Legale Pyros im Letzigrund?

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Penr
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15.05.2012, 09:05 · #1
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Sieben Monate nach der «Schande von Zürich» kommt der verantwortliche Fackelwerfer vor Gericht. Die Stadt hat ihre Haltung seither geändert: Statt auf Nulltoleranz setzt sie auf Kompromisse. ![](http://www.landbote.ch/typo3temp/pics/f817bb890f.jpg) Mehr als 1500 Grad heiss war die Fackel, die der FCZ-Fan XY im letzten Oktober während eines Derbys in den GC-Familiensektor warf. Entsprechend schnell und hitzig entbrannte auch die folgende Diskussion über die Sicherheit in den Stadien. Der damalige GC-Präsident Roland Leutwiler kündigte Nulltoleranz in Sachen Feuerwerk und Spielabbrüche an, der zuständige Stadtrat Gerold Lauber (CVP) pflichtete ihm bei, und auch FCZ-Präsident Ancillo Canepa zeigte sich im Grundsatz einverstanden. Während sich XY am Freitag vor Gericht für seine Tat verantworten muss (siehe Kasten), ist von genereller Nulltoleranz inzwischen keine Rede mehr. Es zeichnet sich im Gegenteil ab, dass die Verantwortlichen in der Stadt dar­auf setzen, die sogenannten Pyros im Stadion künftig unter kontrollierten Bedingungen zuzulassen, wie aus gut informierten Kreisen zu erfahren ist. Offiziell bekannt gegeben wird die neue Strategie aber erst im Sommer im Hinblick auf die neue Saison – sofern sich Fangruppen und Behörden finden. Fans zu Pyro-Experten machen Fussballfans haben wiederholt vorgeschlagen, Vertreter aus ihren Reihen zu Pyrotechnikern ausbilden zu lassen, die dann die Verantwortung für das Spektakel auf den Rängen übernehmen. Die Überlegung dahinter: Wenn man ihnen das zur Fankultur gehörende, friedliche Abbrennen von Feuerwerk nicht nimmt, sind sie im Gegenzug bereit, Hitzköpfe wie XY unter Kon- trolle zu halten. Die Behörden würden dem Vernehmen nach Hand bieten für eine solche Lösung. Der FCZ und GC prüfen derzeit zusammen mit ihren Fangruppen, was im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften machbar ist. Möglicherweise geht es auch ohne Pyrotechniker, denn das Sprengstoffgesetz, unter das alle Pyros fallen, unterscheidet zwischen mehreren Gefahrenkategorien. Eine Bewilligung braucht es zwar für alle, einen Expertenausweis aber nur für die gefährlicheren. Zur harmlosesten Kategorie zählen paradoxerweise auch die äusserst heissen Seenotfackeln, die bei den Fans hoch im Kurs stehen, weil sie speziell dafür gemacht sind, sie in der Hand abzubrennen. Diese blieben aber so oder so tabu, weil sie laut Gesetz ausschliesslich für Notsi­tua­tio­nen gedacht sind. Seitens von GC ist zu hören, dass man abgesperrte Bereiche in der Fankurve prüfe, wo Spezialisten auch heisses Feuerwerk abbrennen könnten. FCZ-Präsident Ancillo Canepa macht hingegen keinen Hehl daraus, dass für ihn höchstens die ungefährlichen Indoor-Bühnen-Pyros in Frage kommen, die deutlich weniger Hitze entwickeln. «Alles andere ist ein zu grosses Risiko», sagt er. Für die Zuschauer dürfe es auf keinen Fall gefährlich werden. Norwegen zeigt es vor Dass eine Politik der legalen Pyros in den Stadien funktionieren kann, zeigt das Beispiel Norwegen. Dort sind Fackeln in den Stadien seit über zehn Jahren erlaubt – allerdings nur unterhalb der Tribüne und mit einer Bewilligung. Zwar gebe es immer noch Fans, die gegen die Regeln verstossen, sagte Emil Waters vom norwegischen Fussballverband kürzlich ge­gen­über der Basler «Tageswoche». «Insgesamt hat das illegale Abbrennen dank unserer Regelung aber stark abgenommen.» Ähnliches gilt auch für Österreich. Ob die Schweizer Fussballliga das Experiment mitträgt, ist ungewiss. Sie hat zwar eine neue Sicherheitsstrategie entwickelt, informiert aber erst im Sommer darüber. Klar scheint schon jetzt, dass dabei pyrofreie Stadien nicht im Vordergrund stehen. Laut Mediensprecher Philippe Guggisberg wird die Liga nämlich «keine Vorschriften erlassen, die nicht umsetzbar sind» – und gerade in Zürich sind sich viele einig, dass es kaum möglich ist, die Fans davon abzuhalten, Pyros in den Letzigrund zu schmuggeln. Marius Huber Quelle: Der Landbote vom 15.05.2012 http://www.landbote.ch/detail/article/legale-pyros-im-letzigrund/gnews/99193079/
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