«Koko» erstaunlich unbestritten
VON MICHEL WETTSTEIN
09.09.2007 | 00:48:13
Er hatte eigentlich keine Chance. Ryszard Komornicki (48) führte vor der Saison die Trainer-Flugparade an. Der Präsident bezeichnete ihn als «Hypothek». Und jetzt? Der FC Aarau ist die positive Überraschung der Saison. Und «Koko» erstaunlich unbestritten.
KeystoneBildzoomKomornicki lacht: Sein Team spielt attraktiven Fussball und bestand Elchtests gegen FCZ und FCB.
Signifikant ist eine Zahl: Verloren sich letzte Saison noch 5477 Fans im Schnitt ins Brügglifeld, so besuchten heuer 6285 die FCA-Heimspiele. Oder: plus 13%! «Schuld» daran ist der attraktive Fussball, den der FCA unter «Koko» spielt. 8 Punkte hat Aarau auf dem Konto. Gleich viele wie GC. Zwei mehr als St. Gallen. Und Aarau ist gegen Basel und Zürich ungeschlagen. Als einziges Team, das schon gegen die beiden Schwergewichte der Liga gespielt hat. Nicht schlecht für den Abstiegskandidaten Nummer 1!
«Darauf bin ich stolz. Zumal dies eigentlich meine erste Trainerstation ist», lacht der 20-
fache polnische Internationale. «Beim FCL herrschte Chaos total. Meinen ersten Super-League-Job hätte ich nie annehmen dürfen. Und letzte Saison in Aarau – das war eine komische Situation.» Was er mit «komisch» meint: Ruedi Zahner hatte das Sagen. «Koko» war bloss Diplomhalter. Beide Male wurde er nach kurzer Zeit gefeuert...
«Nach fünf Runden ziehen wir Bilanz», hatte Präsident
Alfred Schmid vor der Saison gedroht. Denn Komornicki – das war für ihn eine «Altlast», die er von seinem Vorgänger geerbt hatte. Doch es kam nicht mal zum Bilanzziehen. Zu zufrieden war man mit «Kokos» Arbeit.
Und nicht nur er arbeitet gut. Komornicki und «Hobby-Sportchef» Fritz Hächler, der Landwirt und Blocher-Freund, tätigten neun Transfers. Kein einziger Zuzug erwies sich als Flop. Mit dem kleinsten Budget aller SL-Klubs (5,5 Mio. Fr.) wird so gut gearbeitet wie seit Jahren nicht mehr.
Trainer-flugparade
Stand am 17. Juli
- Komornicki (Aarau)
- Andermatt (YB)
- Challandes (Zürich)
- Bigon (Sion)
- Fringer (St. Gallen)
- Van Eck (Thun)
- Castella (Xamax)
- Sforza (Luzern)
- Gross (Basel)
- Latour (GC)
Stand am 28. August
- Andermatt (YB)
- Bigon (Sion)
- Fringer (St. Gallen)
- Komornicki (Aarau)
- Van Eck (Thun)
- Sforza (Luzern)
- Castella (Xamax)
- Challandes (Zürich)
- Latour (GC)
- Gross (Basel)