Gilles Yapi

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Sandman
Mitglied
10.11.2014, 07:38 · #21
Beiträge: 6'110
Hoffe die Leute, die ich jeweils in der Kurve über Yapi motzen hörte, werden mit eigenen Augen sehen, dass die unscheinbarsten Leute eben meistens die wichtigsten sind. Gute Besserung an dieser Stelle, Gilles! Yapi war für mich der Spieler der Vorrunde, absolut wichtigster Mann in der Defensive.
devante
Mitglied
10.11.2014, 07:46 · #22
Beiträge: 19'478
Hoffe die Leute, die ich jeweils in der Kurve über Yapi motzen hörte, werden mit eigenen Augen sehen, dass die unscheinbarsten Leute eben meistens die wichtigsten sind. Gute Besserung an dieser Stelle, Gilles! Yapi war für mich der Spieler der Vorrunde, absolut wichtigster Mann in der Defensive. das kann ich nur unterschreiben - die spiele an denen yapi fehlte waren jeweils ein graus - er brachte ruhe und ordnung ins DM wie schon lange kein FCZler mehr......
bluesoul
Mitglied
10.11.2014, 08:21 · #23
Beiträge: 5'138
Allez Gilles ! Montres à tous que tu pourras revenir ! Je suis triste !
Deepblue
Mitglied
10.11.2014, 11:58 · #24
Beiträge: 5'792
Ein herber Verlust für den FCZ! Gute Besserung Gilles Yapi!
Jure Jerkovic
Mitglied
10.11.2014, 15:09 · #25
Beiträge: 1'880
die verletzungen sind nun bekannt. diese sind laut einer fcz-mitteilung:
  • Vorderes Kreuzband gerissen
  • Innenband gerissen
  • Medialer und lateraler Meniskus eingerissen
  • Fragmentstücke des Meniskus im Gelenk
  • Knorpeldefekt bis auf den Knochen
  • Knochenkontusion (=Quetschung) mit Flüssigkeitsbildung im Knochen
  • Verletzung des Stabilisierungsbands der Kniescheibe
  • Starke Hämatome in den Oberschenkel-Muskeln
v.a. der knorpeldefekt lässt mich daran zweifeln, dass wir yapi je wieder im fcz-dress oder sonst auf einem fussballplatz sehen werden. verdammte scheisse.
bluesoul
Mitglied
10.11.2014, 15:12 · #26
Beiträge: 5'138
die verletzungen sind nun bekannt. diese sind laut einer fcz-mitteilung:
  • Vorderes Kreuzband gerissen
  • Innenband gerissen
  • Medialer und lateraler Meniskus eingerissen
  • Fragmentstücke des Meniskus im Gelenk
  • Knorpeldefekt bis auf den Knochen
  • Knochenkontusion (=Quetschung) mit Flüssigkeitsbildung im Knochen
  • Verletzung des Stabilisierungsbands der Kniescheibe
  • Starke Hämatome in den Oberschenkel-Muskeln
v.a. der knorpeldefekt lässt mich daran zweifeln, dass wir yapi je wieder im fcz-dress oder sonst auf einem fussballplatz sehen werden. verdammte scheisse. Ach du Scheisse... mit 32 sieht das stark nach Karriereende aus. :-( Gilles, du courage !
1896_
Mitglied
10.11.2014, 15:15 · #27
Beiträge: 6'382
Ach du Scheisse... mit 32 sieht das stark nach Karriereende aus. :-( Gilles, du courage ! Meine Fresse.. so etwas habe ich noch nie gelesen. Oder einfach kurz gesagt: Das Knie von Yapi ist am A*****. Schneller Genesungsverlauf, wenn man das so schreiben darf. :-S
Sandman
Mitglied
10.11.2014, 15:26 · #28
Beiträge: 6'110
Im Minimum ist wohl die Saison am Arsch, aber ich denke der wird gar nie mehr Spitzensport betreiben können. Wünschen wir ihm ein medizinisches Wunder.
BadwannePirat
Mitglied
10.11.2014, 17:51 · #29
Beiträge: 148
Alles Gute wünsche ich dir, Gilles, an dieser Stelle. Bleib stark! Eine solche Verletzung wünscht man nichtmal seinen argsten Feinden. Über das Einsteigen von von Sandro Wieser ist bereits genügend geschrieben worden. Ich würde diesen Namen am liebsten nie mehr hören müssen. Bonne recuperation, Gilles!
hm³
Mitglied
10.11.2014, 18:44 · #30
Beiträge: 754
die verletzungen sind nun bekannt. diese sind laut einer fcz-mitteilung:
  • Vorderes Kreuzband gerissen
  • Innenband gerissen
  • Medialer und lateraler Meniskus eingerissen
  • Fragmentstücke des Meniskus im Gelenk
  • Knorpeldefekt bis auf den Knochen
  • Knochenkontusion (=Quetschung) mit Flüssigkeitsbildung im Knochen
  • Verletzung des Stabilisierungsbands der Kniescheibe
  • Starke Hämatome in den Oberschenkel-Muskeln
v.a. der knorpeldefekt lässt mich daran zweifeln, dass wir yapi je wieder im fcz-dress oder sonst auf einem fussballplatz sehen werden. verdammte scheisse. wollte ich auch gerade schreiben! kann froh sein, wenn er eines tages wieder einigermassen laufen kann! nur schon alleine all die verletzungen zeigen mir mit aller deutlichkeit auf, wie wieser durchgezogen haben muss. als fussballer selbst, behaupte ich dass sehr wohl eine gewisse verletzungsabsicht vorhanden sein musste. man merkt dass man unmöglich an den ball kommen wird und winkelt zumindest in bruchteilen von sekunden das knie an, sodass eine gewisse federung beim aufprall zu stande kommt, dann nämlich wäre yapi niemals in dieser schwere verletzt worden. wieser hatte sein bein derart gestreckt, dannoch frontal, da kann es nur zu schwersten verletzungen kommen. yapi wünsche ich nur das beste!!! ein toller fussballer und wie ich schon einmal geschrieben habe: "für mich einer der besten 6er auf schweizer fussball plätzen,welchen ich je gesehen habe!" bonne chance!
ouagi
Mitglied
10.11.2014, 21:34 · #31
Beiträge: 12'914
Meine nächste Bestellung im FCZ-Fanshop: Ein Trikot mit der Nummer 37.
devante
Mitglied
11.11.2014, 07:32 · #32
Beiträge: 19'478
Meine nächste Bestellung im FCZ-Fanshop: Ein Trikot mit der Nummer 37. dito (und ein rank the thank t-shirt - OT)
celtic92
Mitglied
11.11.2014, 12:52 · #33
Beiträge: 303
Ausgerechnet der wohl beste Transfer seit langem scheint nach nicht einmal einer halben Saison nie mehr für den FCZ (oder sonst einen Klub in der SL) auflaufen zu können. Verdammt schade. Für Yapi und den FCZ. Ich wünsche ihm persönlich jedenfalls gute Besserung und vor allem keine gravierenden bleibenden Schäden im Knie.
Dräcksocke
Mitglied
11.11.2014, 14:44 · #34
Beiträge: 1'761
Gute Besserung Gilles!
rasheed
Mitglied
11.11.2014, 20:56 · #35
Beiträge: 718
Verdammt...das tut mir enorm im Herzen weh..wie Yassine`s verletzung nach der verletzung nach der verletzung..... :-( Gilles Yapi, einer der besten Transfers der letzten 10 Jahre...
Zürcher.
Mitglied
12.11.2014, 05:50 · #36
Beiträge: 148
Mir kommen die Tränen wenn ich mich hier so durch den Thread lese...Richtig schade!! Kann den Frust kaum in Worte fassen. Hab dann noch den Artikel im Blöck gelesen..Wenn ich mir so denke was der alles erleben musste. Kack auf den Fussball (ja ich weiss, sagt sich leicht). Er soll schauen, dass in seinem Leben weiterhin alles einigermassen gut läuft. Der Rest regelt sich dann von alleine. Hast du erstmal ne Familie welche für dich da ist, lässt sich der Rest einfacher durchleben. http://www.blick.ch/sport/fussball/superleague/erschuetternde-yapi-beichte-ich-dachte-an-selbstmord-id3265173.html Alles Gute Gilles!! Obs jemals wieder für ein Spiel im Trikot reicht ist mir "egal".
Goose
Mitglied
12.11.2014, 07:50 · #37
Beiträge: 2'028
Aus der heutigen NZZ: Ein Foul gehört nicht vor Gericht Flurin Clalüna 11.11.2014, 20:27 Uhr Gilles Yapi ist ein 32-jähriger Fussballer, er steht wenige Jahre vor dem Karrierenende, und vielleicht muss er mit dem Profisport nun früher aufhören, als er erwartet hat. Yapi ist am Sonntag schwer verletzt worden, sein Knie ist zertrümmert; das Foulspiel, das seine Laufbahn als Fussballer zu beenden droht, gehört zu den grössten Unsportlichkeiten, die man seit langem gesehen hat. Das Foul geht um die Welt, in den USA berichtet «ABC News» in einem mehrminütigen Beitrag darüber. Der FC Zürich, Yapis Arbeitgeber, sieht in der Aktion viel mehr als eine Unsportlichkeit, er nennt das Foul eine «Attacke», einen Anschlag auf Yapis Gesundheit, und hat angekündigt, Strafanzeige gegen Sandro Wieser einzureichen. Der Spieler des FC Aarau hat das Foul begangen und sich entschuldigt, aber dadurch lässt man sich beim FCZ nicht besänftigen. Im Grenzbereich Wenn der FCZ-Präsident Ancillo Canepa seine Drohung wahr macht, wird sich ein Zivilgericht um den Fall kümmern müssen. Es geht Canepa um eine Prinzipienfrage und darum, den Foul-Spieler an den Pranger zu stellen, um die grösstmögliche Abschreckung zu erzielen. Ob er den Fall gewinnt oder verliert, ist dem Zürcher Präsidenten gleichgültig, zumindest hat er das in der Öffentlichkeit so gesagt. Klar ist: Canepas Gerechtigkeitsgefühl scheint von einem Sportgericht nicht befriedigt werden zu können. Sonst würde er auf die Mechanismen der Sportjustiz vertrauen und darauf, dass diese eine angemessene Sanktion ausspricht. Aber welche Bestrafung ist in einem solchen Fall richtig? Fünf Spielsperren, zehn, zwanzig? Eine Disqualifikation für eine ganze Saison? Oder soll es zusätzlich eine Geldbusse sein, die nur ein Zivilrichter aussprechen kann, damit das Gerechtigkeitsempfinden erfüllt ist? Man wünscht sich Wiedergutmachung und kann sie trotzdem nie erreichen, vor allem, wenn Yapis Karriere tatsächlich beendet sein sollte; die Verantwortlichen im FCZ sinnen nach Vergeltung, und man kann sie und ihre Emotionen verstehen, weil ein menschliches Schicksal und erhebliche sportliche Interessen betroffen sind. Aber die Verhandlung eines solchen Fouls gehört nicht vor ein ziviles Tribunal, selbst wenn es brutal war und auch in einem Kampfspiel nicht vorkommen soll. Ob Wieser mit Vorsatz gehandelt hat oder nicht, wird sich nie belegen oder entkräften lassen. Zu seinen Gunsten ist anzunehmen, dass er es ohne Absicht tat. Und in solchen Fällen müssen die Straf-Instrumente der Sportgerichtsbarkeit genügen, sonst werden Sanktionen für Foulspiele immer häufiger vor Gerichtsschranken entschieden. Jeder Fussballer, jeder Eishockeyspieler könnte theoretisch jederzeit nach Attacken gegen ihn Gegenspieler anzeigen und ein Zivilgericht anrufen. Es wird deshalb nicht getan, weil im Sport generell darauf vertraut wird, von der eigenen Justiz genügend geschützt zu werden. Der Gang vor ein Zivilgericht ist im Sport immer der letzte Schritt, und er ist nur dann angemessen, wenn sich herausstellen sollte, dass die eigenen Instanzen versagen. Der Sport und der Fussball beharren sonst immer auf ihrer Autonomie, in dieser Parallelwelt werden Probleme nach den eigenen Regeln gelöst. Das sollte auch in diesem Fall so gehandhabt werden. Denn die Sportjustiz reklamiert die Kompetenz für sich, beurteilen zu können, wie Vergehen während eines Fussballspiels zu ahnden sind. Ein Zivilrichter ohne spezifische Kenntnisse des Sports sei dazu weit weniger gut in der Lage, weil er die Umstände des Spiels schlechter einschätzen könne. Das ist die gängige Argumentation, und sie gilt auch für diesen Fall. Nur wenn die Verbandsjustiz an ihre Grenzen stösst, sollte der Sport Hilfe beim Staat suchen: Wenn sie es mit Fällen von krimineller Energie zu tun hat, so wie bei Sportbetrug wie Doping, dem nur mit Polizeirazzien begegnet werden kann; oder wenn es um Korruption geht, die eine staatliche Gesetzgebung nötig macht. Der «Fall Yapi» gehört in einen Grenzbereich, aber kriminelle Absicht kann man dem Foul-Spieler Wieser nicht unterstellen, nur Rücksichtslosigkeit, allenfalls Fahrlässigkeit. Hemmschwellen sinken Knapp zwanzig Jahre nach dem schweren Foul gegen den früheren Schweizer Internationalen Lucien Favre wird wieder öffentlich darüber diskutiert, wo die Grenzen des Tolerierbaren auf Fussballplätzen liegen und wie Inakzeptables bestraft werden soll. Das ist eine sinnvolle Diskussion, und es ist gut, hat sie der FC Zürich angestossen. Aber sie sollte vor allem auch dann geführt werden, wenn Trainer immer noch mehr Aggressivität verlangen, Hemmschwellen sinken und Risiken im Zweikampfverhalten steigen. Fussballspiele finden immer öfter in Grenzbereichen statt, Sekundenbruchteile entscheiden, ob ein Zweikampf sauber geführt wird oder ob sich ein Gegenspieler verletzt. Im Fall von Favre hatte man seinerzeit von «Berufsrisiko» gesprochen. Der Beruf Fussballer ist seither mit noch mehr Risiko verbunden.
bluesoul
Mitglied
12.11.2014, 08:48 · #38
Beiträge: 5'138
Aus der heutigen NZZ: Ein Foul gehört nicht vor Gericht Flurin Clalüna 11.11.2014, 20:27 Uhr Gilles Yapi ist ein 32-jähriger Fussballer, er steht wenige Jahre vor dem Karrierenende, und vielleicht muss er mit dem Profisport nun früher aufhören, als er erwartet hat. Yapi ist am Sonntag schwer verletzt worden, sein Knie ist zertrümmert; das Foulspiel, das seine Laufbahn als Fussballer zu beenden droht, gehört zu den grössten Unsportlichkeiten, die man seit langem gesehen hat. Das Foul geht um die Welt, in den USA berichtet «ABC News» in einem mehrminütigen Beitrag darüber. Der FC Zürich, Yapis Arbeitgeber, sieht in der Aktion viel mehr als eine Unsportlichkeit, er nennt das Foul eine «Attacke», einen Anschlag auf Yapis Gesundheit, und hat angekündigt, Strafanzeige gegen Sandro Wieser einzureichen. Der Spieler des FC Aarau hat das Foul begangen und sich entschuldigt, aber dadurch lässt man sich beim FCZ nicht besänftigen. Im Grenzbereich Wenn der FCZ-Präsident Ancillo Canepa seine Drohung wahr macht, wird sich ein Zivilgericht um den Fall kümmern müssen. Es geht Canepa um eine Prinzipienfrage und darum, den Foul-Spieler an den Pranger zu stellen, um die grösstmögliche Abschreckung zu erzielen. Ob er den Fall gewinnt oder verliert, ist dem Zürcher Präsidenten gleichgültig, zumindest hat er das in der Öffentlichkeit so gesagt. Klar ist: Canepas Gerechtigkeitsgefühl scheint von einem Sportgericht nicht befriedigt werden zu können. Sonst würde er auf die Mechanismen der Sportjustiz vertrauen und darauf, dass diese eine angemessene Sanktion ausspricht. Aber welche Bestrafung ist in einem solchen Fall richtig? Fünf Spielsperren, zehn, zwanzig? Eine Disqualifikation für eine ganze Saison? Oder soll es zusätzlich eine Geldbusse sein, die nur ein Zivilrichter aussprechen kann, damit das Gerechtigkeitsempfinden erfüllt ist? Man wünscht sich Wiedergutmachung und kann sie trotzdem nie erreichen, vor allem, wenn Yapis Karriere tatsächlich beendet sein sollte; die Verantwortlichen im FCZ sinnen nach Vergeltung, und man kann sie und ihre Emotionen verstehen, weil ein menschliches Schicksal und erhebliche sportliche Interessen betroffen sind. Aber die Verhandlung eines solchen Fouls gehört nicht vor ein ziviles Tribunal, selbst wenn es brutal war und auch in einem Kampfspiel nicht vorkommen soll. Ob Wieser mit Vorsatz gehandelt hat oder nicht, wird sich nie belegen oder entkräften lassen. Zu seinen Gunsten ist anzunehmen, dass er es ohne Absicht tat. Und in solchen Fällen müssen die Straf-Instrumente der Sportgerichtsbarkeit genügen, sonst werden Sanktionen für Foulspiele immer häufiger vor Gerichtsschranken entschieden. Jeder Fussballer, jeder Eishockeyspieler könnte theoretisch jederzeit nach Attacken gegen ihn Gegenspieler anzeigen und ein Zivilgericht anrufen. Es wird deshalb nicht getan, weil im Sport generell darauf vertraut wird, von der eigenen Justiz genügend geschützt zu werden. Der Gang vor ein Zivilgericht ist im Sport immer der letzte Schritt, und er ist nur dann angemessen, wenn sich herausstellen sollte, dass die eigenen Instanzen versagen. Der Sport und der Fussball beharren sonst immer auf ihrer Autonomie, in dieser Parallelwelt werden Probleme nach den eigenen Regeln gelöst. Das sollte auch in diesem Fall so gehandhabt werden. Denn die Sportjustiz reklamiert die Kompetenz für sich, beurteilen zu können, wie Vergehen während eines Fussballspiels zu ahnden sind. Ein Zivilrichter ohne spezifische Kenntnisse des Sports sei dazu weit weniger gut in der Lage, weil er die Umstände des Spiels schlechter einschätzen könne. Das ist die gängige Argumentation, und sie gilt auch für diesen Fall. Nur wenn die Verbandsjustiz an ihre Grenzen stösst, sollte der Sport Hilfe beim Staat suchen: Wenn sie es mit Fällen von krimineller Energie zu tun hat, so wie bei Sportbetrug wie Doping, dem nur mit Polizeirazzien begegnet werden kann; oder wenn es um Korruption geht, die eine staatliche Gesetzgebung nötig macht. Der «Fall Yapi» gehört in einen Grenzbereich, aber kriminelle Absicht kann man dem Foul-Spieler Wieser nicht unterstellen, nur Rücksichtslosigkeit, allenfalls Fahrlässigkeit. Hemmschwellen sinken Knapp zwanzig Jahre nach dem schweren Foul gegen den früheren Schweizer Internationalen Lucien Favre wird wieder öffentlich darüber diskutiert, wo die Grenzen des Tolerierbaren auf Fussballplätzen liegen und wie Inakzeptables bestraft werden soll. Das ist eine sinnvolle Diskussion, und es ist gut, hat sie der FC Zürich angestossen. Aber sie sollte vor allem auch dann geführt werden, wenn Trainer immer noch mehr Aggressivität verlangen, Hemmschwellen sinken und Risiken im Zweikampfverhalten steigen. Fussballspiele finden immer öfter in Grenzbereichen statt, Sekundenbruchteile entscheiden, ob ein Zweikampf sauber geführt wird oder ob sich ein Gegenspieler verletzt. Im Fall von Favre hatte man seinerzeit von «Berufsrisiko» gesprochen. Der Beruf Fussballer ist seither mit noch mehr Risiko verbunden. Flurin überzeugt mich hier nicht ganz. Nicht als Rache sondern als Abschreckung finde ich einen zivilen Gerichtsprozess schon sinnvoll. Auch wenn die Strafe am Ende nicht sehr gross ausfallen dürfte. Schmerzensgeld von ein paar Tausend, vielleicht Zehntausend Franken. Aber ein Umdenken, die eigenen Spieler etwas weniger zu "Gegner auf die Füsse treten" oder "Aus dem Spiel nehmen" aufzufordern könnte schon stattfinden.
Avatar von Tschik Cajkovski
Tschik Cajkovski
Mitglied
12.11.2014, 09:07 · #39
Beiträge: 3'337
bin ebenfalls für einmal nicht einverstanden mit flurins kommentar. da fand ich ueli kägis kommentar gestern im tagi schon zutreffender (auszug): "Fussball ist ein körperbetonter Sport. Wer Fussball spielt, muss damit rechnen, ohne Fremdver­schulden eine Verletzung zu erleiden. Er muss damit rechnen, unglücklich verletzt zu werden. Er muss aber nicht damit rechnen, so attackiert zu werden, wie es nun Yapi passiert ist." ebenfalls gestern im tagi, der kommentar des rechtsanwaltes Franz Szolansky: «Passierte das Foul in der Hektik des Geschehens? Das wäre zu beurteilen» Franz Szolansky hat vor Bundesgericht den Fall McKim gewonnen und sieht bei Wieser und Yapi Parallelen. Es war 2001. Er kam von hinten. ZSC-Stürmer McKim konnte nicht sehen, dass sich der Davoser Miller näherte. Er hatte den Puck längst weitergespielt, als er von Millers Ellbogen am Kopf getroffen wurde. Die schwere Hirnerschütterung beendete McKims Karriere. Der damals 31-Jährige zog Miller unterstützt von Anwalt Franz Szolanksy vor Gericht und erhielt 1,6 Millionen Dollar Schadenersatz zugesprochen. Das Foul von Sandro Wieser an Gilles Yapi wird möglicherweise in den Gerichtssaal getragen. Was können die Konsequenzen sein? Es geht wie damals bei McKim um die Frage, wie der Schädiger handelte. Hat er vorsätzlich gehandelt oder eventualvorsätzlich, also die Folgen seiner Handlung gewollt oder zumindest in Kauf genommen. Vielleicht war sein Einsatz auch nur fahrlässig. Miller wurde erstnstanzlich schuldig erklärt, zweitinstanzlich freigesprochen, vor Bundesgericht aber wieder schuldig erklärt. Ist dieser Bundesgerichts-Entscheid ein Musterfall? Sicher fürs Eishockey. Ob er genau so auf andere Sportarten angewendet werden kann, ist zu diskutieren. Ich sehe zwischen Eishockey und Fussball allerdings Parallelen, es handelt sich um Kampfsportarten. Also kann der Bundesgerichtsentscheid unter der Berücksichtigung der Differenzen beider Sportarten analog angewendet werden. Welche Fragen sind für die Beurteilung des Vorsatzes entscheidend? Im Fall von McKim ging es darum, ob das Foul im Kampf um den Puck, also in der Hektik des Geschehens passiert war. Die Bundesrichter kamen zur Überzeugung, dass dies nicht der Fall war, weil der Puck schon längst wieder weg war, als Miller attackierte. Diese Frage wäre nun auch bei Wieser und Yapi zu beurteilen. Lucien Favre hat in den 80er-Jahren nach einem Foul ebenfalls geklagt, das Gericht fand damals allerdings: Wer Fussball spiele, nehme Verletzungen in Kauf. Es gab früher diesen Grundsatz, genannt Acceptation du risque. Ein Sportler nahm also ein gewisses Risiko in Kauf. Mit dem Urteil im Fall McKim ist aber klar, dass dieser Grundsatz nicht absolut gelten kann.
devante
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12.11.2014, 09:34 · #40
Beiträge: 19'478
.....insights zu yapi - hart...wusste ich alles gar nicht? Erschütternde Yapi-Beichte «Ich dachte an Selbstmord» Gilles Yapi droht das Karriere-Ende. Doch der schwer verletzte FCZ-Spieler will nicht hadern. Zu viel hat er schon durchgemacht in seinem bewegten Leben. Die Karriere des 32-jährigen Ivorers dürfte nach dem Horror-Foul von Sandro Wieser am Sonntag im Brügglifeld beendet sein. Und was macht Gilles Yapi tags darauf? Er ist die Ruhe in Person, lächelt sogar, als er beim Trainingsgelände aufkreuzt. Die ganze FCZ-Familie ist geschockt und niedergeschlagen, vor allem aber beeindruckt von Yapis Gelassenheit. Woher diese Ruhe? «Sein Glaube hilft ihm jetzt wahnsinnig», sagt Trainer Urs Meier. Wie hat Yapi zu Gott gefunden? Wer ist dieser Mann, der sein Schicksal mit einem ­Lächeln akzeptiert? Die Antwort gibt ein Video, das auf der Homepage einer evangelischen Freikirche zu finden ist. Darin legt Yapi seine bewegende Lebensbeichte ab. Gilles Yapi «Ich konnte meinen Traum sehr früh verwirklichen, wurde Fussballprofi. So wurde ich sehr schnell bekannt, hatte Geld. Die Fussballwelt hat sich mir sehr schnell geöffnet. Aber die Bekanntheit öffnet auch Türen, die nicht unbedingt gut sein müssen. Die Sünden, die Perversitäten, die Unzucht, die Pornografie, die Selbstbefriedigung. Ab ­einem gewissen Punkt war ich ein Sklave all dieser Dinge. Mein Leben gründete im Fussball, meine Persönlichkeit war dort verwurzelt, meine Identität. Dann kam ein Moment in meinem Leben, in dem alles zu kippen begann. Es fing damit an, dass ich gesundheitliche Probleme hatte, nichts wirklich Schlimmes, aber schlimm genug, um zu verhindern, dass ich spielen konnte. Weniger zu spielen bedeutet, weniger Geld zu haben, weniger bekannt zu sein. Die Popularität sinkt, dein Wert sinkt. Also versuchte ich, Wege zu finden, um meine Identität wiederzufinden, die auf dem Fussball basierte. Es kam der Zeitpunkt, an dem mich ein Bekannter mit der Welt des Okkultismus (d. Red.: des Übersinnlichen, der schwarzen Magie) einführte, und meine Situation wurde schlimmer und schlimmer. In etwas weniger als zwei Jahren hat man mich in dieser Welt der schwarzen Magie um mehr als 250 000 Franken betrogen. Zu meinen ursprünglichen kamen also finanzielle Probleme. Ich verlor den Halt, wurde depressiv. Ich dachte sogar an Selbstmord. In der Welt der schwarzen Magie hat man mich gar aufgefordert, meinen Sohn zu opfern. Obwohl ich es damals noch nicht einordnen konnte, gab es eine Kraft in mir, die sagte Nein. Halt, das geht zu weit. Ich hatte eine Freundin, die den Weg Gottes ging. Sie ist heute meine Frau, hat mir nahegelegt, mein Leben in seine Hände zu legen, weil er mir bestimmt helfen könne. Von da an änderte sich mein Leben. Ich habe mein Leben Gott verschrieben, und sofort kam die Freude zurück, ich fühlte mich frei. Alles andere verschwand. Niemand hat für mich gebetet, aber auf einmal war diese ganze Last weg. Und ich, der keinem Mädchen auch nur sieben Tage treu sein konnte, bin meiner Frau seit sechs Jahren treu. Für mich ist es wirklich ein Wunder. Gott hat mir mein Leben wieder­gegeben, meine finanziellen Probleme sind weg. Heute bin ich glücklich, mein Leben in Gottes Hand gegeben zu haben. Mein Leben ist Christus, tief in mir drin ist Christus, meine Identität ist Christus. Dieser Transfer wurde nicht medial aufgegriffen, aber ich wurde aus dem Reich der Finsternis ins Reich des Lichts transferiert. Der Preis war Christus’ Blut, unbezahlbar. Heute bin ich Teil des Teams des himmlischen Reichs. Gott ist mein Präsident. Christus ist mein Sportchef, und der Heilige Geist mein Trainer. Ich bin wirklich sehr glücklich, zur Familie von Christus zu gehören.» http://www.blick.ch/sport/fussball/supe ... 65173.html
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