Mit Gewalt gegen „Gewalt“ in die Sackgasse

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Zürcher Südkurve
Mitglied
29.01.2012, 09:09 · #1
Beiträge: 681
Im Rahmen einer Task Force beteiligte sich die Zürcher Südkurve an der Suche von Lösungsansätzen in der Pyrofrage. Die ernüchternde Bilanz eines lange Zeit konstruktiven Dialogs: Nulltoleranz! Im September 2010 wurde in Zürich die Task Force "Sport ohne Gewalt" ins Leben gerufen. Das Teilnehmerfeld erstreckte sich von Polizisten und Staatsanwälten über Vertreter des Sportamts der Stadt Zürich bis zu Vereinsfunktionären, Fanarbeiter und Fanvertreter. Die Task Force wurde in die Arbeitsgruppen „Sicherheit“ und „Prävention“ untergliedert, wobei wir, die Zürcher Südkurve, in der Präventionsgruppe Einsitz nahmen. Das Ergebnis der Task Force fällt aus unserer Sicht zutiefst ernüchternd aus: Schien lange ein kontroverser aber lösungsorientierter Dialog auf Augenhöhe unter Einbezug auch unpopulärer und unkonventioneller Denkansätze stattzufinden, so setzte sich am Ende ein eindimensionales Sicherheitsdenken durch. Die alte Task Force wurde quasi aufgelöst und eine neue Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, deren einziger Zweck in der Ausarbeitung einer „Strategie zur Umsetzung der Nulltoleranz in Sachen Pyro“ besteht. Fanarbeiter und Fanvertreter sind in dieser Arbeitsgruppe nicht mehr erwünscht und die über Monate hinweg in mühsamer Kleinarbeit ausgearbeiteten Konzepte der Gruppe „Prävention“ wurden pauschal als untauglich verworfen. Stattdessen werden vermutlich altbekannte und mehrfach gescheiterte Massnahmen präsentiert, um dem "Pyroproblem" Herr zu werden: - Identifizierung sämtlicher Matchbesucher - Verbot von Schwenk- und Zaunfahnen - Verbot von Doppelhaltern
 - Ans Erscheinungsbild geknüpfte Zutrittsvoraussetzungen
 - Spielunter- bzw. abbruch bei Verwendung von Pyrotechnik - Kurvenstürme durch die Polizei - Kurvenstürme durch private Sicherheitsdienste - Hohe Ausgaben für neue Videoüberwachung Wir sind entschieden der Auffassung, dass ein immer repressiverer Weg mit immer mehr Vorschriften, Verboten, Kontrollen und Kollektivstrafen in eine Sackgasse führen wird. Dies lehren uns Erfahrungen aus der Vergangenheit: Die immer wieder geforderten „verschärften Eingangskontrollen“ zum Beispiel, führten insbesondere vor den Sektoren der hochgelobten modernen Stadien zu unhaltbaren Zuständen, einer aggressiven und militarisierten Grundstimmung und echten Gefährdungssituationen, wie z.B. massenpanikartigen Tumulten. Einige repressive Lösungsansätze wie zum Beispiel die im Abstimmungskampf mit Krawallbilder aus Belgrad propagierte Datenbank GAMMA existieren heute nicht mehr. Und Ligapräsidenten, die mit Statements wie „ich will in einem Jahr keine einzige Pyro mehr in den Stadien sehen“ den Goodwill der Medien auf sich zogen, sind nach zwei Jahren Amtszeit von der Bildfläche verschwunden. Es würden sich noch unzählige weitere Beispiele für das Fehlschlagen bestimmter Massnahmen oder das Scheitern bestimmter Exponenten, die ebensolche Massnahmen propagierten, aufführen lassen. Der Kurs der verschärften Repression und der Ankündigungspolitik wird nun schon seit Jahren, seit dem Zuschlag für die Euro 2008 gefahren, ohne dass er auch nur eine der beteiligten Interessengruppen zufrieden gestellt hätte – weder Vereine noch Fans, weder Verband noch Behörden. Dass sich dennoch immer wieder Vorreiter finden lassen, die den Weg in die Sackgasse beschreiten, dürfte nicht zuletzt auf die Mechanismen der heutigen Medienlandschaft zurückzuführen sein. Mehr oder weniger schwere, in jedem Fall aber aufsehenerregende Vorfälle werden an prominenter Stelle oft tage- ja wochenlang medial bearbeitet. Aus Einzelfällen entsteht eine Grundstimmung und das verzerrte Bild „kriegsähnlicher Zustände in den Stadien“ beherrscht die Öffentlichkeit. Ein solches Klima bildet einen idealen Nährboden für Kurzschlusshandlungen von Politikern, Funktionären und Sicherheitsverantwortlichen. Und in einem solchen Klima wird die Pyrofrage zum Glaubenskrieg. Populismus und Eitelkeit statt Pragmatismus und Nachhaltigkeit Die alltägliche Realität ist indes eine gänzlich andere: Eine überwiegende Mehrzahl der Spiele der höchsten Ligen verläuft ohne nennenswerte Zwischenfälle – und dies obwohl Woche für Woche hunderte, ja tausende Fussballfans durch die ganze Schweiz reisen. An der Basis herrscht in der Regel ein gutes und sachliches Einvernehmen zwischen Fans und Vereinen, die sich ihrer gegenseitiger Abhängigkeit bewusst sind. Und was die Pyrotechnik betrifft, so wird diese in schweizerischen Stadien schon seit Jahrzehnten regelmässig verwendet. Gravierende Zwischenfälle liessen sich dabei an einer Hand abzählen. In den Kurven wird immer wieder auf das Risikopotential aufmerksam gemacht und klar zwischen dem Gebrauch und dem Missbrauch von Pyrotechnik (Werfen etc.) sowie zwischen der Verwendung von Fackeln und unerwünschten Knallern differenziert. Die absolute Sicherheit und der Ausschluss jeglicher Missbräuche vermag aber auch eine solche Selbstregulierung nicht zu gewährleisten – genauso wenig wie dies repressive Massnahmen wie das seinerzeit als Patentlösung verkündete Hooligan-Konkordat vermögen. Es stellt sich vor diesem Hintergrund die Frage, ob die seltenen Zwischenfälle mit Pyrotechnik absurde behördliche Bevormundungen, wie Kleidervorschriften oder Intimkontrollen, die in einem freiheitlichen Rechtsstaat in anderen gesellschaftlichen Bereichen undenkbar wären, rechtfertigen. Noch absurder erscheint es, wenn man die physische Integrität der Spielbesucher, die durch das fachgerechte Abbrennen von Pyrotechnik nur in Ausnahmefällen tangiert wird, durch mit Blockstürmen unweigerlich verbundene Eingriffe in eben jene physische Integrität zu schützen versucht. Dass verfassungsrechtlich verankerte Prinzip der Verhältnismässigkeit scheint im Zusammenhang mit Sicherheits- und Fanfragen je länger je mehr aufgehoben. In diesem Zusammenhang taucht von verschiedener Stelle immer wieder die Kritik an uns Fans auf, dass wir lediglich zu kritisieren wüssten, selbst aber nie Hand für Lösungen bieten würden. Abgesehen davon, dass eine solche Kritik meist in Unwissen über die von uns wöchentlich verrichtete Basisarbeit erfolgt, zeigt doch gerade unser Einsitz in der Eingangs erwähnten Task Force, dass wir dialogbereit und gewillt sind, uns bei der Lösungssuche einzubringen. Im Rahmen unserer Mitarbeit bei der Task Force erarbeiteten wir ein Arbeitspapier, welches unter der Berücksichtigung der Sicherheitsfrage mögliche Wege der Entkriminalisierung von Pyro aufzeigen sollte. Wir hatten die Hoffnung, dass in einer Stadt, in welcher verschiedene Herausforderungen in der Vergangenheit oft mit liberalen und pragmatischen Ansätzen (Drogenabgabestellen, Strassenstrichzonen, die erkämpften Freiräume verschiedener Jugendbewegungen) gelöst wurden, eine Umkehr aus der Sackgasse möglich wäre. Einige Wochen nach der Präsentation unseres Konzepts wurden wir gemeinsam mit anderen Fanvertretern von den zwei zuständigen Stadträten zu einem Gespräch eingeladen. Dort wurde uns mitgeteilt, dass der Vorschlag zwar gut sei, man sich in der Pyrofrage aber für den Weg der Nulltoleranz entschieden habe. Dies auch in Bezug auf die Abstimmung zum neuen Stadion in Zürich West, vor allem aber aufgrund des politischen und medialen Drucks. Eine entlarvende Begründung, die den Sieg von Populismus und Eitelkeit über Pragmatismus, Nachhaltigkeit und echter Dialogbereitschaft nicht eindrücklicher vor Augen führen könnte. ZÜRCHER SÜDKURVE http://www.suedkurve.ch
vogel
Mitglied
30.01.2012, 11:51 · #2
Beiträge: 288
da bleibt uns nur eines: zusammenhalten vergessen wer für wen supportet, in solchen momenten sind wir nur eins, FANS
Ensis
Mitglied
30.01.2012, 14:18 · #3
Beiträge: 935
Es ist meines Erachtens nicht ganz richtig, dass nur in diesem Bereich mit Repression geantwortet wird. Im Strassenverkehr ist das genau gleich: Wegen ein paar Idioten (und dem unstillbaren Geldhunger des Staates) wird im Strassenverkehr der normale Bürger am Steuer je länger je mehr schikaniert, insbesondere für lächerlichste Lappalien gebüsst (z.B. 126 statt 120 auf der Autobahn; auch hier wäre ein liberaler Ansatz denkbar: freie Fahr für freie Bürger). Warum soll diese Repression nicht auch auf andere Bereich, z.B. eben auf den Fussball, ausgeweitet werden, wenns doch in den anderen Bereichen so gut funktioniert. Pyro kann genauso wie falsches Autofahren die körperliche Unversehrtheit anderer beeinträchtigen, weshalb man auch in diesem Bereich Repression gut begründen kann (der neuste Hit in dieser Richtung: Alkoholverkaufsverbot ab 22 Uhr...). Wir erleben hier ganz klar einen gesellschaftlichen Wertewandel ("man" will solches nicht mehr tolerieren). Ich frage mich daher, ob man von unserer Seite her den Pyro-Gegnern den Gefallen machen will, weiter unbedingt an Pyros festzuhalten, um diesen (v.a. Politikern) eine ideale (PR-)Bühne zu bieten. Wäre es allenfalls nicht an der Zeit, andere Formen der Fan-Kultur zu finden, ja zu kreiieren, anstatt mit eiserner, fast schon sturer Haltung an den Pyros festzuhalten? Ich glaube nicht, dass man hier irgendetwas gewinnen kann und frage mich noch mehr, ob Pyros (so schön diese anzusehen sind) es wirklich wert sind, dass wir für solche so viel Energie aufwenden. Dass immer wieder einmal etwas passiert ist (Verbrennungen Dritter), ist leider Fakt. Ich glaube, mit der Evolution der Fan-Kultur könnte man allen diesen Kreisen, die sich auf Kosten von uns profilieren wollen, ein Schnippchen schlagen (die Tennis-Ball-Aktion der Bisler in Luzern betreffend Anspielzeit fand ich z.B. Weltklasse). Ich möchte mich aber hier nicht als Besserwisser aufspielen, ich kann keine konkreten, neuen "Fan-Kultur-Konzepte" präsentieren, diese müssen ja sowieso aus der Szene herauswachsen. Das soll lediglich ein Denkanstoss sein. Mir machts jedenfalls keinen Spass, vor jedem Spiel eine aggressive Stimmung ertragen zu müssen, weil vorhandene Erwartungen nicht erfüllt werden oder man bewusst dagegen Stimmung macht. Und man sollte sich davon lösen, es als "Niederlage" für unsere Seite zu betrachten, wenn wir eben auf Pyros verzichten würden (ohne dies natürlich anzukündigen). Er ist uralt, aber immer noch zutreffend: "Dä Gschiider git na, dä Esel bliibt sta!" FCZ forever
Schwizermaischter FCZ
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30.01.2012, 14:25 · #4
Beiträge: 4'570
Eigentlich ein Ansatz von dir, über den man diskutieren kann. Doch die Folgen eines solchen Vorgehens sind: -Repression wird beibehalten, hat ja funktioniert -Mit Pyros fängt es an, es folgen die Stehplätze, dann werden die Fahnen dran kommen, dann die Choreos -Deinen Vergleich mit den Autofahrern finde ich nicht ganz passend, das Unfallrisiko ist unvergleichbar höher
Krönu
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30.01.2012, 14:33 · #5
Beiträge: 13'340
Man hat jetzt jahrelang versucht mit Repression gegen die "Gewalt" im Fussball vorzugehen. Datenbanken, Kameras, Pranger, Alkoholverbot usw. Alles ist ausnahmslos kläglich gescheitert. Da stelle ich mir die Frage, warum versucht man weiterhin die Repressionsschraube anzuziehen, wenn man doch aus der Vergangenheit lernen sollte, dass solche Massnahmen nicht zum gewünschten Ziel führen? Und warum führt man sogar allseits bekannte Massnahmen wieder ein, die vor ein paar Jahren schon keine Früchte zeigten? Was für Leute sind da am Werk? Warum wird bewusst an der Repression festgehalten und den Dialog ausgelassen, wenn doch zig Beispiele der Vergangenheit zeigen, dass Repression nichts bringt, sondern den ganzen Braten eher verschlimmert? Da werde ich als Steuerzahler irgendwie sauer...
Ensis
Mitglied
30.01.2012, 14:45 · #6
Beiträge: 935
Eigentlich ein Ansatz von dir, über den man diskutieren kann. Doch die Folgen eines solchen Vorgehens sind: -Repression wird beibehalten, hat ja funktioniert -Mit Pyros fängt es an, es folgen die Stehplätze, dann werden die Fahnen dran kommen, dann die Choreos -Deinen Vergleich mit den Autofahrern finde ich nicht ganz passend, das Unfallrisiko ist unvergleichbar höher Genau das ist es und darum wird die Repressionsschraube überall immer mehr angezogen: Man fühlt sich durch die Repression nur gerade im einen Bereich gestört, wo man vielleicht davon betroffen ist, und im anderen findet mans ok, so findet man fast immer eine Mehrheit für Repression. Wenn Du eine Pyro-Fackel in eine Menschenmenge wirfst ist das "Unfall"-Risiko wohl höher, als wenn Du auf einer leeren Autobahn mit 130 statt 120 fährst (ich will aber um Himmels willen nicht sagen, dass es im Strassenverkehr keine Regeln brauche und man diese nicht einhalten soll, habe dies bloss als Vergleich/Beispiel für die Repressions-Schraube gebracht).
Colo
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30.01.2012, 15:08 · #7
Beiträge: 1'473
Eigentlich ein Ansatz von dir, über den man diskutieren kann. Doch die Folgen eines solchen Vorgehens sind: -Repression wird beibehalten, hat ja funktioniert -Mit Pyros fängt es an, es folgen die Stehplätze, dann werden die Fahnen dran kommen, dann die Choreos -Deinen Vergleich mit den Autofahrern finde ich nicht ganz passend, das Unfallrisiko ist unvergleichbar höher Genau das ist es und darum wird die Repressionsschraube überall immer mehr angezogen: Man fühlt sich durch die Repression nur gerade im einen Bereich gestört, wo man vielleicht davon betroffen ist, und im anderen findet mans ok, so findet man fast immer eine Mehrheit für Repression. Wenn Du eine Pyro-Fackel in eine Menschenmenge wirfst ist das "Unfall"-Risiko wohl höher, als wenn Du auf einer leeren Autobahn mit 130 statt 120 fährst (ich will aber um Himmels willen nicht sagen, dass es im Strassenverkehr keine Regeln brauche und man diese nicht einhalten soll, habe dies bloss als Vergleich/Beispiel für die Repressions-Schraube gebracht). Die Gefahr ist um einiges höher wenn du mit 130 fährst als wenn du eine Fackel in eine Menschenmenge wirfst.... ich finde es absolut unnötig Fackeln zu werfen versteh mich nicht falsch aber es gibt echt schlimmeres...
chnobli
Mitglied
30.01.2012, 15:10 · #8
Beiträge: 10'418
Eigentlich ein Ansatz von dir, über den man diskutieren kann. Doch die Folgen eines solchen Vorgehens sind: -Repression wird beibehalten, hat ja funktioniert -Mit Pyros fängt es an, es folgen die Stehplätze, dann werden die Fahnen dran kommen, dann die Choreos -Deinen Vergleich mit den Autofahrern finde ich nicht ganz passend, das Unfallrisiko ist unvergleichbar höher Genau das ist es und darum wird die Repressionsschraube überall immer mehr angezogen: Man fühlt sich durch die Repression nur gerade im einen Bereich gestört, wo man vielleicht davon betroffen ist, und im anderen findet mans ok, so findet man fast immer eine Mehrheit für Repression. Wenn Du eine Pyro-Fackel in eine Menschenmenge wirfst ist das "Unfall"-Risiko wohl höher, als wenn Du auf einer leeren Autobahn mit 130 statt 120 fährst (ich will aber um Himmels willen nicht sagen, dass es im Strassenverkehr keine Regeln brauche und man diese nicht einhalten soll, habe dies bloss als Vergleich/Beispiel für die Repressions-Schraube gebracht). Dein Vergleich hinkt gewaltig... Wenn du davon ausgehst das du die Fackel in eine Menschenmenge schmeisst, musst du auch mit einer vollen (und nicht leeren) Autobahn rechnen.. Wenn du sagst die Autobahn sei leer, dann müsste, um deinen Vergleich fair zu machen, der Ort, an dem die Fackel einschlägt, auch komplett leer sein.
Ensis
Mitglied
30.01.2012, 15:31 · #9
Beiträge: 935
Eigentlich ein Ansatz von dir, über den man diskutieren kann. Doch die Folgen eines solchen Vorgehens sind: -Repression wird beibehalten, hat ja funktioniert -Mit Pyros fängt es an, es folgen die Stehplätze, dann werden die Fahnen dran kommen, dann die Choreos -Deinen Vergleich mit den Autofahrern finde ich nicht ganz passend, das Unfallrisiko ist unvergleichbar höher Genau das ist es und darum wird die Repressionsschraube überall immer mehr angezogen: Man fühlt sich durch die Repression nur gerade im einen Bereich gestört, wo man vielleicht davon betroffen ist, und im anderen findet mans ok, so findet man fast immer eine Mehrheit für Repression. Wenn Du eine Pyro-Fackel in eine Menschenmenge wirfst ist das "Unfall"-Risiko wohl höher, als wenn Du auf einer leeren Autobahn mit 130 statt 120 fährst (ich will aber um Himmels willen nicht sagen, dass es im Strassenverkehr keine Regeln brauche und man diese nicht einhalten soll, habe dies bloss als Vergleich/Beispiel für die Repressions-Schraube gebracht). Dein Vergleich hinkt gewaltig... Wenn du davon ausgehst das du die Fackel in eine Menschenmenge schmeisst, musst du auch mit einer vollen (und nicht leeren) Autobahn rechnen.. Wenn du sagst die Autobahn sei leer, dann müsste, um deinen Vergleich fair zu machen, der Ort, an dem die Fackel einschlägt, auch komplett leer sein. Natürlich hinkt mein Vergleich, das war ja gewollt: Pyro kontrolliert abgebrannt ist genauso ungefährlich, wie 130 auf einer(fast) leeren Autobahn. Aber genauso wie die Tempo-Limite 120 egal bei welchen Verkehrsverhältnissen gilt, gilt auch ein Pyro-Verbot egal wie das mit den Pyros gehandhabt wird ((Gesetz- und Rechtsprechung jetzt) . Ihr zeigt aber, indem ihr auf diesem Vergleich herumhackt, genau das Problem auf: Repression am einen Ort findet ihr ok, am anderen nicht. Und andere sehens genau umgekehrt und so haben wir am Schluss überall Repression. Da muss sich jeder an der eigenen Nase nehmen.
chnobli
Mitglied
30.01.2012, 15:36 · #10
Beiträge: 10'418
Ihr zeigt aber, indem ihr auf diesem Vergleich herumhackt, genau das Problem auf: Repression am einen Ort findet ihr ok, am anderen nicht. Sehe ich nicht so. Habe nirgends ein Autobahntempolimit befürwortet und nirgends eine Pyro-Legalisierung verlangt. Aber ja, meiner Meinung nach kann man auf der Autobahn auch 180 fahren.
K 6 M
Mitglied
30.01.2012, 15:45 · #11
Beiträge: 3'986
Natürlich hinkt mein Vergleich, das war ja gewollt: Pyro kontrolliert abgebrannt ist genauso ungefährlich, wie 130 auf einer(fast) leeren Autobahn. Aber genauso wie die Tempo-Limite 120 egal bei welchen Verkehrsverhältnissen gilt, gilt auch ein Pyro-Verbot egal wie das mit den Pyros gehandhabt wird ((Gesetz- und Rechtsprechung jetzt) . Eben nicht! Pyrotechnische Gegenstände sind ja nur im zusammenhang mit Fussballspielen verboten. Um bei deinem blöden Autobahnvergleich zu bleiben, wäre dies in etwa so, als dürftest du bei der Hin- und Rückfahrt zu einem Spiel auf der Autobahn nur 80 fahren, Liesschen Müller auf dem Weg in den Usego darf jedoch 120 düsen.
Ussersihl
Mitglied
30.01.2012, 15:58 · #12
Beiträge: 1'910
Jetzt hackt doch nicht so auf seinem Vergleich rum, war vielleicht nicht der beste. Die Kernaussage seines Posts dürfte ja wohl jedem hier klar sein: Pyros können sehr gefährlich sein, da die Dinger scheiss heiss werden können, ich glaube nicht, dass das irgendwer hier bestreiten kann. Und auch nicht mit dem Argument, dass bisher sehr wenig passiert ist. Das GefahrenPOTENTIAL zählt. Mit der Armeewaffe werden (verhältnissmässig) auch wenig Vergehen an Dritten begangen, trotzdem würden vermutlich die wenigsten hier drinn behaupten, dass diese völlig harmlos sind. Und nur dass man mich jetzt nicht falsch versteht: Obwohl ich nicht finde, dass ohne Pyros die Fankultur sterben würde, bin ich nicht für ein restriktives Durchgreifen in diesem Bereich und erfreue mich an Pyros an den Spielen. Ich wollte mit meinem Post nur sagen, dass der Wahrheitsfindung nicht wirklich gedient wird, wenn man ausschliesslich darüber diskutiert, ob ein Autobahnvergleich jetzt angebracht ist oder nicht.
s'Efeu
Mitglied
30.01.2012, 16:03 · #13
Beiträge: 4'457
Das GefahrenPOTENTIAL zählt. Mit der Armeewaffe werden (verhältnissmässig) auch wenig Vergehen an Dritten begangen, trotzdem würden vermutlich die wenigsten hier drinn behaupten, dass diese völlig harmlos sind. Schön, du kommst gerade mit dem richtigen Vergleich. Die Anzahl Vorfälle dürfte bei Pyro und Armeewaffen prozentual gesehen im gleichen Bereich liegen. Bei Vorfällen mit Pyros wird zwischendurch mal einer verletzt. Bei Vorfällen mit Armeewaffen verletzt man so gut wie immer jemanden und tödliche Vorfälle sind auch nicht selten. Trotzdem gibt es mehr als genug Politiker, die sich für Nulltoleranz bei Pyro und gegen die Einlagerung der Armeewaffe einsetzen.
«"An einem Fussballspiel in Rom hat sich ein Zürcher Fan mit einer Pyrofackel selbst verstümmelt. Wer jetzt kein generelles Pyroverbot fordert, wird als Mittäter gebrandmarkt. In der Romandie hat eine junge Frau wegen einer Armeewaffe ihr Leben verloren. Wer jetzt kein generelles Waffenverbot fordert, möge mir bitte nie mehr was von Fackeln erzählen." --Pedro Lenz in der WOZ 45/11 vom 10.11.2011--»
depeche FCZ
Mitglied
30.01.2012, 16:15 · #14
Beiträge: 111
Ich kann mich auch an den Pyro-Shows ergötzen. Ironie-los. Nur selbst würde ich ja ehrlich gesagt keine zünden. Das Problem ist tatsächlich so, dass die Gesellschaft (oder auch die Politik) je länger je mehr auf Repression setzt. Hat wohl auch damit zu tun, dass die Politiker dauernd ersetzt werden und die dieselben Themen wieder mit den alten "Lösungsansätzen" auf den Tisch bringen. Macht nichts besser, aber ist halt so (im Asylbereich ist es genau dasselbe -> siehe heutiges Interview in der Printausgabe des Tages-Anzeiger mit Jean-Daniel Gerber/online nicht gefunden). Es wäre schade, aber vielleicht müsste wirklich (für eine zeitlang) auf Pyros verzichtet werden. Denn die Diskussion geht nun in eine Richtung, dass gleich alles verboten werden soll: Fahnen, Banner, Choreos, und und und. Das kann und darf nicht sein. Züri olé!
chnobli
Mitglied
30.01.2012, 16:22 · #15
Beiträge: 10'418
Es wäre schade, aber vielleicht müsste wirklich (für eine zeitlang) auf Pyros verzichtet werden. wird ja seit dem derby gemacht und wurde auch aktiv so kommuniziert... edith: hier von der homepage: "Wir wollen deshalb unsere Verantwortung wahrnehmen und unseren Einfluss nutzen, um in nächster Zeit eine spürbare Zurückhaltung beim Einsatz von Pyrotechnik walten zu lassen."
depeche FCZ
Mitglied
30.01.2012, 16:29 · #16
Beiträge: 111
Es wäre schade, aber vielleicht müsste wirklich (für eine zeitlang) auf Pyros verzichtet werden. wird ja seit dem derby gemacht und wurde auch aktiv so kommuniziert... edith: hier von der homepage: "Wir wollen deshalb unsere Verantwortung wahrnehmen und unseren Einfluss nutzen, um in nächster Zeit eine spürbare Zurückhaltung beim Einsatz von Pyrotechnik walten zu lassen." Stimmt schon, doch "Zurückhaltung" ist eben nicht Verzicht. Und der Begriff "nächste Zeit" lässt auch grossen Ermessensspielraum.
chnobli
Mitglied
30.01.2012, 16:31 · #17
Beiträge: 10'418
Es wäre schade, aber vielleicht müsste wirklich (für eine zeitlang) auf Pyros verzichtet werden. wird ja seit dem derby gemacht und wurde auch aktiv so kommuniziert... edith: hier von der homepage: "Wir wollen deshalb unsere Verantwortung wahrnehmen und unseren Einfluss nutzen, um in nächster Zeit eine spürbare Zurückhaltung beim Einsatz von Pyrotechnik walten zu lassen." Stimmt schon, doch "Zurückhaltung" ist eben nicht Verzicht. Und der Begriff "nächste Zeit" lässt auch grossen Ermessensspielraum. Und wenn sie sagen sie werden in den nächsten 6 monaten komplett verzichten beisst sich das mit dem statement im selben text das die totale selbstregulierung nie vorhanden sein wird.. irgendetwas gibts immer zu motzen.. und das nun schon ein (nicht kleiner) teil aus der kurve mehr über die kurve als die politik motzen ist wohl eine folge der geschehnisse der letzten paar jahre aber trotzdem zum kotzen
Artemos
Mitglied
30.01.2012, 17:06 · #18
Beiträge: 1'501
Nur selbst würde ich ja ehrlich gesagt keine zünden. Ohne Wertung, aber der Grund würde mich jetzt interessieren? Grundsätzlich nicht oder nur an Fussballspielen nicht?
Inishmore
Mitglied
30.01.2012, 17:21 · #19
Beiträge: 1'290
Natürlich hinkt mein Vergleich, das war ja gewollt: Pyro kontrolliert abgebrannt ist genauso ungefährlich, wie 130 auf einer(fast) leeren Autobahn. Aber genauso wie die Tempo-Limite 120 egal bei welchen Verkehrsverhältnissen gilt, gilt auch ein Pyro-Verbot egal wie das mit den Pyros gehandhabt wird ((Gesetz- und Rechtsprechung jetzt) . Eben nicht! Pyrotechnische Gegenstände sind ja nur im zusammenhang mit Fussballspielen verboten. Um bei deinem blöden Autobahnvergleich zu bleiben, wäre dies in etwa so, als dürftest du bei der Hin- und Rückfahrt zu einem Spiel auf der Autobahn nur 80 fahren, Liesschen Müller auf dem Weg in den Usego darf jedoch 120 düsen. @ alle Heiligerbimbam stellt euch nicht so blöd an: Ensis wollte nur darauf hinweisen, dass einem Repressionen nur dort stören, wo man selbst betroffen ist. Sei es nun der Nichtraucher den ein Rauchverbot nicht stört, oder einen Schweizer den die repressive Einbürgerugnspolitik nicht betrifft, oder einen Investmentbanker, dem es völlig egal ist, dass man Sozialhilfeempfängern die Beiträge kürzt. Schreibt euch eure Sozialen Gruppen, denen ihr angehört raus und ihr ihr werdet feststellen, dass in den meisten Fällen alle andern die Mehrheit sind. Wenn ich Ensis richtig verstanden habe war das alles, was er sagen wollte. @ K6M Nein, Pyros sind nicht nur bei Fussballspielen verboten, sie sind immer verboten! Am 1. August und am Sylvester gibt es aber in, meines Wissens nach allen Gemeinden der Schweiz, ein Pauschaleerlaubnis für jedermann. An jedem anderen Tag, auch an deinem Geburtstagsfest, müsstest du eine Genehmigung einholen. Ob das de facto gemacht wird ist völlig egal.
Ensis
Mitglied
30.01.2012, 19:08 · #20
Beiträge: 935
Natürlich hinkt mein Vergleich, das war ja gewollt: Pyro kontrolliert abgebrannt ist genauso ungefährlich, wie 130 auf einer(fast) leeren Autobahn. Aber genauso wie die Tempo-Limite 120 egal bei welchen Verkehrsverhältnissen gilt, gilt auch ein Pyro-Verbot egal wie das mit den Pyros gehandhabt wird ((Gesetz- und Rechtsprechung jetzt) . Eben nicht! Pyrotechnische Gegenstände sind ja nur im zusammenhang mit Fussballspielen verboten. Um bei deinem blöden Autobahnvergleich zu bleiben, wäre dies in etwa so, als dürftest du bei der Hin- und Rückfahrt zu einem Spiel auf der Autobahn nur 80 fahren, Liesschen Müller auf dem Weg in den Usego darf jedoch 120 düsen. @ alle Heiligerbimbam stellt euch nicht so blöd an: Ensis wollte nur darauf hinweisen, dass einem Repressionen nur dort stören, wo man selbst betroffen ist. Sei es nun der Nichtraucher den ein Rauchverbot nicht stört, oder einen Schweizer den die repressive Einbürgerugnspolitik nicht betrifft, oder einen Investmentbanker, dem es völlig egal ist, dass man Sozialhilfeempfängern die Beiträge kürzt. Schreibt euch eure Sozialen Gruppen, denen ihr angehört raus und ihr ihr werdet feststellen, dass in den meisten Fällen alle andern die Mehrheit sind. Wenn ich Ensis richtig verstanden habe war das alles, was er sagen wollte. @ K6M Nein, Pyros sind nicht nur bei Fussballspielen verboten, sie sind immer verboten! Am 1. August und am Sylvester gibt es aber in, meines Wissens nach allen Gemeinden der Schweiz, ein Pauschaleerlaubnis für jedermann. An jedem anderen Tag, auch an deinem Geburtstagsfest, müsstest du eine Genehmigung einholen. Ob das de facto gemacht wird ist völlig egal. Danke, immerhin einer, der mich verstanden hat! :-)
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