16.11.2007, 17:34 · #781
Beiträge: 114
Hier noch der Artikel zur GV von der Verbandsseite (http://www.football.ch/sfl/de/start.aspx?vNews=1&newsID=2)
«Die Klubs der Swiss Football League (SFL) haben am Freitag an der ordentlichen Generalversammlung in Bern die Frist für die Erfüllung der Stadionvorgaben um zwei Jahre verlängert. Nach der bisherigen Regelung hätten die Klubs bis im Frühling 2008 entweder ein für die beantragte Lizenz konformes Stadion vorweisen oder die Einreichung eines Baugesuches für die nötigen Umbauten respektive einen Neubau nachweisen müssen. Das neue Stichdatum ist nun Frühling 2010 im Hinblick auf die Lizenzerteilung für die Saison 2010/2011.»Die von der Stadionproblematik direkt betroffenen Klubs der Axpo Super League Aarau, Thun und Luzern hatten fristgerecht Anträge an die GV auf eine Verlängerung der Frist um ein Jahr eingereicht. Ebenfalls einen Antrag eingereicht hatte der FC Winterthur. Er schlug eine Regelung vor, nach der ein Klub nach dem Aufstieg in die ASL drei Jahre Zeit für die Erarbeitung eines ausgereiften Bauprojektes erhalten sollte. Das Komitee der SFL hat nach einer detaillierten Analyse selber eine Verlängerung um zwei Jahre vorgeschlagen. Die Klubs haben am Freitag dem Antrag des Komitees zugestimmt. Alle Anträge der Klubs wurden zurückgezogen. Weit fort geschrittene Bauprojekte sollen nicht gefährdet werden Das Komitee sieht zwei wichtige Gründe, weshalb dieser Fristaufschub nötig wurde: In Aarau, Thun und Luzern sind Projekte für neue Stadien weit fortgeschritten, die Klubs und die involvierten Gemeinden haben bereits viel Vorarbeit geleistet. In allen drei Städten finden aber über die Bauvorhaben in den nächsten Monaten noch Volksabstimmungen statt. Es kann nicht das Ziel sein, mit einer möglichen Lizenzverweigerung an die Klubs weit gediehene Projekte zu gefährden. Zweitens will die Liga die ASL- und die ChL-Klubs was die Fristen betrifft gleich behandeln. Etwa zwei Drittel der Stadien der Challenge League, fast alle vollständig im Besitz der Gemeinden, müssen mehr oder weniger stark umgebaut werden. Angesichts des Standes der bereits bestehenden Projekte geht die Liga von einem absolut letzten Fristaufschub aus. Ende der laufenden Saison werden sechs, möglicherweise gar sieben (FC Sion) von zehn Axpo Super League Teams in einem neuen Stadion spielen. Für die drei anderen aktuellen ASL-Klubs existieren wie gesagt konkrete Projekte. Kommt hinzu, dass auch Klubs der Challenge League über ein ASL-konformes (Servette Genf) oder innert Frist anpassbares Stadion (Vaduz) verfügen respektive ebenfalls konkrete Projekte vorliegen haben (Lausanne; Schaffhausen). Für die SFL ist es entscheidend, in der Axpo Super League konsequent mit zehn Mannschaften spielen zu können. In der Challenge League kann im Falle von allenfalls mehrfachen Lizenzverweigerungen unter anderem aufgrund nicht-konformer Stadien (oder im Falle von Verzichten) eine Meisterschaft auch mit weniger als den vorgesehenen 16 Mannschaften durchgeführt werden. Aufgestockt würde erst in der darauf folgenden Saison. Diesem Grundprinzip haben die Klubs am Freitag mit entsprechenden Reglementsanpassungen ebenfalls zugestimmt. Pilotprojekt «Postformation»: Förderung der besten jungen SFL-Spieler Die Liga hat die Klubs am Freitag auch über ein neues Projekt in der Nachwuchsförderung informiert. Typischerweise können Spieler zwischen dem 18 und 21. Altersjahr, auf dem Sprung ins Profigeschäft, nicht individuell gefördert und trainiert werden. Hierzu fehlen in vielen Klubs die Finanzen und die personellen Ressourcen. Ein individuelles Training ist jedoch entscheidend, dass sich ein junges Talent zu einem Topspieler entwickeln kann. In den letzten Jahren hat sich insbesondere gezeigt, dass bei in der Schweiz ausgebildeten Spielern Defizite im physischen Bereich bestehen. Im Frühling 2008 startet die Liga deshalb ein individualisiertes Förderprogramm für die besten jungen Talente der SFL-Klubs. Im Pilotprojekt werden ca. 20 ausgewählte Spieler zunächst umfassend auf ihre Leistungsfähigkeit (vor allem im physischen Bereich) getestet. Aufgrund der Testresultate werden individuelle Trainingspläne erstellt. Die Umsetzung der Pläne bei den Klubs wird von von Liga und Verband abgestellten Spezialisten überwacht und kontrolliert. Ziel ist es später, in diese Trainingsprogramme jährlich zwischen 60 und 80 junge Talente aufnehmen zu können. Zur Erinnerung: Das Projekt «Postformation» ergänzt die bereits bestehenden zwei Säulen im Bereich Nachwuchsförderung der SFL. Als Basis hat die Liga auf die Saison 1997/98 das Ausbildungslabel ins Leben gerufen. Ein Klub wird finanziell unterstützt, wenn er insbesondere professionell arbeitende Trainer im Bereich des Nachwuchses und der Elitejunioren beschäftigt. Die zweite Säule, die U-21-Trophy, wurde neu als verbessertes Konzept zur Förderung des Einsatzes von lokal ausgebildeten U-21-Spielern in Spielen der Challenge League eingeführt. Im Rahmen des Labels und der U-21-Trophy steckt die SFL pro Jahr im Durchschnitt 5 Millionen Franken gezielt in die Förderung junger Talente bei ihren Klubs. Absolut notwendige Massnahme mit der Fristverlängerung, sonst hätten in absehbarer Zeit Auf- und Abstiege ausschliesslich am grünen Tisch stattfgefunden. Den Winterthur-Vorschlag würde ich allerdings auch begrüssen - es kann doch einfach nicht funktionieren, wenn ab 2010 nur ca. 12-15 Teams überhaupt in der höchsten Liga spielen dürften (mal abgesehen von Scheinlösungen à la Bellinzona spielt in Vaduz) und damit ca. 3/4 der Teams aus der Challenge League jegliche Ambitionen gegen oben begraben müssten. Die SFL mag ja durchaus ihre Gründe dafür haben, nur noch gut vermarktbare moderne Stadien zuzulassen. Wenn man damit aber auf eine quasi-geschlossene Superleague hinsteuert, macht man die Liga sicher nicht attraktiver. Zu hoffen, dass weitere Teams mit Potential, wie z.B. Winterthur, Bellinzona oder Lugano so auch animiert werden, sich ein 10k-Stadion bauen zu lassen ist wohl illusorisch - es wird politisch kaum durchsetzbar sein, ein Stadion zu kriegen, dessen Kapazität die aktuelle Nachfrage 5-10x übersteigt. Umgekehrt ist aber denkbar, dass diese Klubs der Öffentlichkeit mit der Euphorie eines Aufstiegs und dadurch steigenden ZS-Zahlen den Anspruch auf ein solches Stadion begründen können. Des Weiteren ist für mich auch unverständlich, wieso Klubs wie Biel und Wil, welche Stadionprojekte mit je 6k am Laufen haben, der Weg nach oben versperrt bleiben soll, sofern sie sich sportlich qualifizieren sollten. Die Liga hat einen Modus gefunden, der für die Spitze scheinbar gut ist - dies legt zumindest die aktuelle Entwicklung nahe. Jetzt muss sie aufpassen, dass die SL nicht zur geschlossenen Eliteliga verkommt, sondern durchlässig bleibt, damit weitere Teams professionalisiert werden können. Klar schlummert in der kleinen Schweiz nirgends mehr ein potentieller Branchenleader, aber ein paar Aaraus und Thuns könnten vielleicht schon noch geweckt werden, was die Konkurrenz beleben und dem zukünftigen Niveau nur gut tun würde. Darum:
- Winterthur-Vorschlag umsetzen. Wer sich sportlich durchsetzt, hat eine Chance verdient, sich zu etablieren.
- Stadionmindestgrösse auf 6k reduzieren.Es gibt in der Schweiz schlicht zu wenig Teams, für die 10k Sinn macht. Ein gesunder Wettbewerb braucht aber eine gewisse Anzahl an Konkurrenz.
- Challengeleauge reduzieren, damit dort Niveau und mediale Beachtung steigt, so dass der sportliche und wirtschaftliche Graben zwischen den beiden Topligen nicht weiter wächst.