prinz bei den Saudis! Komm bald wieder....!

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zbergMitglied
07.12.2006, 10:53 · #1
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Alles netto - und keine Radarfallen Seit drei Monaten stürmt Alhassane Keita für al-Ittihad Jiddah. Es geht ihm gut in Saudiarabien, den FC Zürich aber hat er nicht vergessen. Von Peter Bühler Alhassane Keita lacht in Jiddah ins Telefon und fragt zurück: «Das Wetter? Seit Wochen immer das gleiche: sonnig, 30 Grad, mit einer leichten Brise vom Roten Meer.» Der kleine Stürmer aus Guinea ist bestens gelaunt und erklärt: «Ich habe mich hier sehr gut eingelebt.» Das war zunächst anders gewesen, nachdem er im August von Zürich in die Hafenstadt im Westen der Arabischen Halbinsel gekommen war. Die Hitze, weit über 40 Grad Celsius, sei kaum auszuhalten gewesen, sagt der Afrikaner Keita. Tagsüber sei er nicht aus seinem durch Klimaanlagen gekühlten Haus gegangen, trainiert habe er mit seinem neuen Klub jeweils spät am Abend, «manchmal bis Mitternacht». Eine Million Franken, steuerfrei Seit dem Sommer ist Keitas Verein nicht mehr der FC Zürich, für den er in fünf Saisons und 131 Spielen 58 Tore erzielte und in der Meistersaison mit 20 Treffern auch Schweizer Torschützenkönig wurde. Die Gegner heissen nicht mehr Basel, Grasshoppers oder YB. Ab dem 10. August und seinem ziemlich abrupten Abgang aus Zürich hat für Keita ein neues Leben begonnen. Er steht nun bei al-Ittihad unter Vertrag und spielt gegen Klubs wie al-Ahli, al Faisaly, al-Hasm oder Nassr. Der FC Zürich wie Keita liessen sich den Wechsel vergolden. Der Stadtklub strich eine Transfersumme von über vier Millionen Franken ein, der Torjäger kassiert bei al-Ittihad umgerechnet rund eine Million Franken pro Saison. «Netto», grinst Keita, «hier ist alles immer netto.» Fussball ist in Saudiarabien die wichtigste Sportart, und Geld dafür ist im Überfluss vorhanden. Die saudische Wirtschaft boomt, das Land ist der weltweit grösste Exporteur von Rohöl. Er verdiene nicht schlecht, erklärt der 23 jährige Guineer, aber das sei nur richtig. Er spiele guten Fussball, und er müsse in seiner Heimat eine grosse Familie und viele Verwandte unterstützen. Keita ist eine Frohnatur, ein Lebenskünstler. In Zürich nahm er es mit den Trainingszeiten nicht immer genau. Hin und wieder erschien er zu spät, aber immer mit einem strahlenden Lachen im Gesicht. Kein Trainer konnte ihm dann böse sein, ob er nun Gress, Bregy oder Favre hiess. Ein paar Mal geriet er auch mit dem Gesetz in Konflikt, sei es wegen zu schnellen Fahrens oder Nichtbeachtens einer Stopptafel. Über diese Episoden, von denen die bekannteste in Handschellen auf dem Polizeiposten endete, mag er im fernen Jiddah nur noch lachen: «Hier gibt es keine Radarfallen.» An den streng normierten Alltag im islamisch-konservativen Saudiarabien hat er sich gewöhnt. In der Millionenstadt Jiddah lebt er allerdings privilegiert. Mit seiner Frau und seiner vierjährigen Tochter bewohnt er auf einem eingezäunten und gut gesicherten Gelände eine Villa mit eigenem Pool. Um im Supermarkt oder Warenhaus einzukaufen, brauchen sie den geschützten Hort nicht einmal zu verlassen: «Es ist alles vorhanden, es fehlt uns an nichts.» Der Besuch der Kaaba in Mekka Er ist selber gläubiger Muslim. Höhepunkt seines nunmehr dreimonatigen Aufenthaltes in Saudiarabien war für ihn nicht irgendein spektakulärer Treffer für al-Ittihad, sondern der Besuch der Kaaba in Mekka, der heiligsten Stätte des Islam. Dort hat er am Freitagsgebet teilgenommen. Nicht um möglichst viele Treffer mit al-Ittihad hat er Allah gebeten, «weil sich das nicht gehört». Doch er ist überzeugt, dass Gott immer bei ihm ist und ihm hilft, auf und neben dem Fussballplatz. Viele Tore erzielt Keita, der mit der Rückennummer 3 stürmt, für seinen neuen Klub ohnehin. Mit acht Treffern in acht Meisterschaftsspielen ist er bester Torschütze vor Jared Borgetti. Der 34-jährige Mexikaner, der am Confederations-Cup 2005 in Deutschland mit seiner Nationalmannschaft brilliert hatte, wechselte im August von den Bolton Wanderers aus der Premier League zu al-Ittihad. Dritter Ausländer ist der Slowene Milenko Acimovic, er kam von Lille. Dazu stehen sieben saudische Nationalspieler im Kader, die im vergangenen Sommer an der WM in Deutschland teilnahmen. «Wir haben eine gute Mannschaft», sagt Keita. «Die Ergebnisse sind ungenügend» Der Saisonstart ging allerdings gründlich daneben. In der Meisterschaft liegt al-Ittihad lediglich auf Rang 4, zudem ist der Klub, der in den letzten drei Jahren zweimal die asiatische Champions League gewann, auf internationalem Parkett total gescheitert. In der asiatischen Champions League schieden die Saudis im Viertelfinal gegen die bescheidenen Syrer von al-Karama aus, in der arabischen Champions League gegen die Algerier von ES Setif. Selbst Daueroptimist Keita sagt: «Die Ergebnisse sind ungenügend.» Und die Konsequenzen in Arabien die gleichen wie überall sonst: Der Trainer muss gehen. Im September wurde Vahid Halilhodzic entlassen, ein guter alter Bekannter Hakan Yakins aus kurzen, aber intensiven Pariser Zeiten im Sommer 2003. Er hatte seinen Job erst in diesem Juli angetreten, nachdem sich vor ihm weder der frühere rumänische Nationalcoach Anghel Iordanescu noch der Franzose Bruno Metsu länger als ein paar Monate im Amt gehalten hatten. Der neue Trainer heisst Dimitri Davidovic, ein Belgier mit serbischen Wurzeln. In Belgien hatte der 63-Jährige einst als Coach von Beveren und Lokeren gewirkt, später folgte er dem Ruf des Geldes in den arabischen Fussball. Für al-Ittihad hat er früher schon gearbeitet. «Ab 2008 wieder im Letzigrund» Trotz der bis anhin schlechten Resultate und der häufigen Trainerwechsel mag Keita keine falschen Vorstellungen aufkommen lassen. Das Niveau in der saudischen Meisterschaft sei so hoch wie in der Schweizer Super League und sein neuer Arbeitgeber ein Grossklub: «Al-Ittihad ist das Chelsea von Arabien.» Grosse Fussballer wie der Brasilianer Bebeto und der italienische Nationalcoach Roberto Donadoni liessen beim Verein aus Jiddah ihre Karriere ausklingen. Keita lässt keinen Zweifel daran, dass er den bis Juni 2008 laufenden Vertrag erfüllen wird. Vorab des Geldes wegen, wie es scheint. Den Schweizer Fussball und den FC Zürich hat er nämlich nicht vergessen. Die jüngsten Siege des Meisters gegen GC und Basel hat er im Satellitenfernsehen live mitverfolgt - «und gejubelt, wie wenn ich selbst noch dabei wäre». Nach dem langen Gespräch am Telefon verabschiedet er sich, «mit einem speziellen Gruss an Hotz, Bickel und Favre». Eine letzte Botschaft hat er noch für den Präsidenten, den Sportchef und den Trainer des FC Zürich: «Sage ihnen, ich komme zurück zum FCZ - ab Sommer 2008 spiele ich wieder im Letzigrund.»
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