Euro 08, Schweiz jammert, Ausland verblüfft

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mayimbeMitglied
06.11.2007, 07:51 · #1
Beiträge: 344
Quelle: Tagi heute 05. November 2007, 22:58 – Von Ueli Kägi und Thomas Schifferle Die glutrote Lust, sich schlecht zu machen An der internationalen Fussballarena in Zürich wurde über die EM 2008 diskutiert. Die Schweiz tat dabei alles, sich von ihrer pessimistischen Seite zu zeigen. Simon Greenberg hört lange zu, bis er zum Mikrofon greift und seine Frage stellt: «Wie bereiten Sie sich darauf vor, wenn 100'000 Engländer nach Zürich kommen?» Greenberg ist in diesem Moment nicht der Kommunikationsdirektor von Chelsea, sondern einfach ein Fussballfan aus England, und ganz offensichtlich ist er besorgt darüber, was er von den Diskussionsteilnehmern zum Thema «Anstoss zur Uefa Euro 2008» vernimmt. Denn was Doris Fiala, Alexander Pereira und Benedikt Weibel sagen, FDP-Politikerin, Opernhausdirektor und Delegierter des Bundesrates für die EM, das muss bei ihm die Frage aufwerfen: Ist die Schweiz überhaupt bereit für einen Anlass dieser Grössenordnung? Die Runde redet an der International Football Arena des Zürcher Spieleragenten Marcel Schmid, einem zur Tradition gewordenen Anlass mit Teilnehmern internationaler Reputation. An diesem Montag am alten Sitz der Fifa gehören Barcelonas Vizepräsident Ferran Soriano, Chelseas Generaldirektor Peter Kenyon und Arsenals früherer Grossaktionär und Vizepräsident David Dein zu den Gästen. Greenberg also stellt seine Frage, als es dem Ende der Runde zugeht, und Weibel sagt: «Wir haben kleine Stadien, kleine Städte, das ist Fakt. Und wir müssen uns fragen: Was machen wir, wenn nicht 100, sondern 100'000 kommen?» Und dann redet er noch ein wenig weiter, beschreibtdas baulich bedingte Chaos auf Berns Bahnhofplatz. Bloss eine Antwort auf Greenbergs Anliegen findet er keine. Pereiras Kritik an Zürichs Politik Weibels ganze Hilflosigkeit drückt sich bei der allerletzten Frage des Moderators aus. Die heisst: Wie wird die Euro? Weibel sagt: «Als Erstes muss ich jetzt den Zürcher Stadtpräsidenten anrufen.» Weibel, der frühere SBB-Direktor, ist vom Diskussionsleiter ganz am Anfang darauf angesprochen worden, dass im Lande von EM-Euphorie nichts zu spüren sei. Weibel hat nicht dementiert, er hat vielmehr gesagt: «Das ist richtig so.» Und so hat er eine 45-minütige Debatte eingeleitet, die nur verblüfft. Pereira, gebürtiger Wiener und damit geborener Lamentierer, formuliert Sätze mit markigen Worten und voller Pessimismus. «Die Zürcher Politik unterschätzt, wie viele Leute durch die Euro angezogen werden. Sie denkt wie immer zu klein. Sie hat diese kleine Wiese vor dem Opernhaus, die sie nutzt, um einmal im Jahr einen Schneemann auf einem Scheiterhaufen zu verbrennen. Weil das so schön emotional und traditionell ist, denkt die Zürcher Politik, das wäre schön emotional und traditionell für die EM. Das ist alles von solcher Kurzsichtigkeit.» Auf dem Sechseläuteplatz ist ein Public viewing für 5000 Leute geplant, wo laut Pereira Platz für 50'000, 60'000 sein müsste. Pereira fürchtet um die Auswirkungen auf das Opernhaus und um den Lärm, der von draussen hineindringt und die Vorstellungen stört. Und verkündet: «Wenn so viele Leute auf einem zu kleinen Platz herumtrampeln, gibt es das absolute Chaos.» Weibel hört zu und vergisst, das Auditorium darüber aufzuklären, dass sich die so genannte Fanmeile bei weitem nicht nur aufs Bellevue beschränkt. «Wir brauchen keine Visionen!» Fiala beginnt sich darüber aufzuhalten, dass einst zu Beginn aller Debatten rund um die EM nur immer negativ gedacht worden sei. Sie macht jetzt selbst nichts anderes: Die Sicherheitsfrage würde sie am meisten interessieren. Sie beklagt, dass alternative Konzepte zur Fanmeile «niedergeschmettert» worden seien. Sie rapportiert den Widerstand gegen das Verkehrskonzept mit der Sperrung des Utoquais täglich von 14 bis 5 Uhr. Und fasst für sich zusammen: Man spüre zu wenig, dass man die ganze Sache im Griff habe. Weibel sagt: «Wir haben ein Sicherheits- und Verkehrskonzept.» Und muss sich gleich selbst eingestehen, dass Zürich eben nicht die Weltläufigkeit von Berlin hat, wo 2006 während der WM der mächtige Boulevard zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule für die Nutzung als Fanmeile gesperrt war. Ein Zuhörer bemerkt: «Die Berge blockieren in der Schweiz die Visionen.» Weibel enerviert sich: «Wir brauchen keine Visionen! Wir brauchen Projekte!» Um Visionen zu haben wäre ein Technokrat wie Weibel auch der falsche Mann. Das Projekt heisst: mit Gastfreundschaft das Image des Landes verändern. Und so lamentiert man noch ein wenig über die Tücken des Föderalismus. Und ergeht sich notgedrungen im Vertrauen auf das Schicksal, wie das Pereira tut: «Vertrauen wir auf die Kraft des Fussballs. Dann kommt das schon gut.» Nach den Schweizern sind die Österreicher an der Reihe zu diskutieren: Willi Ruttensteiner, Technischer Leiter beim österreichischen Fussballverband, der Schriftsteller und Zyniker Franzobel und der Autor Johann Skocek. Im Kollektiv sind sie erstaunt ob der Schweizer. Skocek sagt: «Ich habe gar nicht gewusst, dass die Schweizer die hervorragende Eigenschaft zur Selbstzerfleischung haben. Sie haben die glutrote Lust, sich schlecht zu machen.» Oder Ruttensteiner: «Ich bin erstaunt. Nicht ein Wort haben die Schweizer über ihre tolle Nationalmannschaft gesagt. Auch wir haben unsere Probleme, aber muss man doch nicht nur darüber reden.» Sie sind ja schon froh, wenn sie angesichts der Schwäche ihres Nationalteams die EM mit dem geringst möglichen sportlichen Schaden überstehen. Und Skocek verkündet: «Im Unterschied zur Schweiz sagen wir: Wir werden die EM packen.»
mayimbeMitglied
06.11.2007, 07:52 · #2
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noch mehr ... Kommentar T. Sch. Tagi Kleinkariertes vor der Euro Schweizer Vertreter haben sieben Monate vor dem Start zur Fussball-EM und vor versammelten Fussball- und Vermarktungsexperten ein peinliches Bild des Organisationsstands gezeichnet. Europäische Besucher und Medien hatten bei der International Football Arena am Sonnenberg ihr Tagesthema. In einer Diskussion hatte Opernhaus-Intendant Alexander Pereira fälschlicherweise gesagt, die Fanmeile umfasse nur die Sechseläutenwiese. FDP-Politikerin Doris Fiala betonte unablässig ihre Sorgen rund um die Sicherheit. Und Benedikt Weibel, Euro-Delegierter des Bundesrates, hatte den Ängsten und Unwahrheiten nichts entgegenzusetzen. Keinen Enthusiasmus, keine Richtigstellungen, keine Visionen. Als Entschuldigung musste das föderalistische System herhalten. Es war eine Bankrotterklärung. In Berlin sperrten die Behörden während der WM die Verkehrsachse zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule. In Wien wird während der EM der halbe Ring um die Innenstadt geschlossen. In Zürich soll es ein Problem sein, für den drittgrössten Sportanlass der Welt eine Strasse drei Wochen lang zu sperren, um Zehntausenden von Einheimischen und Touristen ein Strassenfest zu ermöglichen und der Schweiz ein frisches Image zu schenken. Das zeigt nur, wie kleinkariert das Denken hier zu Lande sein kann.
demiMitglied
06.11.2007, 10:27 · #3
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Kann mir jemand erklären was dieser Vollspasst Pereira mit der Euro2008® zu schaffen hat?
MaloneyMitglied
06.11.2007, 10:36 · #4
Beiträge: 7'091
Kann mir jemand erklären was dieser Vollspasst Pereira mit der Euro2008® zu schaffen hat? Direkt nichts. Da das Ganze aber vor "seiner Haustüre", dem Opernhaus, stattfinden soll, muss er natürlich auch noch seinen Senf dazu geben.
Herr ElsenerMitglied
06.11.2007, 11:47 · #5
Beiträge: 5'380
Kann mir jemand erklären was dieser Vollspasst Pereira mit der Euro2008® zu schaffen hat? er verleiht dem ganzen etwas glamour und eine intelektuelle note ich finds gut.
bosteroMitglied
06.11.2007, 12:18 · #6
Beiträge: 490
Kann mir jemand erklären was dieser Vollspasst Pereira mit der Euro2008® zu schaffen hat? weniger mit der euro aber mit dem schickimickifussball sehr wohl: der fifa-anlass zur ehrung der fussballer des jahres findet jeweils in seinen heiligen hallen statt. (oder fand zumindest...) da gibt der lackaff jeweils gerne den gastgeber. darum denkt er wohl, er verstehe was von der angelegenheit. ausserdem hat er nicht ganz zu unrecht angst um seine bude bzw. die umgebung drumherum. wenn da ein paar 10'000 leute lagern, wirds nicht ohne kratzer am lack abgehen. aber sonst mal ehrlich: viel schlimmer als heute kanns ja nicht werden - die zone zwichen opernhaus und bellevue ist ja so was von trostlos oder dann von irgendwelchen zirkussen belegt. kommentar zur ganzen angelegenheit: was pereira und fiala bieten, ist vom schlimmsten zürcher zwinglianertum - (der ösi pereira hat sich das ja schon gut einverleibt, auch wenn er sich immer als den grossmütigen gibt): einfach ja nichts grosses, einfach ja nichts, das nicht den regeln entspricht, einfach ja nichts, was man nicht kennt. die street parade ist ja genau der beweis dafür: da weiss man - wie beim sexiloiten - minute für minute was passiert. darum lässt man das unterdessen laufen, ohne zu jammern. aber am anfang - als nur ein paar 1000 leute kamen - wars genau so. aber so ein aufmarsch von fussballfans... (auch wenns wohl viele kuhglockenfans mit lustig bemalten gesichtern sein werden) da chunnt mer ja angst über... und dann das zitat im dritten artikel im tagi von heute: wie soll meine frau aus der stadt zurück ins seefeld kommen, wenn tram und s-bahn überfüllt und die strassen verstopft sind?... HA!!! solchen menschen WÜNSCHE ich, dass es tatsächlich so wird!!! *EDIT fügt noch den erwähnten TA-Artikel aus dem Zürich-Teil an: 05. November 2007, 23:23 – Von Daniel Zumoberhaus Euro 08: Widerstand gegen Sperrung Ein gesperrtes Utoquai komme für die Fanmeile nicht in Frage, so lautet im Seefeld der Tenor. Der Stadtrat hält aber am Verkehrskonzept fest und will höchstens an Details feilen. Die Euro 08 ist eine runde Sache, geht es doch um Fussball. Doch was die Stadt betreffend Fanzone für die drei Wochen Fussball-EM vom 7. bis 29. Juni 2008 plant, läuft alles andere als rund ab. Sie will beim Bellevue im Bereich Seebecken für die erwarteten 60 000 Besucher eine Fanzone schaffen und dafür die Haupteinfahrtsachse (Bellerivestrasse/Utoquai) täglich von 14 bis 5 Uhr sperren. Der Verkehr soll während dieser 15-stündigen Sperrphase unter anderem durch die Höschgasse via Hegibachplatz in Richtung Central umgeleitet werden. Nur hat die Stadt die Rechnung ohne die Bevölkerung und das Gewerbe im Kreis 8 gemacht. Die Verkehrspläne stossen im Quartier auf sehr zähen Widerstand. Dies zeigte sich gestern Abend an einer Infoveranstaltung im GZ Riesbach, zu welcher der Gewerbeverein (GV) Seefeld und der Quartierverein Riesbach geladen hatten. Rund 200 Personen waren dem Aufruf gefolgt: «Wie gelangt meine Frau am Abend nach der Arbeit aus der Innenstadt nach Hause, wenn Trams und Züge voll sind und die Strassen gesperrt?», «Wer bezahlt meine Statuen im Garten, wenn sie von Schlachtenbummlern zerstört werden?», «Was mache ich mit meinen drei Kindern, wenn ich drei Wochen lang nicht mit ihnen am See baden kann?», lauteten einige der Voten aus dem Publikum. Click here to find out more! Auf der Blatterwiese werde während der Euro 08 ein schöner Spielplatz entstehen, beschwichtigte Stadträtin Kathrin Martelli (FDP) den besorgten Vater. Die Hochbauvorsteherin hatte ansonsten beim Gang an ihren Wohnort einen sehr schweren Stand. Sie konnte kein umfassendes Verkehrskonzept mit sämtlichen Umfahrungen liefern, wie es die Quartierbewohnern von ihr forderten. Kathrin Martelli gab mehrmals zu verstehen, dass es sich bis anhin um ein Verkehrskonzept handle, bei dem noch nicht alles in Stein gemeisselt sei. Klar sei einzig, dass die Fans sich am liebsten im Zentrum einer Stadt aufhielten und dass der Stadtrat auf den Standort Sechseläutenplatz/Bellevue setze. Auch sie habe durchaus ihre Fragen gehabt, als ihr das Konzept zum ersten Mal vorgestellt worden sei. So habe sie es vorerst nicht nachvollziehen können, weshalb die Sperrung des Utoquais auch an Tagen gilt, an denen gar keine Spiele stattfänden. Andreas Honegger, GV-Vizepräsident, sprach aus den Herzen vieler: «Wir sind entschieden dagegen, dass die Geschäfte über Gebühr beeinträchtigt werden.» Die Sperrung des Utoquais sei ein Eingriff in den Verkehr mit inakzeptablen Folgen. «Was passiert, wenn die Badewanne verstopft ist? Muss der Handwerker dann warten, bis die Euro 08 vorbei ist», fragte er rhetorisch. Man kenne die Problematik bereits von sportlichen Grossanlässen, Street Parade und Züri-Fäscht. «Die Sperrung dieser Hauptachse ist auch für uns keine Lösung», sagte Rolf A. Siegenthaler, Präsident der Stadtzürcher SVP. Eine Fanzone auf der Landiwiese wäre eine für alle erträgliche Lösung. Dem stimmte auch Hans-Peter Amrein, Gewerbetreibender an der Höschgasse, zu. Er hatte vor kurzem eine Petition lanciert und bis gestern bereits 3500 Unterschriften gesammelt. *
Elim13Mitglied
06.11.2007, 12:44 · #7
Beiträge: 722
Naja, ganz verschweigen darf man die Problematik nicht. Wenn das Utoquai gesperrt ist und oft nach den Spielen die Langstrasse geschlossen sein wird da steht dem Verkehrskollaps in und um die Stadt Zürich nicht mehr viel im Weg.... Im Unterschied zu anderen Städten hat Zürich def ein Problem mit der Verkehrsführung. Nicht zuletzt, weil es an einem See liegt und vone einem Fluss resp den Bahngleisen geteilt wird. Was ich aber nicht verstehe ist die nicht vorhandene Toleranz der Anwohner resp der Geschäfte. Können gerne Mal mit Leuten tauschen, die am Helvetiaplatz/Langstr wohnen.
MaloneyMitglied
06.11.2007, 12:58 · #8
Beiträge: 7'091
Aber auch nicht verschwiegen werden, darf die Tatsache, dass Zürich das dichteste städtische Verkehrsnetz der Welt hat, welches zur EM sogar noch ausgebaut wird!
GlaronaMitglied
06.11.2007, 13:33 · #9
Beiträge: 13'396
Was ich aber nicht verstehe ist die nicht vorhandene Toleranz der Anwohner resp der Geschäfte. Können gerne Mal mit Leuten tauschen, die am Helvetiaplatz/Langstr wohnen. tja nicht nur in züri. bei uns in glarus laufen jetzt schon beschwerden gegen die fanmeile die man auf dem landsgemeindeplatz machen will. zitat:"ich werde mein haus sicher nicht alleine lassen!" ui ja da würd ich schon aufpassen wenn der glarnermob mal durchdreht, legen die glarus in schutt und asche....
Herr ElsenerMitglied
06.11.2007, 13:56 · #10
Beiträge: 5'380
Was ich aber nicht verstehe ist die nicht vorhandene Toleranz der Anwohner resp der Geschäfte. Können gerne Mal mit Leuten tauschen, die am Helvetiaplatz/Langstr wohnen. tja nicht nur in züri. bei uns in glarus laufen jetzt schon beschwerden gegen die fanmeile die man auf dem landsgemeindeplatz machen will. zitat:"ich werde mein haus sicher nicht alleine lassen!" ui ja da würd ich schon aufpassen wenn der glarnermob mal durchdreht, legen die glarus in schutt und asche.... die glarner haben noch ganz andere probleme: http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/sc ... 10395.html
GlaronaMitglied
06.11.2007, 14:05 · #11
Beiträge: 13'396
Was ich aber nicht verstehe ist die nicht vorhandene Toleranz der Anwohner resp der Geschäfte. Können gerne Mal mit Leuten tauschen, die am Helvetiaplatz/Langstr wohnen. tja nicht nur in züri. bei uns in glarus laufen jetzt schon beschwerden gegen die fanmeile die man auf dem landsgemeindeplatz machen will. zitat:"ich werde mein haus sicher nicht alleine lassen!" ui ja da würd ich schon aufpassen wenn der glarnermob mal durchdreht, legen die glarus in schutt und asche.... die glarner haben noch ganz andere probleme: http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/sc ... 10395.html hhmm der übliche filz bei uns im kanton.
Der GriecheMitglied
06.11.2007, 16:17 · #12
Beiträge: 187
Ich muss dem Tagi-Kommentator leider recht geben. Vielleicht wäre es am einfachsten das Seebecken vom Bürkliplatz bis zur Linie Zürihorn - Hafen Wollishofen mit Holzplatten zuzudecken und dort drauf die Partys und das Public Viewing zu organisieren. Somit wäre weder öff. Verkehr noch Privatverkehr beeinträchtigt. Nur die Kursschiffe müssten sich anpassen. Man muss dann nur noch sicherstellen, dass die Panta Rhei bis dann ihren Wellenschlag im Griff hat, so dass keine Tsunamis auf das Partyvolk niederprasseln.
LuisCypherMitglied
06.11.2007, 16:44 · #13
Beiträge: 1'933
Hehe, oder einfach die Besoffensten am Ufer als Wellenbrecher festzurren... Der Artikel ist in der Tat ein kleiner "Wachrüttler" in so mancher Hinsicht und es fällt mir schwer, die Problematik in Worte zu fassen: Wenn wirklich mehr Glaube und Hoffnung Leiter der Projektplanung EM 08 waren und seit ein bis zwei Jahren mehr an den Schuldzuweisungen für danach gearbeitet wird, dann gute Nacht! Mag ja die Erziehungsmassnahme der allgemeine Mentalität des Nicht-Auffallen-Wollen und Bloss-Nicht-An-Ecken bis dato immer wieder eine Art regulatorische Wirkung in allen Bereichen haben (und zur Not schaffen wir die, welche Auffallen halt wieder aus, sind ja sowieso alles nur kriminelle Migranten), aber bei einem Fussballevent über mehr als 24 Std. mit mehr als zwei teilnehmenden Nationen ist das sehr Naiv gedacht... Irgendwo fehlt da ein Stück weit die Vorstellungskraft, das es durchaus rund 500.000 Camper verschiedenster Nationen werden können und diese auch, trotz des normalen und jährlich wiederkehrenden Urlauberandrangs, einen gut organisierten Platz finden werden.Und nur mit dem Platz ist es noch lange nicht getan... Auf der einen Seite ist es das Platz- und Transfer-Problem, schliesslich beginnt während der EM die alljährliche Urlaubszeit mit ihrem onehin schon kollabierendem Verkehr und ausgebuchten Hotels, der Vergleich mit der Streetparade darf hier durchaus angebracht werden, nur halt 3 Wochen lang und der Fussballfan ist als Gast von anderer Coloeur als eine Peace&Love&Harmonie-Gesellschaft auf der Suche nach sich selbst... Es ist auch Naiv daran zu Glauben, das die teilnehmenden Nationen ihre schlimmste Meute an der Ausreise Massiv hindern werden können und wollen, die Urlaubszeit bringt so manchen Umweg zustande...und gerade bei schlechter Planung, überfüllten Städten und lahmgelegtem Verkehr zeigt sich, wie weit schon an den Schuldzuweisungen gearbeitet wurde! Cheers EM 08
königsblauMitglied
06.11.2007, 17:36 · #14
Beiträge: 630
wen wunderts; pereira - fiala -weibel. sind auf ihrem gebiet möglicherweise tolle koriphäen. aber was machen die an einer internationalen infoveranstaltung der em? weder pereira noch die fiala hat irgend etwas mit dem sportwesen, geschweige denn, der em zu tun. und weibel mag ein guter sbb-manager gewesen sein - doch fussball ist offensichtlich einfach nicht sein metier. setzt doch wenigstens noch den frei dort hin. dem ist es langweilig und er war ja gestern eh in der schweiz. für die leute, die nach zürich kommen, ist zürich halt so gerüstet, wie sie das immer ist. mit ein bisschen rabauz hier und dort, wird das ohne probleme über die bühne gehen. an der streetparade haben wir das zehnfache der besagten 100'000 engländer an einem abend dicht gedrängt in der city. die sind nicht wirklich weniger mühsam zu kontrollieren als verstreute gruppen von fussballfans. und die fanmeile? wenn mich nicht alles täuscht, gibt es doch noch so ein seltsames stadion irgendwo im kreis 5. dort haben ohne bauliche massnahmen 10'000 leute - immerhin das doppelte des bellevues - platz vor einer riesen leinwand. ist zwar komplett abefuckt das ding; doch somit genau das richtige für die ach so bösen em-assis. mit etwas glück spart sich zürich so sogar die abbruchkosten.
Der GriecheMitglied
06.11.2007, 18:22 · #15
Beiträge: 187
für die leute, die nach zürich kommen, ist zürich halt so gerüstet, wie sie das immer ist. mit ein bisschen rabauz hier und dort, wird das ohne probleme über die bühne gehen. an der streetparade haben wir das zehnfache der besagten 100'000 engländer an einem abend dicht gedrängt in der city. die sind nicht wirklich weniger mühsam zu kontrollieren als verstreute gruppen von fussballfans. Das tönt aber nicht sehr spannend. Zürich sollte sich schon ein bisschen rausputzen, denn auch für diese Stadt ist es nicht Business as Usual und es strahlt in die ganze Welt hinaus. Man sollte Einheimischen und Besuchern schon etwas bieten können. Athen während der Olympischen Spiele war auch etwas ganz Besonderes. Mehrere tausend Besucher aus der ganzen Welt feierten mit den Athenern zwei Wochen lang eine grosse Party in verschiedenen Quartieren bei Konzerten und anderen Happenings, so dass dieser Sommer vor allem den Einheimischen trotz aller anfänglicher Skepsis (Fiala und Weibel waren nichts dagegen) fast schon als unwirklicher Traum in Erinnerung geblieben sind. Davon zehrt die Stadt noch heute, vor allem wenn man bedenkt, dass Touris und Einheimische immer noch Olympia-Merchandising-Artikel kaufen fast 4 Jahre nach den Spielen. Schön, wenn das in Zürich auch so wäre und nicht nur das Feeling von "es waren 3 Mätschli im Juni mit ein bisschen Rabauz auf der Sechseläutenwiese". Im Moment traue ich allerdings in der Schweiz nur den Baslern zu, so etwas vergleichbares hinzukriegen. Klar sind die Dimensionen mit Olympischen Spielen nicht vergleichbar und die Kameras konzentrieren sich nicht nur auf eine Stadt, sondern auf 8. Trotzdem denke ich, dass Wien, Zürich und Genf aufgrund ihrer internationalen Bekanntheit im Fokus sein werden. Auch an der WM konzentrierte man sich auf die weltbekannten Städte München, Hamburg, Frankfurt und Berlin und nicht unbedingt auf Leipzig. PS: Mit der Streetparade würde ich es nicht vergleichen. Diese ist nämlich maximal von Freitag Mittag bis Sonntag Mittag spürbar. Dann ist der Spuk schon vorbei. Hier wird 14 Tage lang der Ausnahmezustand herrschen. Eines muss man der Parade aber lassen. Sie wird von Leuten organisiert, die ihre Arbeit und ihr Projekt lieben. Diese Leidenschaft habe ich beim jetzigen OK noch nicht wirklich gespürt.
demiMitglied
06.11.2007, 20:46 · #16
Beiträge: 476
Weibel war nicht mal ein guter SBB Manager, meines Wissens war der nie in den Schwarzen Zahlen...
DemokritMitglied
07.11.2007, 06:58 · #17
Beiträge: 5'834
Vielleicht sollte man auch bedenken, dass die Schweiz bezüglich des Platzangebotes nicht mit Deutschland zu vergleichen ist. Alle die von Fanmeilen träumen müssen wissen, dass wir höchstens einen Fanplatz in den verschiedenen Städten anbieten könnten. Warum nicht akzeptieren, dass das ganze nicht so pompös werden kann und soll.
LuisCypherMitglied
07.11.2007, 19:26 · #18
Beiträge: 1'933
Vielleicht sollte man auch bedenken, dass die Schweiz bezüglich des Platzangebotes nicht mit Deutschland zu vergleichen ist. Alle die von Fanmeilen träumen müssen wissen, dass wir höchstens einen Fanplatz in den verschiedenen Städten anbieten könnten. Warum nicht akzeptieren, dass das ganze nicht so pompös werden kann und soll. Da hast Du absolut recht, man kann und soll Deutschland und die Schweiz in keinster Weise miteinander vergleichen und schon gar nicht in der Begeisterung und dem Umgang mit dem Thema Fussball...resp., man kann die Schweiz mit fast keinem der vorraussichtlich teilnehmenden Nationen im Umgang mit Fussball vergleichen.Viel Spass bei dem Versuch, das den Gästen während 3 Wochen der EM zu erklären...
fatMitglied
07.11.2007, 20:11 · #19
Beiträge: 768
interessant finde ich auch, dass das eigentliche Konzept erst nach Veröffentlichung des Spielplans dargelegt werden soll - nach dem Motto, wenn die Engländer in Basel spielen, dann bleibt Zürich menschenleer (auf jeden Fall war das etwa so dem artikel in der heutigen NZZ zu entnehmen). Entweder ist es bodenlose Naivität der Verantwortlichen -oder schlichte Dummheit zu glauben, dass für Besucher aus dem Ausland der 1 Stündige Weg von Zürich nach Basel oder Bern von Relevanz ist: sie werden alle nach zürich kommen, so wie die irischen Fans als die Mannschaft in Basel spielte, oder die engländer als das spiel in Vaduz stattfand. Es scheint, dass die zuständigen Stellen tatsächlich hoffen, aufgrund eines diesbezüglich gnädigen spielplans vom schlimmsten Ansturm verschont zu bleiben.
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