Am Samstag noch das Spiel zweier wahnsinnig sympathischer Mannschaften geschaut:
TSG Hoffenheim - Vfl Wolfsburg
Unsere Bedingungen wurden jedoch erfüllt: es lag perfekt in der Reiseroute (danach noch 3 Stunden bis Zürich) und mind. 1 EX FCZler in der Mannschaft, der auch sicher spielt.
Erst Mal die Anreise, es gibt scheiss viele Parkfelder beim Stadion, 1-2 Wurst-/Bierstände und abartig viele Sponsorensachen. Es gab sogar Parkplätze gleich bei der Haupttribüne, die man nur benutzen durfte, wenn man einen Audi fährt. Brrr. Sehr trist alles. Wir gingen dann relativ schnell mal zum Gästesektor nach dem beäugen der Hoffenheim Fans.
Was bei den Hoffenheim Fans auffiel, ist, dass der Matchbesuch ein absolutes Familienereignis zu sein scheint. Es wurden selten vereinzelte Personen gesichtet oder Kumpelgruppen, ausser vielleicht ein paar Opas. Aber sonst immer 2-3 Generationen, die zusammen zum Stadion pilgerten.
Am Eingang wurde mir fast mein Turnbeutel abgenommen. Rucksäcke seien verboten. Man muss hier dann argumentieren, dass die Frau vorhin mit einer riesigen Handtasche reingelassen wurde, mit der man locker jemanden totschlagen könne und mein Beutel nichts anderes sei als eine Handtasche, nur dass ich wirklich bloss das Nötigste dabei habe und mir das Ding nicht beim Wurst essen und Bier trinken im Weg ist. "Man kann ja das Mädel nicht bestrafen, weil sie pragmatisch ist", meinte dann eine Securityfrau. Ok. Puh.
Ziemlich begeistert war ich dann vom Gästesektor. Wow, diese Menge an Toiletten, ein Frauentraum. Zudem waren in den Wellenbrechern Sitze einmontiert. Die waren aus Metall und sehr flach, abgeschlossen mit einem Schlüssel. Somit ist das sehr praktikabel für EL/CL, Schlüsseli rein, aufklappen. Super. Und da diese wirklich flach gehalten wurden, stören sie nicht beim Stehen, ist einfach im Wellenrecher integriert.
Die Fans des VfL. Meine Güte. Die "Ultras", also der laute Kern, bestand grösstenteils aus Leuten, die bestimmt noch keinen Schnaps kaufen dürfen. Wenige Ausnahmen. Sie hatten einen Trommler, aber keinen Capo. Dies schlägt sich auf jeden Fall im Gesang nieder. Sie sangen sowieso gefühlte Stunden immer wieder nur "Europapokal, Europapokal, Europapoka-a-a-al...."
Der Rest des Gästesektors bestand zu grossen Teilen dann aus Leuten ab 50 (meist Paare) oder ca. 20-jährigen Söhnen mit ihren Vätern sowie 2-3 Grüppchen mit so Jungs um die Mitte 20.
In der Reihe vor uns war so ein Grüppchen. Die schienen ganz okay zu sein, hatten aber eine ziemlich Nervensäge im Schlepptau. Der sah aus wie eine Oberkutte. VfL Trikot angezogen, VfL-Pulli um die Hüfte gebunden, einen Schal dort wo er hingehört und je 2-3 noch um beide Arme gebunden, dazu ein VfL-Cap und eine Trillerpfeife sowie eine Fahne. Die Fahne hielt er vor dem Spiel mal hoch als das Hoffenheimlied lief. Es war eine Deutschlandfahne mit dem Niedersachsen-Wappen in der Mitte. Als einer sagte, dass sie ihm die Sicht behindert, legte er sie über seinen Kopf. Als einer motzte, weil er die Trillerpfeife direkt in sein Ohr gepfiffen hatte, pfiff er absichtlich noch einmal in sein Ohr mit dem Scheissding.
Also Stimmung konnte man das,was da alles zusammen veranstaltet wurde, nicht nennen.
Der Match hingegen war toll mitanzusehen. Hoffenheim startete in beide Halbzeiten besser, jedoch wurde das Spiel von Wolfsburg gestaltet. Wolfsburg verschoss leider ziemlich viele hochkarätige Chancen und kassierten dann mal das 1:0 in der 65. oder so. Weder Benaglio noch Rodriguez konnte man dafür die Schuld geben. Rodriguez spielte sehr abgeklärt und engagiert, ach, war das schön wieder mal live zu sehen. Nach dem 1:0 schien ein Weilchen bei Wolfsburg gar nichts mehr zu gehen und so schlief das Spiel etwas ein. Plötzlich gab es jedoch einen Ruck durch das Spiel und es ging wieder sehr viel in den Angriff bei Ihnen. Mir schien es, als sei RiRo der Hauptinitiant davon. Wirklich Klasse sein Zug nach vorne.
Was mir gefiel, war, dass nicht jedes Mal der Ball sofort ins Aus geschossen wird, wenn einer am Boden liegt, sondern der Angriff noch zu Ende geführt wird und erst dann schaut man sich den mit den Wehwehchen an. So verhindert man natürlich das übermässige Simulieren zur Konterunterbindung.
Belustigt hat mich zudem Guilavogui, kam in der 78. oder 79. für den verletzten Luiz Gustavo und holte sich bis Spielende noch gelbrot, das in einem nicht gehässig geführten Spiel. Bravo Junge :D
Ich freute mich schlussendlich sehr, wieder mit meinen Freunden am nächsten im weniger idealen Stadion, aber Zuhause, zu stehen und ein Fussballspiel zu schauen, welches dann doch auch sehr unterhaltend war.
das mit den Wellebrecherstühlen

Pipilandschaft
