblich ist das nicht. Denke bei fast jedem sl/chl/Promotion league Club kommt sowas vor. Aber es passt halt aktuell, dass GC da genannt wird ;) So viele Trainer entlassen und keiner davon ist Fink... Krank sind ja vor allem Eltern die bei 10, 11, 12jähringen Geld für Privat-Trainings und Trainerbestechungen in die Hand nehmen. Der hauptverantwortliche Trainer war zu dem nicht mal für eine Mannschaft verantworltich. Sondern Technik-Trainer über mehrere Jahrgänge. Weiss nicht wie viel Einfluss ein Spezial-Trainer auf die Kaderplanung hat, aber das Business ist krank und mit den unverwirklichten Träumen der Eltern lässt sich einfach spielen...
SchmiedrichMitglied
27.02.2019, 10:53 · #1'774
Beiträge: 2'903
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ShorunmuMitglied
27.02.2019, 16:10 · #1'775
Beiträge: 4'740
Finde dies schon eine krasse Sache - bis zu 10jährigen!!! Super! Egal bei welchem Verein - dass der seinen Job los ist, ist das einzig Richtige. Wie ich gelesen habe soll es sich beim Juniorentrainer um einen Typen mit Südkurven-Tattoo handeln (Quelle: "anderes Forum"). Wenn du von dem Post vom GC-Forum sprichst, hast du glaube ich etwas falsch verstanden. Dieser User schrieb, dass es ihn nicht überrascht, weil man ja auch einen Juniorentrainer mit SK-Tattoo engagiert. Ich denke nicht, dass es sich um diese Person handelt. Könnte SK nicht das Codewort für den gechassten Trainer stehen...
LuisCypherMitglied
27.02.2019, 19:42 · #1'776
Beiträge: 1'933
Was sollte es uns interessieren? Schauen wir lieber auf uns und unsere Weiterentwicklung, dazu muss ich keine Insekten befragen geschweige denn beachten....btw., jeder, der mal Mannschaftssport betrieben hat, kennt den Satz: nein, der Cedric muss heute mal spielen, weil sein Vater uns an jeden Match fährt...
ShorunmuMitglied
28.02.2019, 10:55 · #1'777
Beiträge: 4'740
Was sollte es uns interessieren? Schauen wir lieber auf uns und unsere Weiterentwicklung, dazu muss ich keine Insekten befragen geschweige denn beachten....btw., jeder, der mal Mannschaftssport betrieben hat, kennt den Satz: nein, der Cedric muss heute mal spielen, weil sein Vater uns an jeden Match fährt... Na ja, wir haben einen Medienberichte-Fred im allgemeinen Fussballteil. Und gewisse Forumsmitglieder tauschen sich darüber aus. Für das ist ein Forum da. Und ja, mich interessiert es sehr, was auf den einzelnen Juniorenstufen passiert und welche Trends zu beobachten sind. Egal ob das bei GC, Basel, Ajax oder sonstwo ist.
BalooMitglied
06.03.2019, 09:09 · #1'778
Beiträge: 1'291
Im neuen ZWÖLF wird auf einer Doppelseite die Statistik der Hinrunde 18/19 betreffend Auswärtsfans präsentiert. Wir sind Spitzenreiter, obwohl die Derbys nicht eingerechnet wurden, weil diese berechtigterweise nicht als richtige Auswärtsspiele angesehen werden. Im Auswärts-Derby waren 4074 Zuschauer im Sektor D, Ligarekord und mehr als 2.5 mal mehr als im Spiel mit den zweitmeisten Auswärtsfans (erstaunlicherweise GC in ihrem Auswärtsderby - wo haben sich die alle versteckt?) Aber auch beim Anteil Auswärtsfahrer im Vergleich zum Heimpublikum sind wir mit 9.8% Liga Spitzenreiter. Wiederum gefolgt von GC. Ob man dies nun gegen den Letzigrund auslegen kann oder ob die FCZler einfach generell reisefreudiger als andere Fans sind, geht aus der Statistik nicht hervor.
devanteMitglied
11.03.2019, 10:26 · #1'780
Beiträge: 19'480
Spannendes Interview mit unserem ehemaligen Kay Voser. "Gegen den Trainer spielen" ist wohl mehr als nur ne Floskel: Ausgespielt! Was geschieht mit einer Mannschaft, wenn der ­Trainer entlassen wird? Ex-Profi Kay Voser schreibt über Verlustängste und Spieler, die gegen den eigenen Chef spielen. So fühlt es sich also an, wenn du zu den Verlierern gehörst. Über Nacht hat sich das Trainingsgelände des FC Fulham in ein Tollhaus verwandelt. Laute Musik und Gesang dröhnen aus der Garderobe. Ein Teamkollege kommt mir fast schon tanzend entgegen und brüllt: «Kay, weisst du es schon? Magath wurde entlassen – die Medizinbälle hat er gleich mitgenommen!» Für den Grossteil der Mannschaft hätte dieser neblige Morgen in New Malden offenbar nicht besser beginnen können. Aber als ich mich auf meinen Platz setze, stupst mich mein Sitznachbar an. «Wir sind am Arsch. Bestimmt möchten die uns gleich mit in die Wüste schicken», flüstert der junge Deutsche, der wie ich von Felix Magath zu Fulham geholt worden ist. Mein Magen zieht sich zusammen. «Ich habe sie immer gespürt, wenn ein neuer Trainer gekommen ist: die Angst zu versagen. Dieses Gefühl, nicht gut genug zu sein.» Kay Voser So ist das, wenn ein Fussballclub seinen Trainer wechselt, ich weiss es aus eigener Erfahrung: Es gibt im Team neben ein paar Gewinnern auch Verlierer. Spielerkarrieren können durch einen Trainerwechsel so richtig lanciert werden – oder aber zerstört. Als ich bei Fulham auf die erste Sitzung mit dem neuen Trainer warte, wird mir bewusst: Jetzt ist es wohl vorbei. Mein Förderer ist weg. Unter ihm hätte ich mich durchgesetzt, mit ihm wäre ich in England durchgestartet. Jetzt muss ich in einem fremden Land ohne jeden Kredit von vorne anfangen. Die Angst beim neuen Trainer zu versagen Die Gemütslage eines Fussballprofis ist sowieso schon extremen Schwankungen ausgesetzt. Siege und Niederlagen haben direkten Einfluss. Wird der Coach gefeuert, verstärkt sich dieses Auf und Ab zusätzlich. Da kippt die Stimmung im Team meist auf einen Schlag drastisch. Sind einige Spieler noch Tage nach der Entlassung euphorisch, würden sich andere am liebsten in ihrem Spind verkriechen, um ihr Leid zu verbergen. Natürlich spricht kein Spieler ehrlich über solche Situationen, weil keiner gerne Schwächen eingesteht. Aber ich habe sie immer gespürt, wenn ein neuer Trainer gekommen ist: die Angst zu versagen. Dieses Gefühl, nicht gut genug zu sein, immer wieder frisch von vorne anfangen zu müssen und nie am Ziel anzukommen. Kay Voser im Dress von Fulham. Bild: Getty Logisch, dass jene Spieler ihre Chance wittern, die unter dem alten Trainer wenig oder gar nicht eingesetzt wurden. Gerade sie sprühen nach einem Wechsel vor Tatendrang. In den Trainingsspielen ist die Intensität schon fast so hoch wie in einem Spiel der Champions League. Was sich aber wie in den meisten Fällen nicht ändert, ist der sportliche Erfolg oder Misserfolg. Vor allem werden bestehende Grüppchen und Spannungen im Team auch mit einem Trainerwechsel nicht gelöst. Ja, manchmal werden die Fronten innerhalb des Teams durch einen neuen Mann sogar noch verhärtet. Magaths Nachfolger bei Fulham macht bereits im ersten Training klar, dass er kein Fan seines Vorgängers ist. Sogleich teilt er die Mannschaft in zwei Gruppen auf: Ich muss wie fast alle anderen deutschsprachigen Mitspieler Fünf gegen Fünf trainieren. Währenddessen arbeitet der Rest mit dem neuen Coach taktisch. In diesem Moment wünsche ich mir, ich hätte ein paar Monate früher Basel nicht verlassen. Wie ein Trainer den Rückhalt verliert Es gibt viele Arten, wie ein Trainer den Rückhalt im Verein verlieren kann. Ganz abgesehen davon, dass einem Wechsel meist ausbleibender Erfolg vorausgeht. Bei Magath wird mir schnell klar, dass die meisten Spieler Mühe mit seiner zynischen und leicht arroganten Art bekunden. Einmal lässt er uns nach einer Niederlage eine Stunde lang in hohem Tempo um den Platz rennen. Danach fragt er einen jungen Ersatzspieler: «Bist du etwa schon müde?» Als der seine Unsicherheit mit einem kräftigen «Nein» überspielt, antwortet er sichtlich amüsiert: «Gut, dann trainieren wir alle am Nachmittag nochmals.» «Der Captain fragt uns, ob jemand unter dem Trainer noch glücklich sei? Die wenigen, die noch zu Magath stehen, trauen sich nicht, die Hand zu heben. Auch ich nicht.» Kay Voser In einem anderen Club setzt sich der Trainer bei einem Plauschspiel wie ein trotziger Junge einfach auf den Ball, nachdem er glaubt, gefoult worden zu sein. An diesem Tag verliert er den Respekt der Mannschaft – drei Wochen später ist er auch seinen Job los. Und richtig gefährlich wird es, wenn die erfahrenen Spieler unzufrieden sind. Dann bringen auch Siege nichts. Wie beim FC Basel unter Murat Yakin. Auf dem Platz eilen wir von Erfolg zu Erfolg. Aber daneben häufen sich die Schlagzeilen, im Club herrscht Unruhe. Wären es nicht verdiente Spieler, die sich bei der Clubführung über Yakin beklagen, der Verein würde wohl nichts unternehmen. So aber muss er den Meistertrainer freistellen, um die Stimmung im Team zu retten. Und ich? Werde kurz zum Gewinner. Einen Tag nach der Bekanntgabe, dass Yakin Ende Saison gehen muss, stellt er mich überraschend in die Startformation. Dafür lässt er zwei andere Spieler kurzerhand draussen. Es ist sein letzter, kleiner Racheakt, bevor er seinen Posten räumen muss. Die Vorboten einer Entlassung Als Spieler kennst du viele Vorboten einer Trainerentlassung. Interna dringen nach draussen, Führungsspieler beschweren sich nicht nur in der Kabine sondern auch anonym bei Journalisten über den Trainer. Plötzlich will der Verein Profis loswerden, die unter dem aktuellen Coach eine wichtige Rolle haben. Und dann sind da noch die Spielerberater, die ihren Klienten brühwarm erzählen, schon bald stehe ein neuer Übungsleiter an der Seitenlinie. Das alles hat auch Einfluss auf die Stimmung innerhalb der Mannschaft. Und ja, es kommt vor, dass ein Team – oder zumindest einige Spieler – gegen den Trainer spielen. Jedenfalls erlebe ich so eine Partie: Drei Niederlagen in Serie haben aus der Begegnung ein Schicksalsspiel gemacht. Kein Tag ist zuvor ohne negative Schlagzeilen vergangen, die Clubführung steht unter Druck. Trotzdem spüre ich vor dem Anpfiff das Feuer im Team. Auch als wir 1:3 zurückliegen, spielen wir nicht schlecht. Da passiert es: Einer von uns verliert ohne Not den Ball in der eigenen Hälfte – Tor. Anstoss, Rückpass, wieder verliert einer den Ball – Tor. Danach frage ich mich wirklich, ob einige absichtlich schlecht gespielt haben, weil sie dem Club mit einem 1:5 den Entscheid über den Trainer deutlich vereinfachen. Bei Fulham gibt es sieben Tage vor Magaths Entlassung eine Spielersitzung. Der Captain fragt uns, ob jemand unter dem Trainer noch glücklich sei? Die wenigen, die noch zu Magath stehen, trauen sich nicht, die Hand zu heben. Auch ich nicht. Es wäre unklug, sich gegen die Mehrheit der Mitspieler zu stellen, wenn der Trainer in ein paar Tagen sowieso weg sein könnte. Nach der Sitzung geht der Captain zur Vereinsführung. Eine Niederlage später wird Magath freigestellt, die Party in der Garderobe kann steigen. Es ist der 18. September 2014. Seither hat Fulham weitere fünfmal den Trainer gewechselt. Der aktuelle heisst Scott Parker und ist etwas mehr als eine Woche im Amt. Er war damals der Captain, der die Spieler über Magaths Zukunft abstimmen liess. (baz.ch/Newsnet) Erstellt: 09.03.2019, 23:00 Uhr // BAZ & TAGI
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