1:2! Setzt Thurres Doublette Bregy vor die FCZ-Tür?
4 Spiele, nur zwei Punkte: Uefa-Zug schon fast abgefahren
GENF – «Auf dieser Leistung kann man aufbauen», sagte FCZ-Trainer Georges Bregy nach der Niederlage gegen Servette!
Doch nach dem 1:2 der Zürcher im zu einem Viertel gefüllten, herrlichen neuen Stade de Genève ist die entscheidende Frage: Soll Bregy, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, beim FCZ noch etwas aufbauen?
Die Lage des FCZ ist bedenklich. Von der Vorgabe von Präsident Sven Hotz (Rang 3, Uefa-Cup) ist der FCZ meilenweit entfernt. Auf den Dritten Xamax hat das auch nach vier Finalrundenspielen noch sieg-lose neue Schlusslicht fünf Punkte Rückstand!
Gegen dieses Servette, das sein Gesicht noch längst nicht gefunden hat, hätte für die Gäste, zu mal bei ihrem grossen Anspruch, mehr möglich sein müssen. «Das positive ist das Resultat», gab der neue Servette-Trainer Adrian Ursea zu.
Der FCZ spielte gestern zwar besser als beim blamablen Heimauftritt gegen Thun (1:1), blieb aber harmlos, naiv und ohne Durchschlagskraft. Dass sechs Spieler fehlten und deshalb fünf Junioren auf der Bank sassen, darf keine Ausrede sein. Denn in der Startformation standen elf gestandene und teils namhafte Profis.
Für den Sieg reichte Servette ein starker Auftritt von Léonard Thurre. Der Nati-Stürmer, der einst bei Lausanne von Bregy entdeckt worden war, erzielte beide Tore der Genfer. Sorgte Thurre dafür, dass Bregy vor die Tür gesetzt wird?
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C.D.M.
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27.03.2003, 06:38 · #2
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Noch ein Schritt rückwärts
Die weite Reise nach Genf lohnte sich für den FC Zürich nicht. Er verlor gegen Servette 1:2 und rutschte nach dem vierten sieglosen Spiel in der Finalrunde auf den achten und letztenPlatz ab.
Überblick NLA-Finalrunde
Von Thomas Schifferle, Genf
Die Gegend, in der das Stade de Genève hingestellt worden ist, hat nichts gemein mit den mondänen oder lebenslustigen Seiten der Stadt. Auf der einen Seite lärmt die breite Strasse, die nach Frankreich führt, im Rücken die Eisenbahn. Das Stadion selbst lässt, obschon noch nicht bis in die letzte Ecke fertig gebaut, nichts zu wünschen übrig. Es ist schön anzuschauen und ebenso schön drinzusitzen. Die Lautsprecheranlage genügt gar für ein Rockkonzert. Ob es aber das ist, was der Genfer Fussball verdient und braucht, ist eine andere Frage. 7662 Zuschauer verloren sich gestern Abend auf den 30 000 Plätzen, als der FCZ erstmals zu Besuch war.
Das Spiel selbst entsprach dem Treffen des (vormaligen) Fünften gegen den Achten der Finalrunde. Der Rhythmus war gemächlich, zuweilen gar einschläfernd. Die Gefährlichkeit der beiden Sturmreihen vor dem gegnerischen Tor war entsprechend, deshalb auch die Unterhaltung und die Spannung. So sehr Servette und der FCZ Vereine mit Vergangenheit und Tradition sind und beide schon viele Titel gewonnen haben, so wenig erfüllten die Mannschaften, die gestern den kurz geschorenen Rasen bearbeiten durften, die Erwartungen und Ansprüche.
Dem FCZ fehlten aus unterschiedlichen Gründen König, Chihab, Keita, Pallas, Quentin und Yasar. Zu ersetzen war jeder Einzelne von ihnen, das war nicht das Problem. Hingegen hatte Trainer Bregy kaum noch ernsthafte Alternativen auf der Ersatzbank, um wirkungsvoll auf sichtbare Mängel im Spiel reagieren zu können. Gygax war auch in dieser Umgebung weit von einem Spieler in Form entfernt wie Tarone oder Di Jorio, Guerrero neuerlich ein Ausfall und Bastida eine Enttäuschung.
Zugute zu halten war den Zürchern, dass sie nach dem (vermeidbaren) Gegentor durch Thurre in der 16. Minute und dem Pfostenschuss des selben Stürmers sieben Minuten später nicht gleich den Glauben an sich verloren und auseinander fielen. Sie festigten sich allmählich, und eine wertvolle Hilfe war das schnelle Ausgleichstor durch Verteidiger Nef, der eine Freistossflanke von Bastida mit dem Kopf verwertete. Gygax und Di Jorio prüften mit ihren Schüssen Pascolos Stellvertreter Roth.
Mit Beginn der zweiten Halbzeit und Fortdauer des Spiels waren es die Genfer, die mehrheitlich im Ballbesitz waren. Sie lösten zwar nicht gleich einschüchternde Angriffswellen aus, dafür waren auch sie zu harmlos und zu wenig konsequent, aber eine Unachtsamkeit in der Zürcher Innenverteidigung reichte ihnen, um in der 64. Minute zum zweiten Mal in Führung zu gehen. Nach Galvaos Steilpass stand Thurre allein vor Taini und schloss die Aktion im Stil des Torjägers ab.
Erst danach begann sich der FCZ wieder zu regen. Warum erst jetzt? Warum diese Zurückhaltung gegen Genfer, die selbst ihre Zweifel hatten? Bastida hatte in der 80. Minute noch eine gute Chance zum Ausgleich, aber verzog seinen Schuss mit dem rechten Fuss. Zuletzt stürmte Goalie Taini bei zwei Corners mit nach vorne. Nichts half, am Ende musste der FCZ ernüchternde Bilanz ziehen: in den letzten elf Spielen nur ein Sieg und acht Punkte; auswärts seit zehn Spielen sieglos, dafür mit sechs Niederlagen; und zu allem Überfluss der Rückfall auf den letzten Tabellenrang. Das ist weit davon entfernt, den Anspruch auf einen Uefa-Cup-Platz zu rechtfertigen.
Servette - FC Zürich 2:1 (1:1). Stade de Genève. - 7662 Zuschauer. - SR: Busacca. - Tore: 16. Thurre 1:0. 27. Nef 1:1. 64. Thurre 2:1. - Servette: Roth; Bah, Jaquet, Bratic, Cravero; Lombardo, Londono, Diogo, Comisetti (88. Hilton); Thurre, Galvao (72. Kader). - FCZ: Taini; Nef, Fischer, Keller, Jeanneret; Tarone (79. Iodice), Hellinga, Bastida, Di Jorio; Gygax, Guerrero (69. Raimondi). - Bemerkungen: Servette ohne Fournier, Senderos, Obradovic (alle verletzt) und Gaspoz (Nationalteam Benin). FCZ ohne Pallas, Quentin, Yasar (alle verletzt), König (Nationalteam Slowakei), Chihab (Nationaltem Marokko) und Keita (Nationalteam Guinea). - Verwarnungen: 45. Bratic (Foul). 78. Hellinga (Fou). 85. Comisetti (Foul).
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C.D.M.
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27.03.2003, 06:39 · #3
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Zürich sei Dank
Servette befreit sich im Nachtragsspiel gegen den FCZ aus dem Notstand - 2:1
fcl. Genf, 26. März
Genf atmet unbestritten den Geist einer internationalen Metropole; dass die Calvinstadt allerdings vom Fussballfieber ergriffen worden wäre, kann wahrlich nicht behauptet werden. Passanten am Bahnhof schüttelten jedenfalls verständnislos den Kopf, als die Frage nach dem Weg ins brandneue «Stade de Genève» gestellt wurde. Kein Wunder verirrten sich - im Wortsinn - gerade einmal 7662 Zuschauer in die noch nicht fertig errichtete Arena im Stadtteil La Praille.
Überlegungen solcherart brauchen Georges Bregy wenig zu kümmern. Ihn umtreiben Sorgen ganz anderer Natur, die nach der 1:2-Niederlage noch weit schwerer auf dem Walliser lasten. Vielleicht hatte sich der FCZ-Trainer in einer ruhigen Minute, den Blick auf den spiegelglatten Lac Léman gerichtet, überlegt, mit welchem verbalen Winkelzug er auf eine allfällige Niederlage im Nachtragsspiel der ersten Runde gegen Servette reagieren sollte. Schliesslich war nach dem äusserst verhaltenen Start in die Finalrunde ein solcher neuerlicher Kursabfall durchaus in Betracht zu ziehen - auch wenn sich in Gestalt des Servette FC wahrlich kein muskelbepackter Koloss in den Weg stellte. Auch das Genfer Ensemble war mit zwei Punkten aus drei Spielen unter den Erwartungen des prätentiösen Publikums geblieben. Darin erschöpfen sich die Gemeinsamkeiten der beiden Teams an diesem Abend aber bereits: Ihre Wege haben sich (vorläufig) getrennt.
Denn tatsächlich musste Bregy nach dem Abpfiff den argumentativen Notstand über dem FCZ ausrufen. Das 1:2 bringt den selbsternannten Uefa-Cup-Aspiranten noch weiter vom präsidial vorgegebenen Kurs ab. Fünf Punkte trennen die Zürcher nunmehr von ihrem angepeilten Bestimmungsort in der Tabelle - dem dritten Platz. Aber nicht nur in arithmetischer, vor allem in spielerischer Hinsicht blieben Wünsche offen. Zwar konnte dem Auftritt bis zum zweiten Gegentor von Nationalstürmer Thurre (23./64.) nüchterne Zweckmässigkeit attestiert werden. Der FCZ versuchte erst gar nicht die feine Klinge anzusetzen, sondern überbrückte das Mittelfeld rasch und lancierte die beiden Stürmer Gygax und Guerrero meist in hemdsärmliger Manier - mit langen Bällen für Kontervorstösse und einer grossen Portion Hoffnung. Der 1:1-Ausgleich Nefs per Kopf (27.) nach einem Freistoss Bastidas entsprach diesem Schema insofern nicht, als er den Fanfarenstoss zur besten Phase der Gäste bilden sollte. Gygax und Di Jorio vergaben vor der Pause in aussichtsreicher Position.
Auch wenn ein Blick auf die lange Absenzenliste (Goalie König, Chihab und Keita im Einsatz mit der Nationalmannschaft; Pallas, Quentin und Yasar verletzt) mögliche Erklärungsansätze für die neuerliche Enttäuschung bereithält, muss festgehalten werden, dass dem FCZ derzeit das Format abgeht, konstruktiv zu überzeugen. Dies gilt vor allem dann, wenn sich die Zürcher quasi als Ultima Ratio genötigt sehen, das Spielgeschehen selber zu bestimmen. Nur genügsam einen Abwehrriegel zu errichten (wie zu Beginn der zweiten Halbzeit), vermag ebenso wenig zu genügen, wie in den letzten fünfzehn Minuten in wildem Sturmlauf das Remis erzwingen zu wollen. Dass aus diesem ungestümen Anrennen dennoch Chancen resultierten (Bastida 79.), ist eher darauf zurückzuführen, dass auch Servette noch nicht so gefestigt ist wie in Genf gewünscht.
Denn auch Servette ist dem durch den Stadion- Neubau zusätzlich geschürten Optimismus bisher nicht gerecht geworden. Vom Selbstverständnis her müsste auch der Genfer Verein europäische Ambitionen hegen. Doch der rumänische Interimstrainer Adrian Ursea, dem nach der Entlassung seines Chefs Morinini bis Saisonende eine dreimonatige Probezeit eingeräumt worden ist, bemüht sich nach der Unrast der letzten Wochen um kleine Schritte; getreu der von ihm ausgegebenen Losung: «Avant de courir il faut savoir marcher.» Und exakt einen solchen Fortschritt haben die Genfer durchaus erzielt. Servette erwies sich als reiferes, abgeklärteres Team - mit einem überragenden Spielgestalter Lombardo - und darf ein «Merci Zurich» für die Aufbauhilfe ostwärts senden.
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Glarona
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27.03.2003, 06:39 · #4
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"auf dieser leistung (verloren!!!) kann man aufbauen"sagt wohl alles.....
glarona