Nein zu Kollektivstrafen, Nein zum Konkord>
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Das revidierte Konkordat über Massnahmen gegen Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen wurde im Zürcher Kantonsrat angenommen. Es richtet sich gegen sämtliche Matchbesucher von jung bis alt und keineswegs nur gegen Hooligans oder die viel zitierte „kleine Minderheit“, wie immer wieder behauptet. Deshalb ist auch die Bezeichnung „Hooligan-Konkordat“ falsch. Das neue Konkordat sieht eine Bewilligungspflicht für sämtliche Spiele vor. Die Polizei kann die Bewilligung mit Auflagen verbinden. Diese Bestimmung ist das Einfallstor für sämtliche von der Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) schon lange geforderte Massnahmen wie:
- Alkoholverbote
- Kombitickets
- Anreisevorschriften bei Auswärtsfahrten
- Fanpässe
- Fahnenverbote
- Choreoverbote
- Verbot von Gästefans
- Sitzplatzvorschriften
usw.
Bereits in der Vergangenheit kam es immer wieder zu Gesetzesverschärfungen und neuen repressiven Massnahmen. Das revidierte Konkordat erfüllt nun aber sämtliche Wünsche eines jeden nach „Law&Order“ schreienden Polizeikommandanten oder profilierungssüchtigen Politikers und droht sowohl Tribünen- als auch Kurvengänger zu verunmöglichen, die Spiele weiterhin in der gewohnten Art zu besuchen. Es ist nicht übertrieben zu behaupten, dass der Fussball wie wir ihn seit Jahren, ja Jahrzehnten kennen, in echter Gefahr ist.
Ein Bündnis aus Personen aus sämtlichen Zürcher Fanlagern hat nun das Referendum gegen das Konkordat ergriffen. Daran beteiligt sind auch FCZ-Fans aus den verschiedensten Ecken des Letzigrunds.
ZÜRCHER SÜDKURVE
Z
Zürcher Südkurve
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16.11.2012, 15:33 · #2
Beiträge: 681
Weiter gehts! Sammelt Unterschriften in eurem Umfeld, bei Freunden und Verwandten, und nehmt die Unterschriftsbögen ans Spiel gegen Servette mit ins Letzigrund!
Wichtig ist, dass für jede Gemeinde ein separater Referendumsbogen verwendet wird. UND: Es ist völlig egal, wenn ein Unterschriftsbogen nicht vollständig ausgefüllt ist. Er kann auch nur eine Unterschrift und die dazu korrekt angegebene Adresse draufhaben. Jedi Unterschrift zellt! Einfach mitbringen am Samstag.
Der Referendumsbogen kann hier geladen werden:
**> Referendumsbogen als PDF**
Alle weiteren Informationen findet ihr lauend aktualisiert auf dieser Adresse:
kollektivbestrafung-nein.ch
Mario Fehr und Daniel Leupi u.a. informieren über die "massvolle" Umsetzung des Hooligankonkordats in Zürich.
Hier die erste Stellungnahme des Referendumskomitees.http://www.kollektivbestrafung-nein.ch/news#newsid_12
A
Anulu
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08.03.2013, 08:10 · #5
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Aus dem print Tagi von Heute:
*Polizeichefs versprechen, in Stadien «mit Augenmass» durchzugreifen
Von Daniel Schneebeli
Noch bevor über das Hooligan-Konkordat abgestimmt ist, kündigen Regierungsrat Mario Fehr (SP) und die Polizeichefs der Zürcher Städte an, wie sie gegen Randalierer im Sport vorgehen werden.
Wenn der FC Basel zu Gast ist, wird ein Match in Zürich zum Risikospiel.
Zürich – Selbst an den Winterabenden der letzten Wochen musste sich Polizeidirektor Mario Fehr (SP) über gewaltbereite Fussballfans aufregen. Etwa am 27. Februar, als sich GC- und FCZ-Hooligans im Zürcher Hauptbahnhof abpassten und verprügelten. Mit dem Hooligan-Konkordat sei es besser möglich, diese «Unverbesserlichen» zu bestrafen und von Sportveranstaltungen fernzuhalten und dort eine «Null-Gewalt-Kultur» durchzusetzen. Wie das konkret gehen soll, hat Fehr mit den Polizei- und Sicherheitsvorstehern der Städte Zürich, Winterthur und Kloten, Daniel Leupi (Grüne), Barbara Günthard-Maier (FDP) und Priska Seiler Graf (SP) besprochen.
Hochriskante FCB-Spiele
Über das Hooligan-Konkordat, das bis jetzt in vier Kantonen (AI, LU, SG, UR) in Kraft ist, wird im Kanton Zürich zwar erst am 9. Juni abgestimmt. Dennoch wollten Regierungsrat Fehr und die drei Stadträte dem Stimmvolk schon gestern transparent machen, was bei der Zustimmung auf sie zukäme. Sie betonten alle, man werde mit Augenmass und verhältnismässig vorgehen. So werden etwa nur die Spiele von GC und dem FCZ gegen Basel sowie das Zürcher Derby generell als Hochrisikospiele eingestuft (Stufe rot). Bei allen anderen Fussballund Eishockeypartien werde sich im Vergleich zu heute wenig ändern.
Ein Volks-Ja sei gleichwohl wichtig, sagte Fehr. Er rechnet damit, dass dem Konkordat bis Ende Jahr mit Ausnahme der beiden Basel alle Kantone beigetreten sind. Wenn Zürich nicht dabei sei, bestehe die Gefahr, dass sich gewaltbereite Fans vor allem in Zürich austobten, weil sie hier mit milderen Strafen rechnen könnten. Fehr: «Wir wollen nicht zum Mekka der Gewalt werden.»
Das Konkordat erlaubt den Kantonen, härter gegen gewaltbereite Fans durchzugreifen. So darf privates Sicherheitspersonal künftig die Fans durchsuchen, allerdings nicht unter den Kleidern. Dies dürfe nur die Polizei tun und nur bei begründetem Verdacht, sagte Fehr. Weiter können Gewalttäter neu mit Rayonverboten von drei Jahren belegt werden (heute ein Jahr). Zudem gelten diese künftig in allen Konkordatskantonen. Derzeit bestehen im Kanton Zürich 292 Stadionverbote und 42 Rayonverbote gegen Hooligans. Neu gäbe es für die Fussball- und Eishockeyclubs auch eine Bewilligungspflicht für alle Spiele. Bei Hochrisikospielen wird ein Alkoholverbot im Stadion verhängt, die Gästefans müssen gemeinsam anreisen und auf einer vorgelegten Route zum Stadion gehen, und sie können dort einer Identitätskontrolle unterzogen werden.
Daniel Leupi betonte, in Zürich werde sich weder für die Sportclubs noch für normale Fans viel ändern. Die Clubs müssen nicht für jedes einzelne Spiel eine Bewilligung einholen, sondern pauschal für alle. Die Preise für die Polizeieinsätze werden nicht verändert. Das Kostendach für den FCZ und GC liegt weiter bei 500 000, für den ZSC bei 80 000 Franken. Auf systematische Identitätskontrollen wird in Zürich vorderhand verzichtet, weil es keine elektronische Zutrittskontrolle gebe. Da brauche es erst Versuche mit neuer Technologie, sagte Leupi. Beim Alkoholausschank würde Zürich im Vergleich zu heute die Schraube nicht weiter anziehen. Ob die Fans bei Hochrisikospielen künftig Kombitickets für Anreise und Stadioneintritt lösen müssen, werde «situativ» entschieden.
Weiter Bier in der «Bierkurve»
In Winterthur werde sich mit dem Konkordat wenig ändern, sagte GünthardMaier. Spiele des FC Winterthur können zwar auch zu Hochrisikospielen erklärt werden. Das werde aber die Ausnahme bleiben, vor allem solange der FCW noch in der Challenge League spiele. Und dass auf der Schützenwiese kein richtiges Bier mehr getrunken werden dürfe, müsse die «Bierkurve» auch nicht befürchten. In Kloten macht die Lage der Kolping-Arena Sorgen. Sie sei so weit vom Bahnhof weg, dass es fast unmöglich sei, die Fan-Gruppen auf dem Weg zum Stadion zu trennen, sagte Seiler Graf. Allerdings sei dies nicht so schlimm, da in Kloten derzeit kaum ein Hochrisikospiel stattfinde*.
Und das in der spalte nebenann:
*Reaktionen
«Es geht ihnen nur um Repression»
(sch)
Zürich – Selbst die angekündigte «massvolle» Umsetzung des Hooligan-Konkordats im Kanton Zürich kann Rechtsanwältin Manuela Schiller nicht gutheissen. Sie vertritt Fans, die mit Stadionverboten belegt sind, und ist selber FCZ-Fan. Und sie unterstützt das Fankomitee «Kollektivbestrafung – Nein», welches das Referendum gegen das Konkordat ergriffen hat. Schiller wundert sich, dass zwei linke Regierungsmitglieder für eine solche Verschärfung von Administrativmassnahmen einstehen: «Wenn Polizeidirektor Mario Fehr fürchtet, Zürich werde ohne Konkordat zum Mekka der Gewalt, ist das Blödsinn.» Für Schiller sind die Massnahmen schon heute übertrieben. Sie empfindet es als sehr unangenehm, wenn die Fangruppen durch enge Gitterkäfige in ihre Sektoren gezwängt werden: «Da können bei Vorfällen schnell Unbeteiligte betroffen sein.» Schiller geht schon lange nicht mehr an die FCZ-Auswärtsspiele. Für sie stellt das Konkordat alle Fans unter Generalverdacht. Das sei in eines Rechtsstaates unwürdig. Das Komitee «Kollektivbestrafung – Nein» kritisierte Regierungsrat Fehr in einer Mitteilung scharf. Er täusche das Volk über «den wahren Geist des Konkordats», das die Bürger bevormunde und nur eine Stossrichtung kenne: die Repression.
Bei den Clubs kann man mit den «humanen» Umsetzungsvorschlägen leben, wie FCZ-Verwaltungsrat Martin Guglielmetti sagt. Grundsätzlich ändere sich für die Organisation der Spiele wenig – auch nicht beim Ticketverkauf bei Hochrisikospielen. Guglielmetti nimmt an, dass es mit den schärferen Strafen mehr Stadionverbote gäbe. Und er hofft «im Interesse des Fussballs», dass die Basler Fans künftig wieder in den Letzigrund kommen, auch wenn die Stimmberechtigten dem Konkordat zustimmen.*
— Hast du Feuerschweif am Heck, spült das Wasser alles weg!
- Alte sizilianische Bauernweisheit
K
königsblau
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12.03.2013, 13:35 · #6
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Die berner Sportclubs setzen sich zu Recht gemeinsam gegen die Verschärfung des "Hooligan"-Konkordats ein:
http://www.bscyb.ch/news-detail.aspx?navi=4&detail=1955
Nüchtern, klar und für jeden nachvollziehbar.
So etwas sähe ich gerne auch auf der FCZ-Webseite.
din Vater
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17.03.2013, 13:56 · #7
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http://knappdaneben.net/2013/03/hooligan-konkordat-kkjpd-kaser-hat-muhe-mit-der-wahrheit/Hooligan-Konkordat: KKJPD-Käser hat Mühe mit der Wahrheit
Posted on March 17, 2013 by admin
Zwei Aussagen des Präsidenten der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD), Hans-Jürg Käser (FDP), zum Hooligan-Konkordat:
»Wir haben die Massnahmen vorgängig vom Bundesamt für Justiz verfassungsrechtlich überprüfen lassen.« (Am 15. Februar 2013 in der Neuen Luzerner Zeitung)[/list:u:2yvln3f8]
»Eine Gesamtprüfung in Form eines Gutachtens gab es nicht.« (Am 16. März 2013 im Bund)[/list:u:2yvln3f8]
Seit Monaten betonen Käser und Kollegen, so etwa der Zuger Sicherheitsdirektor Beat Villiger, in Zeitungsinterviews oder an öffentlichen Veranstaltungen wie jüngst an der Uni Basel, die Massnahmen des Hooligan-Konkordats stünden im Einklang mit der Verfassung, was vom Bundesamt für Justiz geprüft worden sei. In Wahrheit gab es eine solche Prüfung nicht. Das Bundesamt für Justiz liess Gutachten zu lediglich zwei Teilbereichen des Konkordats anfertigen, zu den Meldeauflagen und den geplanten Intimkontrollen, und siehe da: beide Gutachten enthalten deutliche grundrechtliche Vorbehalte gegenüber der Konkordatsrevision.
Käser, mit den Vorwürfen konfrontiert, sei laut “Bund” “hörbar genervt”. Kein Wunder. Die Offenlegung solch dreister Verdrehung der Tatsachen kurz vor der Abstimmung im Berner Grossen Rat ist für Käser kein Ruhmesblatt. Und auch seinem Zuger Amtskollegen stellen die falschen Aussagen ein schlechtes Zeugnis aus: Sein Parlament hat die geplanten Massnahmen in der ersten Lesung zwar gutgeheissen – mit 1 Stimme Differenz. Ob sich die ParlamentarierInnen von ihrem Sicherheitsdirektor gerne an der Nase herumführen lassen, wird sich in der zweiten Lesung zeigen.
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Zürcher Südkurve
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31.03.2013, 17:20 · #8
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Die Falò-Dokumentation erstmals mit deutschen UntertitelnFalò – Die Fans, das Konkordat und die Grundrechte
2012 veröffentlichte das Tessiner Fernsehen (RSI) mit dem Film „Oltre la Curva“ (Falò) eine sehr objektive und nüchterne Dokumentation über Fans, das verschärfte Konkordat, den Rechtsstaat und die Grundrechte. Das Komitee „Kollektivbestrafung Nein“ veröffentlicht den Film an dieser Stelle, da er ein gelungener Beitrag zur Konkordatsdebatte darstellt.
Hier gehts zur Doku:
http://www.kollektivbestrafung-nein.ch/news#newsid_13
«Wir müssen die Mitläufer in den Griff bekommen»
St. Gallen gilt in Sachen Härte gegenüber Fussballfans als Taktgeber in der Schweiz. Das Hooligan-Konkordat, über das in Zürich im Juni abgestimmt wird, ist dort seit 2012 in Kraft. Damit werde die Gewalt nicht gestoppt, monieren Kritiker.
Aufkleber mit dem Konterfei der St. Galler Ständerätin Karin Keller-Sutter und der wenig charmanten und mit englischem Kraftausdruck versehenen Aufforderung zu schweigen, prangen derzeit überall an Containern und Strassenlampen zwischen Lochergut und Albisriederplatz in Zürich. Dass das Gesicht Keller-Sutters an Laternenpfählen klebt, ist kein Zufall: Es erklärt sich mit der Rolle, die Keller-Sutter in ihrer Zeit als St. Galler Regierungsrätin bei der Ausarbeitung des verschärften Hooligan-Konkordats innehatte. Mit ihrer harten Linie im Umgang mit Fans erlangte sie nationale Bekanntheit.
Abschreckende Wirkung
Am 9. Juni kommt die Vorlage auch im Kanton Zürich an die Urne. Das revidierte Hooligan-Konkordat bringt in verschiedenen Bereichen Verschärfungen: unter anderem eine Bewilligungspflicht für die Spiele der obersten Liga und die Möglichkeit, landesweit gültige und bis zu dreijährige Rayon- und Stadionverbote aufzuerlegen.
Der Ostschweizer Kanton gilt als Taktgeber in Sachen Härte im Umgang mit Fans. Treibende Kraft neben Keller-Sutter ist vor allem der Erste Staatsanwalt Thomas Hansjakob. «Die konsequente Gangart hat sich bewährt», sagt er überzeugt. Und ortet zugleich weiteren Handlungsbedarf, wenn er anfügt: «Besonders an Auswärtsspielen benehmen sich einige unserer Fans bisweilen sehr schlecht.» Das verschärfte Hooligan-Konkordat ist in St. Gallen bereits seit Mitte des letzten Jahres in Kraft. Das Konkordat sei allerdings nur ein Mosaikstein in einem Gesamtpaket von Massnahmen, sagt Hansjakob. Besonders streicht der Erste Staatsanwalt die Schnellverfahren heraus. Fälle von mutmasslichen Randalierern werden dabei zügig erledigt, das heisst, die Randalierer bleiben über Nacht in der Zelle und werden tags darauf befragt und bei Gesetzesverstössen sofort gebüsst. Auf diese Schnellverfahren setzen mittlerweile mehrere Kantone, nur redet man dort nicht so gerne darüber wie in St. Gallen. Auch in Zürich werden bei Hochrisikospielen seit Jahren Schnellverfahren praktiziert.
«Die beschleunigten Verfahren haben die nötige Ruhe in die Szene gebracht», sagt Hansjakob. «Sie haben eine abschreckende Wirkung, insbesondere auf Mitläufer.» In St. Gallen gebe es nur einen kleinen radikalen Kern, sagt Hansjakob. Er umfasse rund zwanzig Personen. «Gegen diese helfen auch die schärfsten Gesetze nichts», so der Erste Staatsanwalt. Bei einer Verschärfung bestehe die Gefahr, dass sich diese Hooligans weiter radikalisierten.
Die Massnahmen will Hansjakob aber auch nicht als Mittel gegen die radikalen Fans verstanden wissen. Problematisch sei vielmehr, wenn sich ein grösseres Umfeld mit diesem radikalen Kern solidarisiere. «Wir müssen die Sympathisanten in den Griff bekommen». Er hält es deshalb für gerechtfertigt, wenn auch jene Leute konsequent zur Verantwortung gezogen werden, die nur am Rand an Ausschreitungen beteiligt waren. Diese erleichterten es den Randalierern, Straftaten zu begehen. Dass es weitere Massnahmen braucht, um der Gewalt Einhalt zu gebieten, davon ist der Staatsanwalt überzeugt. Die bisherigen Massnahmen hielten nicht über ein Spiel hinaus an. Wenn in einem Spiel pyrotechnisches Material gezündet werde, könne er sich ein Fahnenverbot für den nächsten Match vorstellen. «Die Fahnen werden nämlich oft dazu missbraucht, um das Zünden von Pyros zu verdecken.» Die Forderung habe man auch beim Verband vorgebracht. Ihm sei dies aber zu weit gegangen. Auch beim Alkoholausschank sieht Hansjakob Handlungsspielraum. Er könne sich vorstellen, den Ausschank nur in den Problemsektoren zu verbieten.
Die Nulltoleranzpolitik in St. Gallen stösst jedoch nicht nur auf Zustimmung, sondern auch auf grundsätzliche Kritik. Die Rechtsanwältin Manuela Schiller, die oft Fans vertritt, findet, eine Sondergesetzgebung für Fans sei weder historisch noch mit der gegenwärtigen Lage zu rechtfertigen. «Ich besuche seit Jahren regelmässig Fussballspiele und kann keine Zunahme randalierender Fans beobachten.» Es gebe zudem keine Studie oder Erhebung, die stichhaltig zu untermauern vermöge, dass die Gewalt rund um Sportveranstaltungen zugenommen hat. In der Hooligan-Datenbank Hoogan, die im Vorfeld der Europameisterschaften 2008 eingeführt wurde, seien gerade einmal 500 Personen aktiv eingetragen, so Schiller. Zudem werde mit Alkoholverboten, Anreisevorschriften und ID-Kontrollen an den Eingänge auch der «gewöhnliche» Stadionbesucher bevormundet und bestraft.
Unschuldige betroffen?
Die Law-and-Order-Politik in St. Gallen habe im Übrigen gerade nicht zu einer Beruhigung der Situation geführt, meint die Anwältin. «Ich habe den Eindruck, dass es in keinem anderen Stadion in der Schweiz derart häufig zu Zwischenfällen mit Verletzten und Verhafteten kommt wie in der AFG-Arena, wo man Fans vom Bahnhof bis zum Drehkreuz klarzumachen versucht, dass eine Politik der Nulltoleranz herrscht.» Deutlich entspannter sei es hingegen in Basel, wo man mit den Fans einen Dialog auf Augenhöhe pflege, sie aber auch in die Pflicht nehme. Schiller kritisiert zudem, dass durch die repressiveren Massnahmen auch viele Unschuldige getroffen würden. «Wer zum Beispiel mit einem Security einen Disput hat und diesen kurz wegstösst, begeht eine Tätlichkeit und erhält nun ein Rayonverbot für die Dauer von mindestens einem Jahr.» Dazu genüge bereits die Aussage des Sicherheitsfirma-Mitarbeiters.
Für diese Kritik gebe es keinen Grund, entgegnet Hansjakob. Man habe schliesslich einen funktionierenden Rechtsstaat. Im Zweifelsfall entschieden die Richter zugunsten des Beschuldigten. «Die meisten Personen in den Schnellverfahren sind jedoch geständig. Früher konnte ein Verhafteter oft davon ausgehen, dass man ihm nicht genau nachweisen kann, ob nun er oder ein anderer jenen Stein geworfen oder jenen Faustschlag ausgeteilt hat», sagt Hansjakob. Heute sei dies kaum mehr der Fall.
Quelle: NZZ
Ernüchterung in St. Gallen.........
S
sürmel
Mitglied
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Dabei seit Februar 2012
25.04.2013, 09:03 · #13
Beiträge: 3'286
Ernüchterung in St. Gallen.........
?? Ernüchterung und/oder Einsicht tönt bei mir anders.
R
Robin
Mitglied
169 Beiträge
Dabei seit Juli 2006
25.04.2013, 10:15 · #14
Beiträge: 169
Ernüchterung in St. Gallen.........
?? Ernüchterung und/oder Einsicht tönt bei mir anders.
Hast schon Recht, meine Ausgage war mehr auf den zweitletzten Absch. gerichtet.