Sforzas schwere Zeit

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grischunaMitglied
24.01.2003, 23:46 · #1
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Lautern-Star Ciri Sforza vor seinem schwierigsten halben Jahr: «Es sind schon viele Grosse abgestiegen» Heute Bundesliga-Rückrunden-Start VON MAX KERN KAISERSLAUTERN – Es ist bereits sein 18. Frühling als Profi-Fussballer – doch mit Abstand sein heissester. Im Herbst seiner Laufbahn stemmt sich der ehemalige Nati-Captain Ciri Sforza (33) mit Kaiserslautern gegen den Fall in die 2. Liga. Bekleckert er seine beispielhafte Karriere zum Schluss mit einem Abstieg? Ciri Sforza, sind Sie fit für den Rückrundenstart am Samstag gegen den VfB Stuttgart? Ciri Sforza: «Ja, danke, zu 100 Prozent. Ich konnte endlich wieder einmal eine ganze Vorbereitung ohne grosse Probleme bestreiten.» Froh, dass das Pannen-Jahr 2002 vorbei ist? Sforza: «Ich bin froh, dass ich jetzt fit bin. Sicher gabs im letzten Jahr viele negative Momen- te. Aber das machte mich auch stärker.» Was hat Sie im Jahr 2002 am meisten geschmerzt? Sforza: «Die ganze Last bei Kaiserslautern wurde auf die Schultern von zwei, drei Personen gelegt. Ich begreife, dass ich wegen meiner sportlichen Leistungen kritisiert wurde. Aber mit den finanziellen Problemen des Klubs habe ich nichts zu tun. Und ich fand es unfair, dass mein Vertrag mit allen Details an die Öffentlichkeit getragen wurde.» Wars im Nachhinein ein Fehler, bei Kaiserslautern und nicht bei Wolfsburg unterschrieben zu haben? Sforza: «Nein. Ich hatte zwei Angebote auf dem Tisch. In beiden Klubs wurde mir angeboten, nach meiner Spieler-Laufbahn im Management weiterzuarbeiten. Ich entschied mich für Lautern auch wegen meiner Familie. Unser Sohn kommt in die Schule. Hier hatten wir schon Freunde. Ich wollte das meiner Familie nicht antun, dass sie wieder bei null beginnen muss.» Haben Sie keine Angst, dass Sie Ihre Karriere zum Abschluss mit einem Abstieg bekleckern? Sforza: «Das Risiko besteht. Wir sind Zweitletzter. Das ist jetzt eben die andere Seite des Fussballs. Ich habe Weltpokal, Champions League und Uefa-Cup gewonnen, war mit Lautern und Bayern Deutscher Meister. Ich habe in der Schweiz alles gewonnen. Nun besteht die Gefahr, dass ich erstmals absteigen könnte. Aber ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wir den Ligaerhalt schaffen. Und ich bin noch nicht am Karrierenende.» Haben Sie für den Fall der Fälle eine Ausstiegsklausel im Vertrag? Sforza: «Nein. Aber ich möchte jetzt hier nicht über den Abstieg reden. Viele Grosse sind schon abgestiegen.» Wen meinen Sie? Sforza: «Effenberg mit Gladbach, Batistuta und Rui Costa mit der Fiorentina.» Und wenn Sie nun mit dem 1. FCK tauchen, müssen Sie als Sündenbock hinhalten… Sforza: «…das könnte so herauskommen. Wenn irgendwo etwas schlecht läuft, geht man nicht auf die Kleinen los. Aber so lange nicht unter die Gürtellinie gezielt wird und keine Geschichten erfunden werden, kann ich damit leben. In den nächsten vier Monaten müssen wir nun den Verein retten. Das sind wir auch der ganzen Region schuldig. Doch ich bin sehr optimistisch, die Mannschaft hat in den letzten drei Wochen sehr gut gearbeitet. Wir haben es in der Hand, dass wir nicht absteigen.»
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