Ich verstehe die Art und Weise nicht. ist schon etwas stillos.
Wieso kann er nicht mit den Verantwortlichen zuerst zusammen sitzen und diese über seine Absichten informieren?
Hat er ja, gemäss Gladbachverantwortlichen haben sie seinen Rücktritt nicht akzeptiert, weil sie Lucien immer noch für die beste und einzige Lösung hielten. Favre schien felsenfest davon überzeugt gewesen sein, dass er nicht mehr den gemeinsamen Weg gehen möchte. Weshalb auch immer dürften nur die Direktbetroffenen wissen. Ist etwas vorgefallen? Gab es athmosphärische Störungen zwischen der sportlichen Leitung (in der Frühphase gab es ja Differenzen, siehe de Jong)? Opponierte die Mannschaft (es gab ja schon vor dem CL-Spiel eine Krisensitzung ohne Favre)? Hat Favre ein besseres Angebot auf dem Tisch? Oder ist es ganz banal und Favre war einer Ratlosigkeit verfallen, wie er seine Mannschaft aus dieser Krise führen kann, oder sah seine Spielphilosophie, von der er nie abwich, als gescheitert an. Ich finde, es ist dort auch am Trainer neue Wege zu gehen, v.a. wenn er offensichtlich vollstes Vertrauen der Leitung genoss.
«So hat er niemandem die Gelegenheit gegeben in irgend einer Weise zu reagieren.»
Nein, zudem hinterlässt er nun ein Riesenchaos. Ich sehe überhaupt nicht, dass BMG nun nach seinem Abgang besser da stehen soll. Vielleicht hielt Favre sich nicht mehr für den idealen Trainer, aber es wird sehr schwierig für die sportliche Leitung eine bessere Lösung zu finden. Wer soll nun eine bessere, gangbare Alternative sein? Die Mannschaft und den Verein lässt er mit seinem bizarren Alleingang doch sehr im Stich (gerade auch unsere Jungs, die wohl auch wegen ihm überhaupt zu BMG gewechselt sind).
Sowieso hat die Mannschaft gerade einmal den Abgang von 2 Leistungsträgern zu verkraften: Kramer und Kruse. Ersterer gehörte ihnen nie. Insgesamt hatte BMG ca. 30 Millionen investieren können! Ich glaube auch, dass Favre sehr grosse Entscheidungsfreiräume genoss. Die Mannschaft trägt ganz klar seine Handschrift. Viele junge, sehr talentierte Spieler wurden verpflichtet. Das ausgerechnet 3 Spieler seines ex-Vereins bei Gladbach gelandet sind, ist sicher nicht auf Eberls Mist gewachsen (diese Spieler haben alleine mehr 15 Millionen Euro gekostet und kamen zusammen auf ein paar Teileinsätze). Da ist die Flinte schon etwas vorschnell ins Korn geworfen, wenn man nach - zugegeben - 6 miesen Partien bereits zum Schluss kommt, die (junge) Mannschaft passt nicht in meine Spielphilosophie oder ich, als Trainer, bin der falsche Mann.
Man darf gespannt auf Gladbach - Augsburg schauen!