04.11.2011, 13:42 · #501
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Hier noch der Bericht von 20min.ch mit den Aussagen von Canepa:
FCZ-Präsident Ancillo Canepa wendet sich per Video an die Öffentlichkeit. Es ist Canepa anzusehen, dass er eine harte Nacht hinter sich hat. Gleich zu Beginn macht der 62-Jährige ein klares Statement: «Was ich gestern erlebt habe, ist für mich persönlich der Tiefpunkt in den sechs Jahren, die ich jetzt beim FC Zürich bin.» Er sei zutiefst verärgert – so sei allgemein die Stimmung beim FCZ. «Was wir gestern Abend erlebt haben, ist nicht mehr akzeptabel», führt er weiter aus.
Das Schlimmste: Ein Balljunge wurde verletzt
Am schlimmsten sei es, dass ein Balljunge durch Petarden, die auf die Bahn geworfen wurden, verletzt worden sei. Dieser habe ja nur seinen Job gemacht und könne wirklich nichts dafür. Der Junge musste nach Angaben Canepas ins Spital gebracht werden. Etwas Konkretes über die Verletzungen sei dem FCZ leider auch nicht bekannt. Man werde aber den Fall weiterhin verfolgen.
Die Entäuschung ist dem FCZ-Chef in der Video-Botschaft ins Gesicht geschrieben. Der 62-Jährige fand auch dementsprechend harte Worte: «Seit Monaten reden wir nun über Fans und die Fankultur. Ich fühle mich ehrlich gesagt ‹verarscht›. Wir haben uns eingesetzt für die Fans, dafür, dass es Stehplätze im Stadion gibt, dass es getrennte Fansektore gibt und sonst noch so einige Dinge. Und der Dank dafür sind solche Ereignisse wie am Donnerstagabend.» Kurz darauf bezeichnet Canepa die Fans, die das Pyro-Material abgefeuert haben, zudem als Idioten, die dass Gefühl hätten, dass sie ihre Macht demonstrieren müssten.
Appell an die «guten» Fans
Für den FCZ-Präsident vermischen sich die Grenzen zwischen guten und schlechten Fans immer mehr. Er könne nicht verstehen, warum Fans gedeckt werden, die solch blöde Aktionen durchführen. So erzählt Canepa, dass der Freund jenes Fans, der sich schwer an der Hand verletzt hat, dessen Namen nicht rausrücken wollte, obwohl es auch darum ging, ihm die bestmögliche Versorgung zukommen zu lassen.
Canepa appelliert deshalb an die Anhänger des FCZ. «Ich erwarte von den Fans, dass sie uns helfen und ich will ein klares Bekenntnis der Fans gegen die Gewalt. Denn so kann es wirklich nicht weitergehen», fügt er hinzu. Der FC Zürich könne das Risiko ins Ausland zu reisen sonst nicht mehr eingehen. Auch deshalb habe man sich dazu entschlossen, keine Tickets für den Match gegen Sporting Lissabon zu verkaufen. Eine Wiederholung solcher Ereignisse hätte fatale Folgen für den FCZ.