Guapo schrieb: «Mit etwas Abstand weiss ich immer noch nicht wie Ich das Spiel einordnen soll. Einerseits waren wir deutlich näher am Punkten als Ich erwartet habe, aber Ich glaube das liegt mehr daran, dass Basel einen schlechten Tag hatte, als das wir sehr gut waren. Die Phase 10-45 fand Ich sehr stabil und in Schlussphase konnten wir eine Wucht entfalten, die Ich so nicht erwartet habe.
Ich weiss die Meinung über unser Mittelfeld in diesem Match ist hier im Forum sehr gespalten (von stabil bis inexistent war alles zu lesen). Ich fand die Zusammensetzung vom Samstag die beste die wir diese Saison sehen durften. Schödler, für mich die Entdeckung der Saison, gibt uns genau das was wir von einem 6er brauchen. Er beschützt die Abwehr und hält den anderen Mittelfeldspielern den Rücken frei. Mir gefällt seine Ruhe am Ball und dass er schlaue progressive Pässe spielt und nicht nur lange Bälle nach vorne drischt oder Rückpasse auf die IVs spielt. Mit Bledi und Reichmuth waren wir viel Spielstärker als mit Berisha / Commenencia und sind so viel kontrollierter und häufiger ins letzte drittel gekommen. Gerade Bledi hat einige angriffe eingeleitet und viele Bälle in den Lauf der Flügel gespielt, die sie verarbeiten konnten, ohne den Sprint abbrechen zu müssen. Auch wenn Basel druck gemacht hat, waren wir mit den zwei viel Ruhiger und konnten den Ball in unseren Reihen halten. Was Ich aber nicht ganz verstanden habe war, dass Reichmuth, wie schon nach seiner Einwechslung gegen Servette gegen den Ball extrem hoch gespielt hat (ähnlich wie Tsawa phasenweise letzte Saison). Ich hatte das Gefühl, dass dieses ein-mann pressing mehr geschadet hat, weil dadurch das Mittelfeld offener war.
Was Ich aus taktischer Sicht nicht verstanden habe war unser Verteidigungsansatz. Während wir gegen Lugano noch relativ konsequent 1:1 verteidigt haben, schien es mir im Klassiker nach einer Mischung aus 1:1 und im Raum verteidigen. Z.B Hack hat seinen Basler (ich glaube Metinho) einige male bis in die gegnerische hälfte eskortiert und Hodza war unser vorderster Mann, wenn sich sein Flügel tief angeboten hat. Andere Spieler haben sich unsere zum Teil während einer Sequenz mehrfach übergeben. Hat das jemand Begriffen?
Alles in allem ist mein Bauchgefühl für die Saison nach dem Spiel besser als vorher. Wenn wir Woche für Woche so auftreten wie am Samstag werden gegen die GCs, Lausannes und Thuns dieser Welt punkte eingefahren.»
Bin mit deiner Analyse ziemlich einverstanden, schätze die Basler unter Lichtsteiner aber auch als wirklich schwach ein. Der lässt sehr eindimensional spielen. Was ich nicht verstehe, dass wir ab der Einwechslung des Graftwiirfel soviele, teils unnötige Fouls begingen. Hatte aber auch damit zu tun, dass unser Mittelfeld, wie du schön beschrieben hast, durch die Wechsel von Koller geschwächt wurde.
Deinen Optimismus zum Schluss bewundere ich, teile ihn aber (noch) nicht. Da warte ich lieber zuerst die weiteren Spiele ab.
— Ein Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung Dinge sieht, wie sie sind, statt wie sie sein sollten.