Mister.K
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31.12.2025, 14:37 · #21
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Ich weiss, viele sind gerade im Modus: alles rund um Milos war schlecht und jetzt bitte Tabula rasa. So einfach ist es für mich nicht.
Ich glaube, Milos hat dem FCZ auch viel Gutes gebracht. Vor allem auf der Ebene Projekte, Professionalität in Teilbereichen und der Mut, junge Spieler wirklich ins Kader zu ziehen. Das muss man anerkennen. Fakt ist, dass viele der jungen Spieler im Kader zu einem grossen Teil sein Verdienst sind.
Das Problem war aus meiner Sicht weniger die Idee, sondern das Management drum herum. Zu viel Macht und zu wenig saubere Abstimmung, zu viel Vertrauen und zu viel Freiheit, plus dann der Mediendruck, der sich immer weiter aufgebaut hat. Wenn du das nicht aktiv führst, springt irgendwann jeder auf den Zug, das Thema wird grösser als der Fussball, und am Schluss verlierst du Kontrolle über die Erzählung. Genau dort hat der Klub wieder einmal nicht gut gemanagt. Inklusive wohl Milos seine Art waren wohl nicht gerade förderlich für das ganze.
Was ich jetzt hoffe: Dass die Vorteile bleiben. Viele Leute und Strukturen, die in den letzten zwei Jahren aufgebaut wurden, sind ja nicht automatisch weg, nur weil eine Person geht. Der FCZ muss das Gute behalten und die Schäden konsequent reparieren und daraus lernen.
Zu den Schäden zählt für mich ganz klar das Thema Beziehungen und Klima. Mein Eindruck ist, dass es mit einigen FCZ Gesichtern und möglichen Schlüsselpersonen schwieriger wurde, als es sein müsste. Ob das jetzt Mirlind, Gygax, Brunner, Mehmedi, Schönbi, Tonino oder Blerim ist, die Namen sind zweitrangig. Entscheidend ist: Wenn du als Klub nicht mehr alle relevanten FCZ Leute an einen Tisch bringst und ernsthaft zuhörst, dann verlierst du Substanz und Identität. Und wenn zusätzlich Sponsoren und potenzielle Partner wegen Image Themen zögern, wird es sportlich und finanziell doppelt eng.
Genau darum müssen wir aus dem Opfer Modus raus. Der FCZ ist interessant, polarisiert, hat Reichweite. Das ist nicht nur Fluch, das ist auch ein Hebel. Wir brauchen eine bessere Medien und Kommunikationsführung, die proaktiv arbeitet, sauber positioniert und intern wie extern eine klare Linie setzt. Sonst stolpern wir in die nächste Story rein und wundern uns wieder, warum die Diskussion alles frisst.
Zum Thema Sportchef ist mein Wunschbild klar: Team statt Ein Mann Show. Ja, das kostet, aber es ist eine langfristige Investition. Wir dürfen nicht jede Jahre erneut, Umbruch spielen und dann wieder neu anfangen.
Für mich wäre Blerim in so einem Setup ein Top Kandidat. Identifikation, Netzwerk, Autorität, Ruhe, Intelligenz, er versteht die Kabine, er kann Dinge erklären. Aber: Ihm fehlt die Erfahrung genau in dieser Funktion als operativer Sportchef, der Kaderplanung, Vertragsstruktur, Budget, Scouting und Tagesgeschäft über Jahre verantwortet.
Darum mein Vorschlag: Blerim als starke Stimme im sportlichen Rat, plus dazu ein erfahrener Sportchef als operativer Chef, der gerne im Team arbeitet und Ruhe bringt. Ergänzt auch mit 1 bis 2 FCZ DNA Leuten als Berater oder Kommissionsmitglieder (Nef, Mehmedi, Tihinen, vielleicht auch weitere). Nicht alle auf einmal, aber so, dass Entscheidungen bilateral gechalangt werden und trotzdem einer am Schluss den Hut aufhat und idealerweise nicht Cillo...
Die Academy finde ich grundsätzlich sehr gut unterwegs. Die Durchlässigkeit ist da, das darf man nicht wieder über den Haufen werfen. Da brauchen wir Feinschliff und Stabilität, keine Revolution. Und bei den Ausländern: Es waren nicht nur schlechte Griffe, aber weniger wäre oft mehr. Qualität vor Menge, klare Rollen, klare Achse, und dann regelmässig Transfererlöse statt teurer Kaderüberhang.
Weil viele immer nur die gleichen Namen nennen, habe ich mir bewusst die Transfermarkt Liste der verfügbaren Sportdirektoren angeschaut (alle seit 2025 ohne Job, also nicht seit Jahren draussen) und drei Profile rausgepickt, die ich zumindest spannend und diskutierbar finde. Gerade auch, weil Italien für den FCZ geografisch nah ist und wir mit Blerim einen natürlichen Zugang zu diesem flair hätten. Und ja, Italien gilt nicht als Paradies der U21 Minuten, aber genau darum wäre es interessant: Einer, der hier eine Academy Achse vorfindet, die funktioniert, kann daraus etwas bauen, wenn er es wirklich will.
Mauro Bianchessi, zuletzt Monza, davor viele Jahre Nachwuchs und Scouting (Milan, Lazio)
Warum ich ihn spannend finde: Der Mann kommt aus Scouting und Nachwuchs. Genau das ist unser Asset. Wenn du die Academy als Kern behalten willst, brauchst du nicht nur einen Verkäufer von Namen, sondern jemanden, der Strukturen kann und Talente sauber in den Profibereich führt.
Was er liefern könnte: Kader verschlanken ohne Qualität zu zerstören, mehr Trefferquote im Recruiting, und gleichzeitig die Durchlässigkeit stabilisieren.
Risiko: Italien Fokus und keine Schweiz Vergangenheit. Dafür müsstest du ihm ein lokales Setup geben, also Schweizer Scouting und klare Super League Kompetenz im Team.
Nereo Bonato, zuletzt Cagliari, davor unter anderem lange Aufbauarbeit bei Sassuolo, auch Udinese und Cremonese
Warum ich ihn spannend finde: Das ist eher der klassische Sportdirektor Typ, der gewohnt ist, mit begrenzten Mitteln pragmatisch zu arbeiten und nicht jedem Hype hinterher zu rennen. Wenn du wirklich sagst: Kader gesund machen, Kosten im Griff, Achse festigen, dann ist so ein Profil logisch.
Was er liefern könnte: Stabilität und konsequente Entscheide, gerade bei Vertragsstruktur und Kaderbreite. Das ist am FCZ aktuell dringend.
Risiko: Der Typ ist eher traditionell. Du musst ihn in eine moderne Club Strategie einbetten, also Daten, Prozesse, klare Kompetenzgrenzen, sonst wird es zu sehr Bauchgefühl.
Sebastian Schindzielorz, zuletzt Wolfsburg (Sportdirektor), davor Bochum Umfeld
Warum ich ihn spannend finde: Er steht für moderne Kaderplanung und strukturierte Arbeit im deutschen Markt. Wenn der FCZ beim Recruiting wirklich professioneller werden will, kann so ein Profil einen Schritt nach vorne bringen.
Was man kritisch anschauen muss: In Wolfsburg wurde ihm genau Kaderplanung vorgeworfen. Das ist kein Detail, sondern der Kernjob. Darum wäre er für mich nur dann spannend, wenn wir wirklich ein Setup haben, das Transfers intern hart challengt und nicht blind abnickt.
Was er liefern könnte: Prozess, Netzwerk, weniger Zufall bei Transfers. Wenn es gut läuft, steigt die Trefferquote.
Risiko: Wenn du ihm freie Hand gibst, ohne Checks, kannst du dir wieder ein Problem einkaufen.
Mir ist klar: Das sind keine Namen, die morgen fix beim FCZ unterschreiben. Aber es sind Profile, die verfügbar sind, Erfahrung haben und inhaltlich zu dem passen, was wir seit Wochen fordern: Ruhe, Struktur, Kaderlogik, Academy als Kern, und endlich eine Governance, die nicht am nächsten Sturm zerbricht.
— Ei Stadt. Ein Verein. FCZ.