Sascha
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21.10.2002, 06:37 · #1
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Der fromme Wunsch des FCZ-Präsidenten
0:0 in Thun - der FC Zürich ist auf Kurs, sich ohne Zittern für die Finalrunde zu qualifizieren.
Infobox Telegramm
Von Bernhard Brunner, Thun
Thuns Trainer Hanspeter Latour hätte nichts dagegen einzuwenden gehabt, wenn «sie auf der Tribüne mal zum Torjubel hätten aufstehen können». Gefühlswallungen hätten der Partie durchaus gut getan, eher lau war die Stimmung im Stadion Lachen, der Schnee schickte Kälte vom Berner Oberland. Aber das torlose Remis hatte seine Logik, das Resultat war kein Zufallsprodukt, es entsprach vielmehr den Konstellationen.
Zäh und intensiv waren die Zweikämpfe, die ein Spiel prägten, das die beiden Mannschaften vor allem nicht verlieren wollte. Mit dem gewonnenen Punkt liegen die Zürcher sechs Spiele vor dem Ende der Qualifikation für die Finalrunde acht Einheiten vom Trennstrich entfernt, und Trainer Georges Bregy sagt, es müsse jetzt das Ziel sein, sich in den nächsten Partien auf den vorderen Plätzen zu festigen, zu etablieren.
Die Gegner heissen Wil im Letzigrund, eine Woche später steht der Gang nach Basel bevor. «Vier Punkte wären gut, sechs sehr gut», lachte Bregy und meinte, man müsse zuweilen auch «etwas frech» sein. Diese vom Trainer verbal vordemonstrierte Qualität hat seinen Spielern gestern - vor allem im offensiven Bereich - gefehlt. Zwar waren sie bemüht, vor dem Thuner Tor für Gefahr zu sorgen, so richtig zwingend fielen die Anstrengungen aber nicht aus.
Keita traf nach gut einer Viertelstunde nach einem Einwurf Quentins die Latte und Iodice verfehlte in der 74. Minute mit einem Distanzschuss das Ziel nur knapp, ansonsten aber hatte Thuns Verteidiger Deumi Keita und die beiden Abwehrreihen die Angreifer sicher unter Kontrolle.
Solide und gefestigt
Die Einstellung der Zürcher, ihr Engagement waren sehens- und lobenswert, auch Präsident Sven Hotz hatte diesmal nichts auszusetzen und meinte, man müsse jetzt das nächste Heimspiel «einfach unbedingt» gewinnen. Dann könne man «so langsam planen» und mit diesen Worten atmete der Präsident aus und in der Luft hing der fromme Wunsch, sich diesmal doch frühzeitig und ohne Bangen für die Finalrunde und damit die 10er-Liga zu qualifizieren.
Dies könnte klappen, denn die Zürcher zeigten sich solide und gefestigt, auch ohne die verletzten Nef, Captain Hellinga, Bastida und Tarone. Einzig «der letzte Zwick» fehlt, wie es Bregy formuliert. Der Trainer spielte mit der Kritik vor allem Keita an, der gegen Deumi, der eine tadellose Partie spielte, zwar nicht wirkungslos war, aber doch des Öfteren klar dominiert wurde. Keita habe jetzt mehrere Male gezeigt, was er könne, er müsse jetzt aber «sich noch entschlossener durchsetzen und sich bestätigen», machte Bregy seinem Juwel, der immerhin schon zehn Tore erzielte, ehrgeizige Vorgaben für die Zukunft. Bregy erachtete zudem den frühen verletzungsbedingten Ausfall Yasars (41.) «als Schwächung», das Duo im Angriff fände sich immer besser zurecht.
Es müsste eigentlich reichen …
Rama, der Torschütze vom Dienst in den Reihen der Oberländer, wurde von der Defensivabteilung der Zürcher gut beschattet, nur gerade in der 20. Minute musste Torhüter König mit einer guten Parade aushelfen. «Es hätte auch 2:2 ausgehen können», meinte Latour, dann hätte das Spiel vielleicht mehr Wertschätzung erhalten. Bei diesem Resultat hätte allerdings jede gute Chance ein Treffer sein müssen; Thuns Verteidiger Hodzic war in der 81. Minute mit einem Pfostenschuss noch am nächsten am ersehnten Torerfolg.
Defensivverhalten statt Offensivgeist
Doch eben, Defensivverhalten dominierte über den Offensivgeist, so bekamen Freunde der Taktik ein interessantes Spiel zu sehen, auf Spektakel Ausgerichtete gingen ernüchtert nach Hause. Das ist eben so, in Zeiten, wo ein künstlicher Tabellenstrich bedrohlich näher rückt. Noch sechs Runden sind zu spielen, und Thun nähert sich «Punkt für Punkt» (Latour) dem Ziel. Die Zürcher haben eine Vorlage geschaffen, die eigentlich . . . - aber dies hat man beim FCZ schon öfters gemutmasst. [20.10.2002]
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